Arbeitskreis Landschafe

Dem AK Landschafe gehören alle Landschafzüchter- und halter an. Der AK soll wichtige Themen rund um die Zucht und Haltung von Landschafen herausarbeiten. Außerdem wird bei der Frühjahrsversammlung der Landschaftag in Warder und weitere Veranstaltungen geplant.

Aktuelles

Liebe Landschafbegeisterte,

das Jahr 2022 geht mit großen Schritten dem Ende zu und die Planungen für 2023 laufen an.
Ich hoffe, Ihre/eure Schafe haben im vergangenen Jahr viel Freude bereitet und die züchterischen Wünsche und Vorstellungen erfüllt.
Aus zahlreichen Telefonaten und Gesprächen konnte ich erfahren, dass unsere Schafhaltung, trotz kleiner und vielleicht auch größerer Probleme, die Tierhaltung mit sich bringt, immer noch eine sehr erfüllende Betätigung ist. Daher sollten wir mit Zuversicht und Vorfreude in das kommende Zuchtjahr starten.

Beginnen werden wir Anfang Februar 2023 mit unserer nächsten Versammlung des Arbeitskreises und folgen damit dem Wunsch zahlreicher Züchter, die Termine etwas zu entzerren. Ich freue mich, wenn uns, Arne Articus-Roth, Janine Bruser oder mir, Wünsche zur Tagesordnung mitgeteilt werden.
Auch Ideen und Vorschläge, wie wir unseren zweiten Termin, den wir dann noch festlegen wollen, gestalten könnten, nehmen wir gerne auf der Versammlung entgegen, Freiwillige vor!
Ein besonderer Wunsch richtet sich an unsere Landschafhaltenden Berufsschäfer. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie/Ihr an unserer Versammlung des Arbeitskreises ebenfalls teilnehmen könnten/könntet, auch wenn der Termin im Februar wahrscheinlich bereits in die Lammzeit fällt. Professionelles Fachwissen und Erfahrungen sind immer hilfreich und gefragt!

Ich hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr wiedersehen und wünsche bis dahin allen ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesundes Jahr 2023.

Liebe Grüße Iris Frenzer


Landschaftag 2022Buntes Schaftreiben im Tierpark Arche Warder

Mitte September war es wieder soweit, der Landschaftag des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. im Tierpark Arche Warder stand an. In der Früh reisten Landschafzüchter aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg an, um ihre Tiere den Richtern vorzustellen. Mit Spannung wurden die Noten bei der Körung und den Herdbuchaufnahmen erwartet. Der Andrang war groß, 103 Tiere aus 10 unterschiedlichen Rassen und 25 Zuchten füllten den hübsch dekorierten Platz rund um das Haus der Natur.

Einige Züchter bauten kleine Stände mit Wollprodukten auf und die angereisten Spinnerinnen machten das Bild des Landschaftages komplett. Die Sprecherin des Arbeitskreises Landschafe, Iris Frenzer, eröffnete um kurz nach zehn die Veranstaltung und erklärte den Ablauf für die anstehende Körung. Um das tagesaktuelle Gewicht zu erfassen, wurden die Tiere zunächst gewogen, bevor sie in zwei Ringen von den Körkommissionen Anke Mückenheim, Hardy Marienfeld, Arne Articus-Roth, Frauke Wechselberg, Iris Frenzer und Janine Bruser begutachtet und benotet wurden. Schon bei der Körung zeigte sich die sehr gute Qualität der aufgetriebenen Tiere, die in den Kategorien Bemuskelung, Wollqualität und äußere Erscheinung genau unter die Lupe genommen wurden. Nach einer kurzen Mittagspause fand im Anschluss zur Körung die Prämierung der besten Tiere statt. Dabei werden die Tiere, die bestimmte Leistungsanforderungen erfüllen, noch-mals rangiert. Der oder die Beste seiner Altersgruppe erhält einen 1a-Preis. Als Höhepunkt der Prämierung wird aus diesen 1a-Preisträgern der jeweilige Rassesieger oder die Rassesiegerin ermittelt.

Heidschnucken und Skudden vor der Jury

Frau Holst, Wulfsmoor, präsentierte 2 Schafe der Rasse Graue Gehörnte Heidschnucke, die hier in Warder ihre Generalprobe für die Bundesschau, welche vom 30.09. bis 2.10. in Alsfeld, Hessen, stattfindet, absolvierten. Die Lämmer der Grauen Gehörnten Heidschnucken werden mit schwarzer, gelockter Wolle geboren. Das Haar beginnt sich im Laufe des 1. Lebens-jahrs zu verfärben und erst nach der 1. Schur stellt sich die rassetypische graue Farbe ein. Mit dem Titel „Rassesiegerin“ im Gepäck kann Benay (Kat.Nr. 1) nun nach Alsfeld fahren.

Der von Föhr angereiste Bock Cavinci (Nr. 3) aus der Zucht von Helmut Langner, Seeth und im Besitz von Jan Pedersen, Oldsum, konnte gerade noch den Preis für den Rassesieg bei den Weißen Gehörnten Heidschnu-cken entgegennehmen, bevor es Richtung Heimat ging, um die Fähre rechtzeitig zu erreichen. Das mischwollige Vlies bei dieser Rasse soll rein weiß und gleichmäßig ausgebildet sein. Das äußere Vlies besteht aus grobem Oberhaar, das innere Vlies aus feinerem, weichem Unterhaar.

Bei der kleinsten, deutschen Schafrasse, den Skudden, tragen die Böcke ein schneckenförmiges Gehörn, dessen Spitzen ein wenig nach außen gestellt sein sollten. Mit einem prächtigen Gehörn konnte auch der Sieger-bock Cadoc (Nr. 7) aus der Zucht von Jürgen Bauer, Tarp, triumphieren. Weibliche Tiere können zwischen hornlos, über kleine Hornstummel bis zu sichelförmig gebogenen Hörnern variieren. Bei der Reservesiegerin Clara (Nr. 11) aus der Zucht von Claudia Kohrn, Wattenbek, standen jedoch nicht die Hörner im Vordergrund, sondern ihre hervorragende Wollqualität. Dies machte sie auch zur Wollsiegerin 2022. Weiterhin zeigten Norbert Westphal und Heide Voeltz sowie Arno Richard Benemann dem Publikum die große Farbvariation, die die Skudden zu bieten haben.

Mittelgebirgsrassen auch im Norden erfolgreich

Bei den Coburger Fuchsschaf Lämmern ist das Vlies erst rotbraun und hellt mit zunehmendem Alter auf. Das Vlies der erwachsenen Tiere hat einen deutlichen Glanz, der Farbton ergibt sich aus dem Mix von hellen, hellroten bis dunkelroten/braunen Haaren („Goldenes Vlies“). Bei dieser Rasse stellten gleich vier Züchterinnen, Frauke Wechselberg, Katharina Ehmke, Vivien Berger und Iris Frenzer, ihre Böcke und Schafe vor. Bei der Entscheidung über den Rassesieg standen sich der Lammbock D.Iscan (Nr. 17) der erfahrenen Züchterin Frauke Wechselberg, Neutestorf, und das Mutterschaf A. Martha (Nr. 30) der Neuzüchterin Vivien Berger, Stockelsdorf, gegenüber. Die Richter entschieden sich für das Mutterschaf und so war es ein gelungener Start in die Zucht für Familie Berger.

Nicole Potyka, Hamburg, ist eine der wenigen Rhönschafzüchterinnen bei uns im Norden, die in Warder zwei gut rausgebrachte Schafe vorstellte. Die Rhönschafe haben einen schwarzen Kopf und einen weißen Körper. Die weiße Schlichtwolle mit typischem Glanz hat eine Feinheit von 32 bis 38 Mikron. Ursprünglich eine typische Landschafrasse der Mittelgebirgs-lagen, kann diese jedoch auch bei uns im Norden gut gedeihen, was vor allem das Siegerschaf C. Lilian (Nr. 31) beweisen konnte

Zum ersten Mal wurden in Warder Leineschafe vorgeführt. Die ursprüng-liche Heimat des Leineschafes ist Südniedersachsen, längs der Leine. Es entstand um 1900 aus dem Rheinischen Landschaf durch Einkreuzung englischer Rassen wie Leicester und Cotswold und ist ein mittelrahmiges, weißes Schaf mit einer weißen, langabwachsenden, dicht gestapelten Wolle. Bei ihrem Debüt stellte Lara Marleen Schnell, Stapel, ihre weibliche und männliche Nachzucht den Richtern vor. Das Mutterlamm Darla (Nr. 94) stach bei den sehr jungen Tieren deutlich hervor und wurde zur Rassesiegerin ernannt. Reservesieger wurde ihr Halbbruder, der Lammbock Delmo (Nr.91).

Von klein bis groß alles dabei

Danach wurde es quirlig im Prämierungsring, die Ouessants marschierten ein. Das Ouessantschaf (bretonisches Zwergschaf) hat seinen Namen von der Insel Ile d`Ouessant, einer kleinen, baumlosen, französischen Atlantik-Insel. Die kleinste Schafrasse Europas machte es den Richtern durch die große Anzahl und die hohe Qualität nicht einfach. Marit Sievers, Erfde, hatte mit ihrem Jährlingsbock C. Emil (Nr. 33) die Nase vorn. Dicht gefolgt von dem Lammbock Damian (Nr. 39) von Bettina und Holger Blankenburg, Norddeich. Ebenfalls zeigten Heike Sievers, Klaus-Rainer Schwormstede, Horst Feddersen, Ryan und Arlett Kleinfeld dem Publikum sowohl weiße als auch schwarze und braune Vertreter dieser beliebten Rasse.

Beeindruckend ging es auch mit der nächsten Rasse weiter. Das Walliser Schwarznasenschaf fällt vor allem durch die typische Farbzeichnung auf. Die schwarze Nase bis zur Kopfmitte gibt dem Schwarznasenschaf seinen Namen. Die schwarze Färbung zieht sich weiter ohne Unterbrechung bis hin zu den Augen. Ebenfalls sind die Ohren bis an den Kopf schwarz. Die vorgestellten Tiere von Luisa Albert, Luhnstedt, und Peter Sellhorn, Rausdorf, zeigten zudem auch die rassetypischen schwarzen Flecken an den Sprunggelenkhöckern und an den Vorderknien. In diesem Jahr zeigten sich vor allem die Mutterschafe von ihrer besten Seite. Das Mutterschaf Charlotta (Nr. 66) aus der Zucht von Peter Sellhorn und im Besitz von Luisa Albert wurde zur verdienten Rassesiegerin ernannt.

Das Vlies der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe besteht aus langabgewachsener Mischwolle, die von stahlblau bis grau variieren kann, aber ausgeglichen sein muss. Die Rauhwoller aus den Zuchten Harald Nowak, Arne Articus-Roth, Christine Rogall, Hardy Marienfeld und Anna Wegener, bewiesen diese unterschiedlichen Wollvariationen in anschau-licher Weise. Der Siegerbock Constar (Nr. 69) von Arne Articus-Roth, Wisch, imponierte mit seiner bis zur Schulter reichenden schwarzen Mähne. Als Reservesiegerin wurde seine Halbschwester Carea (Nr. 82) erkoren.

Als Nächstes präsentierte Andrea Boldt-Lynsche, Fresendorf, ihre Bent-heimer Landschafe, eine großrahmige, hochbeinige Rasse mit dunklen Zeichen um die Augen und mit langen, großen Ohren mit meist dunklen Spitzen. Neben der Zeichnung ist vor allem der lange, bewollte Schwanz kennzeichnend für diese Rasse. Das Mutterschaf Cosima (Nr. 86) machte das Rennen, dicht gefolgt von dem Jährlingsbock Corbinian (Nr. 85B).

Krönender Abschluss des Tages

Zu guter Letzt musste nun noch der Tagessieger, die Tagessiegerin und der Wollsieger über alle Rassen ermittelt werden – gar nicht so einfach bei dieser bunten Rassevielfalt. Trotz der nahenden Gewitterfront konnte Luisa Albert für ihre Rassesiegerin bei den Walliser Schwarznasenschafen ihren Preis für die Mrs. Warder 2022 ohne Regenschauer entgegen nehmen. Auch Marit Sievers blieb bei der Siegerehrung ihres Ouessantbockes zum Mr. Warder 2022 trocken und strahlte über beide Ohren. Zu guter Letzt wurde mit der Reservesiegerin der Skudden, aus der Zucht von Claudia Kohrn, eine würdige Wollsiegerin auserkoren.

An dieser Stelle ein großes Lob an alle Züchter und Züchterinnen, die ihre Tiere sehr gut für die Ausstellung vorbereitet hatten und auch im Ring ausgezeichnet präsentiert haben. Einen herzlichen Glückwunsch zu den hervorragenden Schafen und Böcken, die die Kommission und die Zuschauer bewundern durften!

Trotz schlechter Wetterprognose waren zahlreiche Zuschauer in den Tierpark Arche Warder gekommen, die interessiert die Veranstaltung verfolgten. Die Züchter freuten sich über einen regen Austausch und spätestens bei dem selbstgemachten Kuchenbuffet konnte von einem erfolgreichen Landschaftag 2022 gesprochen werden. Dafür bedankt sich der Landesverband bei den Züchtern, den Prämierungsrichtern und allen Helfern! Ganz besonderer Dank gilt aber vor allem Carolin Gorniak und dem Team vom Tierpark Arche Warder, für die Vorbereitungen und die viele Arbeit, ohne die der Tag nicht so erfolgreich verlaufen wäre!


Das neu gewählte Sprecherteam Iris Frenzer und Arne Articus Roth stellt einmal vor:

Liebe Landschaf-Begeisterte,
auf der letzten Versammlung des Arbeitskreises Landschafe am 07.08.2021 fanden turnusgemäß Wahlen zum/zur Arbeitskreissprecher/in und des/der Stellvertreters/in statt. Frauke Wechselberg stand auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Wahl. Hardy Marienfeld war auf der Jahreshaupt-versammlung des Verbands in den Vorstand gewählt worden. In Personalunion gleichzeitig als Sprecher des AK Landschafe aufzutreten, hält Hardy nicht für sinnvoll und stellte sich daher auch nicht zur Wahl für den Sprecher bzw. Vertreter. In einer geheimen Wahl wurden wir dann zur Sprecherin und zum Stellvertreter gewählt.

Wir – das sind Iris Frenzer als Sprecherin und Arne Articus-Roth als Vertreter. Soweit der offizielle Wortlaut. Wir waren uns aber schnell einig, dass wir die Aufgabe gemeinsam als „Doppelspitze“ wahrnehmen wollen und uns gegenseitig unterstützen werden. Einige werden sich nun sicher fragen: Wer sind denn die Beiden? Am ehesten weiß man ja immer welche Schafe zu wem gehören.

Iris: Ich lebe mit meinem Mann in Ostenfeld bei Husum und habe eine kleine Hobbyzucht mit Coburger Fuchsschafen. Begonnen hatten wir vor einigen Jahren mit Shropshire Schafen, die in einem Gatter eine Neuanpflanzung pflegten. Dann sahen wir jedoch die Fuchsschafe und wir wussten, es ist die Rasse, die wir haben wollen. Frauke Wechselberg hatte uns mit schönen Tieren einen guten Start bereitet und wir haben die Entscheidung noch keinen Tag bereut. Mein Mann unterstützt mich bei den notwendigen Arbeiten. Neben den Schafen kümmere ich mich um Beruf und Familie, d.h. zwei Töchter samt Partner und 4 Enkelkinder, nicht zu vergessen unsere Hunde.

Arne: Moin Moin, meine Frau Franziska und ich leben mit unseren Kindern in Wisch an der Ostsee. In den ehemaligen Salzwiesen betreiben wir im Nebenerwerb eine kleine Herdbuchzucht von Rauhwolligen Pommerschen Landschafen. Dazugekommen sind seit kurzem auch Fjällrinder und schwedische Blumenhühner. Zudem findet man uns regelmäßig auf dem Gemüseacker.

Auf der Versammlung des AK wurde schnell klar, dass es Themen rund um unsere Schafe gibt, die uns beschäftigen z.B. die Vermarktung der Zuchttiere über Schleswig-Holstein hinaus, Schaffung einer Vermarktungsplattform, Wollvermarktung, Schlachtpreise und und und.
Daraus entstand bei den Anwesenden die Idee, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich der Themen annimmt bzw. erst einmal auslotet, was besonders wichtig ist. Je nach dann geltenden Coronaregeln können wir uns treffen oder „Online“-Besprechung abhalten. Es wäre super, wenn wir zeitnah Rückmeldung bekämen, wer Interesse hat, in der Arbeitsgruppe mitzuarbeiten. Aber auch über Themenvorschläge freuen wir uns.

Unsere E-Mail Adressen: frenzer-ostenfeld@t-online.de; arne.roth@balticsee.com

Wir hoffen auf eine konstruktive Arbeit für unsere Landschafe!
Viele Grüße Iris und Arne

Frühjahrsversammlung der Landschafe im August
Anfang August fand die Frühjahrsversammlung des AK Landschafe in Warder statt. Die Sprecherin Frauke Wechselberg begrüßte die zahlreichen Anwesenden und freute sich sehr darüber, dass die Landschaffreunde sich endlich wieder treffen konnten, nachdem im letzten Jahr die Versammlung aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen musste.

Wahlen

Nachdem der Kassenbericht genehmigt war, ging es auch gleich an die Wahlurne. Auch beim Arbeitskreis Landschafe kündigte sich im Vorfeld eine Veränderung an. Frauke Wechselberg stand nicht mehr zur Wahl. Nach 12 Jahren Amtszeit betonte sie, dass sie ihr Amt als Arbeitskreissprecherin immer sehr gerne wahrgenommen hat und viele gute Erinnerungen mitnehmen wird. Es sei nun aber an der Zeit für einen Wechsel.
Aus der Versammlungen wurden Iris Frenzer und Arne Articus-Roth für die Wahl des Arbeitskreissprechers vorgeschlagen. Nach einer kurzen Vorstellung konnte Iris Frenzer bei einer geheimen Wahl dann die meisten Stimmen für sich entscheiden.

Die scheidende Amtsinhaberin Frauke Wechselberg gratulierte der neuen Sprecherin recht herzlich und wünschte ihr viel Erfolg und Spass im neuen Amt.

Bei der Wahl zum Stellvertreter wurden Hardy Marienfeld und Arne Articus-Roth vorgeschlagen. Hardy Marienfeld freute sich, dass es einen weiteren Kandidaten für das Amt gab und erklärte, dass er damit nicht mehr zur Wahl antritt, dem neuen Stellvertreter aber natürlich gerne mit Rat und Tat zur Seite steht. Arne Articus-Roth wurde anschließend einstimmig per Hand gewählt.

Anschließend wurden Jutta Kohlbeck-Gangl erneut als Kassenwartin und Jürgen Bauer als Kassenprüfer im Amt bestätigt.

Verabschiedung Frauke Wechselberg

Nachdem damit das Sprecherteam des AK- Landschafe neu besetzt war, dankte Janine Bruser im Namen aller Mitglieder des Arbeitskreises und des Landesverbandes Frauke Wechselberg für ihr jahrelanges Engage-ment und ihre Arbeit für die Landschafe. Sie hatte das Amt 2013 abrupt übernommen, da der damalige Sprecher das Amt recht plötzlich nieder-gelegt hatte. Vorher war sie bereits seit 2008 Stellvertretende Sprecherin. Frauke Wechselberg hat sich in diesen Jahren nicht nur als Spezialistin für ihre Rasse, die Coburger Füchse, erwiesen, sondern auch bei der Beurteilung aller Landschafrassen ein gutes Händchen gezeigt. Auch beim Thema rund um die Wolle ist sie ein wichtiger Ansprechpartner geworden und hat schon viele zum Spinnen gebracht. Bekannt ist sie überdies durch ihre Köddelkurse, die sie regelmäßig für alle Schafhalter, zusammen mit ihrem Mann Carl Wechselberg, angeboten hat. Als Bezirksvorsitzende von Ostholstein bleibt sie zum Glück für die Verbandsarbeit erhalten und wird auch weiterhin die Coburger Fuchsschafzucht vorantreiben. Als Anerkennung und Dankeschön überreichte Frau Bruser – wie könnte es bei Frauke Wechselberg anders sein- ein wollenes Präsent.

Aktuelle Themen

Danach berichtete die Geschäftsführerin zu aktuellen Themen, wie der kurz zuvor stattgefundenen Jahreshauptversammlung des Landesverbandes, den anstehenden Veranstaltungen und dem GAP-Strategie-plan der Bundesregierung. Weiterhin informierte sie über die Anhörung zum Thema „Förderung von seltenen Rassen“ vor dem Umwelt- und Agrarausschuss. Heide Völtz hatte dabei für die GEH und Hardy Marienefeld zusammen mit Frau Bruser für den LV teilgenommen. Beide hoffen, dass diese Anhörung nicht nur dazu gedient hat, den IST-Zustand zu beschreiben, sondern auch vorgebrachte Ideen aufgenommen und zukünftig umgesetzt werden.

Nach einem Rückblick auf die Veranstaltungen für die Landschafe 2019 und 2020 ging es in die Diskussion zu den Mindestpreisen für Herdbuchtiere bei Landschafrassen. Angepasst wurden die Preise für Coburger Fuchsschaf, Walliser Schwarznasenschaf, Gotländisches Pelzschaf, Rauhwolliges Pommersches Landschaf, Skudde, Rhönschaf und Walachenschaf. Die Preise für Ouessants wurden belassen. Da keine Züchter der Rassen Graue und Weiße Gehörnte Heidschnucken, Gotländisches Wildschaf und Bentheimer Landschaf anwesend waren, einigte man sich darauf, die Mindestpreise für diese fehlenden Rassen in Absprache mit den Züchtern nach und nach zu ergänzen. Die neue Tabelle ist bei Bedarf in der Geschäftsstelle erhältlich.

Aber nicht nur die Preise für Zuchttiere der Landschafrassen sind ein wichtiges Thema, wie sich bei der Diskussion herausstellte, auch die Kalkulation für die Direktvermarktung spielt eine wichtige Rolle. Es wurde deutlich, dass die Schafhalter auf unterschiedliche Weise den Verkaufs-preis für ihre Schlachttiere berechnen, was zum Teil natürlich auch in den unterschiedlichen Rassen zu begründen ist. Als Möglichkeiten der Kalkulation wurden z.B. folgende Methoden angegeben:
– Preisnotierung im Bauernblatt + Schlachter und Zerlegung
– Pauschalpreis von 15 € je kg bei ½ oder ganzen Lämmern lose

Weiterhin ist bei der Diskussion zu bedenken, dass Skudden nach der Schlachtung am Haken 11-16 kg wiegen. Die Kosten für die Schlachtung aber genauso hoch sind, wie bei allen anderen Schafen. Ouessants werden dagegen gar nicht in der Schlachterei angenommen.

Planungen Veranstaltungen

Bei den Planungen für Veranstaltungen 2021 und 2022 wurde vorgeschlagen, den Jungzüchterwettbewerb nicht mehr an den Landschaftag in Warder zu koppeln, sondern an einen der Schaftage im Frühjahr z.B. Molfsee. Grund dafür ist, dass beim Landschaftag der Jungzüchterwettbewerb oft untergehe. Der Wettbewerb auf der Norla soll bleiben. Diese Idee soll weiterverfolgt und mit den Jungzüchtern besprochen werden.

Außerdem wurde diskutiert, ob eine Auktion für Landschafe in Warder erfolgreich wäre. Da die Züchter gewohnt sind direkt auf den Betrieben zu kaufen, ist es schwierig eine Auktion zu etablieren. Für eine Auktion müssten die Käufer auch nach Warder kommen. Es soll versucht werden beim Landschaftag Fotos zu potentiellen Verkaufstieren zu machen und mit wichtigen Infos zu den Tieren im Anschluss auf die Homepage des LV zu stellen. Die Verkäufe könnten dann über den Verband abgerechnet werden, was zum Vorteil hätte, dass die Tiere versichert wären.

Verschiedenes

In der Diskussion unter Top Verschiedenes wurde wiedereinmal deutlich, dass es vielfältige Themen gibt, die bearbeitet werden sollten. Dazu soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich der Themen annimmt bzw. eine erste Einrangierung vornimmt. Es soll abgefragt werden, wer Interesse hat in der Arbeitsgruppe mitzuarbeiten und welche weiteren Themenvorschläge es gibt. Weiterhin berichtete Anne Greef von ersten positiven Ergebnissen des „ersten Wollgipfels“ Ende des Jahres 2020. Es sollen für den Anfang Decken und Strickwolle aus der gesammelten Wolle produziert werden, die dann zum Verkauf in Hofläden etc. angeboten werden könnten. Weiterhin gab es zahlreiche Gespräche mit unterschiedlichen Akteuren zum Thema Wollverarbeitung und -vermarkt

Am Ende bedankte sich die neue AK-Sprecherin Iris Frenzer bei allen Anwesenden für die rege Teilnahme und beendete somit ihre erste Sitzung.


Landschaftag 2021 im Tierpark Arche Warder
Am Samstag, den 11. September 2021 fand der Landschaftag des LV Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. wie gewohnt im Tierpark Arche Warder statt. Dieses Jahr durften wieder Besucher am Landschaftag teilnehmen und sich das bunte Treiben rund um das Haus der Natur angucken, und so hatten sich nicht nur die Züchter mit ihren Tieren an diesem Morgen auf den Weg nach Warder gemacht. Bereits um acht Uhr kamen die ersten Züchter mit ihren Schafen im Tierpark an. Sobald die Tiere in die bereits einen Tag zuvor aufgebauten Hocks untergebracht waren, richteten einige Züchter noch kleine Stände mit Wollprodukten und selbstgemachten Kleinigkeiten ein. Um kurz nach Zehn eröffnete die neue Sprecherin des Arbeitskreises Landschafe, Iris Frenzer, die Veranstaltung und erklärte den Ablauf für die anstehende Körung.

Beim Landschaftag werden Schafe und Böcke der unterschiedlichsten Landschafrassen ins Herdbuch aufgenommen bzw. gekört, d.h. die Tiere werden von einer Körkommission benotet. War die Körung erfolgreich, sind sie offiziell als Zuchttiere zugelassen. Doch vor der Körung ging es für die Schafe und Böcke erstmal auf die Waage, um das tagesaktuelle Gewicht zu erfassen. Wie im vergangenem Jahr gab es keine feststehende Reihenfolge, so dass sich jeder ein Tier „schnappen“ und sich zuerst bei der Waage und danach bei einem der beiden Körringe anstellen konnte. Im ersten Ring richteten Janine Bruser und Anke Mückenheim, und im zweiten Ring Hardy Marienfeld sowie Karl-Dieter Fischer die Schafe und Böcke. Doch auch wenn alle Richter sehr routiniert und vom Fach sind, war es wieder eine Herausforderung sich auf die stetig wechselnden Rassen zu konzentrieren und umzudenken. Nach einer kurzen Mittagspause findet in Warder im Anschluss zur Körung immer die Prämierung der besten Tiere statt. Dabei werden die Tiere, die bestimmte Leistungsanforderungen erfüllen, nochmals rangiert, der oder die Beste seiner Altersgruppe erhält einen 1a-Preis, der Zweite den 1b- Preis und so weiter. Am Ende wird der Rassesieger oder die Rassesiegerin ermittelt.

Die insgesamt 103 Tiere im Katalog teilten sich in die Rassen Graue und Weiße Gehörnte sowie Hornlose Heidschnucke, Skudde, Coburger Fuchsschaf, Rhönschaf, Ouessant, Rauhwolliges Pommersches Landschaf und Bentheimer Landschaf auf. Schon bei der Körung zeigte sich die sehr gute Qualität der aufgetriebenen Tiere, die in den Kategorien Bemuskelung, Wollqualität und äußere Erscheinung genau unter die Lupe genommen wurden.

Heidschnucken

Den Anfang bei der Prämierung machten die Grauen Gehörnten Heidschnucken, eine alte Landschafrasse der Heideland-schaften mit nach hinten gebogenen Hörnern bei Mutterschafen und schneckenartigen Hörnern bei den Böcken. Hier wurde Benay (Kat. Nr. 4), ein Mutterschaf aus der Zucht von Astrid Holst, Wulfsmoor, zur Rassesiegerin ernannt.

Bei den Weißen Gehörnten Heidschnucken gewann ebenfalls ein Mutterschaf Biggi (Kat. Nr. 12) aus der Zucht von Jan Pedersen, Föhr, diesen Titel. Und auch die Reservesigerin dieser Rasse wurde ein Mutterschaf Birtchen (Kat. Nr. 9) aus der Zucht von Uwe Ott, Gudow. Die Weiße Gehörnte Heidschnucke ist ein genügsames mischwolliges Landschaf und für die Beweidung von Heide- und Moorflächen besonders geeignet. Die Farbe ist weiß ohne Abzeichen. Das mischwollige Vlies soll rein weiß und gleichmäßig ausgebildet sein. Das äußere Vlies besteht aus grobem Oberhaar, das innere Vlies aus feinerem, weichen Unterhaar. Kopf, Beine und der kurze Schwanz sollen unbewollt und weiß behaart sein.

Ebenfalls zu den Heidschnucken gehörend, die Weiße Hornlose Heidschnucke oder auch Moorschnucke genannt, kam als nächstes in den Prämierungsring. Bei einem plötzlichen Wolkenbruch wurde der einjährige Bock B.Marek (Kat. Nr. 12a) zum Sieger und das Mutterschaf B.Freia (Kat. Nr. 14) zur Reservesiegerin auserkoren. Beide Tiere sind im Besitz von Annika Frenzke, Sarlhusen, welche tapfer mit ihren Tieren im Regen durchgehalten hat. Bei, der an die Prämierung anschließenden Auswahl des Wollsiegers 2021, konnte sich dann B.Freia (Kat. Nr. 14) auch noch gegen alle anderen 1a- Schafe und Böcke, die an diesem Tag prämiert wurden, mit ihrem schönen rassetypischen rein weißen und gleichmäßig ausgebildeten Vlies durchsetzten.

Skudden und Coburger Fuchsschafe

Nach einer kurzen Pause, bis sich das Wetter beruhigt hatte, kamen die Skudden an die Reihe. Skudden gehören zur Gruppe der kurz-schwänzigen nordischen Heideschafe und können mit einem weißen, braunen oder schwarzen Vlies auftreten. In Warder waren fünf männliche und vier weibliche Vertreter dieser alten Rasse am Start. Am Ende konnte der Bock Bjarne (Kat. Nr. 16) aus der Zucht von Heide Voeltz und Norbert Westphal, Horst, den Rassesieg für sich entscheiden. Der Reservesieg ging an das Mutterschaf Bawana (Kat. Nr. 23) aus der Zucht Jürgen Bauer, Tarp.

Im Anschluss an die Skudden folgten die Coburger Fuchsschafe aus der Zucht von Iris Frenzer, Ostenfeld. Der 1a Bock der Lammböcke Carlson (Kat. Nr. 24) wurde bei der Körung mit den Noten 8/8/8 bewertet, seine Konkurrenz im Ring, das Mutterschaf Bibi (Kat. Nr. 29) stand ihm aber in Nichts nach. Im direkten Vergleich überzeugte Bibi die Jury und wurde zur Rassesiegerin auserwählt. Damit aber nicht genug, Bibi stach mit ihrem

Ouessant

Die Rasse Ouessant ist zwar die kleinste Schafrasse Europas, in Warder war es aber die am stärksten vertretene Rasse mit insgesamt 31 aufgetriebenen Böcken, Schafen und Lämmern. Besonders die beiden erfahrenen Züchter Heike Sievers, Erfde, und Horst Feddersen, Drelsdorf, präsentierten ihre Tiere sehr gut und begeisterten so Publikum, Kommission und auch die anderen Züchter. Das Mutterschaf Birdie (Kat. Nr. 53) aus der Zucht Horst Feddersen konkurrierte mit dem einjährigen Bock Kat. Nr. 44 von Heike Sievers, um den Rassesieg. Schlussendlich kürte die Kommission den Bock, der am Morgen satte 23 kg auf die Waage brachte, zum Rassesieger. Der prachtvolle und schön raus-gebrachte schwarze Bock überzeugte nicht nur bei der Auswahl des Rassesiegers, sondern auch bei der Wahl des Tagessiegers. So trägt der Ouessantbock nicht nur den charmanten Namen B. Harald-Hinne, sondern ab sofort auch den Titel Mr. Warder 2021.

Rhönschafe, Rauhwolligen Pommersche Landschafe und Bentheimer

Auch die Rhönschafe aus der Zucht von Nicole Potyka, Hamburg, waren dieses Jahr wieder in Warder anzutreffen, die besonders durch ihren typischen schwarzen Kopf und dem weißen restlichen Körper auffallen. Hier wurde das Mutterschaf Byka (Kat. Nr. 33), knapp vor ihrer ein Jahr jüngeren Halbschwester Caro (Kat. Nr. 37), zur Rassesiegerin gewählt.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf, ein mittelgroßes Schaf, welches ursprünglich aus den Küstengebieten der Ostsee stammt, erfreut sich auch in Schleswig-Holstein großer Beliebtheit. So führten drei Züchter ihre schönsten männlichen und weiblichen Exemplare, aus drei unterschiedlichen Altersklassen, der Jury vor. Der einjährige Bock Barne (Kat. Nr. 75) aus der Zucht von Arne Articus-Roth, Wisch, musste allerdings der Pommerndame Anne (Kat. Nr. 77) aus der Zucht von Anne Greef, Schwedeneck und im Besitz von Thorsten Görtz, Bargfeld-Stegen, den Rassesieg überlassen.

Zu guter Letzt ließen die Bentheimer Landschafe die Prämierungen ausklingen. Bei dieser Rasse, die sich neben der dunklen Zeichnung im Gesicht besonders durch den langen bewollten Schwanz auszeichnen, wurde der einjährige Bock Kat. Nr. 96 aus der Zucht von Dr. Andrea Boldt-Lynsche, Fresendorf, zum Rassesieger erkoren.

An dieser Stelle ein großes Lob an alle Züchter und Züchterinnen, die ihre Tiere sehr gut für die Ausstellung vorbereitet hatten und so ihre Tiere auch im Ring ausgezeichnet präsentiert haben. Einen herzlichen Glückwunsch zu den hervorragenden Tieren, die an diesem Tag zu bewundern waren!

Auch das vielfältige Rahmenprogramm war einen Besuch des Landschaftages wert. Der Tierpark Arche Warder bot wie gewohnt ein tolles Ambiente für die vielen unterschiedlichen Schafrassen und lockte zahlreiche Besucher an. Für das leibliche Wohl wurden Gulasch von der Lammbratwurst, Linsenragout und Currywurst mit Pommes angeboten, zudem standen auch Kaffee und Kuchen, sowie Kaltgetränke bereit. Auch über die Produkte des Schafes, über die hohe Kunst des Spinnens, sowie über das Färben von Wolle konnten sich die Besucher an kleinen Ständen im Freien informieren. Nach langer Corona-Pause fanden sich auf dem Platz vor dem Haus der Natur wieder ein paar Handspinnerinnen ein, die den Besuchern zeigten, wie aus der Wolle ein Faden wird. Kleine Verkaufsstände für die verschiedensten Wollartikel und Verarbeitungs-produkte rundeten das bunte Bild ab. Insgesamt war die Veranstaltung in Warder, trotz Coronaregeln und zwischenzeitlichen Regenschauern, rundum gelungen! Dafür bedankt sich der Landesverband bei den Züchtern, den Prämierungsrichtern und allen Helfern!

Ganz besonderer Dank gilt aber vor allem Carolin Reimertz und dem Team vom Tierpark Arche Warder, für die Vorbereitungen und die viele Arbeit, ohne die der Tag nicht so erfolgreich verlaufen wäre!