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Schaf-News


Jahreshauptversammlung des Landesverbandes

Die Jahreshauptversammlung des Landesverbandes fand am Mittwoch, den 15. Juni 2022, wieder in Groß Wittensee statt. Der Vorstandsvorsitzende, Karl Henning Hinz, freute sich über die gute Beteiligung, trotz Heuwetters und begrüßte die Ehrengäste Thomas Losse-Müller von der SPD, Dr. Norbert Borchers und Anke Stegemann vom MELUND, Ursula Wagener von der LWK sowie den ehemaligen Geschäftsführer des LV Hans – Michow Schröder und das Ehrenmitglied des LV Karl-Dieter Fischer.
Zu Beginn erhoben sich die Anwesenden von ihren Stühlen, um den im letzten Jahr verstorbenen Mitgliedern zu Gedenken. Stellvertretend nannte Hinz die beiden Nordstrander Boy Friedrich Michelsen und Hans-Werner Baumbach. Wir werden sie nicht vergessen und ihnen ein ehrendes Andenken bewahren.

Jahresbericht 2021

Beim Jahresbericht 2021 informierte Henning Hinz über die Aktivitäten auf VDL-Ebene, wo es wieder viele Telefonkonferenzen gab, u.a. zum Thema der GAP-Reform 2023.
Im Anschluss blickte die Geschäftsführerin auf das vergangene Jahr zurück. Das Jahr 2021 war sehr durch die Corona-Maßnahmen geprägt, speziell betraf das unsere Veranstaltungen. Anfang 2021 mussten wieder die, für die Öffentlichkeitsarbeit so wichtigen, Schafmärkte abgesagt werden. Zum Glück konnten aber, mit Auflagen unsere wichtigsten Veranstaltungen in Husum, Warder und Kollmar sowie die Norla mit Landestierschau durchgeführt werden. Die Geschäftsführerin bedankte sich bei allen Mitgliedern, die die vorgeschriebenen Auflagen geduldig erfüllt haben und auch nicht sauer wurden, wenn etwas kurzfristig geändert werden musste. Gleichzeitig bedankte sie sich beim Ehrenamt und den vielen Helfern für die tatkräftige Unterstützung, immer dann wenn Hilfe nötig war.
Danach ging Frau Bruser auf die Zahlen der Verbandsstatistiken ein. Erfreulicher Weise gab es im vergangen Jahr wieder einen leichten Anstieg bei den Mitgliederzahlen um 14 Mitglieder auf 641. Die Mitglieder teilen sich auf in 303 Züchter (+16 Züchter), 280 Gebrauchsschafhalter (- 5 Gebrauchsschafhalter), und 58 fördernde Mitglieder.
Die Züchterzahl ist in fast allen Bezirken, außer Eiderstedt und Dith-marschen, gestiegen. „Ich freue mich natürlich über das Plus an Züchtern, jedoch müssen wir auch daran arbeiten, die Schäfer und Hobbyhalter von unserer Arbeit im Verband zu überzeugen und sie als Mitglieder zu gewinnen“, so Bruser. Neben der Zuchtarbeit erfülle der Landesverband noch so viele andere Aufgaben wie Beratung, Lobbyarbeit, Informations-veranstaltungen und das könne nur geleistet werden, wenn genügend Mitglieder die Arbeit des Verbandes finanziell unterstützen.
Bei den Herdbuchschafen gab es ebenfalls einen Anstieg um 498 Tiere, sodass zur Zeit 5.253 Herdbuchschafe, verteilt auf 32 Schafrassen, aktiv im Landesverband betreut werden. Bruser berichtet, dass bei der letzten Zuchtausschusssitzung noch zwei weitere Rassen- das Krainer Steinschaf und das Romney Schaf- aufgenommen wurden. Sie erklärt, dass über die Aufnahme der Rasse Romney auf der letzten Sitzung des Zuchtaus-schusses diskutiert wurde, aber die Abstimmung nicht direkt erfolgen konnte, da der Antrag nicht auf der Tagesordnung der Einladung aufgeführt war. Der Zuchtausschuss hat aber im schriftlichen Umlauf-verfahren abgestimmt und die Mehrheit war für eine Aufnahme der Rasse Romney ins schleswig-holsteinische Herdbuch als eigenständige Rasse.
Bei den Fleischschafrassen stellen die Texel sowohl bei den Tieren als auch bei den Züchtern die Hauptrasse dar, gefolgt von den Suffolks und den Weißköpfen.
Bei den Landschafrassen ist die Verteilung der Herdbuchschafe nicht so eindeutig. Mit 177 Herdbuchschafen sind die Rauhwolligen Pommerschen Landschafe die größte Rasse, gefolgt von den Bentheimer Landschafen und den Coburger Füchsen. Speziell bei den Füchsen ist im letzten Jahr ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen gewesen. So stieg die Zahl der Herdbuchtiere von 80 auf 138 und auch die Fuchsschafzüchter stiegen um 6 neue Züchter an. Bei der Anzahl der Züchter stehen die Skuddenzüchter ganz vorne, allerdings dicht gefolgt von den Rauhwollerzüchtern.
Auf der Zuchtausschusssitzung wurden ebenfalls die Anglo-Nubier und die Kaschmirziegen als neue Ziegenrassen aufgenommen, sodass der LV nun 11 Ziegenrassen mit 311 Herdbuchziegen betreut. Erfreulicherweise hat der Verband auch 4 neue Ziegenzüchter, von denen 2 die neuen Ziegen-rassen mitgebracht haben. Frau Bruser hofft, dass mit dem Anstieg der Halter auch die Aktivitäten der Ziegenzüchter wieder etwas belebt werden.

Veranstaltungen 2021/2022

Bei ihrem Jahresrückblick ging Janine Bruser im Anschluss auf die vergangenen Veranstaltung ein. Die Bockauktionen in Husum konnten zum Glück erfolgreich, wenn auch mit Auflagen, stattfinden. Die Verkaufszahlen, über alle Rassen – mit Ausnahme der Landschafe – waren sehr gut. Von 596 Tiere im Katalog wurden 519 verkauft, nur 37 Tiere gingen zurück, zu einem guten Durchschnittspreis von 624 €. Frau Bruser mahnte an, dass wir in jedem Fall die Anzahl der aufgetriebenen Tiere im Auge behalten müssen. Denn die Bockauktionen in Husum sind für ihre Größe, die Qualität der Böcke und für ihre Auswahlmöglichkeit bekannt. Dabei muss die Mischung zwischen besten Böcke für beste Preise und durchschnittliche Böcke zu angemessen Preisen erhalten bleiben, um den Markt für die Käufer attraktiv zu halten.
Auch die Norla mit der Landestierschau konnte mit strengen Regeln in den Zelten und dadurch deutlich weniger Besuchern stattfinden. Im Tierschauzelt gab es über die 4 Tage am Stand trotzdem viele gute Gespräche und ein großes Interesse an den ausgestellten Tieren. An der Landesschafschau nahmen am Sonntag 20 Züchter mit rund 110 Tieren der unterschiedlichsten Rassen teil. Frau Bruser bedankt sich nochmal bei allen Teilnehmern, die die Strapazen in Kauf genommen haben, und freute sich speziell über die 7 Jungzüchter, im Alter von 5 bis 17 Jahren, die trotz der frühen Uhrzeit ihre Schafe mit großer Freude vorstellten.
Beim Landschaftag in Warder waren die Corona-Regelungen kaum noch problematisch, dafür aber das Wetter, dass den ein oder anderen Schauer bereit hielt. Insgesamt wurden 75 Tiere aus neun unterschiedlichen Rassen aufgetrieben, wobei die Ouessants mit 31 Schafen und Böcken die meisten Tiere stellten.
Die letzte Veranstaltung 2021 – die Bockauktion in Kollmar – stellte auch die größte Herausforderung dar. Aufgrund der Corona-Berechnungen hätten nur 90 Personen gleichzeitig in die Reithalle gedurft, worauf der Großteil der Veranstaltung, zum Glück bei gutem Wetter, nach draußen verlegt wurde und in der Halle nur die Verpflegung zu finden war. So konnten 19 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 296,00 € verkauft werden.

Das Jahr 2022 startete auktionsmäßig im März mit der Schwarzkopf- u. Suffolk-Elite, diesmal in Laasdorf bei Jena. Aus Schleswig-Holstein waren Kai Fischer, Jens Reitmann und Andreas Pirdzuhn mit insgesamt 9 Tieren, von den 7 verkauft werden konnten, dabei. Aus züchterischer Sicht konnte Schleswig-Holstein zwei besondere Siege feiern, nämlich die beste Bocknachzuchtsammlung für die Tiere von Andreas Pirdzuhn und die beste Züchtersammlung für die Böcke von Jens Reitmann.
Weiterhin konnten nach 2 Jahren Pause endlich wieder die ersten Schafmärkte, in Lensahn und Unewatt, stattfinden. Beide Märkte waren sehr gut besucht und man merkte, dass die Leute endlich wieder etwas erleben wollten. Die Schafmärkte sind eine wichtige Möglichkeit, um den Besuchern zu zeigen, wie ein Schaf aussieht und wie Schafe gehalten werden, da viele Menschen sich von der Landwirtschaft entfernt haben. Frau Bruser wies nachdrücklich darauf hin, dass diese Öffentlichkeits-arbeit aber nur funktionieren kann, wenn es auch Schaf- und Ziegenhalter gibt, die dort auch ihre Tiere oder Produkte rund ums Schaf ausstellen.

Aktuelle Themen

Im Anschluss berichtete Frau Bruser über aktuelle Themen, wobei sie als erstes auf den Tierschutz einging. „Natürlich gibt es „schwarze Schafe“, die ihre Tiere nicht nach guter fachlicher Praxis halten. Die gibt es leider in jeder Branche und die machen es den anderen, die ihre Tiere ordentlich und gut halten, schwer. Da nützen auch härtere Vorschriften nichts.“, so die Geschäftsführerin. In der Regel bekämen die Schafhalter eine sehr gute Unterstützung durch die Kreisveterinäre. Allerdings ist vereinzelt festzustellen, dass manchmal die Rechtsvorschriften besonders streng ausgelegt werden. Der LV arbeitet daran, ein Gespräch mit allen Kreisveterinären zu organisieren, um die Probleme zur Sprache zu bringen und dadurch das Miteinander zu verbessern.
Beim Thema Wolf sei es in den letzten Monaten verhältnismäßig ruhig gewesen. Es gibt einen Wolf (GW2441), der zwischen Dezember 2021 und April 2022, genetisch nachgewiesen wurde. Besonders daran ist, dass dieser Wolf große Strecken zurücklegt, so waren die Nachweise in Segeberg, RD/ECK, Steinburg und SL/FL. Politisch dreht man sich im Kreis, es wird gefordert, dass die Schäfer wolfsabweisend einzäunen und der Landesverband fragt, wie dies in der Praxis umgesetzt werden soll.
Auch beim Thema Gänse geht, trotz Treffen des RT Gänsemanagements, nichts vorwärts. Anfangs des Jahres hat der Landesverband, zusammen mit dem Bauernverband und dem Landesjagdverband, einen Brief zu diesem Thema an den Landwirtschaftsminister geschickt, die Antwort war aber schwierig nachzuvollziehen.
Zum Ende ihres Vortrags wies Frau Bruser zum einen auf die mit Spannung erwartete Umsetzung des Strategieplans in der Praxis hin. Zum Anderen bleibt die Aufstellung der neugewählte Landesregierung sowie die Besetzung des neuen Landwirtschaftsministers ein interessantes Thema.
Henning Hinz dankt Frau Bruser für den Vortrag und merkt nochmals an, dass die Gänseproblematik in diesem Jahr, speziell auch auf Pellworm, sehr dramatisch ist und er von der Untätigkeit der Politik sehr enttäuscht ist. In Bayern wurde z.B. die Bearbeitung von Gelegen sogar ins Landesjagdgesetz aufgenommen.

Formalia und Termine

Zu den formalen Tagesordnungspunkten zählte der Jahresabschluss, der erfreulicherweise mit einem Überschuss abschließen konnte sowie die Entlastung des Vorstandes. Unter dem Top Wahlen wurde der Vorsitzende Karl-Henning Hinz einstimmig in seinem Amt bestätigt. Ebenso Gernand von Massow, der weitere zwei Jahre das Amt des Rechnungsprüfer übernehmen wird.

Danach weist die Geschäftsführerin auf einige anstehende Termine hin. Nach zweimaliger Verschiebung aufgrund von Corona findet nun vom 30.09.-02.10.2022 die Bundesschau in Alsfeld statt. Es gibt eine zahlreiche Beteiligung aus Schleswig- Holstein. Frau Bruser lädt aber auch alle anderen herzlich zum Besuch dieser Veranstaltung ein.

Ein besonderer Termin ist der 22.10.2022, an dem endlich die große Feier des LV zum 102-jährigen Jubiläum im Kongresszentrum der Messe Husum ansteht. Wer noch nicht angemeldet ist, sollte dies unbedingt nachholen

Aktueller Stand GAP Reform 2023

Danach folgte der mit Spannung erwartete Vortrag von Anke Stegemann vom MELUND zum aktuellen Stand bei der Umsetzung der GAP-Reform 2023. Die Direktzahlungen setzen sich zukünftig aus der Einkommens-grundstützung für Nachhaltigkeit, der Umverteilungseinkommensstützung für Nachhaltigkeit, der ergänzende Einkommensstützung für Jungland-wirte, der gekoppelten Einkommensstützung für die Sektoren Rind- und Kalbfleisch sowie Schaf- und Ziegenfleisch, sowie der Ökoregelungen ÖR (Einhaltung von Regelungen für Klima und Umwelt) zusammen. Sie stellte noch mal deutlich fest, dass die Grundstützung für die Landwirte sinken wird.
Insbesondere ging Frau Stegemann auf die Ausgestaltung der Mutter-schafprämie ein. Sie stellte fest, dass alle Schaf- und Ziegenhalter, die mindestens 6 förderfähige Tiere besitzen, die Prämie beantragen können. Der Antrag muss am 15. Mai des jeweiligen Jahres gestellt werden. Haltungszeitraum ist vom 16. Mai bis zum 15. August. In dieser Zeit müssen so viele förderfähige Tiere gehalten werden, wie im Antrag aufgeführt wurden. Förderfähig sind alle weiblichen Tiere, die am 01.01. des Jahres über 10 Monate alt sind. Alle beantragten Tiere müssen nach Viehverkehrsverordnung gekennzeichnet sein und alle Antragsteller müssen ein Bestandsregister führen.
Frau Stegemann stellte dar, dass in Schleswig-Holstein die Schaf- und Ziegenhalter ihren Bestand bisher nicht zum 01.01. auf der HIT-Datenbank melden mussten, da der Tierseuchenfonds automatisch, die an ihn gemeldeten Bestandszahlen an die HIT-Datenbank geliefert hat. Da die Stichtagsmeldung zum Tierseuchenfonds in Schleswig-Holstein jedes Jahr variiert, müssen Schaf- und Ziegenhalter, die die Mutterschafprämie beantragen wollen, zukünftig ihren Bestand zum 01.01. an die HIT-Datenbank zusätzlich melden. Weiterhin erklärte sie, dass zur Zeit auf Bundesebene diskutiert wird, ob zur Beantragung der Mutterschafprämie eine Einzeltieraufstellung verlangt werden muss, d.h. der Tierhalter muss alle Tiere, für die er Prämie beantragt, einzeln mit der DE-Nummer melden. Zudem ist noch nicht geklärt, ob diese Einzeltiererfassung in elektronischer Form ggf. über die HIT-Datenbank zu erfolgen hat. Begründet wird dies auf Bundesebene damit, dass eine einfachere Kontrolle erreicht werden soll.
Frau Bruser gab zu Bedenken, dass der Aufwand einer Einzeltier-erfassung, insbesondere für die großen Betriebe, immens wäre. Zudem sieht sie in dieser Form keine Erleichterung für die Kontrollen, sondern vielmehr eine große Erschwernis, da dann jede Ohrmarke kontrolliert werden müsse. Des weiteren muss jeder Schaf- und Ziegenhalter ein aktuelles Bestandsregister führen, anhand dessen man im Bedarfsfall die Kennzeichnung der Tiere kontrollieren kann. Frau Stegemann macht deutlich, dass sie nur dargestellt hat, was auf Bundesebene diskutiert wird. Seitens des MELUND wird nach praktikablen Lösungen gesucht.
Nach einer ausführlichen Diskussion ging Frau Stegemann weiterhin auf die Öko-Regelungen ein. Insbesondere die ÖR4 – Dauergrünland-Extensivierung könnte ggf. auch von Schafhaltern genutzt werden. Bei dieser Regelung sind vom 1. Januar bis 30. September des Antragsjahres (Haltungszeitraum) durchschnittlich ein Viehbesatz von mindestens 0,3 und höchstens 1,4 RGV/ha förderfähigem Dauergrünland zu halten (RGV-Umrechnungsschlüssel: Schafe und Ziegen entsprechen 0,15 RGV). Mindest-RGV-Besatz darf im Haltungszeitraum an bis zu 40 Tagen unterschritten werden. Es darf kein Pflanzenschutzmittel eingestzt werden, wobei Ausnahmen auf Antrag möglich sind. Die Düngung ist nur im Umfang von höchstens 1,4 RGV/ha DGL erlaubt.
Frau Bruser wies darauf hin, dass es zudem die Öko-Regelung Grünlandbewirtschaftung mit Kennarten geben wird, die auch für Schafhalter interessant sein könnte. Dabei handelt es sich um extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen mit Nachweis von mindestens 4 regionalen Kennarten. Frau Stegemann erklärte, man arbeite zur Zeit an der Erstellung der Kennartenliste für Schleswig-Holstein. Diese umfasst etwa 20 Pflanzenarten, von denen Landwirte bei dieser Öko-Regelung dann 4 nachweisen müssten. Frau Stegemann geht davon aus, dass eine endgültige Klarheit über die Umsetzung erst im Herbst feststeht.

Herr Hinz bedankte sich recht herzlich bei Frau Stegemann. Er betonte, dass sich der Landesverband zusammen mit der VDL für eine unbürokratische Umsetzung einsetzen wird, auch wenn eine Nachbesserung nicht leicht sein wird.

Verschiedenes

Unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes nutzte Ursula Wagener die Gelegenheit sich als Ausbildungsberaterin bei der Landwirtschafts-kammer in Rendsburg vorzustellen. Bei allen Themen rund um die Ausbildung, z.B. Anmeldung von Auszubildenden, Neuanmeldung oder Reaktivierung als Lehrbetrieb, wäre sie die richtige Ansprechpartnerin. Weiterhin berichtete sie, dass die Abschlussprüfung umgestellt wurden. Der Lehrgang in Futterkamp muss 2 x absolviert werden (2. u. 3. Ausbildungsjahr). Statt wie bisher direkt nach dem Lehrgang, erfolgt die Prüfung nun 2 Wochen danach. Das Berichtsheft muss allerdings weiterhin vor der letzten Teilnahme am Lehrgang bei ihr eingereicht werden. Es können auch weiterhin externe Teilnehmer an den Prüfungen teilnehmen und werden im im Rahmen im Abschlussprüfungsverfahren geprüft. Diese müssen sich bereits am Anfang des Jahres anmelden.

Johann Peters Löbkens schilderte ein Problem bezüglich der Vaterschafts-überprüfung seiner in Husum 2021 gekauften Böcke. Er hat DNA-Profile für die Böcke anfertigen lassen und wollte sie mit den DNA-Profilen der Väter überprüfen. Dies war nicht möglich, da von beiden Vätern kein DNA-Profil vorlag. Leider wurden die beiden Vater-Böcke im Rahmen des Mores-Projektes getestet, sodass es auch keinen Zugriff mehr auf das Blut gibt und auch ein erneutes Blutziehen bei den Vatertieren war nicht möglich. Er findet dies ärgerlich, da er stets Profile für seine eingesetzten Böcke machen lässt.
Frau Bruser erklärte, dass jedes Jahr satzungsgemäß die Vaterschafts-überprüfung bei jedem 50tem, gekörten, Bock stattfindet. Wenn dabei kein DNA-Profil vom Vater vorliegt, wird normalerweise mit Blut von der Scrapie-Untersuchung, auf Kosten der Züchter, ein Profil beauftragt. Dies funktioniert idR. gut und von den meisten Vätern liegen die Profile vor. Sie appellierte eindringlich an alle Züchter, rechtzeitig die DNA-Profile der Deckböcke zu beauftragen.

Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich der Vorsitzende für die rege Diskussion und beendete die Sitzung mit einem positiven Blick auf die guten Lammpreise.

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2022

Am Sonntag, 8.Mai, wird in Schleswig-Holstein der 20. Landtag gewählt. Der Landesverband hat die Wahl genutzt, um den verschiedenen Fraktionen des Schleswig-Holsteinischen Landtages die wichtigsten Fragen aus Sicht der Schaf- und Ziegenhalter zu stellen. Dabei konnten nicht alle Fragen, die uns unter den Nägeln brennen, vorgebracht werden, denn die Fraktionen haben sich im Vorfeld darauf verständigt, jeweils nur acht Wahlprüfsteine der Verbände zu beantworten. Lesen Sie hier die ungekürzten Antworten der Parteien.

1.) Welche Möglichkeiten sieht Ihre Partei, die Fördermöglichkeiten der 2. Säule für Schaf- und Ziegenhalter in Schleswig-Holstein zu verbessern?

CDU: Die CDU setzt sich dafür ein, dass in der neuen Förderperiode der GAP ab 2023 insbesondere die Weidehaltung stärker gefördert wird. Dazu gehört auch eine Mutterschaf- oder Mutterkuhprämie. Damit wäre das Problem keine Prämie der 2. Säule z.B. auf den Deichen zu bekommen, gelöst.

SPD: In Schleswig-Holstein hat insbesondere die Schafhaltung eine besondere Bedeutung. Schaf- und Ziegenhalter*innen leisten wertvolle Gemeinwohlbeiträge durch die tiergerechte, naturnahe Weidetierhaltung, durch die Pflege von Kulturlandschaft, Biotopen und Infrastruktur (Deichschutz) sowie durch die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln und Rohstoffen. Die SPD setzt sich dafür ein, dass diese öffentlichen Leistungen auch durch öffentliche Gelder honoriert werden. Wir begrüßen, dass durch den Beschluss des Bundesrates (2020) zur Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes die gekoppelte Stützung für Weidetierhalter (Weidetierprämie) von Schafen und Ziegen in das Gesetz eingefügt wurde. Dadurch wird die wirtschaftliche Lage von Weidetierhaltern verbessert und die Biodiversitätsleistungen honoriert. Zudem sehen die Art. 28 und 29 ELER Förderungen vor, die zwar nicht explizit für Schaf- und Ziegenzüchter angeboten werden, von der sie jedoch nennenswert profitieren. Dabei handelt es sich um die Förderung ökologischer Anbauverfahren sowie
Vertragsnaturschutz. Gerne kommen wir darüber hinaus mit Ihnen ins Gespräch.

Bündnis90/Die Grünen: Wir begrüßen die Weide- oder Wanderhaltung von Schafen und Ziegen ausdrücklich als artgerechte und der Landschaftspflege dienende Form der Tierhaltung. Soweit uns bekannt ist, wird der Vertragsnaturschutz von den Schaf- und Ziegenhalter*innen im Land gut angenommen. Zudem hält ein beträchtlicher Anteil der Ökobetriebe Schafe oder Ziegen. Auf den landeseigenen Flächen ist eine Förderung im Rahmen der 2. Säule aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Allerdings besteht hier eine indirekte Förderung durch die vergleichsweise günstigen Pachtkonditionen. Die neu im Rahmen der GAP-Reform eingeführte gekoppelte Prämie für Schafe, Ziegen und Mutterkühe begrüßen wir. Darüber hinaus hätten wir uns weitergehende Fördermöglichkeiten für die Weidehaltung im Rahmen der Öko-Regelung gewünscht. Diese bleiben weit hinter dem zurück, was erforderlich wäre. Im Rahmen der Evaluierung des nationalen Strategieplans werden wir uns für Verbesserungen einsetzen.

FDP: Schafhaltende Betriebe übernehmen mit ihren Tieren bei der Erhaltung und Gestaltung unserer vielfältigen Landschaftsbilder eine wichtige Dienstleistung für unsere Gesellschaft. Die zweite Säule der gemeinsamen EU-Agrarpolitik bietet Instrumente, um dieser wichtigen Dienstleistung sowie regionalen Besonderheiten bei der Förderung gezielt Rechnung zu tragen. Hier gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, Schafhalter noch besser und zielgerichteter als bisher zu unterstützen. Wir Freie Demokraten sprechen uns im Wahlprogramm für eine Weidetierprämie aus. Wir setzen uns zudem dafür ein, dass die geplanten neuen Öko-Regelungen auch von den Schafhaltern genutzt werden können und nicht zu Lasten bestehender, bewährter Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen der 2. Säule gehen. Wir setzen uns darüber hinaus dafür ein, dass die Herbst- und Winterbeweidung weiter auf ökologischen Flächen stattfinden kann.

SSW: Die finanzielle Situation der Schaf- und Ziegenhalter ist extrem angespannt und dies hat zu einem weiteren Rückgang der Betriebe geführt. Diese Entwicklung darf so nicht weitergehen. Bei den EU-Zahlungen sind es insbesondere die flächenbezogenen Förderprogramme, im Rahmen der 2. Säule, die für die Betriebe ausschlaggebend sind. Die gesellschaftlichen Aufgaben im Rahmen der Landschaftspflege, des Naturschutzes, Erhalt der Biodiversität, des Gewässer- und Küstenschutzes, des Klimaschutzes und des Tierwohls, werden größtenteils vollumfänglich von den schaf- und ziegenhalten Betrieben erfüllt. Daher sind wir der Auffassung, dass diese Aufgaben entsprechend honoriert werden müssen. Darüber hinaus, muss geprüft werden, inwieweit das Land weiteren Spielraum hat, diese Maßnahmen zu honorieren. Wir brauchen langfristige Lösungen, die den Betrieben auch eine gesicherte Perspektive bieten.

AfD: Die AfD in Schleswig-Holstein hat sich von Anfang an auf die Seite der Weidetierhalter gestellt, wenn es um die Gefährdung durch Wölfe, aber auch durch den Grasfraß der durchziehenden Wildgänse geht. Wir halten die angebotenen „Wolfsschutzmaßnahmen“ nicht nur für unzureichend, sondern auch für eine Zumutung für die Tierhalter. Wir betrachten die Erhaltung der Schaf- und Ziegenhaltung als einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit hochwertigem Fleisch sowie anderen Produkten, aber auch als Teil der schleswig-holsteinischen Kultur und Tradition. Nicht zuletzt tragen Schafe zum Dünenschutz bei. Daher dürfen nicht nur wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle spielen. Daher möchte die AfD die Förderungen, wenn wie hier benötigt, von der EU unabhängig gewährleisten. Da der Deichschutz von überragender Bedeutung für das ganze Land ist, muss für die Förderungen aus der 2. Säule eine Ausnahme gemacht werden.

2.) Was empfiehlt Ihre Partei, damit eine Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung gelingt? Wie sieht aus Ihrer Sicht ein Wolfsmanagement für Schleswig-Holstein aus?

CDU: Wir gehen nicht davon aus, dass eine problemlose Koexistenz zwischen Wolf und Weidetieren möglich sein wird. Vereinfachte Entschädigungszahlungen, das Vergrämen von Wölfen und der vereinfachte Abschuss von Problemwölfen wäre möglich, wenn der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen würde. Dafür stehen wir.

SPD: Wir begrüßen, dass der Wolf zurückgekehrt ist. Auch wenn Schleswig-Holstein lediglich vorwiegend Durchgangsgebiet ist, müssen Weidetierhaltung und Wolf in Einklang gebracht werden. Unser Ziel ist es, das Zusammenleben von Weidetieren und Wolf so gut zu gestalten, dass möglichst wenige Konflikte auftreten. Daher ist Prävention, z.B. Wolfschutzzäune, der richtige Weg, um Weidetierhalter*innen zu unterstützen. Informationen und Aufklärung müssen intensiviert werden. Der Wolf soll nicht ins Jagdrecht aufgenommen werden. Nur wenn ein Wolf fortwährend hinreichend geschützte Nutztiere erbeutet oder sich dem Menschen gegenüber auffällig verhält, darf er entnommen werden. Wir stehen zum vereinbarten Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein.

Bündnis90/Die Grünen: Das Wolfsmanagement des Landes hat sich mit seiner Kombination von Herdenschutz und Entschädigung als anpassungsfähig und bisher erfolgreich bewiesen. Die Anzahl der Wolfsrisse ist in den letzten beiden Jahren stark zurückgegangen. Wir stehen zum bisherigen Wolfsmanagement und werden uns für eine kontinuierliche Weiterentwicklung einsetzen. Im Falle des Auftretens von Problemwölfen unterstützen wir deren gezielte Entnahme.

FDP: Wir setzen uns für eine Definition von wolfsfreien Regionen ein. Darauf ist ein regional differenziertes Bestandsmanagement einzuführen. Wir drängen auf eine zeitnahe Umsetzung des Koalitionsvertrages auf Bundesebene, in dem es heißt: „Wir werden mit allen in diesen Fragen befassten Organisationen und Verbänden einen institutionalisierten Dialog ‚Weidetierhaltung und Wolf‘ einrichten. Wir werden durch eine Überarbeitung der Monitoringstandards die Anzahl der in Deutschland lebenden Wölfe realitätsgetreu abbilden und wollen den Ländern europarechtskonform ein regional differenziertes Bestandsmanagement ermöglichen.“ Wir sehen in Schleswig-Holstein keinen Lebensraum für Wölfe. Die bestehende Wolfsverwaltung ist in ein Bestandsmanagement weiter-zuentwickeln. In diesen Prozess wollen wir auch die Schafhalter intensiv einbinden. Praxisfremde Regelungen sollen unbedingt vermieden werden.

SSW: Das Thema um den zurückkehrenden Wolf wird sehr kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt durch bestätigte Bissvorfälle hat die Diskussion an Emotionalität zugenommen. Es ist schwer bei diesem Thema auf einer sachlichen Ebene zu bleiben, insbesondere wenn betroffene Tierhalter, ihre gerissenen Tiere entsorgen oder einschläfern mussten. Wölfe haben einen hohen Schutzstatus und unterliegen dem Artenschutz. Wölfe haben einen hohen Schutzstatus und unterliegen dem Artenschutz. Daher ist es an uns, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten, die Voraussetzungen für ein Nebeneinander von Wolf und Mensch in unserer Kulturlandschaft zu schaffen. Wolfmanagement und der runde Tisch sind hierfür bestens geeignete Instrumente und die wollen wir weiter stärken. Mit der Wolfsrichtlinie hat das Land ein Instrument für Entschädigungen geschaffen. Diese müssen gegebenenfalls schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden. Der Managementplan muss stetig evaluiert und neuen Sachverhalten angepasst werden. Klar ist aber auch, dass Wölfe, die auffällig geworden sind, entnommen werden müssen.

AfD: Der Wolfsbestand hat sich der Landwirtschaft unterzuordnen. Verursacht der Wolf Probleme, muss er bejagt werden dürfen. Dazu müssen EU-Regeln verändert werden und bis dahin eine Ausnahmeregelung greifen. Der Wolf kann auch in Deutschland existieren, passt aber nicht in ein waldarmes Land wie Schleswig-Holstein.

3.) Welche Lösungsansätze, in Bezug auf die Gänseproblematik, würde Ihre Partei, insbesondere für die Deichschafhalter, schaffen? Wie sieht aus Ihrer Sicht ein Gänsemanagement für Schleswig-Holstein aus?

CDU: Die CDU spricht sich schon seit Jahren für ein verbessertes Gänsemanagement aus. Vergrämung, Abschuss und das Absammeln der Eier muss auch bei der Gänseprämie erlaubt sein. Die angedachten Entschädigungen auf Dauergrünland werden auch den Schafhaltern zur Verfügung stehen. Vordeichländereien sollten wieder verstärkt in die Nutzung gehen, um den Gänsen auch dort – wie schon früher – Äsungsflächen zur Verfügung zu stellen.

SPD: Wir unterstützen grundsätzlich das Gänsemanagement in Schleswig-Holstein. Denn es umfasst alle Maßnahmen, die im Konfliktfeld Landwirtschaft und Gänsefraßschäden getroffen werden. Der Lösungsansatz liegt für uns ganz klar im Vertragsnaturschutz und in der finanziellen Entschädigung der Betroffenen. Dabei sind verschiedene rechtliche Aspekte zu berücksichtigen – auch in Bezug auf die einzelnen Gänsearten. In diesem Bereich ist in den vergangenen Jahren bereits viel passiert und das Thema bleibt weiterhin auf unserer Tagesordnung. Wir werden die Situation weiterhin im Blick behalten und mit den Betroffenen im Austausch bleiben, um ggf. weitere nützliche Maßnahmen zu ergreifen.

Bündnis90/Die Grünen: Grundsätzlich ist dabei anzumerken, dass weder die Bejagung noch die Eientnahme zur Reduktion der Gänsebestände in Schleswig-Holstein über das durch das Artenschutzrecht (EU, Bund) vorgegebene Maß durch landesrechtliche Regelungen eingeschränkt ist. Zur Lösung der Konflikte mit der Landwirtschaft ist die Bejagung daher kein geeignetes Mittel. Ihr kommt eine lenkende Wirkung zur Schadensminimierung zu. Zur Lösung können stattdessen Anpassungen der landwirtschaftlichen Anbaustrategie dienen, mit der sich durch den Anbau von fraßunempfindlichen Kulturen wie z.B. Winter- oder Sommerhafer oder dem Anbau von sonstigen Sommerungen Fraßschäden reduzieren lassen. Daher wollen wir das Vertragsnaturschutzangebot in diesem Sinne erweitern, um finanzielle Einbußen der Umstellung der Anbaustrategie gezielt zu kompensieren.

FDP: Wir Freie Demokraten setzen uns für eine bewusste Anpassung der Gänsebejagung ein, um so zu einer Unterstützung der Schadensabwehr in der Landwirtschaft durch bestandsorientiertes Gänsemanagement zu kommen. Wir setzen uns für Änderungen beim Schutzstatus und für eine ganzjährige Bejagung ein, die bürokratiearm und online beantragt werden soll. An den bestehenden Vertragsnaturschutzprogrammen wollen wir festhalten und stehen auch neuen Programmen / Förderungen / Kompensationen offen gegenüber, aber im Kern geht es uns um eine wirksame Bestandsregulierung.

SSW: Es ist richtig, dass die Bestände, gerade bei Nonnen- und Graugänsen, um ein Vielfaches angewachsen sind. Vom Land wurden entsprechende Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes eingerichtet oder Ausgleichsmaßnahmen für Schäden durch Gänsefraß. Der SSW hat diese Maßnahmen immer unterstützt. Zum einen, um den bedrohten Arten gerecht zu werden, aber auch damit die Landwirte entsprechend entschädigt werden. Doch leider stellen wir in den letzten Jahren vermehrt fest, dass die Gänsebestände so weit angewachsen sind, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen. Ob wir nun Duldungs- oder Nichtduldungsgebiete haben, bestimmte Kulissen mit oder ohne Vertragsnaturschutz, Grünland oder Ackerland, alles relevante Dinge, die es dem Landwirt ermöglichen, Ausgleichsgelder für Verluste zu beantragen. Wir stellen jedoch fest, dass die Maßnahmen finanziell nicht auskömmlich hinterlegt sind, daher muss nachgesteuert werden und die finanzielle Unterstützung bei Gänsefraßschäden weiter ausgebaut werden. Dies sollte dann auch für Flächen im Nationalpark gelten.

AfD: Der Gänsebestand muss deutlich reduziert werden. Ähnlich wie bei anderem Schadwild muss hier konsequenter durchgegriffen werden. Eine Vergrämung muss überallmöglich sein. Die Niederlande oder Dänemark machen vor, wie das umgesetzt werden kann. Die AfD hat sich im Landtag – genau wie beim Wolf – immer wieder durch eigene Initiativen auf die Seite der Weidetierhalter gestellt.

4.) Was will Ihre Partei tun, um die Zuchtarbeit in Schleswig-Holstein zukunftsorientiert weiter zu entwickeln? Welche Unterstützungen für die Erhaltung und Verbesserung der genetischen Qualität und für die Gestaltung wirksamer Erhaltungszuchtprogramme sind geplant?

CDU: Insbesondere Schleswig-Holstein – mit der für die Deichsicherung so wichtigen Schafhaltung – sollte zumindest ausreichend Finanzmittel für die fachliche Begleitung der Zuchtbuchführung und der damit zusammenhängenden praktischen Arbeit zur Verfügung stellen.

SPD: Wir begrüßen, dass seit 2014 im Bereich des GAK-Rahmenplans „Gesundheit und Robustheit landwirtschaftlicher Nutztiere“ neben Mastlämmern nun auch Schafe und Ziegen mit in den Fördergrundsatz aufgenommen wurden. Dies ist eine wichtige Unterstützung. Wir werden prüfen, inwieweit diese Förderung für Schleswig-Holstein erweitert werden kann.

Bündnis90/Die Grünen: Die Bewahrung der Agrobiodiversität ist eine wichtige politische Aufgabe, zu der wir auch international im Rahmen des Abkommens zur biologischen Vielfalt (CBD) verpflichtet sind. Dazu gehört auch der Erhalt von alten Nutztierrassen in situ. Um die große Vielfalt der Schaf- und Ziegenrassen zu erhalten, wird die Zuchtbuchführung durch den Landesverband Schleswig- Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter durch das Land bezuschusst. Dies gilt auch für die Zuchtarbeit der Rasse-Geflügelzüchter und Rasse-Kaninchenzüchter. Eine Ausweitung der Förderung zum Erhalt seltener Nutztierrassen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz würden wir begrüßen.

FDP: Wir wollen in einem engen, regelmäßigen Dialog mit den Verbänden und damit der Praxis ausloten, was gemeinsam für die Zuchtarbeit und die Erhaltungszuchtprogramme getan werden kann und sollte. Einer finanziellen Landesförderung stehen wir sehr offen gegenüber.

SSW: Mit dem Bericht der Landesregierung wurde klar zum Ausdruck gebracht, wie bedeutsam der Erhalt und die Zucht alter Nutztierrassen ist. Dem stimmen wir voll zu. Leider wurde auch deutlich, dass dies überwiegend vom Engagement Einzelner zu verdanken ist. Eine Landesstrategie zum Erhalt seltener Nutztierrassen fehlt leider. Alte und seltene Rassen sollten jedoch nicht zu einem „Museumsgegenstand“ verkommen. Die Vielfalt muss sich auch auf den Felder widerspiegeln und die Tiere dürfen nicht in einer nationalen Kryokonserve verschwinden. Die Zucht von Nutztieren darf nicht allein unter ökonomischen Aspekten betrachtet werden, die Biodiversität der Nutztiere gilt es ebenso zu erhalten. Rote Listen Arten gibt es auch bei den Nutztierrassen und da braucht es die Unterstützung von Landesseite, seltene Rassen zu fördern und das Engagement der Züchter zu stärken. Daher wollen wir Maßnahmen zum Erhalt seltener und alter Nutztierrassen fördern.

AfD: Die AfD setzt sich für den Erhalt von alten und seltenen Tier- und Pflanzenarten ein. Die Thüringer Waldziege ist so ein Beispiel.

5.) Welche politischen Möglichkeiten sehen Sie, dem Naturprodukt Wolle wieder mehr Bedeutung zu geben?
Was werden Sie tun, um den Wert der Schafwolle als Rohstoff zu verbessern und die Schur vor Misskredit zu bewahren?

CDU: Wolle ist ein Naturprodukt. Viele Menschen bevorzugen auch heute noch oder wieder Wollprodukte. Wenn die Wolle inzwischen von Kunstfasern vielfach verdrängt wurde, gilt es zukünftig verstärkt Aufklärung über die Vorzüge der Wolle zu betreiben.

SPD: Schafwolle hat viele positive Eigenschaften, die sie als nachwachsender Rohstoff für Bau (Dämmung), Dünger, Fahrzeugbau (Filz-Innenverkleidung) und nicht zuletzt als Textil attraktiv macht. Um Wolle als hochwertigen Rohstoff besser zu vermarkten, würde ein staatliches verpflichtendes Tierwohllabel einen guten Beitrag leisten. Zudem könnte ein
geförderter Zusammenschluss von Schäfer*innen für die Verarbeitung und Vermarktung der Produkte hilfreich sein. Die SPD setzt sich dafür ein, den Bereich von Forschung und Entwicklung, insbesondere für die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe, mit ausreichend Fördermittel auszustatten.

Bündnis90/Die Grünen: In unserem Wahlprogramm haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Ressourcenverbrauch in der Bauwirtschaft deutlich zu reduzieren. Dazu wollen wir gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft neue Konzepte und die notwendigen Strukturen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft entwickeln. Eine Entwicklung von Produkten zur Verwertung der anfallenden Wolle, in der Bauwirtschaft oder auch anderswo, ist durchaus im Sinne dieser Zielsetzung. Die von Ihnen aufgeführten rechtlichen Probleme betreffen allerdings nicht die Landesebene. Inwieweit diese zu überwunden sind, kann von hier aus ad hoc nicht beurteilt werden.

FDP: Wir Freie Demokraten sind uns der Problematik bewusst, dass die marktüblichen Preise für Rohwolle nicht einmal mehr die Schurkosten decken. Chancen sehen wir, ähnlich wie beim Lammfleisch, in der Bildung regionaler Marken, beispielsweise in Zusammenarbeit mit Herstellern von Natur- und Lifestyle-Mode. Auch der Einsatz von Schafswolle als Dämmstoff ist vorstellbar. Derartige Vermarktungsinitiativen sind jedoch in erster Linie Aufgabe der Branche selbst. Grundsätzlich vorstellbar ist die Förderung entsprechender Bemühungen im Rahmen von Landes- Förderprogrammen. Wo es bei der Verwendung von Schafwolle unnötige bürokratische Hürden gibt, müssen diese abgeschafft werden.

SSW: Es ist wohl eher eine falsch verstandene Tierliebe, wenn die Schur von Schafen als Tierquälerei eingestuft wird und zur Anzeige gebracht wird. Hier kann nur über entsprechende Kampagnen über solchen Fehleinschätzungen aufgeklärt werden. Hier sehen wir jedoch eher den Landesverband in der Verantwortung, Politik kann hier nur flankierend helfen. Kaum ein anderes „Nebenprodukt“ hat so einen hohen Wert wie der einheimische nachwachsende Rohstoff Wolle. Zudem erfüllte es viele Kriterien, die heute mehr denn je nachgefragt sind: Wolle ist zu 100% natürlich, biologisch abbaubar und erneuerbar. Leider ist auch hier ein schwindender Absatzmarkt zu verzeichnen. Inwieweit dies allein den hohen Auflagen zu verschulden ist, können wir an dieser Stelle nicht beurteilen. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn Wolle einen neuen Stellenwert erlangen würde. Die Wertschöpfung für das Produkt, Wolle, sollte daher gesteigert werden. Wir würden uns für eine Strategie einsetzen in Zusammenarbeit dem Landesverband.

AfD: Hier ist ggf. eine andere Einstufung zu prüfen. In unseren Programmen haben wir dazu noch keine Position erarbeitet, nehmen aber Anregungen aus dem Verband gerne auf.

6.) Wie steht Ihre Partei zum Thema Tierschutz in der Weidehaltung? Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die Gesellschaft aufzuklären und gleichzeitig die Tierhalter zu unterstützen?

CDU: Wir sprechen uns aus, für landesweit einheitliche Bedingungen für die Haltung von Weidetieren. Diese müssen praxisgerecht und mit Augenmaß vom „Runden Tisch Tierschutz“ erarbeitet und über die zuständigen Kreise umgesetzt werden. Sollte Bedarf für Infotafeln und Aufklärung bestehen, würden wir uns für eine finanzielle Unterstützung einsetzen.

SPD: Die Weidetierhaltung ist die tiergerechteste Form der Tierhaltung und wird als solche auch von einer sehr großen Mehrheit der Bevölkerung anerkannt. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Tiere dann aber auch – anders als bei der Stallhaltung – viel mehr gesehen werden. Da kann es natürlich sein, dass der Spaziergänger den Zustand eines Tieres falsch interpretiert und eine Anzeige macht. Davon muss sich ein unbescholtener Schäfer aber nicht ärgern lassen. Die Aufklärung über die Tierhaltung sollte bei den Tierhalter*innen, bzw. den entsprechenden Verbänden liegen. Das ist eigentlich keine originäre Aufgabe der Politik. Wir setzen auf die konsequente Verbesserung des Tierwohls in der Nutztierhaltung unter Berücksichtigung einer flächenbezogenen Obergrenze. Wir werden uns für die Einführung eines verpflichtenden staatlichen Tierwohllabels mit nachvollziehbaren Regeln einsetzen. Unter Beteiligung des Runden Tisches Nutztierhaltung werden wir außerdem die Erarbeitung einer schleswig-holsteinischen Nutztierstrategie voranbringen. Immer wieder ist die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein mit unterschiedlichen Auslegungen des Rechts durch die Kreisveterinärämter konfrontiert. Wir brauchen zuverlässige, für das ganze Land gültige Richtlinien und Standards. Daher werden wir ein Landesveterinäramt einrichten.

Bündnis90/Die Grünen: Ihren Aussagen bezüglich der Weidehaltung stimmen wir zu. Unbegründeten Anzeigen ist durch Aufklärung der Öffentlichkeit zu begegnen. Dennoch kann nicht ignoriert werden, dass es auch in der Schafhaltung Tierschutzprobleme gibt. Wir haben den Runden Tisch Nutztierhaltung ins Leben gerufen. Diesen wollen wir weiterführen, dort wäre das geeignete Forum, diese Fragen anzusprechen. Ein Ergebnis dieses Runden Tisches ist die Handreichung tierschutzgerechte Schafhaltung (Juni 2014).

FDP: Wir Freie Demokraten sagen ganz klar ja zur Weidetierhaltung. Wir wollen ein Auflagenmoratorium schaffen und den Dialog „Zukunft der Landwirtschaft“ beibehalten, erweitern und den dort erarbeiteten Thesen zur Umsetzung verhelfen. Wichtig ist uns generell, eine stärkere Einbindung der Landwirtschaft in den politischen Prozess zu organisieren. Wir wollen zudem eine Imagekampagne für die Landwirtschaft starten, um das Arbeiten in diesem Sektor attraktiv zu gestalten und Fachkräfte für diesen Bereich zu gewinnen.

SSW: Wenn die Voraussetzungen stimmen, dann ist die Weidehaltung eine der besten und artgerechtesten Haltungsformen, die den Tieren zugutekommt. Und daher ist es für uns nicht nachvollziehbar, wie diese Haltungsform in die Kritik geraten kann. Es stellt sich daher die Frage, ob es sich dabei um Einzelfälle handelt oder ob es ein zunehmendes Problem ist. Gegebenenfalls sollte eine entsprechende Aufklärungskampagne, von übergeordneter Stelle durchgeführt werden. Es gab in der Vergangenheit jedoch auch Fälle, wo Tiere nicht artgerecht auf der Weide zur Landschaftspflege gehalten wurden und dann ist es zwingend, dass diese Vorfälle entsprechend angezeigt werden.

AfD: Innerhalb der schulischen Bildung hat ideologiefrei über Herkunft und Haltungsform unserer Nutztiere aufgeklärt zu werden. Darüber hinaus versteht sich die AfD als Multiplikator der Landwirte in der öffentlichen Diskussion, die oftmals zu einseitig zu deren Lasten verläuft. Das wollen wir ändern.

7.) Wie sollte aus Ihrer Sicht auch der Erhalt und die wirtschaftliche Stärkung der kleinen Branchen, die bereits tiergerecht arbeiten, in den Empfehlungen des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung berücksichtigt werden?

CDU: Auf die Fördermöglichkeiten der 2. Säule in Frage 1 sei verwiesen. Ergänzend setzen wir uns für die Unterstützung von Betrieben mit regionaler Verarbeitung und Vermarktung ein.

SPD: Die Schaf- und Ziegenhaltung, die größtenteils aus Weidehaltung besteht, ist bereits überwiegend tiergerecht. Wenn die zukünftige Tierhaltungskennzeichnung kommt, wird sie sich zu Beginn vor allem auf Schwein, Geflügel und Rind konzentrieren, die auch die Mehrheit der Nutztiere darstellen. Bei diesen Tierarten sind Außenklima- oder Weidehaltung eher die Ausnahme. Daher gibt es hier einen besonders großen Handlungs- und Investitionsbedarf für den tierwohlgerechten Umbau. Für vorhandene Haltungssysteme, die die zukünftigen Anforderungen an die Tierhaltungskennzeichnung bereits erfüllen, wie vielfach bei der Schaf- und Ziegenhaltung, wäre eine zusätzliche „Stärkung“ nicht sinnvoll. Profitieren würden sie aber trotzdem davon, wenn sie nämlich mit einer entsprechend guten Tierhaltungskennzeichnung versehen werden, ohne zusätzliche Investitionen dafür tätigen zu müssen. Aber wie gesagt: beim Start der Haltungskennzeichnung ist die Schaf- und Ziegenhaltung noch nicht vorgesehen, muss aber kommen.

Bündnis90/Die Grünen: Wir setzen uns für eine Umsetzung der Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, auch bekannt unter dem Namen Borchert Kommission, ein und begrüßen, dass die Ampelkoalition im Bund mit der Umsetzung begonnen hat. Ein erster Schritt ist die Entwicklung einer obligatorischen Haltungskennzeichnung. Diese schafft Transparenz für die Verbraucher*innen, was sich wiederum auf die Nachfrage nach Produkten aus bereits vorhandenen artgerechten Haltungssystemen positiv auswirken wird.

FDP: Wir Freie Demokraten unterstützen den Weg der Ampel-Koalition auf Bundesebene bei dem Bemühen, ein durch Marktteilnehmer getragenes finanzielles System zu entwickeln, mit dessen Einnahmen zweckgebunden die laufenden Kosten landwirtschaftlicher Betriebe ausgeglichen und Investitionen gefördert werden, ohne den Handel bürokratisch zu belasten. Unserer Meinung nach sollten auch die kleinen Branchen, die bereits tiergerecht arbeiten, dabei unbedingt berücksichtigt werden und partizipieren. Wir Freie Demokraten stehen zur Tierhaltung und setzen uns für europaweit einheitlich hohe und verbindliche Standards für die Tierhaltung ein. Wir wollen die Auflösung von Widersprüchen zwischen Tierwohl und Immissionsschutz im Baurecht erreichen. Aus diesem Grund fordern wir, dass Anträge für Bauvorhaben, die eine Verbesserung in Nachhaltigkeit und Tierschutz mit sich bringen sollen, künftig von Gebühren befreit werden. Dazu gehören auch baurechtliche Vereinfachungen, etwa beim Ausbau und der Modernisierung von Höfen. Zudem sollen Anträge künftig in einer bestimmten und für alle einsehbaren Zeit bearbeitet werden. Nach Ablauf der Frist soll eine Genehmigungsfiktion gelten. Wir wollen eine neutrale Instanz („Clearingstelle“) schaffen, die einmal abgelehnte Anträge gegen eine geringe Gebühr überprüfen kann.

SSW: Wir begrüßen durchaus die Beschlüsse der Borchert-Kommission, um das Tierwohl stärker in den Fokus zu rücken. Nach Auffassung des SSW, sollte jeder Betrieb, der die entsprechenden Vorlagen für eine artgerechte Tierhaltung und Produktion erfüllt, auch entsprechend förderfähig sein. In der politischen Diskussion, sind kleiner Betriebe, die die Vorgaben bereits erfüllen, künftig stärker zu beachten. Tierwohl fängt bereit beim ersten Tier an und muss entsprechend berücksichtigt werden.

AfD: Hierzu haben wir noch keine Position erarbeitet.

8.) Welche Maßnahmen werden von Ihnen eingeleitet, um die Vermarktung und den Absatz von Produkten aus der Schaf- und Ziegenhaltung zu verbessern? Was ist aus Ihrer Sicht notwendig, um die heimischen Strukturen in der Verarbeitung zu stärken?

CDU: In Ergänzung der Antwort auf Frage 7 setzen wir uns ein für eine Förderung der regionalen Schlachthofstruktur. Praxisfremde Verschärfungen, z.B. bei der Transportdauer von Lebendtieren werden abgelehnt.

SPD: Wir wollen die regionale Wertschöpfung beispielsweise bei Lebensmitteln verbessern. Alle Verbraucher*innen sollen Zugang zu gesunden, regionalen, saisonalen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln haben. Wir stehen für den Erhalt und die Förderung regionaler Schlachtkapazitäten. Kleinere und mittlere Unternehmen werden wir bei der Wettbewerbsfähigkeit unterstützen und lokale Wertschöpfung fördern. So sichern wir regionale Versorgung, verhindern unnötige Transporte und schaffen Voraussetzungen für eine tierwohlgerechte Nutztierhaltung und Vermarktung und stärken das Handwerk in Schleswig-Holstein. Wir werden einen „regionalen Meter“ in den Supermärkten anregen, die bestehende regionale Gütezeichen modernisieren und als Vermarktungsinstrument stärken, die regionale Vermarktung von Produkten fördern sowie regionale, nachhaltige Lebensmittel in der Kita- und Schulversorgung fördern. Das ist ein Beitrag zur Ernährungsgerechtigkeit und bietet der regionalen Landwirtschaft zusätzliche Möglichkeiten der Kooperation und Vermarktung.

Bündnis90/Die Grünen: Wir wollen uns dafür einsetzen, dass der Wert ökologisch und regional hergestellter Lebensmittel bekannter wird und Landwirt*innen auch auf diese Weise mehr Wertschätzung für ihre wichtige Arbeit erfahren. Eine verstärkte Bildungsarbeit, bereits in der Kita beginnend, soll künftig deutlicher vermitteln, woher unsere Lebensmittel kommen, wie sie produziert werden und wie man sie frisch zubereitet. Hierfür werden wir uns bei der Weiterentwicklung der Lehrinhalte in der Schule, in Ausbildungen und im Studium einsetzen. Wir haben uns im Wahlprogramm das Ziel gesetzt, den Anteil von ökologisch und regional erzeugten Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung zu steigern. Die Mensen und Kantinen der Landesverwaltung sollen dabei eine Vorbildfunktion übernehmen. Wir wollen ein Qualitätslabel für Kantinen, Mensen, Gastronomie, Außer-Haus-Verpflegung sowie die Lebensmittelbranche einführen, welches erkennbar macht, wie hoch der Anteil verarbeiteter regionaler und ökologischer Produkte ist.

FDP: Wir Freie Demokraten setzen uns dafür ein, die Vermarktung und den Absatz von Produkten aus der Schaf- und Ziegenhaltung zu verbessern. Das wollen wir zum einen durch Dialoge mit der Branche erarbeiten und zum anderen durch entsprechende landesrechtliche Ausgestaltung von Bundes- und Landesförderprogrammen. Wir wollen einen Teil der Fördertöpfe mit einem klar vorgegebenen Entwicklungsziel so ausgestalten, dass ein niedrigschwelliger Zugang zu kleineren Fördersummen ermöglicht wird, um kurze Testphasen für die Erprobung neuer Ideen zu ermöglichen.

SSW: Aus Sicht des SSW ist die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte das A und O, um die Wertschöpfung in der Region zu stärken. Hier bedarf es weiterer Förderprogramme, um die regionalen Absatzmärkte zu stärken. Die niedrigen Transportkosten sind aus unserer Sicht ein Problem, wenn beispielsweise das Lammfleisch aus Neuseeland hier zu einem handelsüblichen Preis angeboten werden kann und unsere Salzwiesenlämmer stattdessen ins Ausland gehen. Wir lehnen lange Lebendtiertransporte ab. Wir wollen, dass die Schlacht- und Veredlungskapazitäten bei uns im Land ausgebaut werden. Das schafft qualifizierte Arbeitsplätze und stärkt die Wertschöpfung für das regionale Produkt.

AfD: Kurze Wege zu den Schlachtereien und die Entbürokratisierung der Direktvermarktung. Zitat aus unserem Programm: „Die AfD tritt für ein ausnahmsloses Verbot der Schlachtung ohne Betäubung (Schächten) und für strenge Kontrollen der Schlachtmethoden ein. Eine Kurzzeitbetäubung wird inzwischen von allen großen Religionsgemeinschaften anerkannt. Die AfD fordert ein Handels-, Werbe- und Einfuhrverbot für Produkte aus tierquälerischer Schlachtung. Die Transportwege zu den Schlachthöfen sollen weiter verkürzt werden. Lebendtransporte zu Schlachthöfen im außereuropäischen Ausland sind zu verbieten. Für die zahlreichen Geflügelhalter im Lande gibt es inzwischen nur noch eine Lohnschlachterei. Um weite Transportwege zu verhindern, fordert die AfD die Bezuschussung von mobilen Schlachtereien, wie es sie in anderen Bundesländern bereits gibt.“



Jahreshauptversammlung des LV erst im August

Die alljährliche Hauptversammlung der Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. fand coronabedingt dieses Jahr erst am 02. August in Groß Wittensee statt. Der Vorstandsvorsitzende, Karl Henning Hinz, eröffnet die Sitzung und hieß alle Anwesenden recht herzlich Willkommen. Besonders die Ehrengäste des Landesverbandes, der ehemalige Geschäftsführer Hans-Michow Schröder sowie Boy Michelsen als Ehrenmitglied und Herbert Tietgen als Ehrenvorsitzenden, wurden von Herrn Hinz zur Versammlung begrüßt. Anschließend stellte er die neu gewählten Bezirksvorsitzenden Werner Peter Paulsen (Husum), Norbert Westphal (Südwestholstein) sowie Jörg Langhein (Südholstein) vor, gratulierte ihnen zur Wahl und freute sich auf eine gute Zusammenarbeit. Bei einer Schweigeminute wurde den im letzten Jahr verstorbenen Mitgliedern gedacht. Stellvertretend wurden Herr Peter Gravert, Dorperzüchter und Tierarzt aus Lindau, sowie Schäfer-meister Alfred Dreeßen aus Friedrichskoog, genannt. Beide waren langjährige Mitglieder und bis zuletzt eng mit der Schafhaltung verbunden.

Jahresrückblick

Bei seinem Jahresrückblick berichtete der Vorsitzende, dass durch Corona vieles sehr technisch geworden sei, da Besprechungen meist als Telefon- oder Videokonferenz durchgeführt wurden. So auch beim VDL-Vorstand, der sich in zahlreichen Telefonkonferenzen zu unterschiedlichen aktuellen Themen beraten hat. Außerdem berichtete er von der positiven Nachricht aus der Agrarpolitik des Bundes, dass endlich die Schaf- und Ziegenprämie ab 2023 beschlossen wurde. Auch die zurzeit guten Lammfleischpreise sprach der erste Vorsitzende an. Die Preise seien trotz der hohen Auflagen für die Schlachthöfe und den gestiegenen Anforderungen an die Beschäftigung von Arbeitskräften, weitestgehend stabil geblieben.

Danach übergab er das Wort an die Geschäftsführerin Frau Bruser. Ihr Bericht fiel etwas kürzer als gewohnt aus, da Corona das vergangene Jahr geprägt hat und viele Veranstaltungen nicht stattfinden konnten. Ein Einblick in die Verbandsstatistiken zeigte, dass die sinkenden Mitgliederzahlen hauptsächlich auf die Gebrauchsschafhalter zurück-zuführen sind, da immer mehr Betriebe die Schafhaltung aus Altergründen aufgeben. Da es im letzten Jahr keine Schafmärkte gab, konnten dort nicht, wie in den Vorjahren, neue Mitglieder geworben werden. Grundsätzlich sieht Frau Bruser eine große Herausforderung darin, speziell die kleinen und mittleren Schafhalter für eine Mitgliedschaft im Verband zu werben und bat die Anwesenden um aktive Mithilfe. Weiter erklärte Frau Bruser, dass man daran arbeite, dass das BMEL die neue Weidetierprämie einfach und praktikabel umsetzt. Auch bei den Öko-regelungen muss aufgepasst werden, dass diese für Schafhalter nutzbar gemacht werden, z.B. durch Regelungen für Grünland. Wichtig sei auch darauf zu achten, dass die Öko-Regelungen nicht die Programme aus der 2. Säule-Förderung aushebeln.
Ein weiteres, wichtiges Thema sei im Bereich Tierschutz die Verteidigung der Weidehaltung in der Öffentlichkeit, da besorgte Bürger verstärkt angebliche Tierschutzvergehen (Witterungsschutz, Wasserversorgung) anzeigen. Die Gesellschaft muss bei dieser Thematik mitgenommen werden, wofür sich Frau Bruser mehr Unterstützung von den Ämtern und der Politik wünschen würde. Auch bei der Gänseproblematik würde sich der Verband ein Umdenken in der Politik wünschen, denn trotz Druck des Bauernverbandes geht das Thema nur sehr schleppend voran. Dasselbe gilt für das Thema Wolf, das trotz gesunkener Risszahlen im letzten Jahr, nach wie vor brisant bleibt. Daraufhin berichtete sie von der Arbeit der Jungscheeper, die endlich die Treffen mit dem Umweltminister Albrecht sowie dem Ministerpräsidenten Günther nachholen konnten. Dabei haben sie mit viel Herzblut ihren Standpunkt deutlich dargelegt und konnten viele Probleme ansprechen. „Wir hoffen, dass die beiden Politiker von den Gesprächen einiges mitnehmen konnten“, stellte Janine Bruser fest.

Die Körungen 2020 konnten trotz Corona-Auflagen, sogar mit Proben-nahme für das Mores-Projekt der TiHo Hannover, stattfinden. Bei diesem Projekt sollen neue Erkenntnisse zum Thema Moderhinkeresitenz gewonnen werden. Leider lassen die Ergebnisse der Uni noch auf sich warten. Auch bei der Auktion 2020 mussten viele Corona-Einschränkungen in Kauf genommen werden, die nicht unbedingt alle schlecht waren, wie z.B. der großzügige Aufbau. Trotz allem waren die Verkäufe gut und so konnten 484 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 529 € verkauft werden.
Froh war Frau Bruser berichten zu können, dass die Auktionen 2021 glücklicherweise in der Messehalle Husum stattfinden werden, da das Impfzentrum, aufgrund der bevorstehenden Windenergiemesse, vorzeitig umgesiedelt werden würde. Die Geschäftsführerin bedauerte, dass die Auktion in Kollmar im vergangenen Jahr leider schlechter besucht war und dadurch weniger Tiere verkauft wurden. Der Landschaftag in Warder konnte 2020 erfolgreich durchgeführt werden, selbst wenn das Corona-Konzept kein Publikum zuließ. So waren schließlich 97 Tiere im Katalog, wovon die Ouessants mit 30 Tieren die größte Gruppe stellten.

Formalia

Nachdem Frau Bruser mit dem Jahresrückblick fertig war, wurde zum Top 3, dem Jahresabschluss 2020, übergegangen, der erfreulicherweise mit einem Gewinn von 9.942,04 € abschließt. Insgesamt sind die Erlöse, geschuldet durch geringere Schafverkäufe auf den Auktionen und einer fehlenden Lehrfahrt, trotzdem etwas niedriger ausgefallen. Herr Poggensee berichtete, dass er vereinbarungsgemäß, im Rahmen der Vorstandssitzung am 22.06.2021, einen Vortrag zur wirtschaftlichen Situation des Verbandes vorgestellt habe. Diesbezüglich dankte Herr Hinz ihm nochmals für sein Engagement. Nachdem die Versammlung keine weiteren Fragen hatte, wurde der Jahresabschluss 2020 ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen angenommen. Auch der Haushaltsvoranschlag 2021 wurde einstimmig genehmigt. Die Frage, ob es möglich wäre, die Förderung des Ministeriums zu erhöhen, hielt Frau Bruser aber für schwierig. Sie wies auf die eventuelle Möglichkeit hin, eine Extra-Förderung für seltene Rassen zu beantragen.

Nun konnte zum spannenden Tagesordnungspunkt 6, den Wahlen, übergegangen werden. Als Erstes wurde die Wiederholungswahl für ein Vorstandsmitglied durchgeführt. Henning Hinz berichtete von den Problemen bei der Wahl eines neuen Vorstandsmitgliedes, die nach der letzten Versammlung 2020 entstanden seien und zur Ungültigkeit des Wahlergebnisses geführt haben. Er entschuldigte sich nochmals insbesondere bei den beiden Kandidaten. Wie im letzten Jahr schlug der Vorstand Simon Lossau vor. Woraufhin Boy Michelsen Werner Peter Paulsen als Kandidat ausrief . Herr Paulsen stellte sich den Anwesenden kurz vor. Für Herrn Lossau übernahm diese Aufgabe Frau Bruser, da er wegen familiärer Verpflichtungen an diesem Tag leider nicht anwesend sein konnte. Im Anschluss wurde eine geheime Wahl durchgeführt, bei der 30 Stimmen für Simon Lossau und 16 Stimmen für Werner Peter Paulsen abgegeben wurden. Somit wurde Herr Lossau zum neuen Vorstands-mitglied gewählt. Dann standen schon die nächsten Wahlen für die Position der Vorstandsmitglieder an. Der Platz von unserem langjährigen Vorstandsmitglied Karl-Dieter Fischer stand zur Wahl, da Herr Fischer sich leider nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen wollte. So wurde die Versammlung aufgefordert Vorschläge für mögliche Kandidaten zu machen und schlussendlich standen Werner Peter Paulsen und Hardy Marienfeld zur Wahl bereit. Auch diese Wahl wurde geheim durchgeführt und am Ende fielen 28 Stimmen auf Hardy Marienfeld und 18 Stimmen auf Werner Peter Paulsen. Herr Marienfeld wurde somit zum neuen Vorstandsmitglied gewählt. Hans Erhard Luhn stand als Vorstandsmitglied wieder zur Wahl und wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Nach den Wahlen der Vorstandsmitglieder kam es zur Wahl eines Zuchtausschuss-mitgliedes. Kay Poggensee stand für eine Wiederwahl zur Verfügung und nach einer kurzen Vorstellung und Erläuterung seiner Ziele wurde auch er in seinem Amt bestätigt. Anschließend wurde Hans Michow Schröder ebenfalls durch eine einstimmige Wiederwahl zum Rechnungsprüfer gewählt. Damit war der Wahlmarathon aber noch nicht beendet. Die Versammlung musste darüber entscheiden, ob Christian Lorenzen-Nissen und Karl-Dieter Fischer aufgrund ihrer langjährigen Verdienste für die Schafzucht und den Verband zu Ehrenmitgliedern ernannt werden sollten. Ohne große Überraschung stimmte die Versammlung einstimmig dafür und so erhielten die neuen Ehrenmitglieder nach einer kurzen Dankesrede von Herrn Hinz eine Ehrenurkunde sowie ein Geschenk. Ebenso wurde Boy Michelsen für seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender des Bezirks Husum ein Dankeschön als Anerkennung überreicht.

Zusammen haben diese drei Ehrenmitglieder rund 120 Jahre ehren-amtliche Arbeit für den Verband geleistet und sich für die Schaf- und Ziegenzucht verdient gemacht.

Kalli Fischer

Nachdem der Werdegang und die Verdienste von Boy Michelsen und Christian Lorenzen-Nissen im Schafhalter 20/3 anlässlich ihrer runden Geburtstage veröffentlicht wurden, wollen wir an dieser Stelle einen Rückblick auf das Engagement von Karl-Dieter Fischer geben:
Karl-Dieter Fischer aus Sommerland-Berghof ist weit über die Grenzen unseres Landes hinaus ein bekannter und beliebter Texel- und Suffolk-züchter. Die meisten kennen ihn aber wohl besser als „Kalli“. Kalli Fischer ist seit frühester Jugend mit den Schafen verwachsen und hat im Laufe seiner Züchterkarriere viele bedeutende Titel mit seinen Schafen erringen können. Angefangen hat seine Zucht mit den Weißköpfen, die er bis vor einigen Jahren auch noch gezüchtet hat. Er kennt nicht nur die Abstammung seiner Schafe bis zu den Ur-Ur-Großeltern, sondern kann auch zu fast jedem Tier eine kleine Anekdote erzählen. Und wenn Kalli einen Katalog in den Händen hält, vergisst er auch schon mal die Welt um sich herum. Für die züchterische Leistung wurde Familie Fischer im Jahr 2013 mit dem Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Mit der Zucht aber nicht genug, so übernahm Karl-Dieter Fischer am 05.03.1981 das Amt des Vorsitzes im Herdbuchbezirk Südwest-holstein von seinem Vorgänger J.H. Claus Thormählen. Im selben Jahr wurde er in den Vorstand sowie die Körkommission des Landesverbandes gewählt, wo er immer ein großes Wort mitsprach. In seiner Amtszeit als Bezirksvorsitzender fanden nicht nur jedes Jahr die Bockauktionen in Kollmar, Neuen-brook oder Siethwende statt, sondern im Jahr 2017 feierte man auch das 100-jährige Bestehen des Vereines mit einem Fest und einer Schau.

Nicht nur bei diesen Veranstaltungen stand Kalli Fischer auch immer seine Familie, insbesondere Ellen Fischer, tatkräftig zur Seite, auch sonst ist die Schafzucht bei den Fischers eine Familienangelegenheit. Ein großer Dank geht also auch an Ellen Fischer, für die jahrelange Hilfe bei den Auktionen, die leckere Versorgung bei den Körungen, und dass sie Kalli immer in seinem Ehrenamt unterstützt hat. Die Leidenschaft für die Schafzucht hat Kalli zum Glück an seine Kinder Carmen, Silja und Kai weitergegeben, so dass seit einigen Jahren Kai die Zucht übernommen hat. Nach über 40 Jahren Amtszeit übergab Kalli Fischer das Amt des Bezirksvorsitzenden am 28.06.2021 an seinen Nachfolger Norbert Westphal. Einen großen Schritt in die Bekanntheit beging Kalli, als er nach dem Tod des LV Auktionators Jacob Peters dessen Amt übernahm und mit lauter Stimme und oft völlig durchgeschwitzt, den Verkauf auf den schleswig-holsteinischen Bockauktionen übernahm. Da er diese Arbeit auch für andere Verbände übernommen hat, kennt Kalli mittlerweile nicht nur in Deutschland jeden Auktionsplatz.

Sein unvergleichliches „Schafsauge“ und sein Schafsverstand bleiben uns hoffentlich noch lange in der Kör- und Prämierungskommission erhalten.
Für diese Arbeit, aber vor allem auch für sein Herzblut für die Schafe, danken wir Kalli Fischer ganz herzlich und wünschen ihm und seiner Familie alles Gute, Glück und viel Gesundheit.

Nach den Berichten zu den bevorstehenden Veranstaltungen wurde zum letzten Tagungsordnungspunkt Verschiedenes übergegangen. Hier berichtete Anne Greef von den anfänglichen, guten Ergebnissen des ersten Wollgipfels. Es sollen für den Anfang Decken und Strickwolle aus der gesammelten Wolle produziert werden, die dann zum Verkauf in Hofläden etc. angeboten werden sollen. Im Zuge dessen wurde angeregt, dass der Verband über die Einrichtung eines Onlineshops nachdenken solle, um die grundsätzliche Reichweite der Produktvermarktung zu erhöhen. Nach dieser ereignisreichen Versammlung schloss der Vorsitzende die Versammlung und dankte allen Anwesenden.


Bezirksversammlungen 2020 im Juli nachgeholt

Ende 2020 mussten coronabedingt alle Bezirksversammlungen bis auf Dithmarschen und Ostholstein abgesagt werden. Da die wichtigen Deputiertenwahlen anstanden, wurden diese Versammlungen im Juli 2021 nachgeholt. Die Veranstaltungen waren trotz der ungewohnten Zeit und der einzuhaltenden Corona-Regeln fast in jeder Region gut besucht und es fanden immer interessante Gespräche und ein reger Gedankenaustausch statt. Die Wahlen der Bezirksvorsitzenden und der Vertreter für die Haupt-versammlung waren in vielen Bezirken sehr spannend, da langjährige Vorsitzende nicht mehr zur Wahl standen. So in Südwestholstein, Südholstein und Husum.
Der Landesverband möchte an dieser Stelle den bisherigen Bezirksvorsitzenden Boy Michelsen, Karl-Dieter Fischer und Volker Derbisz recht herzlich für ihr Engagement und ihre Arbeit für die Bezirke und die Schaf- und Ziegenhaltung danken.
Gleichzeitig wünschen wir den neuen Teams rund um Werner Peter Paulsen, Norbert Westphal und Jörg Langhein viel Erfolg und Freude bei der Verbandsarbeit.

Hier nun die Ergebnisse der Wahlen 2020 im Einzelnen:
(V = Vorsitzender. St = Stellvertretender Vorsitzender)

Südtondern

Jörn-Ken Petersen (V)
Antje Steensen (St.)
Simon Losssau
C. Lorenzen-Nissen
Iwer Ebsen
Jan-Dirk Oldsen
Johann Roeloffs
Jens Kristian Petersen

Husum

Werner Peter Paulsen (V)
Nommen Kruse (St)
Horst Feddersen
Christian Paulsen
H.Heino Holsteiner
Holger Claussen
Wilhelm Hecker
Nils Lorenzen
Jürgen Sönnichsen
Iris Frenzer
Käte Jacobsen
Carsten Andreas Lorenzen

Eiderstedt

Hans Erhard Luhn (V)
J.H. Dau (St)
T. Bährs
J. Christiansen
Johanna Bergeest
Jan-Ole Eismann
Martin Luhn
Torben Thomsen
Hauke Reimers
Andreas Klützke
Alf-Thomas Feddersen
Steffen Voß

Rendsburg-Eckernförde

Dr. A. Brandt (V)
Jörg Greve (St)
Jan Siebels
Joachim Igel
H. H. Schröder
G. von Massow
Anne Greef
Hanna Hansen

Ostholstein

F. Wechselberg (V)
J. Brumm (St)
Thomas Rathke
Phil Marschall

Südwestholstein

Norbert Westphal (V)
Jan-Wilhelm Ahmling (St)
Jan Zukowski
Simon Stajohann
Kai Fischer
Heide Völtz
Kay Poggensee

Südholstein

Jörg Langhein (V)
Volker Derbisz (St)
Jens Reitmann
Fritz Gütte
Andreas Pirdzuhn
Sven Uwe Thomsen


Schafbockauktionen 2021

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten
Den Anfang machten die Auktionstage in Husum. Nachdem die Bockauktionen nun seit 2011 in der Messehalle in Husum stattfinden, stand das 10-jährige Jubiläum in diesem Jahr lange auf der Kippe. Denn erst im Juli stand fest, dass das Corona-Impfzentrum ein Wochenende vor unserer Veranstaltung aus der Halle verlegt wird. Da auch schon die Vorbereitungen für die Windenergie-Messe in vollem Gange waren, wurde es zwar mit den Parkplätzen etwas eng, aber alle waren froh sich wieder in der Messehalle zu treffen und die größte Bockauktion Deutschlands zu besuchen.

Unser Auktionator Alf- Thomas Feddersen gab wieder einmal sein Bestes am Rednerpult, um die Böcke und Schafe bestmöglich zu verkaufen. Sein voller Einsatz, bei dem das ein oder andere Mal auch ein bißchen seine Stimme leiden musste, hat sich gelohnt, denn der Abschluss der Husumer Bockauktionen 2021 kann nur als erfolgreich bezeichnet werden.

Die Züchter der Rassesieger wurden jeweils mit einem Ehrenpreis des MELUND Schleswig-Holstein sowie mit einer Medaille bzw. Kammerplakette der LWK Schleswig-Holstein für ihre hervorragenden züchterischen Leistungen ausgezeichnet. Für die Stiftung dieser Preise danken wir recht herzlich! Die Züchter der Reservesieger erhielten jeweils den Ehrenbecher des Landesverbandes.

Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter möchte sich an dieser Stelle bei allen Helfern, Mitarbeiter, Prämierungsrichtern, bei der Stadt Husum und bei den Auktionatoren Alf- Thomas Feddersen und Karl-Dieter Fischer für die Unterstützung während und vor den Auktionen bedanken. Ohne diese Hilfe wären die Auktionen nicht möglich gewesen!

Guter Start in die Auktionssaison

Am ersten Tag reisten die Züchter der Rassen Blaukopf, Suffolk und Swifter an. Punkt 9.00 Uhr erschienen die ersten Blauköpfe zur Prämierung, die an diesem Tag von Gernand von Massow, Hans Michow Schröder und Alf-Thomas Feddersen durchgeführt wurde. Zum Rassesieger wurde der Jährlingsbock Kat.Nr. 11 aus der Zucht von Klaus Stademann, Nortorf, ernannt. Die Reservesiegerin, ein Mutterlamm (Kat.Nr. 21) stammte aus der Zucht von Jens Kohrs, Poppenbüll. Der Rassesieger wurde bei der anschließenden Auktion für 350 € zugeschlagen und war damit nicht der teuerste Blaukopf-Bock an diesem Tag, denn für 400 € wechselten der 1B Jährlingsbock (Kat.Nr. 4) von Klaus Stademann und der 1F Bock (Kat.Nr. 16) von Jens Kohrs den Besitzer. In diesem Jahr wurden auch wieder die Fleischsieger der Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch e.V. (WDL) ermittelt. Karl Olschewski von der Landschlachterei Burmeister in Viöl wählte bei den Blauköpfen den 1C Jährlingsbock (Kat.Nr. 13) aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt, zum WDL- Sieger, der bei der Auktion für 350 € verkauft wurde. Die Käufer der WDL- Siegertiere erhalten als besonderen Bonus einen 100 € Gutschein von der WDL. Insgesamt wechselten von den 21 aufgetriebenen Blauköpfen 16 Tiere, für einen Durchschnittspreis von 319 €, den Besitzer.

Waren die Verkäufe also bei den Blauköpfen noch verhalten, sollte sich dies bei den Suffolks ändern. Von den 111 Suffolks, die an diesem Tag aufgetrieben wurden, konnten 109 unter den Hammer gebracht werden und dies zu einem sensationellem Durchschnittspreis von 696 €. Teuerster Bock, mit einem Zuschlagspreis von 2500 €, wurde die Kat.Nr. 74, ein älterer Lammbock, der bei der Prämierung nicht nur zum Rassesieger, sondern auch zum WDL-Sieger erkoren wurde. Der Züchter Andreas Pirdzuhn, Todesfelde, freute sich über diese Ehrungen und den Preis für seinen 112 kg schweren Bock. Auch Ilse und Lennart Hochheim, Noer-Lindhöft, konnten sich über den Reservesieg für ihren Lammbock aus der mittleren Gruppe (Kat.Nr. 108) freuen, der für 1550 € verkauft wurde.

In diesem Jahr wurden zwar nur vier Swifter von Peter Staack, Brunsbüttel, aufgetrieben, diese konnten aber alle zu einem stattlichen Durchschnittspreis von 638 € erworben werden. Der Jährlingsbock Kat.Nr. 147 stand bei der Prämierung ohne Konkurrenz im Ring, verdiente sich aber durch seine gute äußere Erscheinung einen 1. Preis und damit den Rassesieg. Bei der Auktion brachte er den höchsten Preis von 800 € ein.
Bei diesen Verkaufszahlen war die Stimmung nach dem ersten Auktionstag sehr gut, so konnte es weiter gehen.

Beste Texel an zwei Tagen

Am nächsten Tag standen 125 Texel aus den Bezirken Husum, Dithmarschen, RD/ECK und Südtondern auf dem Programm. Die Prämierungskommission, bestehend aus Hans Michow Schröder, Gernand von Massow und Kai Fischer hatten also viel zu tun bei der Rangierung der Tiere. Rassesieger des Tages wurde der Jährlingsbock Kat.Nr. 154 aus der Zucht der Gebrüder Hinz, Hillgroven. Er brachte den strahlenden Nachwuchszüchtern einen Preis von 1100 € ein. Sowohl der Reservesieger Kat.Nr. 254, ein Lammbock aus der Zucht von Hans Albert Andresen, West-Bargum, als auch der WDL- Sieger, der 1B Jährlingsbock (Kat.Nr. 179) aus der Zucht von Ingo und Katharina Jäger, Averlak, erzielten die Spitzenpreise von 1250 € bzw. 1150 €. Das höchste Gebot des Tages von 2050 € erklang aber für den 1B Jährlingsbock (Kat.Nr. 204) aus der Zucht von Renke Brandt, Breiholz.

Da nicht nur diese hochprämierten Tiere zu top Preisen verkauft werden konnten, stand am Ende des Tages ein Durchschnittspreis von 637 € fest. Dabei wurden 114 Tiere in eine neue Wirkungsstätte geschickt.
Und wieder sah man in der Halle mehr als zufriedene Gesichter hinter den Corona-Masken, am Ende des Tages. Allerdings sahen einige Besucher auch etwas sorgenvoll dem nächsten Tag entgegen. Es standen ja noch die Texel aus Eiderstedt und dem restlichen Schleswig-Holstein an. Die Texelzüchter aus diesen Bezirken hatten bestimmt noch den 2. Texeltag vom Vorjahr vor Augen, der bekanntermaßen nicht gut lief und alle hofften, dass sich dies in diesem Jahr nicht wiederholen möge.

Am 3. Auktionstag wurden dann also 156 Texel, von mehr oder weniger zuversichtlichen Züchtern, aufgetrieben. Viele davon hatten auch die Prämierungsvoraussetzungen erfüllt, so dass es voll im Ring wurde. Hans Michow Schröder, Christian Lorenzen-Nissen und Ingo Penn hatten als Jury auch an diesem Tag reichlich zu tun. Und obwohl die Qualität der Böcke und Schafe über alle Zuchtsställe hervorragend war, kam die Jury bei der Wahl des Rasse- und Reservesiegers um die Tiere von Dr. Hauke Peters, Tating, nicht herum. Der Rassesieger, ein älterer Lammbock (Kat.Nr. 353), wurde aufgrund seiner ausgeprägten Fleischfülle auch zum WDL-Sieger erkoren. Mit dem Titel Reservesieger kann sich nun der Jährlingsbock Kat.Nr. 316 schmücken. Beide Böcke wurden bei der Auktion für jeweils 1300 € verauktioniert.

Damit aber noch nicht genug Titel für die Spitzentiere von Dr. Hauke Peters. Denn ein weiterer 1A Lammbock (Kat.Nr. 385) aus diesem Züchterstall, wurde für 2750 € verkauft und war damit der teuerste Bock der gesamten Auktionen 2021!
Die anfänglichen Sorgen der Züchter waren am Ende der Auktion verflogen, denn mit 150 verkauften Tieren, zu einem Durchschnittspreis von 627 €, konnte der zweite Texel-Tag ebenfalls als gelungen betrachtet werden.

Schwere Böcke unter dem Hammer

Am letzten Tag der Husumer Bockauktion wurde es noch mal bunt, denn die Züchter der Weiß- und Schwarzköpfe, der Cobuger Fuchsschafe, der Bentheimer Landschafe, der Zwartbles und der Charollais hielten Einzug in die Husumer Messehalle. Bei den Schwarzköpfen, Landschafen und Zwartbles konnte sich die Prämierungskommission Christian Lorenzen-Nissen, Karl-Dieter Fischer und Hardy Marienfeld langsam warm laufen, ehe sie die großen Gruppen der Weißköpfe und Charollais ins Auge fassten.

Der Schwarzkopf-Jährlingsbock (Kat.Nr. 526) aus der Zucht Michael Dohrn, Friedrichskoog, wusste nicht nur den Prämierungsrichtern zu gefallen, sondern auch dem WDL-Vertreter und schlussendlich auch den Käufern. Denn er wurde zum Rassesieger, Fleischsieger und mit 800 € auch der teuerste Schwarzkopfbock des Tages. Der Reservesieger, ein Lammbock (Kat.Nr. 531A), stammte aus der selben Zucht und wurde zum Preis von 600 € zugeschlagen. Alle 6 aufgetriebenen Schwarzköpfe fanden in diesem Jahr einen Käufer, wobei der Durchschnittspreis bei 492 € lag.

Iris Frenzer, Ostenfeld, hatte einen Coburger Fuchsschaf Bock mit nach Husum gebracht. Dieser Jährlingsbock (Kat.Nr. 532) machte seiner Rasse aber alle Ehre und wurde zum Rassesieger ernannt. Am Ende überzeugte er auch die Kaufinteressierten und wurde für 500 € zugeschlagen.
Bei all den guten Ergebnissen der Bockauktionen 2021 gab es leider auch einen Verlierer – die Bentheimer Landschafe. Während in den letzten Jahren diese Rasse immer ihre Käufer fand, mussten in diesem Jahr alle acht aufgetriebenen Tiere zurück in den Züchterstall. An der Qualität der Böcke kann es nicht gelegen haben. Allen voran der Rassesieger, ein Jährlingsbock (Kat.Nr. 537), aus der Zucht von Hauke Reimers, Tating, und der Reservesieger Kat.Nr. 540 aus der Zucht von Andrea Boldt- Lynsche, Fresendorf, waren würdige Vertreter der Bentheimer Landschafe.

Preise für Zwartbles wie noch nie

Für Jennifer Haalck, Lunden, mit ihren zwei Zwartbles Lammböcken lief es dagegen optimal. Beide Tiere konnten zu einem wahnsinnigen Durchschnittspreis von 1100 € verkauft werden, wobei der Rassesieger Kat.Nr. 544 als teuerster Bock für 1400 € unter den Hammer kam. Das haben wir bei den Zwartbles so auch noch nicht erlebt.

Bei den Weißköpfen wurden die Prämierungsgruppen wieder größer. Kay Poggensee, Kremperheide, stellte mit seinem Jährlingsbock Kat.Nr. 453 zum ersten Mal in seiner langjährigen Züchterkarriere einen Rassesieger auf den Bockauktionen in Husum. Auch hinter der Maske konnte man deutlich seine Freude darüber erkennen. Wenn man solange auf diesen Titel gewartet hat, war der anschließende Preis von 1100 € noch ein Sahnebonbon oben drauf. Friedrich Gütte, Bad Oldesloe, errang mit seinem Lammbock Kat.Nr. 494 den Reservesieg und strahlte spätestens als dieser für den höchsten Preis bei den Weißköpfen, für 1700 €, verkauft wurde. Eine kleine Entschädigung für den Verlauf bei den Bentheimern, war für Hauke Reimers, die WDL-Fleischsiegerurkunde für seinen 1E Jährlingsbock Kat.Nr. 460, der für 1300 € den Besitzer wechselte.
Für 70 der insgesamt 76 aufgetriebenen Weißköpfe hieß es am Ende des Tages, die Reise in einen neuen Stall anzutreten. Es konnte auch hier ein erfreulicher Durchschnittspreis von 535 € erzielt werden. Auch die neun Mutterlämmer wurden alle verkauft und begründen die ein oder andere neue Weißkopfzucht.

Als letzte Rasse der diesjährigen Auktionen kamen die Charollais in den Ring. Von den 50 gemeldeten Tieren fehlten nur drei und viele von ihnen standen zur Prämierung zur Wahl. Dies erforderte noch mal die ganze Konzentration der Kommission und der Züchter. Den Rassesieger entdeckte die Jury in der mittleren Lammbockgruppe und stellte die Kat.Nr. 575 von Andreas Pirdzuhn, Todesfelde, an die Spitze. Der Bock ging bei der Auktion für 1000 € an einen Züchter aus Schleswig-Holstein und bleibt der Zucht somit erhalten. Genauso wie der Reservesieger, ein Jährlingbock (Kat.Nr. 555), aus der Zucht von Anke Anderberg, Seester, im Besitz von Jürgen Schlüter, Sommerland, der den Spitzenpreis des Tages von 1750 € erzielte. Die Wahl des WDL-Fleischsiegers unter dieser stark bemuskelten Rasse fiel nicht leicht. Am Ende entschied man sich für den 1E Jährlingsbock Kat.Nr. 551 aus der Zucht von Michael Dohrn, der für 850 € unter den Hammer kam. Bei der Auktion konnten alle 47 Charollais Böcke und Schafe zu einem Durchschnittspreis von 650 € an den Mann oder an die Frau gebracht werden.

Kleine aber feine Bockauktion in Kollmar

Mitte September fand dann die letzte Auktion in Kollmar, auf dem Betrieb Harm Thormählen, statt. Wie jedes Jahr nutzten die Züchter des Bezirks Südwestholstein diese Veranstaltung zur Körung und Herdbuchaufnahme einiger ihrer Tiere. Im Anschluss wurden die Tiere prämiert und verkauft. Insgesamt wurden 23 Schafe und Böcke der Rassen Texel, Weißkopf, Suffolk und Charollais aufgetrieben.

Durch die Corona-Regelungen, die nur 90 Personen gleichzeitig in der Reithalle erlaubt hätten, musste kurzfristig umgeplant werden. Trotzdem die Wetter-Apps nicht die schönsten Prognosen für diesen Tag gaben, entschied man sich die Veranstaltung nach draußen zu verlegen. Und so hatte die Kör- und Prämierungskommssion Hans Michow Schröder und Janine Bruser nicht nur ein Auge auf die Tiere, sondern auch immer eins gen Himmel gerichtet. Aber das Wetter meinte es gut mit den Schafhaltern, die an diesem Nachmittag zahlreich nach Kollmar kamen, denn ab Mittag blieb es trocken. Die Anreise hatte sich nicht nur wegen der guten Tiere gelohnt, sondern auch die Verpflegung durch Birgit Rohlfs und Uwe Kühl mit ihrem Team ließ keine Wünsche offen.

Bei der Prämierung konnten folgende Tiere die Prämierungskommission überzeugen und zum jeweiligen Rassesieger erkoren werden: Kat.Nr. 598 aus der Zucht von Kay Poggensee, Kremperheide, (Weißkopf Lammbock), Kat.Nr. 612 aus der Zucht von Kai Fischer, Sommerland, (Texel Mutterlamm) und Kat.Nr. 617 aus der Zucht von Heinrich Schippmann, Steinburg, (Suffolk Lammbock).

Der Auktionator Karl-Dieter Fischer musste seine Stimmbänder noch mal ganz schön strapazieren, damit auch der potentielle Käufer in der letzten Reihe, die Möglichkeit bekam ein Gebot abzugeben. Es gelang ihm aber sehr gut, obwohl selbst unser routinierter Auktionator bei dem Mutterlamm Kat.Nr. 605 von Kay Poggensee ins Stocken kam, denn für dieses Lamm konnte er erst bei sensationellen 1000 € den Hammer schlagen. Bis auf Eins, konnten alle Tiere in Kollmar verkauft werden. Der Durchschnittspreis lag bei 436 €. Ein besonderer Dank gilt Harm Thormählen, der uns wieder herzlich empfangen hat und bereit war, auch unter Corona-Bedingungen die Auktion durchzuführen.

Und so endete auch die letzte Bockauktion für das Jahr 2021 in Schleswig-Holstein sehr erfolgreich. Die Qualität unserer Tiere war über alle Rassen hoch. Die Stimmung unter den Schafhaltern und Züchtern war durch die sehr guten Verkaufszahlen und die guten Durchschnittspreise sehr positiv. Sicherlich haben die guten Schlachtpreise für Lämmer zu diesen Zahlen beigetragen, ohne die unsere Hauptkäufer, unsere Schäfer, nicht die Möglichkeit gehabt hätten, hier und da, die Hand bei der Auktion oben zu halten. Viele Schafhalter aus Nah und Fern nutzten die Gelegenheit endlich mal wieder mit einem alten Bekannten zu „schnacken“ und sich über die neusten Entwicklungen in der Schafhaltung zu informieren.

Husum 2021
Kollmar 2021

Landesschafschau – Bunte Schafe auf der Norla 2021
Anlässlich der Norla 2021 richtete die Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Tierzüchter die 32. Landestierschau aus. Als Teil der Landestierschau fand auch in diesem Jahr die Landes-schafschau am Sonntagvormittag statt. Bei bestem Wetter trieben am Morgen 20 Züchter rund 110 Tiere der unterschied-lichsten Rassen für den Schaftag auf. Um im fairen Wettbewerb Sieger und Platzierte zu ermitteln, standen die erfahrenen Richter Gernand von Massow, Karl-Dieter Fischer, Karl-Henning Hinz, Frauke Wechselberg, Christian Lorenzen-Nissen und Ingo Penn auch schon früh parat. Da die Anzahl der Tiere etwas geringer als in den Vorjahren war, konnten die Prämierungen in zwei Ringen durchgeführt werden.

Jungzüchter

Der dritte Ring stand somit ganz den Jungzüchtern und ihren Schafen zur Verfügung. Mathias Krause und Katharina Mextorf fühlten den Jungzüchtern auf den Zahn, und prüften das Schafwissen der jungen Schafhalter genau. Statt den Sonntag auf dem Sofa zu verbringen, hatten sich sieben Jungzüchter im Alter von 5 bis 17 Jahren mit ihren Familien auf den Weg nach Rendsburg gemacht. Die anfängliche Aufregung verflog schnell, als sie mit ihren Tieren den Ring betraten, denn dank intensiver Vorbereitung konnten sie die Fragen der Jury souverän beantworten und zeigten auch ein gutes Händchen im Umgang mit ihren Schafen. Von den jüngsten bis zu den ältesten gaben alle ihr Bestes, aber wie bei jedem Wettkampf kann nur einer gewinnen. So siegte Jannika Dieckmeyer, Kaltenhof, mit ihrem Schaf Fine dicht gefolgt von Jannes Luhn, Tetenbüll, mit seinem Bock Carl. Aber auch ein großes Lob an die übrigen Jungzüchter Björn Michelsen, Nina und Deik Reimers, Jannis Nagel und Neo Marcel Recht. Macht weiter so!

Im ersten Ring der „alten Hasen“ in der Schafzucht, prämierten Gernand von Massow, Karl-Dieter Fischer und Karl-Henning Hinz die aufgetriebenen Fleischschafe.

Weißköpfige Fleischschafe

Die stärkste Konkurrenz mit drei Züchtern und 32 Tieren in sieben Klassen stellten auch in diesem Jahr unsere ursprünglichste Fleischschafrasse, die Weißköpfe. Im Ring hatten sich hervorragend herausgebrachte Tiere eingefunden und so hatte es die Jury nicht leicht. Die Wahl des Rassesiegers fiel auf den Bock Zyklon (Kat.Nr. 1) ein Altbock von 2018 aus der Zucht von Peter Theodor Hansen, Westerhever, im Besitz von Kay Poggensee, Kremperheide. Zyklon fühlte sich in diesem Ring ganz wie zu Hause, denn schon vor zwei Jahren wurde er zum Landessieger an gleicher Stelle erkoren. Die Reservesiegerin Ulla (Kat.Nr. 11) ein Altschaf 2016 geboren stammte aus der Zucht von Wiebke Thormählen-Ahmling, Elskop.

Besonders spannend neben den Prämierungen der Einzeltiere sind die Sammlungswettbewerbe, wobei zwischen Einzelzüchtersammlung und Bocknachzuchtsammlung unterschieden wird. Bei der Bocknachzucht-sammlung stellt der Züchter drei Tiere eines Vaters vor, bei der Einzelzüchtersammlung müssen es drei Tiere desselben Züchters sein. Dabei müssen in den Sammlungen nicht die bestplatziertesten Tiere gewinnen, es kommt auf die Harmonie der Tiere untereinander an. Das Einteilen und Vorführen einer Sammlung ist eine besondere Herausforderung für jeden Züchter und macht diese Wettbewerbe daher so anspruchsvoll.

Beim Bocknachzuchtwettbewerb der Weißköpfe standen sich gleich zwei Sammlungen von Kay Poggensee, sowie je eine Sammlung von Wiebke Thormählen-Ahmlimg und von Jan-Wilhelm Ahmling, Elskop, gegenüber. Obwohl alle Sammlungen ein sehr harmonisches Bild zeigten, musste sich die Kommission entscheiden. Sie stellten die Sammlung von Kay Poggensee nach vorne, der drei Nachfahren des Bockes Teddy präsentierte. Bei der Suche nach der schönsten Einzelzüchtersammlung hatten dann wieder die Tiere von Wiebke Thormählen-Ahmling die Nase vorne.

Texel

Weiter ging es mit der zahlenmäßig grössten Fleischschafrasse in Schleswig-Holstein, den Texeln.

Hier stellten die Züchter Hans Erhard und Martin Luhn, Tetenbüll, sowie Ingo und Katharina Jäger, Averlak, insgesammt 12 Tiere in vier Klassen vor. Schön zu sehen, dass in beiden Zuchten die nächste Generation schon mit eingestiegen ist und ihre Ideen und Vorstellungen in der Texelzucht mit einbringen.

Der beeindruckende Bock Altol (Kat.Nr. 39) aus der Zucht von Katharina und Ingo Jäger konnte hier den Rassesieg für sich verbuchen, während die Reservesiegerin das Altschaf Aela (Kat.Nr. 40) aus der Zucht von Hans Erhard und Martin Luhn stammte. Beide Züchter stellten jeweils auch eine schöne Sammlung vor, wodurch der Wettbewerb sehr packend wurde. Am Ende gewann die Einzelzüchtersammlung der Firma Luhn.

Suffolk, Charollais und Border Leicester

Die dritte Fleischschafrasse im Ring 1 waren die sechs Vertreter der Suffolks, die in zwei Klassen gerichtet wurden. Die beiden Zuchten Hans Helmut Schröder, Meggerdorf, sowie Ilse und Lennart Hochheim, Noer-Lindhöft, hatten top Tiere mit nach Rendsburg gebracht. Zur Rassesiegerin wurde ein Mutterlamm (Kat.Nr. 65) von Hans Helmut Schröder ernannt. Aber auch die Reservesiegerin (Kat.Nr. 59) von Ilse und Lennart Hochheim präsentierte sich mit ihren vier Jahren eindrucksvoll im Ring. Bei der Einzelzüchtersammlung konnten dann die Tiere von Ilse und Lennart Hochheim die Jury überzeugen.

Das fünfjährige Charollais Schaf (Kat.Nr. 136) stammte direkt aus Großbritannien, fühlt sich aber augenscheinlich seit Jahren auch in Sommerland, bei ihrem Besitzer Jürgen Schlüter so wohl, dass sie die Rasse würdevoll vertrat und mit einem Rassesieg nach Hause fahren konnte.

Herr Schlüter stellte eine weitere, für Schleswig-Holstein noch junge Rasse vor. Drei Vertreter der Border Leicester betraten zu Letzt den Ring 1. Barbi (Kat.Nr. 139) ein einjähriges Mutterschaf (nicht gelammt) sicherte sich den Rassesieg vor dem Bock (Kat.Nr. 137).

Im zweiten Ring kümmerten sich die Richter Frauke Wechselberg, Christian Lorenzen-Nissen und Ingo Penn um die großen und kleinen Landschafe.

Heidschnucken, Skudden und Coburger Fuchsschafe

Obwohl mehrere Tiere der Grauen Gehörnten Heidschnucken gemeldet waren, stand der einjährige Bock B.Gandalf (Kat.Nr. 69) von Dr. Karsten Gröning, Dazendorf, an diesem Tag alleine im Ring. Der beeindruckende Bock repräsentierte aber seine Rasse sehr gut und war ein würdiger Rassesieger.

Bei den Skudden, eine ursprüngliche Landschafrasse, wurden die neun Tiere von Hardy Marienfeld, Blunk, Claudia Kohrn, Wattenbek, und Jürgen Bauer, Tarp, vorgestellt. Gleich in der Klasse der Altböcke fanden die Richter den Rassesieger Johann (Kat.Nr. 77), der ursprünglich in Nordrhein-Westfalen aus der Zucht von Elisabeth Reining stammt, nun aber sein zu Hause bei Hardy Marienfeld gefunden hat. Den Reservesieg sicherte sich das Altschaf Wamira (Kat.Nr. 81) von Claudia Kohrn. Ebenfalls an Claudia Kohrn ging der Titel der harmonischsten Einzelzüchtersammlung.

Jannis Nagel nahm nicht nur am Jungzüchterwettbewerb teil, sondern stellte auch seinen Bock in der regulären Konkurrenz neben den sechs anderen Coburger Füchsen von Katharina Ehmke, Todesfelde, und Iris Frenzer, Ostenfeld, aus. Rassesiegerin aus der Zucht von Iris Frenzer wurde das einjähriges Mutterschaf Bibi (Kat.Nr. 90), das noch nicht gelammt hat. Katharina Ehmke konnte sich über die Reservesiegerin Altschaf Amber (Kat.Nr. 87) ursprünglich aus der Zucht von Frauke Wechselberg, Neutestorf, freuen. Das in diesem Jahr die Schafe der beiden Züchterinnen vorne standen, kann natürlich auch damit zu tun haben, dass die Tiere schon vier Tage auf der Norla ausgestellt waren und daher jede Tierparade zum üben nutzen konnten.

Ouessant

Bei der Rasse Ouessant mischten 11 quirlige Schafe und Böcke in fünf unterschiedlichen Klassen den Ring auf. Willi Hüllmann, Seestermühe, Ryan und Arlett Kleinfeld, Brunsbüttel, sowie Horst Feddersen, Drelsdorf, stellten der Kommission unterschiedliche Farbschläge und Typen dieser Rasse vor. Das Rennen konnte am Ende der einjährige Bock Bach (Kat.Nr. 103) von Horst Feddersen gewinnen. Dicht gefolgt von der Reserve-siegerin B.Monika (Kat.Nr. 111) aus der Zucht von Willi Hüllmann. Die beste Bocknachzuchtsammlung stellten Ryan und Arlett Kleinfeld mit einer gleichmäßigen Kollektion von Nachfahren des Bockes Igor vor. Die schönste Einzelzüchtersammlung stellte dagegen Willi Hüllmann.

Rhönschafe, Rauhwoller und Bentheimer

Nicole Potyka, Hamburg, zeigte uns auch bei dieser Landesschafschau sieben wunderschöne Vertreterinnen der Rhönschafe. Der Jugend den Vortritt musste die Reservesiegerin A.Jette (Kat.Nr. 98) ein Schaf von 2019, der Rassesiegerin (Kat.Nr. 99 ) einem einjährigen Mutterschaf lassen, das noch nicht gelammt hat. Auch bei den Sammlungen brillierten die Schafe der Züchterin. Die Tiere der Bocknachzuchtsammlung stammten alle von einem bayerischen Bock ab und auch die Gruppe für die Einzelzüchtersammlung zeigte ein ausgewogenes Bild.

Hardy Marienfeld führte nicht nur seine Skudden auf der Landesschafschau vor, sondern auch fünf Vertreter der Rasse Rauhwolliges Pommersches Landschaf. Das Schaf Valentina (Kat.Nr. 120), schon 2016 geboren, setzte sich gegen das einjährige Mutterschaf Bolte (Kat.Nr. 123) durch und wurde zur Rassesiegerin ernannt. Im Gegensatz zu Bolte, die bisher noch nicht gelammt hat, führte Valentina ihre diesjährigen Lämmer bei Fuß mit im Ring und zeigte so auch ihre fürsorglichen Muttereigenschaften. Nicht nur die einzelnen Tiere wussten zu gefallen, auch als Sammlung überzeugte die Zucht von Hardy Marienfeld.

Andrea Boldt-Lynsche, Fresendorf, stellte sich mit 12 Vertretern ihrer Rasse, den Bentheimer Landschafen, den prüfenden Blicken der Kommission. Die Plakette für die Rassesiegerin konnte das Einjährige Mutterschaf (nicht gelammt) Baya (Kat.Nr. 132) und für die Reservesiegerin das Altschaf Walda (Kat.Nr. 124) in den heimischen Züchterstall holen.

Weiterhin stellte Frau Boldt-Lynsche gleich drei beeindruckende Bocknachzuchtsammlungen vor, von denen die Nachkommen des Bockes Detlev aus dem Zuchtgebiet Weser-Ems die Nase vorn hatten. Auch die Einzelzüchtersammlung musste sich nicht verstecken und wurde bei der anschließenden Siegerehrung mit einem Preis ausgezeichnet.

Siegerehrung

Während der Siegerehrung erhielten die Jungzüchter, sowie die Besitzer der Siegertiere und der Siegersammlungen Ehrenpreise aus den Händen von Dr. Norbert Borchers (MELUND) und Christina-Johanna Paulsen-Schlüter (Vorsitzende der AG Tierzucht) sowie Karl-Henning Hinz (Vorsitzender des LV schleswig-holsteinischer Schafzüchter). Zum Schluss mussten noch Mr. und Mrs. Norla 2021 gekürt werden. Die Richter machten es spannend, gratulierten aber am Ende Kay Poggensee, mit seinem frisch gebackenem Rassesieger der Weißköpfe, zum Mr. Norla. Die glückliche Rassesiegerin der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe aus der Zucht von Hardy Marienfeld wurde zur Mrs. Norla auserkoren.

Im Anschluss an die Siegerehrung führten die Züchter im Rahmen der Tierparade die Rassesieger und einige Vertreter aus den Sieger-sammlungen nochmals auf den Platz. Zusammen mit den Pferden und Rindern ergaben die Schafe ein beeindruckendes Bild im großen Ring und zeigten den Zuschauern die grosse Tier- und Rassevielfalt Schleswig-Holsteins.

Der Landesverband dankt den Züchtern, den Preisrichtern, den Organisatoren, den stillen Helfern und nicht zuletzt den Ehrenpreisspendern und Sponsoren recht herzlich für das Geleistete. Ohne diese Unterstützung wird es schwer möglich sein, wieder so eine gelungene Landesschafschau auf die Beine zu stellen.

Stand des LV im Tierschauzelt

An allen vier Messetagen konnten die Besucher am Stand des Landesverbandes im Tierschauzelt Informationen rund um das Thema Schaf und Ziege sammeln. Tiere von 15 unterschiedlichen Fleisch- und Landschafrassen, sowie die Owamboziegen waren im Tierschauzelt ausgestellt und zogen zahlreiche Zuschauer und Gäste jeden Alters an. Am Eröffnungstag tummelte sich anlässlich eines Rundganges viel Prominenz und Presse im Tierschauzelt. Die Geschäftsführerin nutzte die Gelegenheit, Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht noch einmal auf die aktuellen Probleme der Schaf- und Ziegenhaltung aufmerksam zu machen und wies insbesondere daraufhin, dass die Weidehaltung zunehmend mit besorgten Bürgern zu kämpfen hat. Hier müsse man die Gesellschaft mitnehmen und erklären, dass z.B. Schafe ihren natürlichen Witterungsschutz mit ihrer Wolle immer dabei haben.

Die Besucher des Landesschafzucht-Standes konnten nicht nur die Tiere unmittelbar erleben, sondern auch die unterschiedlichen Produkte unserer Schafe kennenlernen. Anke Mückenheim zeigte, wie die Wolle mit der alten Kunst des Spinnens verarbeitet wird und beantwortete dabei viele Fragen der interessierten Besucher. Auch konnten die Gäste vor Ort bestes Lammfleisch in Form von Schinken, Leberwurst oder Sauerfleisch von der Schäferei Bährs, sowie leckere Schafskäsespezialitäten vom Hof Solterbeck erwerben.

Auch die ausstellenden Züchter hatten viel Gelegenheit, für ihre Tiere und den einzelnen Rassen Werbung zu machen und kamen mit zahlreichen Interessierten ins Gespräch. Bei den täglichen Tierparaden boten die Schafe und Ziegen immer ein besonders buntes Bild.

Obwohl es im Vorfeld angesichts der Pandemie-Lage Bedenken gab und weniger Besucher zugelassen waren, kann man im Nachhinein von einer sehr gelungenen Norla 2021 sprechen, bei der wir allen Besuchern ein beeindruckendes Bild der schleswig-holsteinischen Schafzucht zeigen konnten.


Neue Schafzeichenfarbe aus Irland ist da!
Nach dem unserer bisheriger Lieferant für die Si-Ro-Mark-Farbe aus Großbritannien diese nicht mehr im Sortiment hatte, mussten wir eine neuen Bezugsquelle finden.
Die Suche war schwierig aber schlussendlich in Irland erfolgreich. Seit dieser Woche nun ist die neue Farbe da und kann wie gewohnt in der Geschäftsstelle in Kiel oder bei der Familie Bährs in Neufelderkoog bestellt und abgeholt werden. Die 5l-Dosen sind in rot, blau, grün und lila erhältlich.


Schwarzkopf- und Suffolk Elite in Verden ein Erfolg
Die vom Landesschafzuchtverband Niedersachsen und dem Stader Schafzuchtverband ausgerichtete Elite-auktion für Zuchtböcke der Rassen Schwarzkopf und Suffolk am 05. und 06. März in der Niedersachsen-halle in Verden verlief erfolgreich. Insgesamt konnten 59 Zuchtböcke, knapp 80 % der aufgetriebenen Tiere, verkauft werden. Den Höchstpreis von 4.200 Euro für einen Spitzenbock der Rasse Schwarzköpfiges Fleisch-schaf bot ein Züchter aus Rheinland-Pfalz. Von 42 Schwarzköpfen konnten 36 Böcke für durchschnittlich 1.399,- und von 35 Suffolkböcken 23 für einen Schnittpreis von 1.072,- Euro abgesetzt werden. Insgesamt zehn Böcke kosteten 2.000 Euro und mehr.
Aufgrund der Größe bot die Niedersachsenhalle in Verden beste Voraussetzungen für die Eliteauktion. Mit dem Verlauf und den Verkaufsergebnissen waren insbesondere die Schwarzkopfzüchter sehr zufrieden. Leider konnte der traditionelle Züchterabend, an dem ansonsten auch zahlreiche Ehrengäste teilgenommen hätten, in diesem Jahr nicht stattfinden. Sogar die Zahl der Kaufinteressenten, die gleichzeitig in der großen Nieder-sachsenhalle sein durften, war begrenzt. Aber Züchter und Kaufinteressenten haben alle Einschränkungen in Kauf genommen und waren froh, dass die Veranstaltung in Präsenz stattfinden durfte.

Preisgekrönte Tiere aus Schleswig-Holstein

Von den insgesamt 29 beteiligten Züchtern kamen 3 Suffolkzüchter aus Schleswig-Holstein.
Jens Reitmann, Reinfeld, dominierte mit drei hervorragenden Jährlingsböcke die jüngste Klasse der Suffolks. Einer der Böcke wurde dann auch zum Sieger dieser Klasse ernannt, während die anderen beiden Böcke den 1c- und 1d- Preis erzielten. Ebenfalls in dieser Klasse wurde der Bock aus der Zucht Paul C. Burgwald, Bosbüll, auf den 1e-Preis rangiert. Der Bock von Hans Helmut Schröder, Meggerdorf, konnte in der Klasse der ältesten Jährlingsböcke einen guten 1c-Preis erzielen. Am Auktionstag wechselten vier von fünf schleswig-holsteinischen Böcken den Besitzer. Der Bock von Hans Helmut Schröder löste ein Bieterduell aus und wurde zum Schluss sogar für 1.750 € verkauft.
Der Landesverband dankt den Züchtern für die Präsentation ihrer Tiere auf dieser bundesweit wichtigen Veranstaltung und gratuliert zu den guten schleswig-holsteinischen Erfolgen!


Terminplanungen zur Zeiten von Corona
Termine zu planen sind in Zeiten von Corona sehr schwierig. Besonders im Moment, wo alle auf ein baldiges Lock-Down-Ende hoffen, aber niemand weiß, wann. Wir müssen uns also bei vielen Veranstaltungen, bei denen wir Ihnen in normalen Jahren die genauen Termine nennen, noch etwas in Geduld üben. Sobald die Lage besser einzuschätzen ist, werden wir Sie schnellstmöglich über Termine informieren.
Wir bitten Sie aber um Verständnis, wenn Einladungen zu Veranstaltungen in diesem Jahr etwas kurzfristiger versendet werden als üblich. Dies betrifft auch die Bezirksversammlungen, die im Herbst 2020 nicht mehr abgehalten werden konnten. Wir planen diese Ende April/Anfang Mai nachzuholen, damit auch die Wahlen der Deputierten stattfinden können.
Auf Grund der jetzigen Situation, müssen wir schweren Herzens daraufhin weisen, dass wir dieses Jahr keine Lehrfahrt und kein Wellness- Wochenende planen können. Wenn es die Lage aber irgendwie erlaubt, werden wir kurzfristig eine kleine Alternative (Eintägige Schifffahrt, kleine Exkursion o.ä.) anbieten.
Die Körungen und insbesondere die Auktionen sind für die Züchter und die Schafhalter von großer Bedeutung, daher haben sie auch für uns oberste Priorität. Wir setzen also alles daran die Körungen und die Auktionen innerhalb der dann geltenden Vorschriften stattfinden zu lassen.
Eine Übersicht zur geplanten Körreise 2021 sowie weitere Veranstaltungen finden Sie unter „Termine“.


Bundesschau Schafe wird verschoben auf 2022!
Schweren Herzens musste, die für Anfang Oktober 2021 geplante Bundesschau Schafe auch dieses Jahr aufgrund der aktuell herrschenden Corona-Maßnahmen verschoben werdeBis Ende September 2021 wird nach aktuellen Mitteilungen, die Hessenhalle in Alsfeld als „Corona-Impfzentrum“ genutzt und sehr wahrscheinlich auch über dieses Datum hinaus. Das neue Datum ist Freitag, der 30. September – Sonntag, der 02. Oktober 2022. Veranstaltungsort bleibt die Hessenhalle in Alsfeld.

Ziegen – News

TSE-Resistenzgene bei Ziegen
Erfreulicherweise konnte nach langwierigen wissenschaftlichen Untersuchungen von der EU-Kommission endlich die Festlegung von Resistenzgenen bei der Ziege vorgenommen werden. Dies ist für den Bundes-verband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ), eine wichtige Entscheidung und Botschaft, da in den letzten Jahren bspw. wegen der TSE-Restriktionen keine oder nur sehr wenige Exportaktivitäten stattfinden konnten. In einer ersten Kraftanstrengung wurde unter Federführung des Bayerischen Landesziegenzuchtverbandes ein Scrapie-Monitoring bei den vier wichtigsten Ziegenrassen im Bundesgebiet vorgenommen. Daran haben sich alle Mitgliedsverbände beteiligt und eine gewichtete Verteilung der untersuchten Tiere auf die verschiedenen Blutlinien wie auch Verbände vorgenommen. Die Ergebnisse und die weiteren Pläne zur Nutzung dieser Ergebnisse für die organisierte Ziegenzucht sollen nun mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft besprochen werden, bevor diese mit allen Landesziegenzuchtverbänden beraten und weitere Schritte festgelegt werden. Es geht unter anderem um Fragen der Fortsetzung bzw. Ausdehnung des Monitorings auf weitere Ziegenrassen und/oder eine größere Tierzahl, die Möglichkeit und/oder Notwendigkeit der Durchführung eines entsprechenden Forschungsvorhabens und/oder der wissenschaftlichen Begleitung, die Förderung der Erhebung und Nutzung dieser Daten in der organisierten Herdbuchzuchtarbeit und die notwendige Überarbeitung der Exportunterlagen (Tracis-Papiere).


Neu auf der BDZ-Internetseite
Es ist dem BDZ gelungen, mit einem Start-Up Unternehmen eine Plattform zu schaffen, über die sich die Mitglieder der BDZ-Landesverbände mit ihren Öffnungszeiten, Produkten und Veranstaltungen präsentieren können, denn gerade in Corona-Zeiten ist das Interesse der Verbraucher an der Direktvermarktung zunehmend. Jedes Mitglied eines Landesverbandes kann sich hier abbilden und seine Produktpalette präsentieren. Diese Weiterentwicklung des BDZ-Direktvermarkterverzeichnisses wurde 2020 mit finanzieller Unterstützung der Landwirtschaftlichen Rentenbank durchgeführt. Dem BDZ ist es ein großes Anliegen, die Mitglieder der Landesverbände bei ihrer Direktvermarktung zu unterstützen.
Die Direktvermarkter-Angebote werden künftig auf der BDZ-Homepage gesetzt, sodass sie von den Verbraucher*innen dort vorzufinden sind. Ein angelegter Routenplaner zeigt außerdem, den Standort der einzelnen Betriebe an.
Was sollten interessierte Mitgliedsbetriebe dabei beachten?:
Direktvermarkter der BDZ-Mitgliedsverbände sind herzlich eingeladen, sich auf der BDZ-Homepage für die digitale Direktvermarkter-Übersicht anzumelden. Die Anmeldung ist zu 100 % kostenfrei.
Auf der Homepage angegebenen Daten zum Betrieb, der Produktpalette, Öffnungszeiten, Fotos vom Hofladen etc. werden nach einer Bestätigung als BDZ-Landesverbandsmitglied durch den jeweiligen Landesverband auf der BDZ-Homepage unter der Rubrik „Direktvermarkter“ überspielt.
Einen Leitfaden für die Anmeldung finden Sie auf der BDZ-Hompage: www.ziegen-sind-toll.com


BDZ-Statistik 2020 neu aufgelegt
Mit finanzieller Unterstützung der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Unterstützung der BDZ-Mitgliedsverbände sowie eingebundener Dienstleister ist es erfreulicherweise gelungen, die BDZ-Statistik mit aktuelle Zahlen neu aufzulegen. Auf über 100 Seiten sind nach allgemeinen Hinweisen zur Ziege in unserer Gesellschaft und Strukturdaten die wichtigen Leistungsergebnisse der Ziegenrassen, die im Bundesgebiet züchterisch betreut werden, zusammengetragen. In diesem Nachschlagewerk finden Sie außerdem Erläuterungen zu den neuen Zuchtprogrammen für alle Ziegenrassen. Neu aufgenommen wurde die Liste der ehrenamtlichen BDZ-Preisrichter sowie die neu beschlossenen Rasse- und Zuchtzielbeschreibungen.
Die Statistik können Sie in der Geschäftsstelle zum Preis von 9,50 Euro erhalten.