28.11.16

Schafbockauktionen des Landesverbandes 2016

Der Hammer auf den Husumer Auktionen des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. im Jahr 2016 ist zum letzten Mal gefallen und nun ist es wieder an der Zeit Bilanz zu ziehen und einen Überblick über den Verlauf zu geben.
Der Auktionsreigen der Husumer Schafbockauktionen begann in diesem Jahr mit der größten Rasse Schleswig-Holsteins, den Texeln. Diese füllten in den ersten beiden Auktionstagen die Messehalle mit insgesamt 286 Tieren aus 33 Zuchten. Am Mittwoch waren die Texel aus den Bezirken Eiderstedt und dem restlichen Schleswig-Holstein dran. Neben vielen Schafhaltern waren auch zahlreiche Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen in die Messehallen gekommen und so wurde die Prämierung von vielen neugierigen Augen und den Kameras verfolgt. In diesem bunten Treiben hatte die Prämierungskommission des ersten Tages, bestehend aus Gernand von Massow, Reimer Bährs und Ingo Penn, also viel zu tun mit den 147 gemeldeten Tieren, deren Qualität insgesamt sehr gut war. Der Rassesieger wurde schließlich die Kat. Nr. 40, ein einjähriger Bock aus der Zucht von Alf-Thomas Feddersen, Poppenbüll. Knapp dahinter folgte der Reservesieger, die Kat. Nr. 90, ein Lammbock aus der mittleren Gruppe aus der Zucht von Hans Erhard Luhn, Tetenbüll. Verkauft wurde der Rassesieger später für 1.100 €, das Höchstgebot des Tages, und der Reservesieger für 700 €. Gleich zu Anfang der Bockauktion war außerdem die erste Premiere „an der Reihe“. Unter allen Texel-Böcken wurde diesmal auch der „Fleischsieger“ der Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch e.V. (WDL) auserkoren. Das besondere an diesem Preis ist, dass der Käufer dieses Tieres einen Gutschein in Höhe von 100 € von der WDL erhält. Der Fleischsieger wird jeweils von einem WDL-Vertreter auserkoren und dabei kommt es besonders auf die Fleischleistung an. Zum ersten Husumer-WDL-Fleischsieger wurde der 1a-Bock der älteren Lammbock-Gruppe, die Kat. Nr. 75, aus der Zucht von Hauke Peters, Tating, ernannt, der auf der Auktion für 900 € ersteigert wurde.  Am Ende des Tages war Kalli Fischer, der Auktionator, ganz schön geschafft, denn er durfte mit dem Hammer 119 mal zuschlagen und erzielte einen Durchschnittspreis von 484 €. 20 Tiere gingen leider zurück an ihre Besitzer.
Am Donnerstag ging es dann weiter mit den Texeln aus den Bezirken Dithmarschen, Husum, RD/ECK und Südtondern. Schon morgens beim Auftrieb konnten die ersten Zuschauer sehen, dass die 154 Böcke von guter Qualität waren und sich seit der Körreise gut entwickelt hatten. Die Prämierungskommission am zweiten Tag bestand aus Gernand von Massow, Karl-Dieter Fischer und Christian Lorenzen-Nissen, die sich der Herausforderung, die besten Böcke zu finden, stellten. Und die Entscheidungen in den einzelnen Gruppen fielen nicht leicht! Am Ende führte aber kein Weg an dem Lammbock mit der Kat. Nr. 223 aus der Zucht von Hans Albert Andresen, Bargum, vorbei, der bei der Auktion für 800 € den Besitzer wechselte. Reservesieger wurde an diesem Tag ein Jährlingsbock, die Kat. Nr. 195, aus der Zucht von Renke Brandt. Er kam für 850 € unter den Hammer. Auch an diesem Tag wurde wieder der WDL-Fleischsieger gesucht und in einem Lammbock mit der Kat. Nr. 248 aus der Zucht von Niels Löbkens gefunden. Verkauft wurde er für 850 €.  
Und auch der zweite Tag hatte wieder eine Premiere zu bieten. Zum ersten Mal nahm Alf-Thomas Feddersen den Auktionshammer in die Hand. Und er machte seine Arbeit gut, denn von den 147 aufgetriebenen Böcken konnten 123 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 492 € verkauft werden. Für 24 Tiere konnte er keinen neuen Besitzer finden. Trotz anfänglicher Nervosität durfte unser Jung-Auktionator am Ende des Tages zahlreiches Lob zurecht entgegen nehmen.  
Am Freitag wurde es dann vielfältiger in Husum. Neben den Weißköpfigen und Schwarzköpfigen Fleischschafen wurden auch die Rassen Charollais, Zwartbless, Oxford Down, Ile de France, Berrichon du Cher, sowie die Landschafrassen Ouessant, Coburger Fuchsschaf und Bentheimer Landschaf aufgetrieben. So bot sich den Zuschauern ein sehr buntes Bild unserer Schafrassen in den Messehallen in Husum.  
Los ging es mit der großen Gruppe der Weißköpfe und einer weiteren Premiere. Zum ersten Mal wurden auch weidemastgeprüfte Böcke aufgetrieben. Im Rahmen des EIP-Projektes „Tiergenetische Ressourcen“ entstand die Idee des Weidemastversuches für das Deutsche Weißköpfige Fleischschaf, bei der alle Tieren unter gleichen Bedingungen aufgewachsen sind und der Einfluss verschiedener Haltungsformen somit ausgeschlossen werden kann. Die Tiere wurden ausschließlich auf der Weide großgezogen.  
Aufgrund der vielen Rassen hatte es die Prämierungskommission, bestehend aus Hardy Marienfeld, Christian Lorenzen-Nissen und Dr. Angelus Brandt, wirklich nicht leicht, denn für jede Rasse mussten die Sieger der Gruppen bestimmt werden. Von den insgesamt 113 Weißköpfen im Katalog waren 21 weidemastgeprüfte Lammböcke mit dabei. Die Weidemastböcke wurden in einer Extra-Gruppe gesichtet. Und dass sich Böcke auch ohne Schrot gut entwickeln können, zeigte der Bock Kat. Nr. 364 aus der Zucht von Jann-Dietrich Ketels, Borgsum, der zum Reservesieger ernannt wurde. Zum Rassesieger wurde die Kat. Nr. 331 aus der Zucht von Kai Fischer, Sommerland, erwählt. Der Siegerbock brachte 900 €, den Höchstpreis der Weißköpfigen Fleischschafe, und der Reservesieger 250 € ein. WDL-Fleischsieger wurde die Kat. Nr. 370, aus der Zucht von Jörg-Uwe Gloe, Warmhörn, der für 400 € verkauft wurde.  
Bei den Schwarzköpfigen Lammböcken waren insgesamt 15 Tiere, alle aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog, zur Auktion gemeldet. Zum Rassesieger wurde der Lammbock mit der Kat. Nr. 423 ernannt, der als teuerster Bock der Rasse für 500 € versteigert wurde. Reservesiegerin wurde ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 426, das für 250 € unter den Hammer kam. WDL- Fleischsieger, bei der zweitgrößten Rasse deutschlandweit gesehen, wurde Kat. Nr. 416, die für 450 € den Besitzer wechselte.
Danach wurde es bunt im Ring. Bei den Ile de France, Ouessant und Oxford Down stand jeweils nur ein Bock zur Prämierung. Der Oxford Down und der Ile de France-Bock aus der Zucht von Susann und Peter Thies, sowie der Ouessant Bock aus der Zucht von Klaus-Rainer Schwormstede wurden mit einem 1. Preis ausgezeichnet. Leider konnten alle drei Böcke nicht verkauft werden. Die größte Gruppe der Landschafe bildeten mit 7 Tieren die Bentheimer Landschafe. Hier konnte am Ende der Altbock mit der Kat. Nr. 438a aus der Zucht von Andrea Boldt-Lynsche, Panker, überzeugen. Er wurde nicht nur Rassesieger, sondern konnte mit 350 € auch einen guten Preis erzielen. Den Reservesieger stellte Hauke Reimers mit einem Jährlingsbock, Kat. Nr. 439. Auch die Rasse Zwartbless war durch vier prämierungsfähige Tiere aus dem Stall von Carsten Haalck, Linden, vertreten. Das Mutterlamm mit der Kat. Nr. 447 wurde zur Rassesiegerin erkoren und auf der Auktion für 250 € verkauft. Reservesieger wurde ein Lammbock mit der Kat. Nr. 445, der für 350 € den Besitzer wechselte. Und damit war der bunte Prämierungsreigen noch nicht beendet. Als nächstes kamen die Charollais in den Ring. Von den 59 im Katalog aufgeführten Tieren waren 30 Böcke und Schafe zur Prämierung zugelassen. Zum Rassesieger wurde die Kat. Nr. 481, ein Lammbock aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog, erkoren. Der Reservesieger kam aus der Zucht von Volker Derbisz, Hamburg, ein älterer Lammbock mit der Kat. Nr. 454, der gleichzeitig auch zum WDL- Fleischsieger ernannt wurde.  
Nachdem die Auktionen für die Charollais in den letzten zwei Jahren sensationell liefen, wurde die Auktion dieser Rasse mit Spannung erwartet. Von 2014 auf 2015 ist die Anzahl der Herdbuch-Tiere bei den Charollais von 132 auf 240 angestiegen. Damit sind die Charollais schleswig-holsteinweit die 5. größte Rasse. Nach dem Tag Auszeit gestärkt, nahm unser Auktionator Kalli Fischer wieder seinen Platz am Pult ein und die Versteigerung ging los. Die Landschafrassen sowie die Zwartbless, Ile de France, Oxford Down und Berrichon du Cher kamen nach der ersten Runde der Weißköpfe, Schwarzköpfe und Charollais komplett zur Versteigerung in den Ring. Für die Landschafe lief es in diesem Jahr etwas besser als 2015. Bei den Coburger Fuchsschafen wechselten alle 4 Böcke zu einem Durchschnittspreis von 388 € den Besitzer. Bei den Bentheimern wurden 5 von insgesamt 7 Tieren für durchschnittlich 314 € verkauft. Die Auktionen für die Weißköpfe verlief leider recht schleppend, so dass 40 Tiere, trotz größter Mühe von Kalli Fischer, wieder mit in den Heimatstall genommen werden mussten. Am Ende wechselten 63 Tiere bei einem durchschnittlichen Preis von 409 € den Besitzer.
Danach kamen die mit Spannung erwarteten Charollais Böcke in den Ring. Dieses Jahr wurden 41 der 46 Böcke verkauft. Der Durchschnittspreis lag hierbei bei 593 €. Dabei lag das Gebot für den Rassesieger bei 900 € und für den Reservesieger bei 1.000 €. Der teuerste Bock, die Kat. Nr. 457 aus der Zucht von Volker Derbisz, erhielt den Zuschlagspreis von 1.600 €.
Am letzten Tag füllten 26 Blauköpfe, 153 Suffolks und 7 Swifter die Husumer Messehallen. Die Prämierungskommission, bestehend aus Gernand von Massow, Henning Hinz und Hans Erhard Luhn, hatten viel zu tun an diesem Morgen. Zuerst musste der Rassesieger der Blauköpfe ermittelt werden. Am Ende entschied man sich für die Kat. Nr. 519 aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt. Bei der Auktion erhielt er einen Zuschlagspreis von 500 €. Reservesiegerin wurde ein Mutterschaf mit der Kat. Nr. 532 aus der Zucht von Jens Kohrs,Poppenbüll, das auf der Auktion für 300 € unter den Hammer ging. Auch bei den Blauköpfen wurde ein WDL-Fleischsieger auserkoren. Gewonnen hat diesen Preis die Kat. Nr. 525 aus der Zucht von Heinz Hauschild. Der Lammbock erzielte mit 850 € den Höchstpreis auf der Auktion. Die 17 verkauften Tiere erzielten einen durchschnittlichen Preis von 382 €. Weiter ging es mit der Gruppe der Suffolks. Insgesamt 153 Tiere waren im Katalog aufgeführt von denen 12 fehlten. Die Prämierungsgruppen waren also recht groß, so dass die Jährlingsgruppen nochmal aufgeteilt werden mussten. In diesen Gruppen wurden dann auch der Rassesieger und der Reservesieger gefunden. Die Kommission entschied die Kat. Nr. 617 aus der Zucht von Andreas Pirdzuhn, Todesfelde, ganz nach vorne zu stellen. Reservesieger wurde Kat. Nr. 636 aus der Zucht von Heinrich Schippmann, Steinburg. Der Rassesieger verließ für 1.500 € den Ring und erzielte somit den Höchstpreis des Tages. Auch der Reservesieger bekam bei einem guten Preis von 1.000 € den Zuschlag. Der WDL- Fleischsieger wurde die Kat. Nr. 613 von Jens Reitmann, Reinfeld, der zwar nicht die Prämierungsbedingungen erfüllte, aber durch seine Bemuskelung, sein Gewicht und seinen BLUP- Zuchtwert überzeugen konnte. Er wechselte für 550 € den Besitzer.  
Auch am letzten Tag gab Kalli Fischer seinen Auktionshammer aus der Hand und übergab ihn unserem Gastauktionator Dieter Brockhoff aus Niedersachsen, der bereits im letzten Jahr schon Husumer Auktionsluft schnuppern konnte. Er konnte insgesamt 129 Suffolks verkaufen und es errechnete sich ein Durchschnittspreis von 461 €.  
Bei den Swiftern aus der Zucht von Hans Helmut Schröder wurde die Kat. Nr. 693 zum Rassesieger erkoren und der Reservesieger wurde die Kat. Nr. 692. Auf der Auktion konnten alle Swifter verkauft werden, der Rassesieger erzielte hierbei einen Preis von 500 €, den Höchstpreis dieser Rasse, und der Reservesieger einen Preis von 400 €.  
An den vier Auktionstagen besuchten auch einige Ehrengäste die Messehallen. So konnten wir u.a. die ehemalige Lammkönigin Jane Petersen, den Bürgermeister von Husum Uwe Schmitz und Klaus Jensen (CDU) begrüßen. Die Züchter der Rassesieger wurden jeweils mit einem Ehrenpreis des <b>Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume</b> des Landes Schleswig-Holstein, sowie mit einer Medaille bzw. Plakette der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Züchter der Reservesieger erhielten jeweils den Ehrenbecher des Landesverbandes. Zudem gab es noch als i- Tüpfelchen für den Käufer des Siegerbockes eine Leckschale von Crystalyx. Für die Stiftung dieser Preise danken wir recht herzlich, da sie doch eine besondere Anerkennung für die Arbeit der Züchter darstellen!  
Besonders bedanken wir uns auch bei der Firma Baumann GmbH & Co KG, die die Prämierungen der Texel an beiden Tagen unterstützt hat und bei der Firma Kleißner, die die Suffolk-Prämierungen gesponsert hat!  
Allen Züchtern an dieser Stelle nochmals herzliche Glückwünsche!
Nach dem letzten „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ ging es ans Aufräumen! Die Messehalle musste wieder direkt und komplett durch den Landesverband gereinigt werden. Dank einiger Helfer ging das Aufräumen und das Reinigen schneller als gedacht und die Auktionen in Husum 2016 konnten als beendet erklärt werden. Allen Helfern dafür einen riesengroßes DANKESCHÖN!!
Die Qualität unserer Tiere war über alle Rassen hinweg hoch. Deswegen überraschte der zähe Auktionsverlauf. Mitunter könnte das Wetter an den relativ schlechten Verkaufszahlen im Vergleich zu den letzten beiden Jahren Schuld sein. Viele Landwirte waren noch voll mit der Ernte beschäftigt und die große Hitze in der Halle hat die Käufer vielleicht träge gemacht. Nichts desto trotz waren die Auktionen wie immer eine Gelegenheit für viele Schafhalter aus Nah und Fern endlich mal wieder mit alten Bekannten zu &quot;schnacken&quot; und sich über die neuesten Entwicklungen in der Schafhaltung zu informieren.
Der Landesverband möchte sich bei allen Helfern und Mitarbeitern für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne die die Auktionen in Husum bestimmt nicht so reibungslos verlaufen wären! Vielen Dank auch an die Sponsoren der Stadt Husum, der Ringagentur Westküste und der Firma Stöfen! Nicht zuletzt ein großer Dank an Kalli Fischer, Alf- Thomas Feddersen und Dieter Brockhoff, die einen tollen Job geliefert haben!