15.03.16

Landestierschau 2015 auf der Norla in Rendsburg

2015 war es endlich wieder soweit, im Rahmen der Landestierschau in Rendsburg fand wieder der Wettstreit zwischen den schönsten Schafen und Böcken aus ganz Schleswig-Holstein statt. Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter hatte zur Landesschafschau eingeladen. Und so trafen sich am Sonntag, den 06. September auf dem großen Platz vor der Tribüne auf dem Norla-Gelände 23 Züchter mit ihren 150 Schafen der unterschiedlichsten Rassen. In drei Ringen wurden die Rassesieger, sowie die Sieger der Züchter- und Bocknachzuchtsammlungen ermittelt.

Nur wenige der im Katalog aufgeführten Tiere fehlten, so dass die Preisrichter sich richtig ins Zeug legen mussten, um ihre Arbeit in dem gesteckten Zeitrahmen zu schaffen.

Im ersten Ring richteten die Preisrichter Hans Michow Schröder und Gernand von Massow die Rassen Blaukopf, Suffolk, Zwartbles und Border Leicester. Leider war die Konkurrenz bei der zweitgrößten Rasse in Schleswig-Holstein nicht sehr groß. Aber Claus Dieter Coordts, Hollingstedt, stellte seine besten Tiere vor, so dass die Suffolks wenigstens vertreten waren. Am Ende entschied sich die Kommission dazu, das Altschaf mit der Kat.Nr. 62 (DE010110101372) zur Rassesiegerin zu erklären.

Stark vertreten war dagegen die besonders edle Fleischschafrasse, das Blauköpfige Fleischschaf, die als nächstes in den Ring kamen. Gleich drei Züchter präsentierten diese Rasse mit wirklich außerordentlichen und typischen Vertretern. Zuletzt war man sich einig das das Altschaf mit der Kat.Nr. 70 (DE010110138692) aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt, zur Rassesiegerin zu ernennen. Die Einzelzüchtersammlung aus der Zucht von Eggers/Kohrs GbR, Osterhever, gewann für ihre Ausgeglichenheit einen 1. Preis. Der 1. Preis der Rasse Blauköpfiges Fleischschaf für die Bocknachzuchtsammlung erhielt der Züchter Klaus Dieter Coordts.

Jürgen Sönnichsen, Wobbenbüll, stellte sehr schöne Vertreter der Rasse Zwartbles vor, die sich durch ein schwarzbraunes Vlies und die typische weiße, am Hinterkopf beginnende ununterbrochene Blesse bis zum Maul auszeichnet. Fünf Tiere traten dieses Jahr auf der Landesschafschau an, um Sieger dieser Rasse zu werden. Die Wahl fiel am Ende auf das Altschaf mit der Kat.Nr. 87 (DE010110146239). Die schöne Einzelzüchtersammlung von Herrn Sönnichsen erhielt dann auch einen 1. Preis.

Die älteste Schafrasse Großbritanniens, Border Leicester, waren in diesem Jahr zum ersten mal mit drei Tieren aus dem Besitz von Jürgen Schlüter vertreten. Als Rassesieger wurde der aus England importierte Bock mit der Kat.Nr. 98 (UK052057901789) bestimmt.

Im zweiten Ring wurden die beiden am stärksten vertretenen Rassen an diesem Tag, die Weißköpfe und die Texel gerichtet. Danach wurden die Bentheimer Landschafe ebenfalls in diesem Ring bewertet. Henning Hinz und Kalli Fischer hatten alle Hände voll zu tun, die insgesamt 58 Tiere zu begutachten.

Zuerst war die alte, für Schleswig-Holstein typische, Rasse der Weißköpfe zu richten. Hier zeigten die Züchter Wiebke Thormählen-Ahmling, Jan-Wilhelm Ahmling und Kay Poggensee auch in diesem Jahr wieder ihre besten Tiere der Jury und dem Publikum.

Schließlich entschied sich die Kommission dazu, nach genauer Prüfung aller Tiere, wobei besonders auf die Bemuskelung und die rassetypischen Eigenschaften geachtet wurde, das Altschaf mit der Kat.Nr. 11 (DE010110108426) aus der Zucht von Wiebke Thormählen-Ahmling zur Rassesiegerin zu erklären. Der Züchter Kay Poggensee stellte die beste Bocknachzuchtsammlung des Bockes Kapitän (DE010110099740). Die schönste Einzelzüchtersammlung kam, wie bereits die Rassesiegerin, aus der Zucht von Wiebke Thormälen-Ahmling.

Auch bei der Rasse Texel standen sich die Tiere zweier Züchter gegenüber. Trotzdem war die Arbeit der Richter nicht einfach, denn die Tiere von Hans- Erhard Luhn und Claus-Hinrich Sievers waren von bester Qualität und sehr gleichwertig. Zur Rassesiegerin wurde das Altschaf Kat. Nr. 31 (DE010110133205) aus der Zucht von Hans Erhard Luhn erkoren. Auch die beste Bocknachzuchtsammlung und die beste Einzelzüchtersammlung wurden von Hans Erhard Luhn gestellt.

Aus technischen Gründen wurde auch die Landschafrasse Bentheimer Landschaf in Ring Zwei gerichtet. Auch hier gab es hervorragende Tiere zu sehen. Es setzte sich das einjährige Mutterschaf mit der Kat. Nr. 58 (DE010110162891) aus der Zucht von Dr. Andrea Boldt- Lynsche, Panker, durch und wurde zum Rassesieger ernannt. Auch die Nachzuchtsammlung des Bockes Ronald (DE010310946782) konnte sich sehen lassen und erhielt damit einen 1. Preis. Die Einzelzüchtersammlung gewann ebenfalls die Zucht von Frau Dr. Andrea Boldt-Lynsche.

Im 3. Ring konnten die Zuschauer die Rassenvielfalt unserer Schleswig-Holsteinischen Landschafrassen bewundern.

Die Preisrichter Hardy Marienfeld und Christian Lorenzen-Nissen hatten die schwierige Aufgabe, die Sieger aus acht ganz unterschiedlichen Rassen zu ermitteln. Besonders stark vertreten waren in diesem Jahr die Skudden mit 19 Tieren. Die Tiere des Züchters Wolfgang Gresens konnten sich mit denen der Zucht von Heide Völtz und Norbert Westphal messen. Als Rassesieger konnte sich das Altschaf mit der Kat.Nr. 149 (DE010101236428) aus der Zucht von Wolfgang Gresens behaupten, der noch dazu die beste Nachzuchtsammlung dieser Rasse stellen konnte.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf war in diesem Jahr mit nur zwei Tieren, beide aus der Zucht von Hardy Marienfeld, sehr gering vertreten. Um die Tiere unvoreingenommen vergleichen und bewerten zu können, vertrat Anke Mückenheim Hardy Marienfeld bei dieser Entscheidung in der Prämierungskommission. Als Rassesieger wurde der Altbock mit der Kat.Nr. 103 (DE010101069025) bestimmt.

Bei den übrigen bisher noch nicht genannten Schafrassen war die Konkurrenz ebenfalls nicht so groß, trotzdem sollen diese schönen und oft seltenen Rassen nicht vergessen werden.

Auch in diesem Jahr wurde die Rasse Gotländisches Pelzschaf von Tieren aus der Zucht von Karin Hentzschel aus Risum-Lindholm, repräsentiert.

Bei dieser in Schleswig-Holstein recht seltenen Rasse, schaffte es diesmal das Altschaf Kat.Nr. 109 (DE010110136759) herauszustechen.

Die insgesamt sechs Coburger Fuchsschafe der Züchterin Frauke Wechselberg, Neutestorf, zeigten sich von ihrer besten Seite. Allen voran stellte die Kommission das Altschaf mit der Kat. Nr. 113 (DE010110123318) als Rassesiegerin. Dieses Schaf konnte wohl mit ihrer Routine bei Schauen trumpfen, da sie schon 2014 bei der Bundeslandschafschau in Berlin zur Wollsiegerin ernannt wurde.

Die kleinsten Schafe der Welt, die Ouessantschafe, wurden von Horst Feddersen, Drelsdorf sowie Heike und Hans Sievers, Erfde, vorgestellt. Und die Neuzüchter Heike und Hans Sievers gewannen bei ihrer ersten Norla mit dem einjährigen Mutterschaf Kat.Nr. 128 (DE0110097069) aus der Zucht von Willi Hüllmann den Preis des Rassesiegers. Aber der erfahrene Züchter Horst Feddersen glänzte gleich im Anschluss mit der harmonischsten Bocknachzuchtsammlung.

Aus Hamburg kam Nicole Potyka um den Richtern und dem Publikum ihre besten Rhönschafe vorzustellen. Zur Rassesiegerin wurde das Altschaf Kat.Nr. 118 (DE010311026225) aus der Zucht von Meike Avramut-Lampe, Weser-Ems erkoren.

Das für hiesige Verhältnisse etwas exotische Walliser Schwarznasenschaf wurde von Peter Sellhorn, Rausdorf vorgestellt. Als Rassesieger konnte sich der imposante Altbock Kat.Nr. 129 (DE010110140283) behaupten.

Mit nur zwei Schafen aus der Zucht von Astrid Holst, waren die Grauen Gehörnten Heidschnucken gering vertreten. Trotz dessen konnte das einjährige Mutterschaf Kat.Nr. 101 (DE010110156998) als Sieger der Rasse auserkoren werden.


Allen Züchtern und Helfern nochmals herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die hervorragende Präsentation ihrer Tiere auf der Landesschafschau 2015!


Der Züchterwettbewerb wurde ergänzt von einem der Höhepunkte auf der gesamten Norla:

Sechs Jungzüchter im Alter zwischen 5 und 14 Jahren waren erschienen um den Preisrichtern Herbert Tietgen, Nettelsee und Mathias Krause, Westfehmarn zu zeigen, dass sie sich nicht nur mit den Tieren befasst sondern auch die theoretischen Fragen gelernt hatten. Nach wie vor ist das richtige Anbinden der Tiere immer wieder schwierig für unsere Jungzüchter, denn neben der Aufregung kommt dann noch das Zappeln des Schafes dazu. Aber alle Kinder hatten im Vorfeld viel gelernt und gearbeitet und meisterten die Aufgaben mit Bravour. Die Entscheidung der Richter war nicht leicht. Daher nahmen sie sich viel Zeit mit allen Kindern. Aber wie bei jedem Wettkampf kann nur einer gewinnen. So siegte in diesem Jahr Marit Sievers, die mit ihren 7 Jahren und ihrem Ouessant Schaf der Jury ihr Können zeigte. Aber auch ein großes Lob an die übrigen Jungzüchter Elisabeth und Hans-Paul Weiss, Jenny und Analena Jansen und Tjark Möller! Macht weiter so!


Bei der großen Siegerehrung erhielten die Besitzer der Siegertiere, sowie der Siegersammlungen Ehrenpreise aus den Händen vom Landesverbandsvorsitzenden Henning Hinz, Dr. Norbert Borchers, MELUR, und der Lammkönigin Jane Petersen. Das letzte Highlight der Veranstaltung die Wahl des Mr. und der Mrs. Norla 2015 stand noch aus. Die Richter beratschlagten sich gemeinsam und ließen sich die einzelnen Rassesieger nochmal zeigen. Und bei der Tierparade war es dann soweit. Den Richtern fiel es schwer über all die unterschiedlichen Rassen das schönste Schaf und den besten Bock auszusuchen. Aber am Ende fiel die Entscheidung auf die Rassesiegerin der Blauköpfigen Fleischschafe Kat.Nr. 70 (DE010110138692) aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt. Mr. Norla 2015 wurde der Siegerbock der Walliser Schwarznasenschafe Kat.Nr. 129 (DE010110140283) von Peter Sellhorn, Rausdorf.


Wie an den anderen Tagen der Norla präsentierten sich die Schafe in ihrer ganzen Rassevielfalt zwischen den Pferden und Rindern auf der Tierparade und sorgten so für ein wirklich aufsehenerregendes Bild für alle Zuschauer. Und auch die Thüringer Waldziege und die Zwergziegen aus dem Tierpark Arche Warder sowie die Ovamboziege aus der Zucht von Torsten Friedrichsen vertraten ihre Tierart hervorragend. Über die gesamten vier Tage der NORLA informierte der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter zusammen mit dem Beratungsring für Schafhalter alle Zuschauer und Schaf- und Ziegenhalter über Themen rund um diese beiden Tierarten. Zudem waren Tiere von 15 unterschiedlichen Fleisch- und Landschafrassen, sowie drei Ziegenrassen im Tierschauzelt ausgestellt und zogen zahlreiche Zuschauer und Gäste jeden Alters an den Stand. Die Besucher des Verbandstandes konnten nicht nur die Tiere unmittelbar erleben, sondern auch die unterschiedlichen Produkte unserer Schafe kennenlernen. Engagierte Spinnerinnen zeigten, wie die Wolle mit der alten Kunst des Spinnens verarbeitet wird und beantworteten dabei viele Fragen der interessierten Besucher. Auch von der großartigen Qualität des schleswig-holsteinischen Lammfleisches konnten sich die Besucher vor Ort überzeugen. Salami, eine besondere Köstlichkeit vom Lamm, wurde zum probieren und kaufen angeboten und auch der Schafskäse, der am Stand verköstigt werden durfte, fand regen Anklang. Aber auch ernste Themen wurden rege diskutiert. Die Besucher konnten auf einer „Tafel“ ihre Meinung zum Thema Wolf abgeben und sich anschaulich zeigen lassen, wie eine wolfssichere Einzäunung aussehen soll und welche Schwierigkeiten dadurch für die Schafhalter in Schleswig- Holstein entstehen. Sehr interessiert waren die Gäste aus Nah und Fern auch an den Schafschurvorführungen, die von Anke Mückenheim auf der Showbühne im Tierschauzelt durchgeführt wurden. Sie erklärte zusammen mit Frau Bruser vom Landesverbandes Schleswig - Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. den Zuschauern ihre Arbeit und wurde, solange die Schermaschine lief, von einer großen Menschentraube umlagert. Mit auf der Bühne waren immer engagierte Spinnerinnen, die auch nach dem dritten und vierten Interview, erklärten wo Dornröschen sich gestochen hat.


Der Landesverband dankt den Züchtern, den Preisrichtern, den Organisatoren, den stillen Helfern und nicht zuletzt den Ehrenpreisspendern und Sponsoren recht herzlich für das Geleistete! Ohne diese Unterstützung wird es schwer möglich sein, wieder so eine gelungene Landesschafschau auf die Beine zu stellen.