MITGLIEDERVERSAMMLUNG BDZ

Der Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ) führte am Freitag, dem 21. Oktober 2016, seine diesjährige ordentliche Mitglieder­versammlung in Berlin durch. Eingeladen hierzu waren die BDZ-Mitglieder. In der Regel handelt es sich hierbei um Landesziegenzuchtverbände, die in vielen Bundesländern auch für Schafe zuständig sind. Darüber hinaus zählen auch Molkereien zu den BDZ-Mitgliedern. Der Mitgliederversammlung ist neben der BDZ-Vorstandssitzung die konstituierende Sitzung des BDZ-Ausschusses Zucht am 20. Oktober 2016 vorgeschaltet gewesen. Dort wurden viele zuchtrelevanten Themen, wie zum Beispiel Änderungsvorschläge zu Rasse- und Zuchtzielbeschreibungen wie auch das Thema Äquirassen erörtert. Durch diese Ausschussarbeit, zu der insbesondere die Vorsitzenden und Zuchtleiter der BDZ-Mitglieder eingeladen waren, soll eine Entlastung der Mitgliederversammlung bringen. BDZ

Die Ziegenecke

Letzte Auktion für Ziegenböcke in Butzbach

Seit den 70er Jahren wurden in Butzbach Auktionen/Märkte für kleine Wiederkäuer durchgeführt. Anfang August führten die „Kooperierenden Ziegenzuchtverbände“ zum letzten Mal ihren 16. Ziegenbockmarkt in Butzbach durch. Zum Auftrieb kamen Weiße und Bunte Deutsche Edelziegen, Thüringer Wald Ziegen und natürlich Burenziegen.

Alle Tiere kamen aus CAE-unverdächtigen Beständen und waren darüber hinaus klinisch und serologisch auf Pseudo-TBC mit negativem Ergebnis untersucht worden. Bis auf zwei Altböcke wurden der Kör- und Prämiierungskommission 19 Jungböcke und drei Jungziegen vorgestellt. Bei den fünf WDE-Jungböcken hatte die Kat.-Nr. 2 vom Möhling/ Biolandhof Mager, Karben, die Nase vorn. Ihm folgte ein Tier aus dem Stall Steffens, Langgöns. Von den prämierten BDE-Böcken erhielt ein Bock aus der Zucht Sieverdingbeck, Borken in Westfalen, den Ia-Preis, der Ib-Preis ging an die Kat.-Nr. 9 von Hartmann, Gelsenkirchen. Bei den Burenziegen konkurrierten sieben Böcke um den Titel. In der älteren Klasse siegte die Kat.-Nr. 22 von Neubrech, Guldental. Sieger dieser Rasse wurde ein sehr harmonischer, gut bemuskelter Bock von Fehrentz, Laubach.Obwohl Auktionator Paul Linscheid alle Register seines Könnens gezogen hatte, war der Verlauf der Auktion zögerlich und unbefriedigend. Es sind lediglich drei „Ausreißer“ erwähnenswert: Der WDE-Altbock von Prof. Steffens, Langgöns, erlöste mit 1150 Euro den Spitzenpreis, ein weiterer WDE-Jungbock, ebenfalls von Steffens, wechselte für 650 Euro den Besitzer. Der schon erwähnte BDE-Spitzenbock mit der Kat.-Nr. 11 ging für 950 Euro aus dem Ring. Alle weiteren Böcke erhielten den Zuschlag bei 400 Euro. Von den 22 im Angebot stehenden Ziegen und Böcken konnten nur zwölf abgesetzt werden. Bei der guten Qualität der Tiere, dem investierten Aufwand und der geringen Auftriebszahl ist die Verkaufsquote von 55 % unbefriedigend und nicht nachvollziehbar. Es liegt jetzt an den Beteiligten der Kooperation, die Verkaufssituation im Ziegensektor zu analysieren und gegebenenfalls einen neuen Standort für eine Ziegenauktion zu finden.

Helmuth Lange, LLH Wetzlar

Minister Habeck stellt neues Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein vor

An den Runde-Tisch-Gesprächen waren zahlreiche Verbände beteiligt, die durch die Wiederbesiedlung des Landes betroffen sein könnten. Es waren Vertreter der Landwirtschaft (insbesondere der Nutztierhalter) ebenso beteiligt wie die schleswig-holsteinische Forstwirtschaft und Pferdesportverbände. Darüber hinaus beteiligten sich Vertreter der Naturschutz- und Tierschutzverbände sowie der behördliche Natur- und Tierschutz. Insgesamt tagte der Runde Tisch vier Mal, um die vielfältigen Probleme zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Auch künftig wird seine Arbeit weitergehen. Zwei Mal im Jahr wird er unter Federführung des LLUR zusammenkommen, um auf aktuelle Probleme zu reagieren und das Wolfsmanagement des Landes wenn nötig laufend an die aktuellen Erfordernisse anzupassen.

Seit 2007 gab es 29 Wolfsnachweise. Zudem wurden 108 Verdachtsfälle von Nutztierrissen gemeldet. In neun dieser Fälle wurde ein Wolf als Verursacher nachgewiesen. In 22 Fällen konnte ein Wolf nicht sicher ausgeschlossen werden. Insgesamt wurden seit 2007 rund 36 000 Euro an Entschädigungen gezahlt, davon der größte Teil an zwei einzelne Nutztierhalter. Für die Prävention von Schäden durch Herdenschutzmaßnahmen lagen die Kosten bei 216 000 Euro.

Gemeinsam mit Schafhaltern, Jägern und Naturschützern hat das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium das Wolfsmanagement auf neue Füße gestellt. Neben einer behördlichen Basis gehören mehr Wolfsbetreuer, neue Regeln bei der Entschädigung und Lösungen beim Umgang mit verletzten Wölfen zu den Kernpunkten.

Erarbeitet wurden sie gemeinsam beim Runden Tisch. "Mit dem neuen Management schaffen wir eine breit akzeptierte Basis für den weiteren Umgang mit dem Wolf. Die ist angesichts der schwierigen Debatten und der unterschiedlichen Interessen besonders wertvoll. Und es ist der Bereitschaft aller zu konstruktiven Lösungen zu verdanken", sagte Minister Habeck heute (12. August 2016) in Kiel, wo er gemeinsam mit dem Landesverband der Schleswig-Holsteinischen Schafzüchter, dem NABU und dem Koordinator der Wolfsbetreuer, Jens Matzen, die Ergebnisse des Runden Tisches vorstellte.

Anlass für die Überarbeitung des Wolfsmanagements war, dass der Aufwand im Umgang mit dem Wolf deutlich gestiegen war. So wuchs die Zahl der Wolfsnachweise, die Meldungen über möglicherweise durch Wölfe gerissene Tiere stiegen vor allem 2015 an und in einigen Fällen wurden durch Wölfe größere Verluste in Nutztierbeständen gemeldet. Daher hatte Minister Habeck den Runden Tisch, der unter seiner Amtsvorgängerin Juliane Rumpf 2009 das erste Management entwickelt hatte, im Sommer 2015 wieder einberufen, um neue und auch strittige Fragen zu klären und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen im Herbst im Rahmen einer Broschüre veröffentlicht werden.

Ein Schwerpunkt war die Frage von Entschädigungszahlungen, die bislang aufgrund des EU-Wettbewerbsrechts (Deminimis-Beihilfen) auf maximal 15 000 Euro pro Betrieb, innerhalb von drei Jahren, begrenzt sind. Diese Höhe wurde in jüngster Vergangenheit überschritten beziehungsweise nahezu erreicht. Um für solche Fälle gewappnet zu sein, wird das Ministerium hier eine Aufhebung der Grenze beantragen und dafür bei der EU die Förderrichtlinie notifizieren lassen. "Das heißt auch, dass bestimmte Kosten, wie Tierarztkosten nach einem Wolfsübergriffe, nur noch 80 Prozent durch das Land ersetzt werden können. Aber alles in allem ist es aus Sicht der Beteiligten beim Runden Tisch dennoch die bessere Lösung", sagte Habeck.

Die Schäden berechnen sich künftig nach einem von allen Seiten akzeptierten Kalkulationsverfahren. Zudem werden bestimmte Mitwirkungspflichten der Tierhalter und Tierhalterinnen festgelegt. So müssen sie Fälle von potentiellen Wolfsrissen spätestens am Tag nach dem Vorfall melden oder dürfen getötete Tiere beispielsweise nicht bewegen, bevor ein Wolfsbetreuer sie untersuchen konnte. "Nach jedem Riss müssen wir die Bisspuren untersuchen und Proben nehmen. Nur dann lässt sich herausfinden, ob ein Wolf angegriffen hat oder ein anderes Tier", sagte der Koordinator der Wolfsbetreuer, Jens Matzen.

Intensiv diskutiert wurde auch, wie mit Wölfen umzugehen ist, die bei Unfällen verletzt werden und unter welchen Rahmenbedingungen eine Nottötung möglich ist, um die Tiere aus Gründen des Tierschutzes von ihren Leiden zu erlösen. Dies ist insbesondere deshalb anspruchsvoll, weil Wölfe nach dem Bundesnaturschutzgesetz und dem EU-Recht streng geschützte Tiere sind und grundsätzlich ein Tötungsverbot gilt. Der Runde Tisch hat nun gemeinsam mit den Veterinärbehörden des Landes und der schleswig-holsteinischen Tierärztekammer einen rechtsicheren Weg für eine Nottötung abgestimmt. So sollen die Polizei und Tierärzte eine vorweggenommene Ausnahmegenehmigung erhalten, um dann einen Wolf von seinen Leiden zu erlösen, wenn er so schwer verletzt ist, dass er sich nicht mehr von der Unfallstelle entfernen kann. Ein Tierarzt muss nicht zwangsläufig vor Ort sein.

Bereits 2015 hatte das Land das Wolfsmanagement neu strukturiert und beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) angesiedelt und die Rolle des Koordinators der Wolfsbetreuer fest etabliert. Darüber hinaus wurde mit einem Fachwissenschaftler der TU Dresden als sogenannte erfahrene Person die Übernahme weiterer Aufgaben vereinbart. Zusätzlich wurden neue ehrenamtliche Wolfsbetreuer geschult, damit steigt die Zahl von 40 auf 70. "Wir haben das Management behördlich verankert, um es zu stärken. Aber die Arbeit der ehrenamtlichen Wolfsbetreuer ist unentbehrlich. Ihr hohes Engagement und ihre Fachkunde sind gefragt. Es ist wertvoll, dass nun noch mehr Wolfsbetreuer uns unterstützen", sagte Habeck. Zudem werden seit 2016 erstmals spezielle Haushaltsmittel in Höhe von 100 000 Euro in den Haushalt des zuständigen Umweltministeriums eingestellt – zuvor waren anfallende Ausgaben jeweils aus dem laufenden Haushalt des Naturschutzes finanziert worden.

 Es wurden im Rahmen der Runde-Tisch-Gespräche Empfehlungen für den Fall von Wolfsbegegnungen erarbeitet. Neben anderen wurde insbesondere festgelegt, dass Wölfe unter keinen Umständen gefüttert werden dürfen, da an Menschen gewöhnte Wölfe in der Folge aufdringlich oder aggressiv einfordern könnten. Um solchen Entwicklungen entgegenwirken zu können, wurden entsprechende Fütterungen im Rahmen der Regelungen des Landesnaturschutzgesetzes auch rechtlich untersagt. Die Regeln sollen in einem Flyer veröffentlicht werden.

Schafbockauktionen des Landesverbandes 2016 – Viele Premieren und zähe Verkäufe

Der Hammer auf den Husumer Auktionen des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. im Jahr 2016 ist zum letzten Mal gefallen und nun ist es wieder an der Zeit Bilanz zu ziehen und einen Überblick über den Verlauf zu geben.

Der Auktionsreigen der Husumer Schafbockauktionen begann in diesem Jahr mit der größten Rasse Schleswig-Holsteins, den Texeln. Diese füllten in den ersten beiden Auktionstagen die Messehalle mit insgesamt 286 Tieren aus 33 Zuchten. Am Mittwoch waren die Texel aus den Bezirken Eiderstedt und dem restlichen Schleswig-Holstein dran. Neben vielen Schafhaltern waren auch zahlreiche Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen in die Messehallen gekommen und so wurde die Prämierung von vielen neugierigen Augen und den Kameras verfolgt. In diesem bunten Treiben hatte die Prämierungskommission des ersten Tages, bestehend aus Gernand von Massow, Reimer Bährs und Ingo Penn, also viel zu tun mit den 147 gemeldeten Tieren, deren Qualität insgesamt sehr gut war. Der Rassesieger wurde schließlich die Kat. Nr. 40, ein einjähriger Bock aus der Zucht von Alf-Thomas Feddersen, Poppenbüll. Knapp dahinter folgte der Reservesieger, die Kat. Nr. 90, ein Lammbock aus der mittleren Gruppe aus der Zucht von Hans Erhard Luhn, Tetenbüll. Verkauft wurde der Rassesieger später für 1.100 €, das Höchstgebot des Tages, und der Reservesieger für 700 €. Gleich zu Anfang der Bockauktion war außerdem die erste Premiere „an der Reihe“. Unter allen Texel-Böcken wurde diesmal auch der „Fleischsieger“ der Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch e.V. (WDL) auserkoren. Das besondere an diesem Preis ist, dass der Käufer dieses Tieres einen Gutschein in Höhe von 100 € von der WDL erhält. Der Fleischsieger wird jeweils von einem WDL-Vertreter auserkoren und dabei kommt es besonders auf die Fleischleistung an. Zum ersten Husumer-WDL-Fleischsieger wurde der 1a-Bock der älteren Lammbock-Gruppe, die Kat. Nr. 75, aus der Zucht von Hauke Peters, Tating, ernannt, der auf der Auktion für 900 € ersteigert wurde. Am Ende des Tages war Kalli Fischer, der Auktionator, ganz schön geschafft, denn er durfte mit dem Hammer 119 mal zuschlagen und erzielte einen Durchschnittspreis von 484 €. 20 Tiere gingen leider zurück an ihre Besitzer.

Am Donnerstag ging es dann weiter mit den Texeln aus den Bezirken Dithmarschen, Husum, RD/ECK und Südtondern. Schon morgens beim Auftrieb konnten die ersten Zuschauer sehen, dass die 154 Böcke von guter Qualität waren und sich seit der Körreise gut entwickelt hatten. Die Prämierungskommission am zweiten Tag bestand aus Gernand von Massow, Karl-Dieter Fischer und Christian Lorenzen-Nissen, die sich der Herausforderung, die besten Böcke zu finden, stellten. Und die Entscheidungen in den einzelnen Gruppen fielen nicht leicht! Am Ende führte aber kein Weg an dem Lammbock mit der Kat. Nr. 223 aus der Zucht von Hans Albert Andresen, Bargum, vorbei, der bei der Auktion für 800 € den Besitzer wechselte. Reservesieger wurde an diesem Tag ein Jährlingsbock, die Kat. Nr. 195, aus der Zucht von Renke Brandt. Er kam für 850 € unter den Hammer. Auch an diesem Tag wurde wieder der WDL-Fleischsieger gesucht und in einem Lammbock mit der Kat. Nr. 248 aus der Zucht von Niels Löbkens gefunden. Verkauft wurde er für 850 €.

Und auch der zweite Tag hatte wieder eine Premiere zu bieten. Zum ersten Mal nahm Alf-Thomas Feddersen den Auktionshammer in die Hand. Und er machte seine Arbeit gut, denn von den 147 aufgetriebenen Böcken konnten 123 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 492 € verkauft werden. Für 24 Tiere konnte er keinen neuen Besitzer finden. Trotz anfänglicher Nervosität durfte unser Jung-Auktionator am Ende des Tages zahlreiches Lob zurecht entgegen nehmen.

Am Freitag wurde es dann vielfältiger in Husum. Neben den Weißköpfigen und Schwarzköpfigen Fleischschafen wurden auch die Rassen Charollais, Zwartbless, Oxford Down, Ile de France, Berrichon du Cher, sowie die Landschafrassen Ouessant, Coburger Fuchsschaf und Bentheimer Landschaf aufgetrieben. So bot sich den Zuschauern ein sehr buntes Bild unserer Schafrassen in den Messehallen in Husum.

Los ging es mit der großen Gruppe der Weißköpfe und einer weiteren Premiere. Zum ersten Mal wurden auch weidemastgeprüfte Böcke aufgetrieben. Im Rahmen des EIP-Projektes „Tiergenetische Ressourcen“ entstand die Idee des Weidemastversuches für das Deutsche Weißköpfige Fleischschaf, bei der alle Tieren unter gleichen Bedingungen aufgewachsen sind und der Einfluss verschiedener Haltungsformen somit ausgeschlossen werden kann. Die Tiere wurden ausschließlich auf der Weide großgezogen.

Aufgrund der vielen Rassen hatte es die Prämierungskommission, bestehend aus Hardy Marienfeld, Christian Lorenzen-Nissen und Dr. Angelus Brandt, wirklich nicht leicht, denn für jede Rasse mussten die Sieger der Gruppen bestimmt werden. Von den insgesamt 113 Weißköpfen im Katalog waren 21 weidemastgeprüfte Lammböcke mit dabei. Die Weidemastböcke wurden in einer Extra-Gruppe gesichtet. Und dass sich Böcke auch ohne Schrot gut entwickeln können, zeigte der Bock Kat. Nr. 364 aus der Zucht von Jann-Dietrich Ketels, Borgsum, der zum Reservesieger ernannt wurde. Zum Rassesieger wurde die Kat. Nr. 331 aus der Zucht von Kai Fischer, Sommerland, erwählt. Der Siegerbock brachte 900 €, den Höchstpreis der Weißköpfigen Fleischschafe, und der Reservesieger 250 € ein. WDL-Fleischsieger wurde die Kat. Nr. 370, aus der Zucht von Jörg-Uwe Gloe, Warmhörn, der für 400 € verkauft wurde.

Bei den Schwarzköpfigen Lammböcken waren insgesamt 15 Tiere, alle aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog, zur Auktion gemeldet. Zum Rassesieger wurde der Lammbock mit der Kat. Nr. 423 ernannt, der als teuerster Bock der Rasse für 500 € versteigert wurde. Reservesiegerin wurde ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 426, das für 250 € unter den Hammer kam. WDL- Fleischsieger, bei der zweitgrößten Rasse deutschlandweit gesehen, wurde Kat. Nr. 416, die für 450 € den Besitzer wechselte.

Danach wurde es bunt im Ring. Bei den Ile de France, Ouessant und Oxford Down stand jeweils nur ein Bock zur Prämierung. Der Oxford Down und der Ile de France-Bock aus der Zucht von Susann und Peter Thies, sowie der Ouessant Bock aus der Zucht von Klaus-Rainer Schwormstede wurden mit einem 1. Preis ausgezeichnet. Leider konnten alle drei Böcke nicht verkauft werden. Die größte Gruppe der Landschafe bildeten mit 7 Tieren die Bentheimer Landschafe. Hier konnte am Ende der Altbock mit der Kat. Nr. 438a aus der Zucht von Andrea Boldt-Lynsche, Panker, überzeugen. Er wurde nicht nur Rassesieger, sondern konnte mit 350 € auch einen guten Preis erzielen. Den Reservesieger stellte Hauke Reimers mit einem Jährlingsbock, Kat. Nr. 439. Auch die Rasse Zwartbless war durch vier prämierungsfähige Tiere aus dem Stall von Carsten Haalck, Linden, vertreten. Das Mutterlamm mit der Kat. Nr. 447 wurde zur Rassesiegerin erkoren und auf der Auktion für 250 € verkauft. Reservesieger wurde ein Lammbock mit der Kat. Nr. 445, der für 350 € den Besitzer wechselte. Und damit war der bunte Prämierungsreigen noch nicht beendet. Als nächstes kamen die Charollais in den Ring. Von den 59 im Katalog aufgeführten Tieren waren 30 Böcke und Schafe zur Prämierung zugelassen. Zum Rassesieger wurde die Kat. Nr. 481, ein Lammbock aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog, erkoren. Der Reservesieger kam aus der Zucht von Volker Derbisz, Hamburg, ein älterer Lammbock mit der Kat. Nr. 454, der gleichzeitig auch zum WDL- Fleischsieger ernannt wurde.

Nachdem die Auktionen für die Charollais in den letzten zwei Jahren sensationell liefen, wurde die Auktion dieser Rasse mit Spannung erwartet. Von 2014 auf 2015 ist die Anzahl der Herdbuch-Tiere bei den Charollais von 132 auf 240 angestiegen. Damit sind die Charollais schleswig-holsteinweit die 5. größte Rasse. Nach dem Tag Auszeit gestärkt, nahm unser Auktionator Kalli Fischer wieder seinen Platz am Pult ein und die Versteigerung ging los. Die Landschafrassen sowie die Zwartbless, Ile de France, Oxford Down und Berrichon du Cher kamen nach der ersten Runde der Weißköpfe, Schwarzköpfe und Charollais komplett zur Versteigerung in den Ring. Für die Landschafe lief es in diesem Jahr etwas besser als 2015. Bei den Coburger Fuchsschafen wechselten alle 4 Böcke zu einem Durchschnittspreis von 388 € den Besitzer. Bei den Bentheimern wurden 5 von insgesamt 7 Tieren für durchschnittlich 314 € verkauft. Die Auktionen für die Weißköpfe verlief leider recht schleppend, so dass 40 Tiere, trotz größter Mühe von Kalli Fischer, wieder mit in den Heimatstall genommen werden mussten. Am Ende wechselten 63 Tiere bei einem durchschnittlichen Preis von 409 € den Besitzer.

Danach kamen die mit Spannung erwarteten Charollais Böcke in den Ring. Dieses Jahr wurden 41 der 46 Böcke verkauft. Der Durchschnittspreis lag hierbei bei 593 €. Dabei lag das Gebot für den Rassesieger bei 900 € und für den Reservesieger bei 1.000 €. Der teuerste Bock, die Kat. Nr. 457 aus der Zucht von Volker Derbisz, erhielt den Zuschlagspreis von 1.600 €.

Am letzten Tag füllten 26 Blauköpfe, 153 Suffolks und 7 Swifter die Husumer Messehallen. Die Prämierungskommission, bestehend aus Gernand von Massow, Henning Hinz und Hans Erhard Luhn, hatten viel zu tun an diesem Morgen. Zuerst musste der Rassesieger der Blauköpfe ermittelt werden. Am Ende entschied man sich für die Kat. Nr. 519 aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt. Bei der Auktion erhielt er einen Zuschlagspreis von 500 €. Reservesiegerin wurde ein Mutterschaf mit der Kat. Nr. 532 aus der Zucht von Jens Kohrs,Poppenbüll, das auf der Auktion für 300 € unter den Hammer ging. Auch bei den Blauköpfen wurde ein WDL-Fleischsieger auserkoren. Gewonnen hat diesen Preis die Kat. Nr. 525 aus der Zucht von Heinz Hauschild. Der Lammbock erzielte mit 850 € den Höchstpreis auf der Auktion. Die 17 verkauften Tiere erzielten einen durchschnittlichen Preis von 382 €. Weiter ging es mit der Gruppe der Suffolks. Insgesamt 153 Tiere waren im Katalog aufgeführt von denen 12 fehlten. Die Prämierungsgruppen waren also recht groß, so dass die Jährlingsgruppen nochmal aufgeteilt werden mussten. In diesen Gruppen wurden dann auch der Rassesieger und der Reservesieger gefunden. Die Kommission entschied die Kat. Nr. 617 aus der Zucht von Andreas Pirdzuhn, Todesfelde, ganz nach vorne zu stellen. Reservesieger wurde Kat. Nr. 636 aus der Zucht von Heinrich Schippmann, Steinburg. Der Rassesieger verließ für 1.500 € den Ring und erzielte somit den Höchstpreis des Tages. Auch der Reservesieger bekam bei einem guten Preis von 1.000 € den Zuschlag. Der WDL- Fleischsieger wurde die Kat. Nr. 613 von Jens Reitmann, Reinfeld, der zwar nicht die Prämierungsbedingungen erfüllte, aber durch seine Bemuskelung, sein Gewicht und seinen BLUP- Zuchtwert überzeugen konnte. Er wechselte für 550 € den Besitzer.

Auch am letzten Tag gab Kalli Fischer seinen Auktionshammer aus der Hand und übergab ihn unserem Gastauktionator Dieter Brockhoff aus Niedersachsen, der bereits im letzten Jahr schon Husumer Auktionsluft schnuppern konnte. Er konnte insgesamt 129 Suffolks verkaufen und es errechnete sich ein Durchschnittspreis von 461 €.

Bei den Swiftern aus der Zucht von Hans Helmut Schröder wurde die Kat. Nr. 693 zum Rassesieger erkoren und der Reservesieger wurde die Kat. Nr. 692. Auf der Auktion konnten alle Swifter verkauft werden, der Rassesieger erzielte hierbei einen Preis von 500 €, den Höchstpreis dieser Rasse, und der Reservesieger einen Preis von 400 €.

An den vier Auktionstagen besuchten auch einige Ehrengäste die Messehallen. So konnten wir u.a. die ehemalige Lammkönigin Jane Petersen, den Bürgermeister von Husum Uwe Schmitz und Klaus Jensen (CDU) begrüßen. Die Züchter der Rassesieger wurden jeweils mit einem Ehrenpreis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, sowie mit einer Medaille bzw. Plakette der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Züchter der Reservesieger erhielten jeweils den Ehrenbecher des Landesverbandes. Zudem gab es noch als i- Tüpfelchen für den Käufer des Siegerbockes eine Leckschale von Crystalyx. Für die Stiftung dieser Preise danken wir recht herzlich, da sie doch eine besondere Anerkennung für die Arbeit der Züchter darstellen!

Besonders bedanken wir uns auch bei der Firma Baumann GmbH & Co KG, die die Prämierungen der Texel an beiden Tagen unterstützt hat und bei der Firma Kleißner, die die Suffolk-Prämierungen gesponsert hat!

Allen Züchtern an dieser Stelle nochmals herzliche Glückwünsche!

Nach dem letzten „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ ging es ans Aufräumen! Die Messehalle musste wieder direkt und komplett durch den Landesverband gereinigt werden. Dank einiger Helfer ging das Aufräumen und das Reinigen schneller als gedacht und die Auktionen in Husum 2016 konnten als beendet erklärt werden. Allen Helfern dafür einen riesengroßes DANKESCHÖN!!

Die Qualität unserer Tiere war über alle Rassen hinweg hoch. Deswegen überraschte der zähe Auktionsverlauf. Mitunter könnte das Wetter an den relativ schlechten Verkaufszahlen im Vergleich zu den letzten beiden Jahren Schuld sein. Viele Landwirte waren noch voll mit der Ernte beschäftigt und die große Hitze in der Halle hat die Käufer vielleicht träge gemacht. Nichts desto trotz waren die Auktionen wie immer eine Gelegenheit für viele Schafhalter aus Nah und Fern endlich mal wieder mit alten Bekannten zu "schnacken" und sich über die neuesten Entwicklungen in der Schafhaltung zu informieren.

Der Landesverband möchte sich bei allen Helfern und Mitarbeitern für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne die die Auktionen in Husum bestimmt nicht so reibungslos verlaufen wären! Vielen Dank auch an die Sponsoren der Stadt Husum, der Ringagentur Westküste und der Firma Stöfen! Nicht zuletzt ein großer Dank an Kalli Fischer, Alf- Thomas Feddersen und Dieter Brockhoff, die einen tollen Job geliefert haben!

Zahlreiche Zuschauer bei der Auktion in Neuenbrook

Die letzte Auktion des Landesverbandes fand traditionell in Neuenbrook, diesmal am Freitagabend den 09. September in der Reithalle Kölling, statt. Zu den 43 Tieren der Rassen Blaukopf, Suffolk, Weißkopf, Texel, Charollais und Ouessant im Katalog wurden noch 8 Böcke und 2 Schafe, die in Husum nicht verkauft werden konnten, zur Versteigerung angeboten. Zuerst wurden die Tiere gekört und dann prämiert, danach ging es dann ans versteigern. Viele Schafhalter und Besucher hatten sich zu diesem Schafabend auf den Weg gemacht und so füllte sich die Halle schnell. Bei Würstchen und Kartoffelsalat konnten viele Gespräche geführt werden und so verging die Zeit bis zur Versteigerung wie im Flug. Bei der Auktion konnten 25 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 280,00 € verkauft werden. Bei der Prämierung überzeugten folgende Tiere die Prämierungskommission und wurden zum jeweiligen Rassesieger erkoren: Kat.Nr. 696 aus der Zucht von Kay Poggensee (Weißkopf- Lammbock), Kat.Nr. 141 aus der Zucht Bernd Beckmann (Texel-Mutterschaf), Kat.Nr. 728 aus der Zucht von Willi Hüllmann (Ouessant- Lammbock) und Kat.Nr. 735 aus der Zucht von Jürgen Schlüter (Charollais- Lammbock).

Gelungener Landschaftag 2016 in Warder

Am 10. September war es wieder soweit. Bei schönstem Wetter trafen sich die Landschafzüchter aus Schleswig-Holstein zum Landschaftag im Tierpark Arche Warder. Vor einem großen Publikum wurden die verschiedenen, in Schleswig-Holstein vertretenen, Landschafrassen zur Körung und Prämierung vorgestellt. Das Gelände rund um das „Haus der Natur“ war wunderschön vom Team des Tierparks, besonders Carolin Reimertz, dekoriert und die Anlieferung der Tiere am frühen Morgen klappte reibungslos. Zur Stärkung gab es dann anschließend ein leckeres Frühstück für Züchter und Besucher.

Die Körkommission, bestehend aus Hardy Marienfeld, Frauke Wechselberg, Anke Mückenheim und Michow Schröder, hatte viel zu tun, da insgesamt 75 Tiere der unterschiedlichsten Landschafrassen aufgetrieben wurden. Die Körung fand in zwei Ringen statt. Bewertet wurden die Tiere nach ihrer Wollqualität, Bemuskelung und der äußeren Erscheinung. In beiden Ringen zeigte sich insgesamt eine sehr gute Qualität der Schafe und Böcke. Anschließend mussten die Tiere noch zügig gewogen werden. Nach einer kurzen Stärkung mit Gulasch oder Gemüsepfanne folgte die Prämierung in nur einem Ring, bei der sich die besten Tiere präsentieren durften.

Den Anfang machten die Grauen Gehörnten Heidschnucken, die den kurzschwänzigen nordischen Heideschafen zugehörig sind. Sie sind eine alte Landschafrasse, die besonders gut an die Verhältnisse der Heidelandschaft angepasst ist. Mutterschafe haben nach hinten gebogene und Böcke schneckenartige Hörner. Als Rassesieger wurde hier die Kat. Nr. 6 bestimmt, ein einjähriger Bock aus der Zucht von Helmut Widderich, Heide.

Auch die Weiße Gehörnte Heideschnucke ist gut für die Beweidung von Heide- und Moorflächen geeignet. Die weiße Mischwolle dieser Rasse besteht im äußeren Vlies aus grobem Oberhaar und im Inneren aus feinem, weichen Unterhaar. Hier wurde ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 12 aus der Zucht von Wolf Müller, Hamburg, zur Rassesiegerin ernannt.

Als nächstes waren die Skudden an der Reihe. Auch die Skudde gehört zur Gruppe der kurzschwänzigen nordischen Heideschafe und kann mit einem weißen, braunen oder schwarzen Vlies auftreten. Sie wird schon seit langer Zeit in Nordeuropa gehalten und ist sehr ursprünglich. Dieses Jahr waren in Warder nur Tiere aus der Zucht von Voeltz/Westphal, Horst, vertreten. Rassesiegerin wurde hier ein Mutterschaf mit der Kat. Nr. 18.

Die Coburger Fuchsschafe besiedelten im 19. Jhd. weite Teile der europäischen Mittelgebirge. Sie sind mittelgroße, edle Schafe von goldgelber bis rostbrauner Farbe, die vermehrt zur Landschaftspflege eingesetzt werden. Die vorgeführten Coburger stammten alle aus der Zucht von Frauke Wechselberg, Neutestorf. Eindrucksvoll präsentierte die Körkommission, bei der Begutachtung der Tiere, dem interessierten Publikum die golden bis rotbraun schimmernde Wolle. Rassesiegerin wurde schlussendlich das Mutterschaf mit der Kat. Nr. 21.

Das Rhönschaf, ein mittelgroßes Schaf mit typisch schwarzhaarigem, hornlosem, bis hinter die Ohren unbewolltem Kopf, kam als nächstes in den Ring. Außer dem Kopf ist der meist kräftige und lange Körper des Rhönschafes weiß. Es gehört zu den ganz alten deutschen Schafrassen und wurde erstmals 1846 namentlich erwähnt. Das Rhönschaf wird besonders zur Landschaftspflege in rauen Mittelgebirgslagen eingesetzt, da es sehr anspruchslos und widerstandsfähig ist. In dieser Rasse wurde die Kat. Nr. 27, ein Mutterlamm aus der Zucht von Nicole Potyka, Hamburg, zur Rassesiegerin erklärt. Anschließend lobte Hardy Marienfeld den Zuchtfortschritt in der Rhönschafzucht in Schleswig-Holstein, der an diesem Jahrgang deutlich zu sehen war.

Besonders stark waren dieses Jahr wieder die Ouessant Schafe auf dem Landschaftag vertreten. Sie sind die kleinste Schafrasse der Welt und durch natürliche Selektion im rauhen Klima der Atlantikküste vor der Bretagne ist eine sehr widerstandsfähige und anspruchslose Rasse entstanden. Die Vliesfarbe ist einheitlich schwarz, braun oder weiß. Nachdem die Tiere in den einzelnen Gruppen gerichtet wurden stellte Horst Feddersen, Drelsdorf, mit der Kat. Nr. 44, aus der Gruppe der Mutterlämmer, die Rassesiegerin. Dieses Tier wurde als Siegerin über alle Rassen anschließend zusätzlich mit einem Ehrenpreis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Charakteristisch bei den Walliser Schwarznasenschafen sind die schwarzen Partien an Nase, Augen, Ohren, Vorderknien, Sprunggelenkknöcheln und Füßen im ansonsten weißen Fell. Weibliche Tiere haben zusätzlich schwarze Schwanzflecken. Beide Geschlechter bilden gedrehte Hörner aus. Bei dieser Rasse stellte die Kommission das Mutterschaf mit der Kat. Nr. 49 aus der Zucht von Peter Sellhorn, Rausdorf, ganz nach vorne.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist ein mittelgroßes Schaf, dass von den Küstengebieten der Ostsee stammt. Es ist widerstandsfähig und wird vor allem für die Landschaftspflege eingesetzt. In Warder waren dieses Jahr drei Züchter vertreten, die ihre schönsten Tiere der Körkommission vorführten. Am Ende konnte das Mutterschaf mit der Kat. Nr. 55 , aus der Zucht von Anna Wegener, Dakendorf, den Titel für sich entscheiden. Sie wurde mit einer Medaille der Landwirtschaftskammer Schleswig- Holstein geehrt.

Zum ersten Mal wurden beim Landschaftag auch die Leineschafe in den Ring geführt. Diese mittelrahmigen Landschafe waren ursprünglich im niedersächsischen Leinebergland zwischen Göttingen und Hannover, sowie im Eichsfeld verbreitet. Von dem Verbreitungsgebiet entlang des Leineflusses wurde der Name Leineschaf abgeleitet.

Zurückzuführen ist die Rasse auf das schlichtwollige Rheinische Landschaf, das mit verschiedenen englischen Rassen Mitte des 19. Jahrhunderts gekreuzt wurde. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden etwa 1500 Leineschafe als Reparationszahlungen nach Polen gebracht und blieben dort nahezu unverkreuzt bis in die Jahrtausendwende erhalten. Rückimporte aus Polen - 30 Zuchtböcke und etwa 70 weibliche Tiere aus der bis 2002 in Cerkwica noch vorhandenen staatlichen Zuchtherde - erreichten in der Zeit von 1993-1999 Sachsen und Thüringen, wo Leineschafzuchten des „ursprünglichen Typs“ wiederaufgebaut wurden. Einkreuzungen in Westdeutschland seit etwa 1965 mit den fruchtbareren Ostfriesischen Milchschafen und den fleischreicheren Texelschafen führten in Niedersachsen zu einem „neuen schwereren Typ“ des Leineschafes, welches dort zu den Fleischschafen gehört. Seit kurzem wird in Deutschland keine Unterteilung dieser beiden Rassen mehr vorgenommen. In Warder stellte die Züchterin Anne Nimtz, Norderstedt, ihre Tiere der Jury vor. Rassesiegerin wurde schließlich ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 69. Das Bentheimer Landschaf zeichnet sich neben der dunklen Zeichnung im Gesicht besonders durch den langen bewollten Schwanz aus. Es ist ein großrahmiges, hochbeiniges Schaf, das besonders marschfähig und widerstandsfähig ist. Im Kampf um den Rassesieg setzte sich ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 82 aus der Zucht von Ludger Lüttel, Meddewade, durch.

Dann gab es noch eine Premiere. Zum ersten Mal wurde dieses Jahr auch ein Wollsieger unter allen Tieren auserwählt. Die Idee dahinter entstammte dem „Arbeitskreis Landschafe“ des Landesverbandes und soll den besonderen Stellenwert, den die Wolle bei den Landschafen einnimmt, hervorheben. Während der Prämierung wurde hierfür schon bei den einzelnen Tieren die Wolle genau begutachtet und potenzielle Kandidaten ausgesucht. Die Entscheidung viel der Kommission sichtbar nicht leicht, da sich die Tiere allesamt durch eine sehr gute Wolle auszeichneten. Zudem ist die Wolle bei den verschiedenen Rassen sehr unterschiedlich. Man unterteilt in Haarschafe, mischwollige, schlichtwollige und feinwollige Schafe, je nach Anteil von Ober- und Unterhaar. Nach langer Überlegung wurde der Sieger dann die Kat. Nr. 25, ein Rhönschaf-Mutterlamm aus der Zucht von Nicole Potyka. Rhönschafe zeichnen sich durch eine weiße Schlichtwolle mit einem typischen Glanz und einer Feinheit von 32 bis 38 Mikron aus. Die Reseversiegerin, Kat. Nr. 38, ein Ouessant-Mutterschaf aus der Zucht von Livija Furken, Ahrensburg, zeichnet sich dagegen durch eine ganz andere Wolle aus. Die Beschaffenheit der Ouessantwolle ist dicht und grob mit einer sehr dichten Unterwolle und einer einheitlichen Farbe des Vlieses. Die Feinheit beträgt 27 bis 28 Mikron. Bemerkenswert ist, dass das Gewicht der Wolle des Ouessantschafs bis zu 10% des Gesamtgewichts des Tieres ausmacht, und damit eine Vliesausbeute von 1-2 kg trotz der geringen Körpergröße möglich macht.

An dieser Stelle noch einmal ein großes Lob an alle Züchter und Züchterinnen, die ihre Tiere sehr gut für die Ausstellung vorbereitet hatten und sie so auch im Ring ausgezeichnet präsentiert haben.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages war der anschließende Jungzüchter Wettbewerb, der abwechselnd anläßlich der Norla in Rendsburg oder im Tierpark Arche Warder stattfindet. Teilgenommen haben dieses Mal Hans Paul Weiss, Karl Walter, Marit Sievers, Malo Schmook, Deik Reimers, Nina Reimers, Neo Marcel Recht, Elisabeth Weiss, Livija Furken und Kristina Goertz. Alle Kinder mussten sich den teils kniffligen Fragen der Jury, bestehend aus Janine Bruser und Hardy Marienfeld stellen. So wurde zum Beispiel gefragt, welche Landschafrassen es gibt oder welche Krankheiten ein Schaf bekommen kann und wie man diese behandeln könnte. Auch ein Anbindeknoten gehörte zu den Aufgaben, denen sich die Kinder stellen mussten. Diese und weitere Fragen beantworteten die Kinder mit Leichtigkeit und manch eines verblüffte die Jury mit seinem tollen Knoten. Besonders schwer fiel da die Entscheidung, wer der Sieger der älteren und der jüngeren Gruppe der Kinder werden sollte. Bei der älteren Gruppe fiel die Wahl schließlich auf Malo Schmook, der die Fragen der Jury souverän beantworten konnte. Bei den jüngeren Kindern zeigte die erst vierjährige Nina Reimers einen so guten Knoten, dass sie schlussendlich in ihrer Gruppe auserwählt wurde. Insgesamt waren alle Kinder sehr gut vorbereitet, in Bezug auf die Fragen der Jury und auch im Umgang mit ihren Tieren. So freuten sich alle über die zahlreichen Preise, die es am Ende zu verteilen galt. An dieser Stelle bedanken wir uns für die schönen Spenden für den Jungzüchter-Wettbewerb, die von den Firmen Josera, Schaumann, Dr. Schaette, Köhler, Steffen, Kleißner und der HaGe sowie von Fred Wachsmuth gestellt wurden.

Nicht nur die Kör-und Prämierungskommission richteten die Tiere an diesem Tag, auch das Publikum konnte unter allen anwesenden Schafen und Böcken den Mr. und die Mrs. Warder 2016 wählen. Mr. Warder wurde in diesem Jahr der Ouessant- Bock Kat.Nr. 34 aus der Zucht von Heike und Hans Sievers und Mrs. Warder die Coburger Fuchsschafdame Kat.Nr. 23 aus der Zucht von Frauke Wechselberg.

Auch das vielfältige Rahmenprogramm war einen Besuch des Landschaftages wert. Der Tierpark Arche Warder bot ein einzigartiges Ambiente für die vielen Schafrassen und lockte zahlreiche Besucher an. Auch die kleinen Verkaufsstände für Wollartikel, Verarbeitungsprodukte und sonstigen wunderbaren Artikel rund um das Schaf rundeten das bunte Bild ab. Wer sich für das Spinnen interessierte konnte hier einen Einblick in die hohe Kunst des Spinnens bekommen und sich über dieses alte Handwerk gut informieren. Durch das große Engagement der Züchter, die fleißig gebacken hatten, konnten am Schluss noch Kaffee und Kuchen, bei einem gemütlichen Beisammensein verzehrt werden.

Allen Züchtern nochmals einen herzlichen Glückwunsch zu den hervorragenden Tieren, die die Kommission und die Zuschauer bewundern durften!

Insgesamt war die Veranstaltung in Warder rundum gelungen. Dafür bedankt sich der Landesverband bei den Züchtern, den Prämierungsrichtern und allen Helfern und Teilnehmern! Ganz besonderer Dank gilt aber Carolin Reimertz und dem Team vom Tierpark Arche Warder für die Vorbereitungen und die viele Arbeit, ohne die der Tag nicht so erfolgreich verlaufen wäre!

Klauenpflegelehrgang in Kühsen

Am 15. Oktober 2016 fand wieder der Klauenpflegelehrgang auf dem Betrieb von Jochen Heinrich Martens in Kühsen statt. Rund 10 Teilnehmer hatten sich eingefunden, um die Klauenpflege in Theorie und Praxis zu erlernen. Nach einer kurzen Einführung, in der auch die möglichen Klauenerkrankung erklärt wurden, ging es los in die praktische Arbeit. Auch bei der Stärkung zu Mittag tauschten die Teilnehmer sich rege über ihre Erfahrungen mit der Schafhaltung aus. Jochen Heinrich Martens beantwortete viele Fragen und zeigte die richtigen Griffe für eine gute Klauenpflege, so dass alle Teilnehmer am Ende des Tages mit viel neuem Wissen nach Hause fahren konnten. Ein großes Dankeschön für die tolle Organisation und Durchführung an Jochen Heinrich Martens dafür!

Gänseschaden an Deichen

In jedem Frühjahr wird eine Deichschau durchgeführt und der durch Gänse verursachte Schaden festgestellt. Daraufhin kann ein Pachterlass gewährt werden. Bitte beachten Sie: Damit die Flächen begutachtet werden, müssen sie zuvor angemeldet werden. Wenden sie sich dazu an das Landesamt.

2. Unewatter Schaftag

Nach dem großen Erfolg des 1. Unewatter Schaftages wird es eine Wiederholung am Donnerstag, den 25. Mai 2017 (Christi Himmelfahrt) in Unewatt geben. An diesem Tag soll den Besuchern die Schafhaltung von allen Seiten näher gebracht werden. Dazu sind alle Schafhalter aus dem Bezirk Rendsburg/Eckernförde herzlichst aufgerufen, an diesem Tag aktiv dabei zu sein. Es wäre schön, wenn durch viele Schafe der unterschiedlichsten Rassen, sowie durch Stände mit Produkten und Informationen ein buntes Bild zustande käme.

Auch Aktionen wie z.B. Filzen mit Kindern können gerne angeboten werden. Zur besseren Planung werden die Schafhalter im Bezirk RD/ECK Anfang nächsten Jahres ein Rundschreiben erhalten. Wir hoffen auf große Teilnahme, da wir solche Veranstaltungen immer nutzen sollten, um die Schafhaltung in die Öffentlichkeit zu bringen!

Schäfereikalender 2017

Der neue Schäfereikalender 2017 ist da. Der Schäfereikalender ist für jeden Schäfer (und auch Ziegenhalter) ein nützlicher Begleiter durch das Jahr. Bestes Zeichen, dass dem tatsächlich so ist: Im letzten Jahr war die Auflage komplett ausverkauft. Mancher ging leer aus. Dieses Jahr hat der Verlag daher etwas mehr produziert. Trotzdem empfiehlt sich eine rasche Bestellung. Der Kalender kann in der Geschäftsstelle bestellt (Tel.: 0431/332608) werden.

Lehrfahrt 2017 zum Schäferlauf

Der Landesverband plant für die nächste Lehrfahrt einen Besuch des Uracher Schäferlaufes. Erleben Sie die ganz besondere Schäferlaufstimmung in der Grafenstadt im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Es erwartet Sie ein Fest der Sinne: Bunte Trachten, Livemusik, Tanz, Schauspiel, originelle Bräuche, Wissenswertes über die Schäferei, typisch schwäbische Speisen und Getränke und natürlich viele fröhliche Menschen. Geplant ist der Besuch der beiden „Haupttage“ am 22. und 23.07.2017. Das weitere Rahmenprogramm werden wir im nächsten Schafhalter veröffentlichen.

Wellness- Wochenende - Erholung nach der Lammzeit auf Amrum

Die Lammzeit ist für alle Schafhalter eine harte Zeit. Auch für die Helfer- oft die Ehefrauen oder Mütter- bedeutet die Lammzeit wenig Schlaf, viel körperliche Arbeit und viel Stress. Eine kleine Erholungszeit nach der Lammzeit wäre also angebracht. Auch 2017 bietet der Landesverband für alle Frauen ein kleines Wellnesswochende an. Wir fahren vom 19. bis 21. Mai 2017 diesmal auf die Insel Amrum.

Hier wohnen Sie im Hotel Seeblick im Preis enthalten sind:

2 Übernachtungen

Buntes Frühstück vom Buffet

Ein 3 Gang Vitalmenü

Ein gemeinsames Fondueessen WLAN Nutzung des Seeblick Spa

Eine 25 Minuten Wellnessanwendung

Einen kuscheligen Bademantel auf Ihrem Zimmer

Kurabgabe

Fähre Hin- und Rückfahrt

Preise: 310,00 € pro Person .

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis zum 15.01.2017 in der Geschäftsstelle (Tel.: 0431/332608).

Schwarzkopf- und Suffolk- Elite 2017

Die Eliteauktion für Jährlingsböcke der Rassen Schwarzköpfiges Fleischschaf und Suffolkschaf findet am 08. und 09.03 2017 in Cloppenburg statt. Dazu hat sich in der letzten Rasseausschuss­sitzung der VDL einige Neuerungen bei den Auftriebsbedingungen ergeben:

- Mindestgewicht bei Auftrieb 100 kg

- Äußere Erscheinung und Bemuskelung Mindestnote 7, Wolle Mindestnote 6

- Jeder Jungbock wurde auf Station oder im Feld geprüft und weist eine Eigenleistung tägliche Zunahme von mindestens 350 Gramm auf.

- Jeder Jungbock hat eine US-EMF oder über den Bockvater eine NMS.

Jeder Jungbock sollte einen Zuchtwert Fleisch haben.

- Jede Bockmutter hat einen Zuchtwert Reproduktion. Dieser sollte über 100 liegen (Er darf nicht unter 90 liegen).

- Jede Bockmutter ist bewertet hinsichtlich Wolle, Bemuskelung und Äußere Erscheinung (W/B/E).

Es dürfen nur Böcke der Genotypklasse G1, ARR/ARR, oder ARR/ARR*,aufgetrieben werden, das Ergebnis wird im Katalog veröffentlicht. Für die Rasse Suffolk kann eine Genotypisierung auf SLS durchgeführt werden. Die Ergebnisse werden im Katalog und auf der Zuchtbescheinigung ausgewiesen. Festgestellte Merkmalsträger (NS) dürfen nicht aufgetrieben werden. Von allen aufgetriebenen Böcken muss eine Mikrosatellitenanalyse (DNA-Profil) durchgeführt werden und in Ovicap ersichtlich sein. Die Tiere werden mit einem „^“ im Namensfeld gekennzeichnet, z.B. „^ Barni“ Böcke dürfen vorher nicht im Deckeinsatz gewesen sein.

Die Winterkörung für unsere Elite-Tiere und andere Böcke wird am 20. Januar 2017 auf dem Betrieb von Andreas Pirdzuhn, Bark stattfinden.

Ab 2017 müssen alle Böcke, die voraussichtlich auf der Elite aufgetrieben werden bereits zur Körung im Juli vorgestellt werden. Die Böcke werden dann mindestens gewogen und die Ultraschall-Messung durchgeführt.

Croeso i Gymru: Willkommen in Wales

Auf Wunsch einiger Mitglieder organisierte der Landesverband 2015 eine Lehrfahrt zur Royal Welsh Show in Llanelwedd.

Sehr früh am Morgen des 20.Juli ging es erst mal zum Flughafen nach Hamburg. Die Teilnehmer wurden vom Bus des Reisebüros Schmidt, Dagebüll, die wieder die Organisation für uns übernommen hatten, auf den einzelnen Zustiegen abgeholt. Die ersten stiegen um 0.00 Uhr in Dagebüll in den Bus, der letzte Zustieg war um 03.30 Uhr in Quickborn. Trotz dieser nachtschlafenden Zeit waren alle Teilnehmer pünktlich zum Check-In in Fuhlsbüttel und hatten schnell ihre Tickets in der Hand. Zum Glück kamen auch alle Teilnehmer durch den Sicherheitscheck, so dass es bald in die Luft gehen konnte. Vorher mussten sich einige von uns noch auf den Flug seelisch vorbereiten, aber Dank der Hilfe einiger Dithmarscher klappte auch das ganz gut. Wir flogen also pünktlich los. In Amsterdam mussten wir umsteigen und wir gaben ordentlich Gas, um den zweiten Flug zu erwischen. Wir flitzten durch die langen Hallen des Flughafens Schiphol und erreichten unseren Anschlussflug. Mit Zeitverschiebung waren wir dann um 9.00 Uhr am Flughafen in Bristol. Beim ersten Gespräch mit unserem Busfahrer wurde schnell klar: Wales ist nicht gleich England. Die ersten Sätze des Busfahrers waren weit mehr als schwerverständlich, aber nach einigem Nachfragen versuchte er es mit seinem Schulenglisch.

Wales misst rund 2 Millionen Hektar. Die meiste Landwirtschaftliche Fläche ist Grünland. Das Klima ist mild, aber feucht, und viel der Fläche befindet sich entweder in höheren Lagen oder hat eine extreme Steigung. Wales hat 8.500.000 Schafe, das sind 26% aller Schafe der UK. Wir fuhren dann zum St.Fagans Museum in Cardiff. Das etwas außerhalb von Cardiff gelegene Museum erzählt die Geschichte des walisischen Volkes.

So konnten wir viel über die Lebensweise, den Arbeitsalltag und die Freizeit der Waliser erfahren. St. Fagans beherbergt mehr als 40 originale Gebäude, die Stein für Stein aus verschiedenen Gegenden Wales hierher gebracht wurden. Beispielsweise eine Reihenhaussiedlung der Stahlarbeiter, mehrere Bauernhäuser, ein Klassenzimmer und eine mittelalterliche Kirche. Das große Gelände des Freilichtmuseum war sehr interessant und hat uns gut auf Wales eingestimmt. Aber noch viel schöner war das St. Fagans Castle, ein 400 Jahre altes Herrenhaus mit einer wunderschönen Gartenanlage, welches einige erst sehr spät entdeckten.

Am späten Mittag fuhren wir dann in unser Hotel Copthorne Cardiff, wo wir sehr freundlich begrüßt worden. Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, trafen wir uns am Abend zum gemeinsamen Abendessen. Die vielen Vorurteile gegenüber englischer Küche wurden nicht bestätigt. Bei walisischen Bier klang dann der lange Tag noch gemütlich aus.

Am nächsten morgen fuhren wir nach einem guten englischen breakfast zur Hauptattraktion dieser Lehrfahrt zur „Royal Welsh Show“ nach Llanelwedd, etwa 65 km vom Hotel entfernt. Auf Wikipedia findet man folgende Erklärung zu dem sonderlichen „LL“, welches oft auf den Ortsschildern auf unserer Strecke zu finden war: „ll: stimmloses frikatives l. Entsteht, wenn ein l und ein h gleichzeitig ausgesprochen werden; von Englischsprechern oft als thl oder khl gehört. Hat Ähnlichkeit zum deutschen ch in Becher, allerdings berührt die Zungenspitze dabei die Rückseite der Schneidezähne.“ Walisisch ist die älteste Sprache Großbritanniens und gehört zu den keltischen Sprachen. Sie wird in Wales von etwa 750.000 Menschen gesprochen. In Wales ist sie, neben dem Englischen, Amtssprache und Schulsprache.

Auf dem letzten Ende des Weges staute es sich ein wenig und an manchen Stellen hatte man einen Blick auf das Gelände der Show und damit einen ersten Eindruck über die riesige Dimension, die da auf uns zukam. Busse durften direkt am Haupttor halten und so hatten wir beste Startbedingungen. Ich denke alle, die zum ersten mal dort waren, hatten vorher gedacht, dass diese Schau groß ist, aber in Wirklichkeit ist sie noch viel größer und bunter. Tausende Besucher strömten schon am Morgen herbei. Die Royal Welsh Show (Welsh: Sioe Frenhinol Cymru) ist die größte Agrar-Show in Europa. Sie wird organisiert von der Royal Welsh Agricultural Society und findet seit 1963 in Llanelwedd statt. Mit über 200.000 Besuchern an diesen vier Tagen, stellt die Show eine der größten Attraktionen Wales dar. Die meisten von uns zog es natürlich zu den Schafen. In zwei großen Hallen waren hunderte von Schafen der unterschiedlichsten Rassen ausgestellt. Als Zuchtleiterin kennt man schon so einige Rassen, aber hier in Wales kamen noch viele dazu. Beulah Speckled Face, Brecknock Hill Cheviot, Llanwenog und und und. Beeindruckend auch, wie die Tiere für die Prämierungen vorbereitet wurden. Hier wurde geschnibbelt, dort mit etwas Farbe nachgeholfen.

Auch die Prämierung selbst war anders als bei uns. Nur ein Richter entschied über Sieg oder Niederlage der Tiere. Die Züchter brachten die Tiere zum Großteil ohne Strick in den Ring, dort wurden sie erst aufgestellt. Dann wirbelte der Richter mit seinem Stock in der Gegend herum und alle Schafe liefen durcheinander. Nach kurzer Zeit mussten die Züchter sie dann wieder einfangen. Ein riesen Spaß, aus Richtersicht!

Etwas gewöhnungsbedürftig ist für uns jedoch die Farbe, mit der fast alle Schafe kunterbunt eingefärbt waren. Warum die Briten das schön finden, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Ein anderer Höhepunkt waren auch die Schafschurwettbewerbe. Regelmäßig war der Weg vor der großen Bühne von Menschenmassen, die die Schafscherer anfeuerten, belegt.

Es gab wirklich viel zu entdecken. Neben den Schafen gab es natürlich auch Rinder, Pferde, Ziegen und Schweine. Und wer genug von Tieren hatte, konnte die zahlreichen Stände rund um die Themen Landwirtschaft und Ernährung besuchen. Wem die Füße weh taten setzte sich einfach auf die große Tribüne des Hauptringes. Dort wurde von allem etwas geboten: Von der Border Collie- Vorführung über Motor-Cross und Mounted Games bis hin zu einer fantastischen Tierparade.

Alle Sehenswürdigkeiten und Höhepunkte aufzulisten würde wohl den Rahmen sprengen und wird wohl auch von jedem Teilnehmer unterschiedlich gesehen. In einem waren wir uns aber alle einig: Gerade für uns deutsche Tierhalter, die vom Prinzip her ja immer als Tierquäler gesehen werden, war es toll zu erleben, welche Anerkennung die Tierhaltung und Landwirtschaft bei den Briten noch erlebt. Es waren viele junge Menschen vor Ort bei denen man merkte, dass sie mit Elan und Freude in der Landwirtschaft arbeiten. Auch die britischen Schafzüchter sind mit viel Engagement und Herz bei der Sache. Kann man nur hoffen, dass dies für lange Zeit erhalten bleibt!

Nach zwei Tagen Royal Welsh Show machten wir uns am letzten Tag auf den Weg nach Cardiff. Cardiff (walisisch Caerdydd ) ist die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt von Wales. In der Stadt leben 346.090 Menschen, in der Metropolregion über 1.100.000 Einwohner. Bei einer Stadtbesichtigung wurden uns die Sehenswürdigkeiten von Cardiff Bay gezeigt. Anschließend hatten wir noch etwas Zeit, um Cardiff auf eigene Faust zu erkunden. Viele nutzen die Zeit, um noch ein paar Kleinigkeiten für die Daheimgebliebenen zu besorgen. Andere entdeckten nochmal die Walisische Küche und einige erkundeten Cardiff Castle.

Am Nachmittag ging es dann zum Flughafen nach Bristol, um unsere Heimreise anzutreten. Am Flughafen wurde auch wieder das obligatorische Gruppen-Foto unserer Reise geschossen. Leider sind meine Bilder aufgrund von einem technischen Defekt etwas dezimiert worden, darunter auch das Gruppenbild. Ich würde mich freuen, wenn einer der Teilnehmer noch ein Foto hat und dieses nachliefert.

Nach einem etwas turbulenterem Flug hatten wir in der Nacht wieder Norddeutschen Boden unter den Füßen und stiegen müde in den Bus oder die Autos. Mit im Gepäck hatten wir alle viele Eindrücke, interessante Erfahrungen und neue Erinnerungen an Wales und die Royal Welsh Show!


hwyl fawr cymru – Auf Wiedersehen Wales

Ein Tag auf der Hallig

Am 06. Juni 2015 hieß es für rund 35 Teilnehmer „Ab auf die Hallig“. Die große Lehrfahrt sollte uns im Juli nach Wales führen. Da viele der langjährigen Lehrfahrtsteilnehmer nicht mit zur Royal Welsh Show fuhren, organisierte Käte Jacobsen einen Ausflug auf die Hallig Nordstrandischmoor.

Am Samstag morgen trafen wir uns um 11.00 Uhr am Beltringharderkoog am Lüttmoorsiel, von dort fuhren wir mit der Lore durch den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer raus auf die Hallig.

In der Früh noch bei Nieselregen zum Treffen angereist, ging die Sonne auf, sobald wir über den Deich kamen. Einziger Wermutstropfen: Käte hatte sich kurz zuvor bei einem Sturz den Fuß so verletzt, dass Sie uns nicht begleiten konnte. Dafür musste ihr Mann August als Gästebetreuer einspringen, und erfüllte seine Aufgabe hervorragend.


Allein die Fahrt mit der Lore war schon ein Ereignis. Hinter uns die Deiche des Beltringharderkoogs und vor uns Nordstrandischmoor. Dabei weht einem der Wind um die Nase, man riecht das Watt und das Salz und spürt das Ruckeln und Zuckeln der Lore.

Auf der Hallig angekommen wurden wir herzlich von den Halligbewohnern in Empfang genommen. Die nächste Station war die Norderwarft am anderen Ende Nordstrandischmoors. Einige gingen zu Fuß, andere fuhren auf dem Anhänger hinter dem Trecker mit.

Auf der Norderwarft erwartete uns die Schwester von Käte, Ruth Hartwig-Kruse mit ihrer Familie. Der Grill wurde angeworfen und schon bald wurde in gemütlicher Runde gegessen. Am Buffet gab es reichlich Salate, Brot und Saucen, die bestens zu Würstchen und Fleisch schmeckten. Durch die salzhaltige Nordseeluft war der Appetit sehr groß. Es wurde geklönt und gelacht und natürlich genossen alle die Sonne in dieser fantastischen Umgebung. Auf dem Weg zurück zum Lorenbahnhof führten uns Anne Katrin und Henrik zu den Sehenswürdigkeiten der Hallig und erzählten uns viel Interessantes zum Halligleben. Nordstrandischmoor hat eine Fläche von 1,9 km² mit vier Warften, einer Grund- und Hauptschule und einer Gaststätte. Sie ist, neben den Inseln Pellworm und Nordstrand, eines der Bruchstücke, der in der Burchardiflut von 1634 untergegangenen Insel Strand. Vor dieser Sturmflut war Nordstrandischmoor ein unbewohntes Hochmoor, das zum Torfstechen genutzt wurde.

Besonders beeindruckend war der Halligfriedhof, umgeben von einem Wassergraben. Auf der Wiese liegen 20 Platten aus Carraramarmor. Sie tragen, außer Namen und Lebensdaten der Verstorbenen, Verzierungen mit Schmetterlingen und Palmwedeln. Das älteste Grab ist von 1881, das jüngste von 1926. Heute werden die Verstorbenen der Hallig auf dem Odenbüller Friedhof von Nordstrand beigesetzt.

Nach der Sightseeing-Tour ging es zurück aufs Festland. Diesmal war das Wattenmeer verschwunden und der Nordsee gewichen.

In Lüttmoorsiel konnten wir uns dann doch noch bei der Organisatorin für diesen tollen Ausflug bedanken. Käte ließ es sich nicht nehmen, trotz Krückstock und dickem Fuß alle zu begrüßen und zu erfahren, wie der Tag auf der Hallig war. Ganz spontan entschlossen sich die meisten diesen Tag noch bei Kätes Tochter in der Gaststätte Deichshörn bei Kaffee und Kuchen ausklingen zu lassen. Die selbstgebackenen Torten schmeckten allen sehr gut und ein paar Mutige wagten es auch, das Nationalgetränk der Nordfriesen, den Pharisäer, zu geniessen.

So ging ein wirklich wundervoller Tag zu Ende!

Wir bedanken uns ganz recht herzlich bei Käte und August Jacobsen, sowie Familie Hartwig-Kruse für die tolle Idee, die Organisation, die Lorenfahrt, das leckere Essen, das herzliche Willkommen und die interessante und ganz lustige Halligführung!!

Man kann wirklich sagen: „Ein Tag Hallig Nordstrandischmoor, ist wie eine Woche Urlaub!!“ Und besonders gut war, dass wir auch genügend Schafe gesehen haben, wie es sich für eine Lehrfahrt gehört.

Treffen des AK-Suffolks am 16.06.2016

Das Treffen des AK Suffolks findet in diesem Jahr am Donnerstag, den 16.Juni um 19.00 Uhr im Alten Landkrug in Nortorf statt. An diesem Abend wollen wir uns über aktuelle Themen in der Schafhaltung, sowie über die Suffolk-Zucht austauschen. Weitere Informationen erhalten die Mitglieder des Arbeitskreises mit der Einladung. Wir freuen uns über Anregungen zu Themen für die Tagesordnung oder Vorschläge für Referenten.

Lehrfahrt nach Mecklenburg-Vorpommern

Die Lehrfahrt nach Mecklenburg- Vorpommern findet von Mittwoch, den 14.09. bis zum Sonntag, den 18.09.2016 statt. Höhepunkte dieser Reise werden u.a. der Besuch der der MeLa in Mühlengeez mit Wettbewerb Landschafe und dem Stallgassenfest der Züchter sein. Weiterhin werden wir viele Schafhalterbetriebe der unterschiedlichsten Couleur besuchen, und eine Kutschfahrt über Hiddensee steht auch auf dem Programm. Es verspricht eine sehr spannende Lehrfahrt zu werden.

Interessierte melden sich bitte bis zum 04.04.2016 in der Geschäftsstelle.

Schafhaltungslehrgang mit neuem Termin und Konzept

Bereits im letzten Jahr wurde der Schafhaltungslehrgang am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp vorbereitend so gestaltet, dass ab 2016 ein neues Konzept greifen kann. Die bisher in einem Lehrgangsblock abgehandelten Inhalte werden durch die Fachreferenten jetzt in 2 Blöcken praktiziert und vermittelt. Das LVZ Futterkamp stellte in Abstimmung mit den Unterrichtenden das Programm inhaltlich so um, dass zwar jedes Jahr ein umfassend informierender Stoffplan behandelt wird, aber einige Themen in dem einen Jahr schwerpunktmäßig intensiver, dagegen im anderen Jahr andere Inhalte stärker. Für die Auszubildenden bietet der Besuch von zwei Lehrgängen so noch mehr Informationen und weniger Wiederholung. Für externe Schafhalter, die nicht an einer Abschlussprüfung im Beruf Schäfer interessiert sind, kann ein Lehrgang aber schon genügend Informationen rüberbringen. Der Besuch des zweiten Lehrgangs ist jedem weiterhin freigestellt.

Seit Jahren lebt der Schafhaltungslehrgang davon, dass Auszubildende der drei Lehrjahre, Hobbyschäfer, angehende Schäfer und Inhaber oder deren Betriebsnachfolger von großen Schäfereien nebeneinander im Lehrgang sitzen. Ihnen allen werden von Fachreferenten aus Beratung und Praxis Grundlagen, Praxis und neue Erkenntnisse aus den Bereichen Haltung, Vermarktung, Fütterung, Öffentlichkeitsarbeit, Weidewirtschaft etc. in 10 Unterrichtstagen vermittelt. Für die praktischen Arbeiten an den Schafen stehen unterschiedliche Partien von Schafen zur Verfügung. In dem diesjährigen Lehrgangsteil werden Fortpflanzung, Zucht, Weidebeurteilung und Schafschur intensiver behandelt als im Vorjahr. Die Lehrgangszeit endet mit einer Prüfung bzw. einer Erfolgskontrolle, womit u.a. der Nachweis einer vermittelten Sachkunde in der Schafhaltung erbracht werden kann. Weiterhin ist neu, dass der Lehrgang bereits im Mai beginnen wird, so dass im Lehrgang auch etliche Betriebsabläufe , die für eine Schäferei im Sommer anfallen, in den Lehrgang eingebunden werden können, wie z.B. die Sommerschur oder die Beurteilung der Schnittreife von Gras.

Der Lehrgang findet vom 30.Mai 2016 bis zum 10.Juni 2016 am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp statt.

Anmeldungen bis Ende April an das LVZ Futterkamp, 24327 Blekendorf

Lehrgangsgebühr 400,--€

J.Lamp

Lehrgänge, Lehrgänge, Lehrgänge 2016

Tiertransportlehrgang

Halbtägiger Lehrgang mit Prüfung zur Erlangung des Befähigungsnachweises „Tiertransport für Schaf und Ziegenhalter“. Seit 01.01.2007 gilt die neue EU- Tierschutztransportverordnung, nach der alle, die ihre Tiere mehr als 65 km weit und im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit transportieren, einen Befähigungsnachweis vorlegen müssen. Dieser Lehrgang richtet sich an Mitglieder mit einer Ausbildung zum Tierwirt, Landwirt, Pferdewirt, Fleischer, Tierpfleger oder mit einem erfolgreichen Abschluss eines Hoch- oder Fachschulstudiums. Aber auch Mitglieder aus Schleswig-Holstein ohne Nachweis über diese Ausbildungsgänge können an diesem Lehrgang teilnehmen und erhalten bei bestandener Prüfung die Erlaubnis, Tiere bis zu 8 Stunden zu transportieren.

Falls Sie auch noch einen Befähigungsnachweis brauchen, melden Sie sich bitte bis zum 14.03.16 in der Geschäftsstelle an. Damit dieser Kurs stattfinden kann, ist eine Teilnehmerzahl von mindestens 10 Personen erforderlich.

Schaf- und Ziegentag in Molfsee am 12.06.2016

Am 12.Juni findet wieder der Schaftag im Freilichtmuseum in Molfsee statt. Diesmal sollen auch die Ziegen Beachtung finden. Neben den bewährten Aktionen wie u.a. Schauscheren, Spinntreffen der norddeutschen Handspinner mit Vorführungen und Mitmachaktionen, sowie dem Verkauf von Wolle, Pullovern, Kuscheltieren u.v.m wollen wir wieder einen kreativen Spinnwettbewerb durchführen. Dazu laden wir interessierte Spinnerinnen ein! Alle Schaf- und Ziegenhalter, die gerne an diesem Tag Tiere dort ausstellen möchten oder sich mit einem Stand rund um das Thema Schaf und Ziege beteiligen wollen melden sich bitte in der Geschäftsstelle.

AK Landschafe Frühjahrsversammlung

Der Arbeitskreis Landschafe trifft sich am Samstag, den 28.Mai 2016 zu seiner Frühjahrsversammlung im Tierpark Arche Warder.

Viele wichtige Themen und die Planung des Landschaftages werden auf der Tagesordnung stehen. Außerdem bietet die Versammlung immer wieder eine gute Gelegenheit für alle Landschafhalter sich über aktuelle Themen auszutauschen. An diesem Tag wird im Tierpark Arche Warder auch die Schafschur mit einem bunten Rahmenprogramm stattfinden. Daher sind alle Landschafzüchter und - halter recht herzlich eingeladen und freuen uns, wenn Sie auch Gäste und Interessierte mitbringen. Eine gesonderte Einladung mit Tagesordnung wird Ihnen rechtzeitig zugesandt.

1. Bundesschau Zuchtböcke - der Norden ganz weit vorn!

Am 22. und 23. Januar 2016 fand zum ersten Mal die Bundesschau für Zuchtböcke anläßlich der Grünen Woche in Berlin statt. Rund 200 Böcke aus 39 unterschiedlichsten Rassen trafen in Berlin aufeinander, um am Ende den Mister Berlin 2016 zu ermitteln. Zu den 107 Züchtern, die aus allen Regionen Deutschlands anreisten, gehörten auch 10 Züchter aus den nördlichsten Bundesländern, Hamburg und Schleswig - Holstein.

Die Anlieferung für die Tiere war für den Vorabend geplant und glücklicherweise spielte in diesem Jahr das Wetter mit, so dass die Züchter ihre Tiere pünktlich ausladen konnten. Allmählich füllte sich die Halle 25 mit den besten Böcken der jeweiligen Rassen und man konnte schon erahnen, welch hartes Stück Arbeit auf die Richter am nächsten Tag zu kam.

Am Morgen des 23. ging es früh los. Die Zuchtböcke wurden in drei Rassegruppen eingeteilt und in jeweils 20 Klassen gerichtet. Im ersten Rasseblock waren drei Merinorassen und elf Fleischschafrassen zusammengefasst. Die größte Rassegruppe mit 12 Böcken bildeten dabei die Weißköpfe. Mit dabei auch der Bock von Kay Poggensee, aus der Zucht von Peter Theodor Hansen. Leider konnte er sich trotz seiner stattlichen Figur nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Volker Derbisz war mit einem Suffolk und einem Charollais Bock nach Berlin angereist. Bei den Suffolks musste er sich nur dem späteren Bundeschampion aus der Zucht von Karl Belz geschlagen geben. Die Charollais - Klasse war mit zwei Tieren aus Schleswig-Holstein vertreten. Neben dem Bock von Volker Derbisz präsentierte auch Jürgen Schlüter einen Vertreter dieser Rasse. Der englische Bock von Volker Derbisz machte das Rennen, wurde Klassensieger, Bundessieger und WDL- Fleischsieger. Jürgen Schlüter hatte aber noch einen Trumpf im Ärmel, denn er zeigte den Richtern und Zuschauern auch noch eine andere Rasse. Sein Border Leicester Bock mit den auffälligen Ohren sorgte während der gesamten Bundesschau über für viel Aufsehen. Und so hatte er es auch verdient Klassensieger, Wollsieger und Bundessieger zu werden. Dies hatte auch unser langjähriger Züchter und immer helfende Hand des Verbandes Claus-Dieter Coordts verdient. Sein Blaukopf-Bock wurde dann auch Klassen- und Wollsieger.

Die meisten Zuchtböcke gehörten zur Gruppe der Landschafrassen der Heide, Moore und Küste. Leider fanden diese Prämierungen ohne Züchter des Landesverbandes statt, da diese kurzfristig absagen mussten. Aber ganz ohne Schleswig- Holstein war die Gruppe nicht. Anke Mückenheim, Wolfgang Gresens und Jörg Reppien züchten zwar beim „Zuchtverband Ostpreußische Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe“, sind aber auch Mitglieder im LV. Daher sollen Ihre Erfolge auch an dieser Stelle gewürdigt werden. Hans - Michow Schröder und Heiko Schmidt hatten alle Hände voll zu tun, diese große Gruppe zu richten. Aber sie erledigten ihre Aufgabe in der gewohnt ruhigen und souveränen Art. Anke Mückenheim erzielte in der großen Runde der Rauhwoller mit ihren 5 Böcken mehrere zweite Plätze. Diese Erfolge lagen sicherlich auch an der guten Vorführung durch ihre Tochter, unserer Jungzüchterin Elisabeth Weiß. Bei den Skudden wurde der Bock Brackelmann von Jörg Reppien aus der Zucht von Heidrun Weizel zum besten seiner Klasse gekürt und wurde anschließend auch noch Bundessieger. Damit aber noch nicht genug. Bei der Wahl zum Bundeschampion schlug er dann noch seine Kollegen aus den Küstenrassen. Wolfgang Gresens stellte einen Klassensieger, der auch zum Wollsieger ernannt wurde, bei den Skudden. Besoners gefreut hat ihn aber auch die Tatsache, dass der Vater vom Bundeschampion Brackelmann aus seiner Zucht kam.

Im Rasseblock der Landschafrassen aus dem Mittelgebirge, dem alpinen Raum und dem Ausland waren 16 Rassen vertreten. Hier waren schleswig-holsteinische Züchter wieder mit im Ring.

Die große Gruppe der Fuchsschafböcke wurde in vier Altersklassen eingeteilt. Frauke Wechselberg trat mit Q. Acosta an. Leider konnte der Bock nicht ganz in die Fußstapfen seiner Mutter treten, die 2014 auf der Bundeslandschafschau den 1. Platz erzielte. Aber bei den vielen Fuchsschafböcken reichte es immerhin zum 2. Platz. Die Walliser Schwarznasenschafe gehören zu den alpinen Rassen. Wer jetzt denkt alpine Rassen und Schleswig - Holstein passen nicht zusammen, dem hat Pintus, der Bock aus der Zucht von Peter Sellhorn, eines besseren belehrt. Der sehr schauerfahrene – immerhin schon Sieger auf der Landesschau 2015- Bock wurde nicht nur Klassensieger sondern auch Wollsieger. Auch die kleinste Rasse präsentierte sich in einer großen Gruppe. Sechs Züchter zeigten ihre 7 Ouessant Böcke in der Gruppe der ausländischen Landschafrassen. Willi Hüllmann errang einen soliden 3. Platz mit seinem Bock Erik, aus der Zucht von Eberhard Hübner.

Zum Schluss aller Prämierungen stand die Wahl des Mr. Berlin 2016 an. Eine schwierige Wahl bei dieser großen Rassevielfalt, die an diesen Tagen den Richtern und dem Publikum in Berlin präsentiert wurde. Kleine und große, einfarbig weiße, schwarze und braune, bunte und gescheckte, unbehornte und mit zwei oder sogar vier Hörnern ausgestattete Böcke, die das bunte Bild der deutschen Schafzucht hier zeigten. Am Ende entschied sich die Fachjury für einen Bock aus einer der ältesten Schafrassen. Der Merinolandschafbock im Besitz von Jens- Uwe Otto, aus der Zucht der Schäferei Füller hatte sich hervorragend präsentiert und so den Titel redlich verdient.


Am Freitagabend fanden sich die Züchter und alle Beteiligten beim Züchterabend ein. Mitten im Ring, wo am Tage noch die Böcke gerichtet wurden, traf man sich zum geselligen Beisammensein. Bei interessanten Gesprächen, lustigen Anekdoten und leckerem Essen saß man noch lange zusammen.

Am Samstag morgen fanden sich aber alle wieder ein, um bei den großen Siegerehrungen die Preise entgegen zu nehmen. Der Vorsitzende der VDL, Jürgen Lückhoff, wies bei seinen Grußworten auf die wichtigen Aufgaben der vielen Schafrassen in der Landschaftspflege und im Küstenschutz in den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands hin. Schafe gestalten ländliche Räume und erhalten Landschaften und Biotope. Er erwähnte auch die Gewinnung von Fleisch, Milch und Wolle als hervorragende Nahrungsmittel und wertvollen Rohstoff. Bei der abschließenden Tierparade bot sich ein imposantes Bild, welches nochmals die große Rassevielfalt und die unterschiedlichen Funktionen der Schafhaltung unterstrich. So war diese Stammbockschau die beste Werbung für die deutsche Schafzucht und -haltung.

Diese Bundesschau zeichnete sich wieder einmal nicht nur durch die tollen Ergebnisse im Ring aus, sondern auch durch das herzliche und kollegiale Miteinander der Schafhalter außerhalb des Ringes. Eine leergebliebene Box wurde von unserem Landesverband kurzerhand zu einem Treffpunkt nicht nur für Schafzüchter aus dem Norden umgewandelt. Dank Familie Wechselberg und Familie Mückenheim gab es bei uns immer etwas zu essen und eine Sitzgelegenheit, die von allen gerne in Anspruch genommen wurde. Hier traf man sich zum Klönen, zum Ausruhen und manchmal auch zum Feiern. Natürlich kann nicht immer jeder gewinnen, aber bei dieser Bundesschau war dabei sein halt doch das wichtigste! Und diesen olympischen Gedanken spürte man an diesem Wochenende immer wieder!

Den krönenden Abschluss feierten fast alle Schleswig-Holsteiner am Samstagabend noch bei einem persischen Essen in der Nähe des gemeinsamen Hotels in Berlin.


Besonderer Dank gilt Familie Wechselberg und Anke Mückenheim für die „Ausstattung“ unseres Treffpunktes!

Gleichzeitig bedankt sich der Landesverband bei allen Züchtern für die tolle Präsentation Ihrer Tiere auf der 1. Bundesbockschau und gratuliert zu den herausragenden Ergebnissen recht herzlich! Nur durch Sie können wir für die Schafhaltung und die Schafzucht in der Öffentlichkeit so eine wirkungsvolle Werbung machen. Wir hoffen es hat allen viel Spaß gemacht und Sie präsentieren ihre Tiere bei der nächsten Bundesschau wieder so gut!

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