2020 Spannende Veranstaltungen für Schaf- und Ziegenhalter

Das neue Jahr 2020 begann bereits mit umfangreichen, verband-lichen Aktionen im Rahmen der Internationalen Grünen Woche vom 17. bis 26. Januar in Berlin. Vor Ort waren der VDL-Vorsitzende Alfons Gimber und einige seiner Vorstandskollegen, Vertreter der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) und des Bundesverbands Deutscher Ziegenzüchter (BDZ) sowie Züchterinnen und Züchter. Während des Standdienstes am Gemeinschaftsstand von VDL und BDZ wurde der Besuch vieler Vertreter der Politik genutzt, um die aktuellen Themen zu erörtern. Die Zeit der Vorbereitung des Infostandes mit Ausstellungstieren, dem Bereich zur Schafwolle sowie Präsentationen, war bereits recht arbeitsintensiv und erfreulicherweise erfolgreich verlaufen. Dank gilt nochmals und ausdrücklich den Damen von der Spinngilde und den Züchtern, die ihre Tiere perfekt versorgt und präsentiert hatten.

Neben den alljährlich stattfindenden Elite-Veranstaltungen, die von einzelnen Landesverbänden im Auftrag der VDL ausgerichtet werden und das bundesweite Leistungsniveau der jeweiligen Rassen vermitteln, findet vom 22. bis 24. Mai 2020 die Bundesschau Schafe in Alsfeld statt. Die VDL schätzt sich als Veranstalter glücklich, dass sich der hessische Landesverband sofort bereiterklärt hat, diesen Bundeswettbewerb mit tatkräftiger Unterstützung der anderen VDL-Mitgliedsverbände auszu-richten. Bundesministerin Julia Klöckner vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hatte sich direkt nach der VDL-Anfrage bereiterklärt, die Schirmherrschaft der Bundesschau zu übernehmen. Nun geht es an die weiteren Vorbereitungen. Die Schafzüchter sollten diese besondere Gelegenheit nutzen, sich mit ihren besten Zuchttieren dem bundesweiten Wettbewerb zu stellen. Die Teilnahme an diesem Bundes-wettbewerb als Leistungsschau sollte für jeden Züchter ein besonderes Ziel sein, einmal mitzumachen. Neben der Großen Bundesschau ist ferner geplant, auch den Arbeitshunden als unverzichtbaren Helfern bei der täglichen Arbeit in der Schafhaltung eine Plattform zur Präsentation zu bieten. Hier wird die VDL ein Konzept mit den Verbandsvertretern ausarbeiten, welches den Themenkomplex „Herdenschutz- und Hüte-hunde“ abdeckt. Insgesamt wird dieser Termin ein besonderes Highlight, auf das Sie sich 2020 freuen können.

Ein weiterer Höhepunkt erwartet die Schaf- und Ziegenhalter in diesem Jahr. Nach der erfolgreichen nationalen Schaf- und Ziegenfachtagung im Oktober 2019 in Berlin richtet das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) auf Bitte der Bundesverbände VDL und BDZ in 2020 den Internationalen Schaf- und Ziegenkongress vom 15. bis 16. Oktober 2020 in Bonn aus. Zeitgleich wird Deutschland ab dem 1. Juli 2020 die EU-Ratspräsidentschaft inne haben. Für die ange-kündigte Tagung wurde bereits das Plenargebäude im früheren Regie-rungsviertel in Bonn angemietet. Während an der nationalen Tagung 2019 nur ca. 100 geladene Gäste teilnehmen konnten, wird dieser internationale Kongress für deutlich mehr Interessierte zugänglich sein. VDL und BDZ sind stolz und insbesondere dem BMEL – im speziellen dem Referat für Tier und Technik, dem früheren Staatssekretär Dr. Onko Aeikens sowie der neuen Staatssekretärin Beate Kasch – dankbar, dass mit der nationalen Tagung in 2019 und dem internationalen Kongress ein klares Zeichen für die Bedeutung der Zucht und Haltung von Schaf und Ziege in Deutschland gesetzt wird. VDL und BDZ stehen mit dem BMEL für die Planung zu Themen und Ablauf des Kongresses in Bonn in engem Kontakt. Ziel ist es, diese Tagung zu einer erfolgreiche Plattform zu ent-wickeln, um so einen internationalen, fachlichen Austausch rund um die Zucht und Haltung von Schaf und Ziege, die gesellschaftlichen Leistungen der kleinen Wiederkäuer und die Herausforderungen, mit denen sich Halter täglich konfrontiert sehen, gewährleisten zu können – unabhängig von verbandsspeziellen Strömungen. VDL

Norla 2019

31. Landesschafschau 2019 auf der NORLA in Rendsburg: Schafzüchter und Schafe der Extraklasse

Alle zwei Jahre findet während der Norla die Landestierschau statt. 2019 war es wieder soweit, die schönsten Schafe und Böcke aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg fanden sich zum Wettstreit in Rendsburg ein.

Voller Vorfreude stand der Sonntag unter dem Stern der Landesschaf-schau und des Jungzüchterwettbewerbs. Am nebligen Morgen versam-melten sich 143 Schafe von 26 Züchtern verschiedener Fleisch- und Landschafrassen sowie 13 Jungzüchter mit ihren Tieren im Schauring. Doch der Morgen hielt vorher schon eine große Herausforderung bereit. Es galt rund 100 Gespanne von Schafzüchtern und Jungrinderzüchtern auf begrenztem Parkplatz unterzubringen. Aber Dank der geschickten Fahrkünste der Züchter und dem guten Auge der Einweiser wurde der Platz perfekt ausgenutzt und es konnte ausgeladen werden. Um die Weißköpfe, Schwarzköpfe und Texel zu beurteilen, fanden sich Torsten Bährs und Hans Michow Schröder in einem Ring zusammen. Im Vergleich zu den beiden zuletzt genannten Rassen, war mit 5 Züchtern eine deutliche Konkurrenz unter den vielen Tieren der Rasse Weißkopf erkennbar. Letztendlich konnte sich der Bock Zyklon (Kat.Nr. 3) aus der Zucht von Peter Theodor Hansen und nun im Besitz von Kay Poggensee als Rassesieger durchsetzen. Das Tier aus der Gruppe der einjährigen Böcke stach durch sein eindrucksvolles Auftreten deutlich hervor. Fast alle Züchter präsentierten ihre Tiere auch in den spannenden Sammlungs-wettbewerben, wobei hier unterschieden wird zwischen Einzelzüchtersammlung und Bocknachzuchtsammlung. Beide Kategorien konnte Familie Falkenhagen aus Pinneberg für sich entscheiden. Bei den Schwarzköpfigen Fleischschafen hatten die Richter es nicht sehr schwer, da die Rasse nur mit 2 Tiere vertreten war. Die beiden Altschafe aus der Zucht von Jürgen Schlüter aus Sommerland konnten den 1A und 1B Sieg nach Hause holen. Die 1A Preisträgerin Quadrila (Nr. 46) konnte, wie im letzten Jahr, die Jury am besten von sich überzeugen, weswegen sie auch den Rassesieg gewann. Die Texel, die anteilsmäßig die größte Rasse in Schleswig-Holstein darstellt, wurden lediglich von Hans-Erhard und Martin Luhn aus Tetenbüll vertreten. Trotzdem wurde die Entscheidung den Richtern nicht leicht gemacht. Besonders Zuckerhut (Nr. 54) begeisterte, sodass das einjährige Mutterschaf Siegerin ihrer Rasse wurde. Sowohl die Einzelzüchter- als auch die Bocknachzuchtsammlung aus dem selben Züchterstall zeigten sich sehr harmonisch und präsentierten die typischen Merkmale des Texelschafes.  Im nächsten Ring richteten Gernand von Massow und Christian Lorenzen-Nissen die Rassen Blaukopf, Suffolk, Coburger Fuchs, Rhönschaf, Walliser Schwarznasenschaf, Bentheimer Landschaf und Border Leicester. Diese bunte Mischung aus Fleisch- und Landschafrassen forderte die Kommission. Die Blaukopfzüchter zeigten in diesem Jahr nur original aus England importierte Böcke, die frische Blutlinien in die schleswig-holsteinische Blaukopfzucht bringen sollen. Den Rassesieg holte der massive Bock (Nr. 57) im Besitz von Klaus Stademann, Nortorf. Katharina Mees und Paul C. Burgwald stellten an diesem Tag 11 Tiere der Rasse Suffolk aus. Das Altschaf Wanette (Nr. 63) von Katharina Mees, Hollingstedt aus der Zucht von Kai Fischer, Sommerland, entschied den Rassesieg für sich. Die Bocknachzuchtsammlung hingegen wurde von Familie Burgwald, Bosbüll, gestellt und ebenso gewonnen. Die vorgestellten Coburger Füchse stammten zwar alle aus der Zucht von Frauke Wechselberg, zwei davon befinden sich jedoch im Besitz von Jannis Nagel, dessen Zuchtherde sich noch im Aufbau befindet. In diesem Jahr überzeugte noch Familie Wechselberg mit ihren Tieren, sodass Z. Indie (Nr. 90) in dieser Rasse siegte, sowie eine stimmige Bocknachzucht-sammlung präsentierte. Frau Potyka aus Hamburg reiste mit ihren Rhönschafen zur Landes-schafschau. Hierbei machte das einjährige Mutterschaf (Nr. 97) den Sieg für sich aus. Auch ihre vorgeführten Sammlungen konnte durch eine passende Aufstellung bestechen. Das für hiesige Verhältnisse etwas exotisch wirkende Walliser Schwarznasenschaf wurde von Peter Sellhorn, Rausdorf, vorgestellt. Diesmal konnte Tyra (Nr. 118) gegen ihre Stallkameradin Teeny den Rassesieg für sich entscheiden, während es vor zwei Jahren noch genau umgekehrt war. Die zahlreich vertretene Rasse der Bentheimer Landschafe präsentierte die Züchterin Dr. Andrea Boldt-Lynsche. Das Schaf Wadha (Nr. 138) überzeugte auf ganzer Linie die Jury und wurde somit zur Rassesiegerin dieser Gruppe ernannt. Unter ihren drei Bocknachzuchtsammlungen zeigten sich die Nachkommen des Bocks Olfer von ihrer besten Seite. Auch die Einzelzüchtersammlung beeindruckte von Massow und Lorenzen-Nissen. Als Letztes in diesem Ring folgte die älteste Schafrasse Großbritanniens, die aber in Schleswig-Holstein noch wenig verbreitet ist. Die Border Leicester waren in diesem Jahr mit zwei Tieren aus dem Stall von Jürgen Schlüter, Sommerland, vertreten. Als Rassesiegerin wurde das selbst-gezüchtete Mutterschaf Youpette (Nr. 143) bestimmt. In dem Ring von Henning Hinz und Anke Mückenheim wurden ausschließlich Landschafrassen bewertet. Den Anfang machten die Schafe der Rasse Graue Gehörnte Heidschnucke. Dr. Karsten Grönning, Dazendorf, stellte zum ersten mal Tiere auf der Landsschafschau vor, zeigte aber mit dem fünfjährigen Bock Baruch (Nr. 69) den diesjährigen Rassesieger und überzeugte zudem mit seiner gut zusammenpassenden Bocknachzuchtsammlung. Bei den Skudden gewann der stolze Bock (Nr. 75), ursprünglich aus einer brandenburger Zucht und jetzt im Besitz von Familie Voeltz/ Westphal, den Rassesieg, ebenso stellte dieser Zuchtstall eine schöne harmonische Bocknachzuchtsammlung. Der zweite Züchter dieser Rasse, Hardy Marienfeld, aus Blunk stach mit seiner abgestimmten Züchtersammlung hervor. Die kleinste Schafrasse der Welt fand den Weg mit einer großen Schar zur Norla. 15 Tiere von vier Züchtern wurden Hinz und Mückenheim präsentiert. Die Ouessant zeigten sich in den Farbschlägen weiß, braun und schwarz und machten es durch diese Vielfalt den Richtern besonders schwer. Am Ende entschieden sie sich für Errol (Nr. 102) im Besitz von Heike Sievers aus Erfde für den Rassesieger, der den Farbschlag schwarz hervorragend vertrat. Bei der großen Konkurrenz unter den Bocknachzuchten konnte Horst Feddersen aus Drelsdorf die Siegerplakette mit nach Hause nehmen. Während bei den Einzelzüchtersammlungen Heike Sievers wieder die Nase vorne hatte. Noch neu im Zuchtgeschäft ist Familie Gudlowski, welche mit drei Tieren der Rasse Gotländisches Pelzschaf angereist war. Bei dieser in Schleswig-Holstein recht seltenen Rasse schaffte es Z. Bonny (Nr. 120) herauszustechen. Hardy Marienfeld stellte neben den Skudden eine zweite Rasse auf der Landesschafschau vor. Die Rauhwolligen Pommerschen Landschafe waren mit fünf Tieren vertreten. Ninon (Nr. 124) ein neunjähriges Altschaf, das schon einige Schauerfahrungen in ihrem Leben sammeln konnte und u.a. Bundessiegerin 2014 in Berlin war, überzeugte auch wieder auf der Norla. Mit ihrer immer noch hervorragenden äußeren Erscheinung und dieser langen Lebensleistung konnte sie die Richter überzeugen und wurde somit Rassesiegerin. Mit drei Tieren aus seiner Zucht trat Hardy Marienfeld vor die Kommission und ergatterte den Sieg der Einzel-züchtersammlungen.

Alle 1A Preisträger freuten sich über eine Stallplakette der Landestierschau während den Rassesiegern sowie den Siegern der Züchter- und Bocknachzuchtsammlungen Ehrenpreise auf der anschließenden Siegerehrung überreicht wurden.

Die Jungzüchter konnten sich in diesem Jahr entscheiden, ob sie wieder am Anfänger- oder Fortgeschrittenen-Wettbewerb teilnehmen wollten. Die fortgeschrittenen Jungzüchter bewältigten zunächst einen theoretischen Fragebogen rund um das Thema Schafhaltung und Zucht. In Zweierteams ging es danach in den Ring, wo das Tier des jeweils anderen fachmännisch beurteilt wurde. Darüber hinaus zog jeder Jungzüchter, ältere und jüngere, sein eigenes Schaf vor. Beim Wettbewerb im Ring trugen die Jungzüchter stolz das gesponserte T-Shirt vom Landhandel J.Stöfen GmbH mit der Aufschrift „Jungzüchter vun de Waterkant“. Die Juroren Herbert Tietgen und Mathias Krause stellten dabei Nina und Deik Reimers, Sven und Leif Eismann, Janne und Stina Gudlowski, Alexandra Nistor, Max Hermann Gempf, Jannis Nagel, Tobias Rahlfs, Neo Marcel Recht, Ryan Kleinfeld und Jan Hauke Volquardsen weitere knifflige Fragen und züchterische Aufgaben. Die Zuschauer, die Eltern und besonders die Richter waren von dem Wissen und dem Können der Jungzüchter stark beeindruckt. Alle Kinder und Jugendlichen zeigten ihre Begeisterung für die Schafhaltung und imponierten beim Handling ihrer Tiere, der Gewinner wurde jedoch erst bei der Siegerehrung bekannt gegeben. Hier freute sich Nina Reimers über den 1.Platz bei den Anfängern sowie Max Hermann Gempf über den 2. Platz. Stina Gudlowski entschied den Sieg in der Fortgeschrittenen-Gruppe für sich und freute sich genauso wie Jannis Nagel, der den 2. Platz belegte. Mit strahlenden Gesichtern hielten alle Jungzüchter am Ende ihre Preise, welche von der amtierenden nordfriesischen Lammprinzessin Nadine Dethlefs überreicht wurde, in den Händen.

Gleichzeitig nahmen bei der großen Siegerehrung die Besitzer der Siegertiere sowie der Siegersammlungen ihre Ehrenpreise aus den Händen von Dr. Norbert Borchers, MELUND und Peter Levsen Johannsen, LWK SH, entgegen. Das finale Highlight der Landesschafschau war die Wahl von Mr. und Mrs. Norla, bei der zum ersten Mal die Richter einige Favoritentiere, unabhängig von einander, mit Punkte-Karten von 1 bis 4 vor den Augen der Zuschauer bewerteten. Die Punkte der Richter wurden dann addiert und das Tier mit den meisten Punkten hatte gewonnen. So war der Wettbewerb für die Züchter und das Publikum nachvollziehbar und aufregend. Die Spannung am Ring während die Richter ihre Bewertungen in die Höhe hielten, war spürbar. Bei den Böcken standen der Weißkopfsieger und der beste Graue Gehörnte Heidschnucken Bock zur Auswahl. Zum Mr. Norla wurde dann der Weißkopfbock von Kay Poggensee ernannt. Bei den weiblichen Schafen war die Auswahl noch schwieriger, die Richter mussten sich zwischen den Siegerinnen der Rassen Texel, Bentheimer Landschafe und der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe entscheiden. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber die Texeldame Zuckerhut aus der Zucht von Hans-Erhard und Martin Luhn bekam durch volle Punktzahl höchste Anerkennung und wurde zu Mrs. Norla 2019. Beide Züchter freuten sich über den Ehrenpreis überreicht, durch die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft SH Tierzüchter Christina Johanna Paulsen-Schlüter.

Der Landesverband gratuliert an dieser Stelle allen Züchtern und Jungzüchtern nochmals recht herzlich und bedankt sich für die hervorragende Präsentation ihrer Tiere auf der Landesschafschau 2019!

Nicht nur am großen Ring präsentierten sich die verschiedenen Schafrassen, sondern auch im Tierschauzelt konnten die Besucher eine große Auswahl an Zuchtschafen und Ziegen über den gesamten Zeitraum der Norla bewundern. Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter informierte am Stand die Interessierten sowie Schaf- und Ziegenhalter über Themen rund um diese beiden Tierarten und zogen zahlreiche Zuschauer und Gäste an den Stand. Erstmals gab es auch einen zusätzlichen Stand der Jungscheeper zusammen mit den Jungzüchter-Abteilungen der anderen Tierzuchtverbände. Hier konnte sich das junge Publikum informieren und austauschen. Auch die Stimmung unter den Vertretern der einzelnen Verbände war ausgesprochen gut und es wurden viele Gespräche geführt, so dass auch in Zukunft eine gemeinsame Arbeit gesichert ist. Engagierte Spinnerinnen zeigten, wie die Wolle mit dieser alten Handwerkskunst verarbeitet wird und beantworteten dabei viele Fragen. Auch von der großartigen Qualität des schleswig-holsteinischen Lamm-fleisches konnten sich die Besucher vor Ort überzeugen. Lammstangen, Mettwurst und Schinken von der Schäferei Bährs wurden zum Probieren und Kaufen angeboten. Auch der Schafskäse vom Hof Solterbeck, der am Stand verköstigt werden durfte, fand regen Anklang. Sehr interessiert waren die Gäste aus Nah und Fern auch an den Schafschur- und Spinnvorführungen, die von Anke Mückenheim und Max Hinz auf der Showbühne im Tierschauzelt durchgeführt wurden. Sie erklärten zusammen mit Frau Bruser und Frau Mextorf vom Landesverband den Zuschauern ihre Arbeit und wurden von einer großen Menschentraube umlagert.

Die Norla 2019 mit tausenden Besuchern kann als voller Erfolg trotz des zeitweise starken Regens gewertet werden, was auch der Besucheransturm am Wochenende zeigte.

Der Landesverband dankt den Züchtern, den Preisrichtern, den Organisatoren, den stillen Helfern und nicht zuletzt den Ehrenpreis-spendern und Sponsoren recht herzlich für das Geleistete!


Schafttage 2019

4 Schafmärkte in 4 Wochen

Der Landesverband hatte in diesem Jahr schon viele Gelegenheiten für die Schaf- und Ziegenhaltung im Norden zu werben.

Los ging es mit einem Stand beim Viöler Bauernmarkt am 26.Mai. Leider schickte der trübe Viöler Himmel an diesem Tag unablässig Regen über die Geest, so dass auch die Stimmung unter den Schaf- und Ziegenzüchtern bei der Anlieferung der Tiere am Morgen doch etwas betrübt war. Aber durch einen guten Schluck Kaffee und die rhythmische Musikbegleitung kamen alle wieder in Schwung. In diesem Jahr hatten sich mehr Züchter ange-meldet, so dass wir den Besuchern schon eine größere Mischung aus Schafen und Ziegen in Viöl präsentieren konnten. Torsten Friedrichsen, Jürgen Sönnichsen, Iris Frenzer, Yannika Diekmeyer, Dirk Vollquardsen, Frauke Stange-Ehmke, Jennifer Haalck und das Team rund um Michael Sauerland zeigten schöne Vertreter von den Zwartbles über die Coburger Fuchsschafe bis hin zu den Romney Schafen und begeisterten so die Zuschauer. Da der Regen den ganzen Tag über anhielt, war auf der Festmeile nicht so viel los wie sonst. Den Besuchern, die trotz des Regens gekommen waren, machte das aber wenig aus, sie streichelten die Schafe und Ziegen und stellten viele Fragen rund um die Schafhaltung.

Auch die Tierschauen im Ring hatten ihre Zaungäste: Mit Schirmen bewaffnet trotzten sie dem Nass von oben und verfolgten gespannt die Vorführungen der Rinder, Pferde und Esel. Am Vormittag beherschten die Fleischrinder den großen Vorführring. Bei der Landesschau des Fleisch-rinderzuchtverbandes zeigten sich Galloways, Highland-Cattle, Deutsches Shorthorn, Dexter, Charolais und Angusrinder von ihrer besten Seite. Am Nachmittag begeisterte dann ein abwechslungsreiches Showprogramm der unterschiedlichsten Pferderassen das Publikum.

Die Krönung der Lammkönigin und der Lammprinzessin fand am Vormittag unter dem trockenen Dach des Feuerwehrhauses statt. Melf Melfsen, Vorsitzender des Fördervereins Nordfriesische Lammtage, und dem Kreispräsident Heinz Maurus gelang es trotzdem die Krönung der bisherigen Lammprinzessin zu einem feierlichen Akt werden zu lassen. Sie ernannten Heike Marit Carstensen zur Lammkönigin 2019/2020. Sie bekam das Krönchen aufgesetzt und die Schärpe umgebunden, was aus ihrem roten Kleid ein echtes Königinnen-Gewand machte. Als die neue Lammprinzessin Nadine Dethlefs vorgestellt wurde, ließ das Strahlen in ihrem Gesicht die fehlende Sonne erst recht in Vergessenheit geraten. Dass sie vom Publikum gefeiert wurde, lag auch daran, dass sie in Immenstedt lebt und damit Heimspiel hatte. Außerdem arbeitet sie als Bauzeichnerin in Behrendorf – ist also im Amt Viöl mehr als zu Hause. Ihre Vorgängerin Marleen Westensee konnte nicht persönlich dabei sein, ließ aber ausrichten, dass sie den neuen Majestäten „eine Fontäne einzigartiger Auftritte“ wünscht. Nach der Krönung mischten sich die beiden frisch gebackenen Majestäten mit einem großen Gefolge unter das Volk und streiften über das große Marktgelände. Dabei besuchten sie natürlich auch den Stand des Landes-verbandes und waren voller Begeisterung über ihre wolligen Untertanen. Trotz des weiter andauernden Regens ließen es sich die Züchter auch nicht nehmen am Nachmittag die neue Lammprinzessin zu ihrem großen Auftritt im Ring zu begleiten, zu dem sie standesgemäß mit einer Kutsche eingefahren wurde. Danach wurde aufgrund der Wetterlage das Show-programm beendet und die Züchter dürften ihre Tiere und sich selbst nach Hause ins Trockene bringen. Der Landesverband dankt den Züchtern, die trotz des Regens gute Laune verbreitet haben und der Schlachterei Burmeister für die hervorragende Verpflegung an diesem Tag.

Wir gratulieren den beiden Majestäten und wünschen Ihnen viel Spass und Erfolg für die kommende Amtszeit. Wir freuen uns darauf euch bei vielen Aktivitäten, und vor allem in Husum auf dem Bockmarkt, zu begrüßen.

 

Auch am darauffolgenden Schafmarkt, an Christ Himmelfahrt, in Unewatt war das Wetter nicht viel besser. Auch wenn wir am Mittwochabend noch bei strahlendem Sonnenschein aufbauen konnten, entschlossen wir uns aufgrund des Wetterberichts den Schafmarkt in die Christensen-Scheune zu verlegen. Und der nächste Tag zeigte, dass wir uns richtig entschieden hatten. Es nieselte fast den ganzen Tag. Da die zahlreichen Aussteller und die Spinnerinnen aber im Trockenen sitzen konnten, war die Stimmung sehr gut. Und diese übertrug sich auch auf die rund 500 Besucher, die sich alle mit Regenhose und Regenschirm bewaffnet hatten und so auch die bunte Rassevielfalt im Innenhof bewundern konnten. Der beliebte Streichelzoo mit den Flaschenlämmern von Hanna Hansen aus Idstedt wurde in diesem Jahr von einigen Kindern vemisst, aber die eigene Hochzeit ist wohl eine ausreichende Entschuldigung. An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an das Brautpaar und alles Gute! Aber die Besucher konnten nicht nur die Schafe und Ziegen bewundern, sondern sich auch an den Ständen mit wunderbarer Kleidung und Filzprodukten, Schafmilchseife, Wollschmuck sowie Strümpfen und Fellen von der Vielfalt der Produkte des Schafes überzeugen. Die Kinder kamen am Stand von Sabine Bauer und den „Eckernförderern“ auf ihre Kosten, wo sie Tiere mit Nadeln filzen und Holzschäfchen mit Wolle und Fell bekleben konnten. Am Stand des Landesverbandes gab es für alle viel zu entdecken. Das beliebte Wollspiel und die Tombola erfreuten viele Besucher. Die Tombola-Preise wurden dankenswerter Weise von den vielen Ausstellern gestiftet. Für das leibliche Wohl sorgten die Stände mit Obst und Gemüse, Käse, Lammbraten sowie das allseits beliebte Ziegeneis.

Auch die Schafschervorführungen von Anke Mückenheim und das Wolle-Spinnen der Spinnerinnen sorgten für großes Interesse. Der Spinnwett-bewerb rundete die Veranstaltung dann am Nachmittag ab.

Als die Spinnerinnen und Spinner sahen, dass es ein frisch geschorenes Vlies der Rasse Wensleydale/Gotland-Mischung zu gewinnen gab, stellten sich 6 Mutige der Herausforderung und hatten in einer halben Stunde 30 g Wolle versponnen. Den längsten Faden und damit Gewinnerin des begehrten Vlieses wurde Ronja Hamann mit 120,80 m. Gefolgt von Martin Pankratz (86,07 m) und Astrid Meier (84,56 m). Die Zuschauer verfolgten den Wettbewerb und die anschließende Siegerehrung gespannt mit und so ging der 4. Unewatter Schaftag erfolgreich zu Ende. Viele der Aus-steller fanden den neuen Platz bei der Christesen-Scheune so gut, dass wir für den 5. Unewatter Schaftag im Jahr 2020 überlegen müssen, ob er nicht nur bei schlechtem Wetter genutzt werden soll.

Ein besonderer Dank gilt dem Landschaftsmuseum Unewatt, allen voran Frau Latendorf und ihrem Team, die den spontanen Umzug in die trockene Scheune so flexibel umgesetzt haben und uns wieder so herzlich empfangen haben!

Beim nächsten Schafmarkt, am Pfingssonntag, in Lensahn hatte Petrus dann ein Einsehen mit den Schafhaltern und so strahlte die Sonne vom Ostholsteinischen Himmel. Der Schafmarkt in Lensahn gehört inzwischen zu den festen Terminen der Ostholsteinischen Schafhalter, so dass auch hier wieder viele Tiere in Schleswig-Holstein beheimateter Schafrassen den zahlreichen Zuschauern gezeigt werden konnten. Die Stimmung unter den Besuchern und Ausstellern war prima und auch die Spinner nutzten Lensahn wieder als Treffpunkt, um zu Klönen und in der großen Auswahl an Wollen zu stöbern. Carl Wechselberg begleitete die Schurvorführungen von Phil Marschall mit fachkundigen Geschichten zur Schur und zur Schafhaltung in Schleswig-Holstein. Auch die Hütevorführungen mit Wolfgang Gresens und seinem baden-württembergischen Tiger Puk zogen die Besucher magisch an. Der junge Hund zeigte dabei schon großes Talent, ließ sich aber ab und an doch noch von seinem Spieltrieb überrumpeln. Auch hier war der Landesverband mit einem Stand vertreten und erfreute die Besucher mit tollen Gewinnen auf der Tombola. Auf der "Wollmeile“ waren unzählige Vliese von den verschiedensten Schafrassen ausgelegt, die nicht nur begutachtet sondern natürlich auch erworben werden konnten. Die Ständen mit Produkten "rund ums Schaf", vom getöpferten Garten-schaf bis zum gegerbten Fell lockten die Besucher und für die Kinder war das Arbeiten mit bunter Wolle ein großes Vergnügen.

Zur Mittagszeit zog ein verführerischer Duft von Lammgyros über den Platz und lud zum Essen ein.

Da der Bezirk Ostholstein in diesem Jahr sein 100 jähriges Jubiläum feiern kann, war ein Lammessen am Vortag des Schafmarktes geplant, welches leider abgesagt werden musste. Das Jubiläum wurde aber auf dem 8. Ostholsteiner Schafmarkt würdevoll gefeiert und war somit für die Besucher und Aussteller ein voller Erfolg!

 

Am 16. Juni fand dann der Schaf- und Ziegentag in Molfsee mit Sonnenschein und buntem Programm statt. Nachdem wir die Veranstaltung im letzten Jahr abgesagt hatten, um den Tag neu zu gestalten, konnten wir uns über zahlreiche Anmeldungen seitens der Züchter und der Aussteller in diesem Jahr freuen. Diesmal bezogen wir mit den Ständen und den Schafen den Platz rund um die Winkelscheune und waren damit nah dran an den Besuchern des Freilichtmuseums.

Neun Schafrassen wurden von rund acht Züchtern vor Ort vorgestellt und an den Ständen wurde nicht nur über die Schaf- und Ziegenhaltung informiert sondern auch über nachhaltige Textilien und Wollproduktion.

Weitere Programmhöhepunkte waren die Hütehundevorführung von Susan Mester und die Schurvorführungen von Uwe Jansen und Anke Mückenheim. Die beiden zeigten sowohl die Schur auf der Bank und der Schermaschine als auch die Bodenschur mit der Schere und bewiesen damit, wie vielfältig die Schafschur und die Schafhaltung ist. Auch zahl-reiche Spinnerinnen zeigten ihr Handwerk und nahmen am kreativen Spinnwettbewerb teil. Dabei ging es nicht um Tempo, sondern um Fantasie und spinnerisches Geschick. Jeder Teilnehmer erhielt diesmal zirka 30 g Wolle, bunte Federn sowie Perlen. Daraus wurde im Laufe des Vormittags ein Garn nach eigenem Geschmack gesponnen und ab 13 Uhr ausgestellt, damit die Besucher das Lieblingsgarn auswählen konnten. Diese kniffelige Aufgabe wurde von allen Spinnern hervorragend gemeistert. Die Wahl fiel den zahlreichen Besuchern sichtlich schwer, denn kein Garn glich dem anderen und alle Garne waren für sich sehr hübsch und originell. Am Ende entschieden sich aber die meisten der Wähler für das gesponnene Garn von Lene Marie Jensen gefolgt von Reingard Lindenthal und Reni Hamann.

Auch an die jungen Besucher wurde gedacht: Kinder konnen frisch geschorene Wolle kämmen und für die Weiterverarbeitung vorbereiten, an anderer Stelle konnte der Nachwuchs Schafs- bzw. Ziegenmilch im Butterfass buttern.

Kulinarisch blieb der Aktionstag seinem Thema natürlich treu: Es wurden unter anderem Ziegenmilcheis, Lammbratwurst sowie Schafs- und Ziegenkäse angeboten.

Die Schafe und Ziegen locken natürlich viele Besucher und man kommt mit Gästen ins Gespräch, denen man die Schaf- und Ziegenhaltung erklären kann. Unsere Schafe und Ziegen stehen im Blick der Öffentlichkeit, da sie überall sichtbar auf den Weiden laufen. Um so wichtiger sind solche Veranstaltungen, um Fragen in gut gelaunter Atmosphäre zu beantworten, Probleme der Weidehaltung zu erklären und Werbung für die Schaf- und Ziegenhaltung und ihre Produkte zu machen. Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden, die diese Tage mitgestaltet haben. Einen besonderen Dank an alle Züchter, Schafhalter und Helfer, die bei allen Veranstaltungen ein buntes Bild der Schaf- und Ziegenhaltung in Schleswig-Holstein präsentiert haben!!

Berufsnachwuchs für Schäfereibetriebe

Tierwirte sind Spezialisten für die Aufzucht, Pflege und Haltung land-wirtschaftlicher Nutztiere.Dies bewiesen in diesem Jahr vier Auszubildende der Fachrichtung Schäferei. Auf dem Ausbildungsbetrieb von Karl-Henning Hinz zeigten die Prüflinge vor dem Prüfungsausschuss ihr Wissen und ihre Leistungs-fähigkeit in der Arbeit mit Schafen. Sie mussten ihre Fähigkeiten in praxisorientierten Prüfungen, in der Beurteilung von Schafen hinsichtlich Qualität und Tiergesundheit sowie bei der Klauenpflege und Fütterung unter Beweis stellen. Im Prüfungsteil „Hüten“ zeigten die Prüflinge, dass auch in Schleswig-Holstein der Hund ein wichtiger Partner bei der Arbeit mit Schafen ist.

Auf der Freisprechungsfeier in Krumstedt, Kreis Dithmarschen, erhielten die neuen Schäfergesellen ihre wohlverdiente Berufsurkunde. Der Landesverband gratuliert den neuen „Schäfern“ Dean Höft, Christian Paulsen, Torsten Rogkensack und Christian Schramm zur bestandenen Abschlussprüfung und wünschen alles Gute für den weiteren Lebensweg!

Schafe und Ziegen dürfen künftig auf Winterbegrünungsflächen weiden

Winterbegrünungsflächen im Land dürfen künftig auch von Schafen und Ziegen beweidet werden. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung hat die entsprechenden Richtlinien für die Förderung einer markt- und standortangepassten sowie umweltgerechten Landbewirtschaftung (MSUL) rückwirkend ab 01.01.2019 geändert. Schaf- und ziegenhaltende Betriebe haben damit die Möglich-keit, weitere Ackerflächen in die Wintergräsung einzubeziehen. Dies erleichtert zusätzlich das Setzen von Zäunen zur Wolfsprävention, da Ackerschläge zumeist größer und besser befahrbar sind als Grünlandflächen. Es wird empfohlen, dass Bauern, die von der Winterbegrünung Gebrauch machen, gemeinsam mit den Schäfern auf direktem Weg Wintergräsung und Ansaat leguminosenfreier, gräsungsgeeigneter Saatgutmischungen für die Zwischenfrucht-Winterbegrünung verabreden.



Schäfereikalender 2020

Der Kalender mit vielen Praxistipps rund um Schafe und Ziegen gibt wertvolle Informationen und Empfehlungen. Er passt in jede Jacken-tasche oder noch praktischer auf Ihr Smartphone oder Tablet. Das großzügige Kalendarium mit Wochenplaner eignet sich hervorragend für Ihre Termine und Aufzeichnungen, und der „Tages-Check“ hilft bei der täglichen Arbeit im Stall und auf der Weide: in vorgedruckten Kontroll-kästen können Sie den Zustand von Tieren, Futter und Zaun dokumen-tieren (Wochenplaner und „Tages-Check“ sind nicht im E-Book möglich). Der Schäfereikalender enthält zudem ein aktualisiertes, umfangreiches Adressverzeichnis aller für die Branche wichtigen Verbände, Behörden und Institutionen im In- und Ausland sowie einen jährlich überarbeiteten Adressteil der Schaf- und Ziegenzüchter aller Rassen in Deutschland und Österreich.

Der Kalender kann in der Geschäftsstelle bestellt (Tel.: 0431/332608) werden.

 


Projekt Wirtschaflichkeit läuft

Während der Internationalen Grünen Woche fand am 23. Januar 2019 im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft die Frühjahrssitzung des VDL-Arbeitskreises Wirtschaftlichkeit statt.

Eingeladen hatte der Arbeitskreisvorsitzende Werner Neumann, Rheinland-Pfalz, gemeinsam mit der Fachlichen Leiterin des Arbeitskreises Janine Bruser, Schleswig-Holstein. Die Sitzungsleitung hatte stellvertretend der VDL-Vorsitzende Jürgen Lückhoff für Werner Neumann übernommen. Mit den VDL-Arbeitskreisen werden wichtige „schafwirtschaftlich“ relevante Themen­felder mit aktiver Beteiligung von Vertretern aller VDL-Mitgliedsverbände bearbeitet, so auch das Thema Beutegreifer. Vor einigen Jahren wurde mit dem VDL-Arbeitskreis Wirtschaftlichkeit gemeinsam mit Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) die Berechnung der Wirtschaftlichkeit und die erforderlichen Kostenerstattungen für die land­schafts­pflegerische Leistung mit Schafen am Beispiel verschiedener Biotoptypen berechnet – ein wichtiges Nachschlagewerk für so manches Agrarumweltprogramm in den einzelnen Bundesländern. Ein Thema, das bei der Arbeitskreissitzung im Januar behandelt wurde, war der aktuelle Sachstand zum Projekt Wirtschaftlichkeit in der Lammfleischerzeugung, dass dankenswerterweise von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziell unterstützt wird. Eingebunden in das Projekt ist Prof. Stanislaus von Korn, der hier die wissenschaftliche Abdeckung sicherstellt. Bislang werden die regional von Dritten erhobenen Daten und deren Auswer­tungen hinsichtlich der Ergebnisse zusammengetragen und miteinander verglichen. Hinzu kommt erfreulicherweise die Nutzbarkeit von Test­betriebs­ergebnissen, was unter Federführung des Bundes­ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) organisiert wird. Die Gesamt­auswertung der Ergebnisse soll im Rahmen der nächsten Sitzung stattfinden. Im Wirtschaftsjahr 2016/17 nahmen 60 spezialisierte Schaf­betriebe im Haupt- und Nebenerwerb am Testbetriebsnetz teil. Eines der Projektziele ist es, die unterschiedlichen Daten zusammenzuführen und zu entscheiden, ob und in welchem Umfange weitere Daten erhoben werden sollen, so beispielsweise in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen, wo bislang noch wenig Daten aus der Schafwirtschaft erhoben und ausgewertet werden. Mit dem Projekt werden zukünftig regelmäßig belastbare Daten aus Praxisbetrieben vorliegen, die Auskunft über die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation der Branche geben. Das ist sehr wichtig, um damit die Forderungen der Vereinigung Deutscher Landes­schafzuchtverbände (VDL) und der Landesverbände durch tragfähige Argumente zu untermauern. Weiteres Thema war die inhaltliche Abstimmung eines VDL-Forderungskataloges zur Zukunftssicherung der Schaf- und Ziegenhaltung. Es handelt sich hierbei um ein internes Papier für die VDL und ihrer Mitgliedsverbände. Es soll als Grundlage für Gespräche in allen Bundesländern dienen, damit alle „mit der gleichen Sprache sprechen“. Die Landesverbände können in ihrem Bundesland unterschiedliche Gewichtungen der einzelnen Positionen vornehmen. Auf Bundesebene soll der Forderungskatalog dazu führen, dass alle die gleiche Position einnehmen. Insgesamt war es wieder eine effiziente Sitzung, die zeigte, wie wichtig eine Teilnahme aller VDL-Mitglieds­verbände bei so einem wichtigen Thema ist.

WDL-Film zur Situation in der Schafhaltung

Die Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch (WDL) lässt einen Film zur Darstellung der Situation in der Schafhaltung in Deutschland produzieren.

Eine entsprechend erfahrene Firma wurde hierfür auf Vorschlag des WDL-Vorstandsmitgliedes Johann Nesges eingebunden. Der Film zeigt die Entwicklung der Schafhaltung in den letzten Jahren, die momentane Situation sowie die vielfältigen Leistungen der Schafhaltung – unterlegt mit Interviews mit Schafhaltern aus verschiedenen Bundesländern. Es werden Argumente geliefert, die nach­drücklich begründen, weshalb die Schafhaltung für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist. Natürlich werden auch die aktuellen Sorgen und Probleme der Schafhaltung dargestellt. Betroffene Schafhalter berichten, weshalb sie ihre Schafhaltung beendet haben bzw. beenden mussten. Hier werden die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- wie auf Landesebene angesprochen und zur Problemlösung angehalten. Doch soll nicht nur alles kritisch oder pessimistisch betrachtet werden. Der Film stellt gute Beispiele dar, die zeigen, dass unsere heimische Schafhaltung traditionell und gleichzeitig modern und wirtschaftlich aufgestellt ist, dass sie von engagierten Schafhalterinnen und Schafhaltern betrieben wird, dass sie auch Ausbildungsplätze anbietet, dass sie Küstenschutz und Landschaftspflege mit Freude betreibt und hervorragendes Lammfleisch erzeugt. Das heimische Lammfleisch wird in auf die Wünsche der Verbraucher angepassten Zuschnitten verpackt und ist sowohl im Einzelhandel als auch bei Direktvermarktern erhältlich. Zur Einschätzung und Wertschätzung des hochwertigen Lammfleisches kommt in dem Film ein erfahrener Koch zu Wort, der das Verbraucherverhalten und die zunehmende Bereitschaft zum Genuss hochwertiger Produkte vorstellt. All diese Schritte – von der Weide bis zum Teller – haben ihren Preis. Auch darüber informiert der Film. WDL Der Film soll bei dem für 2019 geplanten Parlamentarischen Abend vorgeführt werden. Anschließend steht er den WDL- und VDL-Mitgliedern kostenfrei zur Verfügung.


Hirtenzug in Schleswig- Holstein

Der Hirtenzug, bei dem gegenwärtig Schäfer mit ihren Herden in ganz Deutschland unterwegs sind, hat am 23.06.2010 in Lauenburg an der Elbbrücke Halt gemacht. Hier übergab Klaus Seebürger den Hirtenstab an die Schäfermeisterin...[mehr]


Erfolgreiche Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schafzüchter e.V.

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schafzüchter e.V. fand am 19.Mai in Rendsburg statt. Da die Versammlung zum ersten Mal im Hotel "Pelli Hof" abgehalten wurde,...[mehr]


Blauzungenimpfung 2010

Die Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit ist ab 2010 aufgehoben. Demnach wird es den Schaf- Ziegen- und Rinderbetrieben in Deutschland in diesem Jahr freistehen, ob sie ihre Tiere impfen lasen oder nicht. Es gibt viele...[mehr]


Elektronische Kennzeichnung eingeführt

Die ersten Schafe in Schleswig- Holstein werden zur Zeit gemäß der Viehverkehrsordnung mit den neuen elektronischen Ohrmarken versehen. Der Landesverband sowie die VDL versuchen weiterhin mit Nachdruck, die verpflichtende...[mehr]


Erfolgreiche Bundeslandschafschau in Berlin

Das Jahr 2010 begann gleich mit einem züchterischen Höhepunkt, der 4. Bundeslandschafschau im Rahmen der Grünen Woche in Berlin. Vom 22. bis 23. Januar wurden die besten Schafe und Böcke aus 25 Landschafrassen gewählt. Auch...[mehr]


Letzter Stand zur Elektronischen Kennzeichnung von Schafen und Ziegen

Die EU-Verwaltung beharrt noch immer auf der verpflichtenden Einführung der elektronischen Kennzeichnung für Schafe und Ziegen ab dem 01. Januar 2010. Die Forderung der Schafhalter nach einem Verzicht auf die verpflichtende...[mehr]


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