Aktuelles

Schafbockauktionen des Landesverbandes 2017

Gute Verkäufe und viele Besucher

Der Hammer auf den Husumer Auktionen ist zum letzten Mal gefallen, daher ist es wieder an der Zeit Bilanz zu ziehen und einen Überblick über den Verlauf zu geben. Der Auktionsreigen der Husumer Schafbockauktionen begann in diesem Jahr mit dem Tag der meisten Rassen. Neben den Weißköpfigen und Schwarzköpfigen Fleischschafen wurden auch die Rassen Charollais, Zwartbless, Oxford Down, Berrichon du Cher sowie die Landschafrassen Ouessant, Coburger Fuchsschaf und Bentheimer aufgetrieben. So bot sich den Zuschauern ein sehr buntes Bild unserer Schafrassen in den Messehallen in Husum. Die Hallen füllten sich am ersten Auktionstag schon früh, so dass sich die Rassesieger einem breiten Publikum präsentieren konnten. Los ging es mit den prämierungsfähigen Tieren von den 53 angemeldeten Weißköpfen. Die Prämierungskommission, bestehend aus Christian Lorenzen-Nissen, Gernand von Massow und Ingo Penn, entschieden sich bei unserer traditionellen Rasse für den Jährlingsbock mit der Kat.Nr. 5 aus der Zucht von Kai Fischer, Sommerland. Zum Reservesieger ernannten sie den jungen Lammbock Kat.Nr. 46 aus der Zucht von Kay Poggensee, Kremperheide. Der Sieger wurde bei der anschließenden Auktion für 850 € und der Reservesieger für 900 € verkauft. Den Spitzenpreis des Tages von 1.050 € erhielt diesmal kein Charollais sondern der Weißkopf-Jährlings­bock Kat.Nr. 15 von Peter Theodor Hansen, Osterhever. Unter allen Fleischschaf-Böcken wurde diesmal auch wieder der „Fleischsieger“ der Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch e.V. (WDL) auserkoren. Das Besondere an diesem Preis ist, dass der Käufer dieses Tieres einen Gutschein in Höhe von 100 € von der WDL erhält. Der Fleischsieger wurde von Karl Olschewski als Vertreter der WDL auserkoren. Der Fachmann von der Landschlachterei Burmeister zeigte seinen guten Blick für die Fleischleistung der Tiere und entschied sich für den Bock Kat.Nr. 32 aus der Zucht von Jörg-Uwe Gloe, Warmhörn, als WDL- Sieger der Weißköpfe.

Bei den Schwarzköpfigen Fleischschafen waren insgesamt 6 Tiere, alle aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog, zur Auktion gemeldet. Zum Rassesieger wurde der Lammbock mit der Kat.Nr. 57 ernannt, der für 700 € versteigert wurde. Der Reservesieger wurde der Einjährige Bock mit der Kat.Nr. 54, der als teuerster Schwarzkopfbock für 800 € unter den Hammer kam. WDL-Fleischsieger bei der zweitgrößten Rasse deutschlandweit gesehen, wurde Kat.Nr. 58, der für 350 € den Besitzer wechselte.

Danach wurde es bunt im Ring. Bei den Ouessant und Oxford Down stand jeweils nur ein Bock zur Prämierung. Der Oxford Down aus der Zucht von Susann und Peter Thies, Tating, sowie der Ouessant Bock aus der Zucht von Willi Hüllmann, Seestermühe, wurden mit einem 1. Preis ausge­zeichnet. Der Ouessant Bock wurde für 170 € versteigert, was bei 17 kg Körpergewicht einem sensationellen Kilopreis von 10 € entsprach. Dies konnte nicht mal der teuerste Bock des Tages toppen. Unter den vier Bentheimer Landschafen kamen sowohl der Rassesieger (Kat.Nr. 69) als auch der Reservesieger (Kat.Nr. 67) aus der Zucht von Andrea Boldt-Lynsche, Panker. Von den vier aufgetriebenen Bentheimern konnten 3 Tiere zum Durchschnittspreis von 453 € verkauft werden. Bei den Coburger Fuchsschafen kamen wieder alle 3 Tiere aus dem Stall von Frauke Wechselberg, Neutestorf. Der Rassesieger (Kat.Nr. 60) und der Reservesieger (Kat.Nr. 59) fanden beide für 350 € ein neues Zuhause. Unter den 3 Berrichon du Chers und den 2 Zwartbless waren leider keine prämierungsfähigen Tiere dabei und auch die Gebote waren zaghaft, so dass nur ein Berrichon und ein Zwartbless versteigert werden konnten. Und damit war der bunte Prämierungsreigen noch nicht beendet. Diesmal fanden 55 Charollais den Weg nach Husum. Andreas Pirdzuhn, Todesfelde, stellte in diesem Jahr sowohl den Rassesieger als auch die Reservesiegerin bei dieser aufsteigenden Rasse. Der Lammbock mit der Kat.Nr. 101 konnte die Jury letztendlich überzeugen. Dicht gefolgt aber vom Mutterschaf Kat.Nr. 133, die bei der Auktion erstaunliche 500 € einbrachte. Die Wahl unter den Charollais-Böcken, den Bock mit der besten Fleischleistung zu finden war, nicht einfach. Am Ende entschied sich Karl Olschewski aber auch hier für einen Bock aus der Zucht von Andreas Pirdzuhn, die Kat.Nr. 96. Die Entwicklung der Charollais in Schleswig-Holstein ist immer noch spannend und so kann auch die diesjährige Auktion als Trend gesehen werden. Von den 55 aufgetriebenen Tieren wurden 53 Tiere verkauft, zu einem Durchschnittspreis von 506 €. Der Spitzenpreis lag, anders als in den Vorjahren, bei 850 € für den Jährlingsbock mit der Kat.Nr. 78 aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog. Der Rassesieger wechselte für 800 € den Besitzer.

Neben den vielen Schafhaltern waren auch zahlreiche Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen in die Messehallen gekommen, die alle einen erfolgreichen ersten Tag verfolgen konnten.

Am 17.08., dem zweiten Auktionstag, füllten 16 Blauköpfe, 125 Suffolks und 3 Swifter die Husumer Messehallen. Die Prämierungskommission, bestehend aus Gernand von Massow, Hans Michow Schröder und Hans Erhard Luhn, hatten viel zu tun an diesem Morgen. Zuerst wurde der Rassesieger der Blauköpfe gesucht und in dem Jährlingsbock mit der Kat.Nr. 145 aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt, gefunden. An diesem Bock kam auch der WDL- Vertreter nicht vorbei und ernannte ihn zum Fleischsieger. Der Reservesieger, der Lammbock Kat.Nr. 152, kam aus dem gleichen Zuchtstall. Von den 16 aufge­triebenen Blauköpfen wurden 15 Tiere für einen Durchschnittspreis von 441 € unter den Hammer gebracht. Der Rassesieger erzielte dabei den Spitzenpreis der Blauköpfe von 780 €.

Weiter ging es mit der Gruppe der Suffolks. Insgesamt 143 Tiere waren im Katalog aufgeführt, von denen 18 fehlten. Die Prämierungsgruppen waren also recht groß, so dass die Jährlingsgruppe nochmal aufgeteilt werden musste. Trotz seiner schlechten Leinenführigkeit wurde der Jährlingsbock Kat.Nr. 112, aus der noch jungen Zucht Kröger & Thomsen Gbr., Simonsberg, zum Rassesieger und erzielte den Höchstpreis des Tages von 1.900 €. Auch der Reservesieger Kat.Nr. 179, ein weiterer Jährlings­bock, aus der Zucht Jörg Langhein, Kattendorf, wusste den Käufern zu gefallen und erzielte den zweithöchsten Preis von 1.600 €. Der WDL- Sieger der Suffolks, die Kat. Nr. 196, aus der Zucht von Volker Derbisz, Hamburg, konnte auch einen guten Preis von 1.250 € einbringen. Insgesamt verlief die Auktion für die Suffolk-Züchter sehr viel besser als 2016. Nur 8 Tiere mussten zurück in den Züchterstall gebracht werden. 117 Tiere wechselten zu einem Durchschnittspreis von 570 € den Besitzer.

Die 3 Swifter aus der Zucht Hans-Helmut Schröder, Meggerdorf, wurden alle zu einem durchschnittlichen Preis von 500 € unter den Hammer gebracht, wobei der 1. platzierte Lammbock mit der Kat.Nr. 302 den besten Preis von 850 € erzielte.

Eine Besonderheit bot die amerikanische Versteigerung eines weiblichen Suffolklammes, die zu Gunsten der Jungzüchter zum ersten Mal veranstaltet wurde und großen Anklang fand. Nach anfänglichem Zögern packte die Zuschauer aber die Bieterlust, so dass am Ende eine beachtliche Summe von 730 € im Topf war. Björn Christian Mehlert hatte Glück, denn bei seinem letzten Gebot schlug der Hammer zu. Einen herzlichen Dank an Paul C. Burgwald, der Wilma für diese Versteigerung zur Verfügung gestellt hat.

Nachdem auch der zweite Auktionstag erfolgreich abgeschlossen wurde, standen nun die zwei Texeltage, mit 288 gemeldeten Tieren aus 31 Zuchten, bevor.

Am Freitag waren die Texel aus den Bezirken Husum, Dithmarschen, RD/ECK und Südtondern dran. In diesem bunten Treiben hatte die Prämierungskommission, bestehend aus Karl-Dieter Fischer, Reimer Bährs und Christian Lorenzen-Nissen, also viel zu tun mit den 156 gemeldeten Tieren, deren Qualität insgesamt sehr gut war. Der Rassesieger wurde ein Jährlingsbock Kat.Nr. 321 aus der Zucht Niels Löbkens, Hehm, der für 950 € nun in Unterfranken seiner Arbeit nachgehen wird. Der Reservesieger Kat.Nr. 451 aus der Zucht von Angelus Brandt, Breiholz, hatte es nicht ganz soweit und wechselte auf die Weide nach Tönning. Der höchste Preis des Tages wurde aber für den WDL-Fleischsieger gezahlt. Der Jährlingsbock von Henning Ove Hinz, Hillgroven, mit der Kat.Nr. 325, überzeugte mit seiner Fleischfülle und erzielte 1.250 €.

Insgesamt konnte unser Auktionator Alf-Thomas Feddersen an diesem Tag 148 mal zuschlagen und erreichte einen Durchschnittspreis von 567 €. Diese Anstrengung ging an seiner Stimme nicht spurlos vorüber und er musste seinen Hals bis zum nächsten Tag schonen.

Die Ruhe tat seinem Hals gut und so konnte er am letzten Auktionstag auch wieder mit voller Stimme die Böcke anpreisen. Insgesamt waren am zweiten Texeltag 132 Tiere im Katalog aufgeführt, wovon nur 1 Tier fehlte. Hans-Michow Schröder, Angelus Brandt und Hardy Marienfeld bildeten an diesem Tag die Prämierungskommission. Bei der Gruppe der Jährlings­böcke fanden sich dann auch gleich der spätere Rassesieger, Reserve­sieger und WDL- Sieger. Der Rassesieger mit der Kat.Nr. 509, aus der Zucht von Jörg-Uwe Gloe, Warmhörn, und jetzt im Besitz von Dr. Hauke Peters, Tating, erzielte den Spitzenpreis der gesamten Auktionen von 2.100 €. Der Reservesieger Kat.Nr. 491 aus dem Hause Hans Erhard Luhn, Tetenbüll, verließ für 950 € den Ring. Die Kat.Nr. 506 aus der Zucht von Dr. Hauke Peters erhielt zwar bei der Prämierung nur einen 2. Preis, konnte sich am Ende aber über den Titel „WDL- Fleischsieger“ freuen. Der zweite Texeltag lief sogar noch besser als der Erste. So wurden 125 Tiere für den Durchschnittspreis von 592 € verkauft.

An den vier Auktionstagen besuchten auch einige Ehrengäste die Messe­hallen. So konnten wir u.a. die amtierende Lammkönigin Femke Andresen, den Bürgervorsteher der Stadt Husum, Peter Empen, und Klaus Jensen (CDU) begrüßen. Die Züchter der Rassesieger wurden jeweils mit einem Ehrenpreis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein sowie mit einer Medaille bzw. Plakette der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Züchter der Reservesieger erhielten jeweils den Ehrenbecher des Landesverbandes. Zudem gab es noch als i-Tüpfelchen für den Käufer des Siegerbockes zwei Säcke aus dem neuen Schaffutterkonzept „PROVIS“. Für die Stiftung dieser Preise danken wir recht herzlich, da sie doch eine besondere Anerkennung für die Arbeit der Züchter darstellen!

Allen Züchtern an dieser Stelle nochmals herzliche Glückwünsche und ein großer Dank an die Prämierungskommissionen und Karl Olschewski für ihre objektive Beurteilung!

Nach dem letzten „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ ging es ans Aufräumen! Die Messehalle musste wieder direkt und komplett durch den Landesverband gereinigt werden. Dank vieler Helfer ging das Aufräumen und das Reinigen schneller als gedacht und die Auktionen in Husum 2017 konnten als beendet erklärt werden. Allen Helfern dafür einen riesengroßes DANKESCHÖN!!

Die Qualität unserer Tiere war über alle Rassen hinweg hoch, was sich auch in den guten Verkäufen und recht hohen Durchschnittspreisen wieder­spiegelt. Obwohl das Wetter zu Anfang noch sonnig war, kamen zahl­reiche Besucher zur Auktion, so dass die Ränge auf den Tribünen und die Plätze davor immer gefüllt waren. Im Vergleich zur Auktion 2016 waren rund 100 Tiere weniger angemeldet, was dem Verkauf wahrscheinlich auch zu gute kam. Wieder einmal waren die Auktionen wie immer eine Gelegenheit für viele Schafhalter aus Nah und Fern endlich mal wieder mit alten Bekannten zu "schnacken" und sich über die neuesten Entwick­lungen in der Schafhaltung zu informieren.

Der Landesverband möchte sich bei allen Helfern und Mitarbeitern für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne die die Auktionen in Husum bestimmt nicht so reibungslos verlaufen wären! Vielen Dank auch an die Sponsoren der Stadt Husum, der Ringagentur Westküste und der Firma Stöfen! Nicht zuletzt ein großer Dank an Alf-Thomas Feddersen, der zum ersten mal an allen vier Tagen die Auktionen locker und souverän geleitet hat!

 

Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter 2017

Der Vorstandsvorsitzende Karl Henning Hinz konnte neben zahlreichen Schafhaltern auch viele Ehrengäste zur diesjährigen JHV begrüßen. So hatten sich Herr Klaus Jensen von der CDU, Herr Claus Heller, Präsident der LWK SH, Herr Dr. Norbert Borchers vom Ministerium, Herr Gall, Herr Matzen und Frau Krummheuer, als Wolfsbeauftragte des Landes, sowie Herr Jörg Piepenburg vom Landeskontrollverband, Herr Nicolai Wree vom Bauernverband SH, der Ehrenvorsitzenden Herbert Tietgen und das Eherenmitglied Boy F. Michelsen, Frau Edda Riedel vom Beratungsring und Herr Hans Michow Schröder in Groß Wittensee eingefunden, um das Neuste aus der Schafhaltungzu hören.

Zu Anfang gedachte die Versammlung der im letzten Jahr verstorbenen Mitgliedern. Stellvertretend wurden die langjährigen Mitglieder und Züchter Matthias Brodersen und Nicolai Reeder genannt.

Zuerst berichtete der Vorsitzende Henning Hinz über die Arbeit im VDL-Vorstand. Im Anschluss gab die Geschäftsführerin einen kleinen Einblick in die Verbandsstatistiken sowie die Aktivitäten und Veranstaltungen 2016 und 2017.

Die Mitgliederanzahl ist leider um 5 Mitglieder auf 620 gesunken. Zu diesen Mitgliedern gehören 247 Züchter, 305 Gebrauchsschafhalter und 69 Fördernde Mitglieder. Zur Zeit werden 38 Schafrassen und 5 Ziegen­rassen aktiv im Landesverband betreut. Erfreulicherweise sind die HB-Schafe auf 4.560 Tiere gestiegen. Dies sind 302 Schafe mehr als 2015. Die meisten HB-Schafe gibt es mittlerweile in Südholstein mit insgesamt 846 Tieren, gefolgt von Eiderstedt mit 764 Mutterschafen. Bei der Entwicklung der Rassen sind die Texel zwar immer noch die größte Rasse in Schleswig-Holstein haben aber doch seit 2009 deutlich abge­nommen. Dagegen gibt es bei den Sufffolks seit 2013 einen deutlichen Aufwärtstrend. Bei den Weißköpfen ist der HB-Bestand relativ stabil. Im letzten Jahr sind die Charollais innerhalb kurzer Zeit zur drittgrößten Rasse in Schleswig-Holstein aufgestiegen. Bei den Landschafen sind die Rauhwoller deutlich die größte Rasse, gefolgt von den WGH. Fast überall ist bei den Landschafen eine Steigerung zu erkennen. Besonders bei der kleinsten Schafrasse, den Ouessant, ist der Bestand auf 72 Tieren ange­stiegen. Nur die Coburger und die GGH sind zahlenmäßig zurück­gegangenen.

Zu den wichtigsten Themen, die der Landesverband im letzten Jahr bearbeitet hat, gehörte u.a. der Wolf, die Schlachtung tragender kleiner Wiederkäuer oder das EIP- Projekt „Tiergenetische Ressourcen“. Für die Gänse­frassschäden gibt es leider auch in diesem Jahr noch keine richtige Lösung. So berichtet die Geschäftsführerin vom Runden Tisch Gänse im Ministerium, bei dem von „Go und No-Go-Flächen“ für Gänse gesprochen wird, also Flächen wo Gänse geduldet und Flächen wo sie nicht geduldet werden. Zu den Go-Flächen sollen die landeseigenen Flächen gehören, also auch die Deiche und Vorländereien. Frau Bruser gibt zu bedenken, dass die Gänse nicht mit ihrem Tritt die Deiche verfestigen und auch nicht das ganze Jahr an den Deichen sind. Die Deichschafhaltung kann nur funktionieren, wenn sie auch wirtschaftlich bleibt und auch für die nächste Generation der Schäfer gesichert ist. Frau Bruser appelierte an die anwesen­den Vertreter aus der Politik, Hilfe bei diesem Problem zu geben und die Schäfer fordert sie auf, die Sache gemeinsam anzugehen. Weiterhin berichtet die Geschäftsführerin, dass es wieder ein neues Tierzucht­gesetz geben wird, was zu einer größeren Satzungsänderung führen wird. Ein Thema im züchterischen Bereich ist die BLUP- ZWS, die in SH seit einigen Jahren von der LKD durchgeführt wird. Hier wird es eine Änderung geben. Der Landesverband wird ab 2018 die BLUP- ZWS bei vit Verden durchführen lassen.

Besonders bedankte sich Frau Bruser beim Vorstand, den Arbeitskreis­sprechern, den Bezirksvorsitzenden und den vielen anderen Helfern, die sich für die Verbandsarbeit in unterschiedlichster Weise eingesetzt haben.

Der Jahresabschluss 2016 konnte erfreulicherweise mit einem Gewinn abgeschlossen werden und wurde so von der Versammlung zügig ange­nommen. So auch der ausgeglichene Haushaltsvoranschlag für 2017.

Bei den Wahlen standen gleich zwei Vorstandsmitglieder zur Wahl. Volker Derbisz wurde zwar als weiterer Kandidat zu Christian Lorenzen-Nissen vorgeschlagen, aber der langjährige stellvertretende Vorsitzende konnte die Wahl für sich entscheiden. Er betont aber, dass er am Ende dieser Amtszeit nicht mehr kandidieren wird. Reimer Bährs scheidet nach langjähriger Arbeit im Vorstand aus. An seiner Stelle wurde sein Sohn Torsten Bährs in den Vorstand gewählt. Karl-Henning Hinz dankte Reimer Bährs für die lange und engagierte Arbeit im Vorstand des Landesverbandes.Im Anschluss wurden Ingo Penn als Zuchtausschussmitglied und Michow Schröder als Kassenprüfer in ihrem Amt bestätigt.

Die anstehenden Veranstaltungen sind wie immer besonders durch die Auktionen in Husum geprägt. Die Auktion in Südwestholstein findet in diesem Jahr in der Reithalle Thormählen in Kollmar, zusammen mit einer Jubiläumsschau anläßlich des 100-Jährigen Bestehens des Bezirkes, statt.

Wie in den letzen Jahren wurde auch wieder eine neue Rasse ins Schleswig-Holsteinische Herdbuch aufgenommen. Dieses Mal handelt es sich um die Rasse Juraschaf. Das Juraschaf stammt aus der Schweiz und wird dort als Schwarzbraunes Bergschaf bezeichnet. Es wurde aus den einheimischen Landschlägen des Jura-, Saanen-, Simmentaler-, Frutig­schafes und Roux de Bagnes gezüchtet. Es ist ein mittelgroßes und tiefge­wachs­enes Schaf mit gerader Nasenlinie und mittellangen, getragenen Ohren. Die Wolle ist einheitlich hellbraun (elbfarben) oder kastanien­braun bis schwarz. Kopf und Beine sind unbewollt, glänzend schwarz oder braun behaart. Die Tiere sind tief und breit gewachsen mit gut bemuskelter Keule und kräftigen aber eher feinen Gliedmaßen. Das Vlies besitzt nahezu Merinocharakter mit 28-30 Mikron. Es hat eine asaisonale Brunst und ist sehr fruchtbar mit einem Erstlammalter zwischen 15-18 Monaten.

Danach berichtete Dr. Ole Lamp, LWK, zunächst über die aktuelle Situa-tion bezüglich des Schmallenberg-Virus. Nachdem bereits im Früh-sommer 2016 erste Berichte über erneute Fälle von Schmallenberg-Virus-Infektionen (SBV) bei Rindern und Schafen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erschienen, wurde zu Anfang der Lammzeit 2017 auch wieder von Schmallenberg-Lämmern in Schleswig-Holstein berichtet. Die Untersuchungszahlen sind zwar zu gering, um zuverlässige Aussagen über die Verbreitung in verschiedenen Regionen des Landes zu treffen, es ist aber von einem neuen Aufflammen der zwischenzeitlich verschwun­denen Erkrankung auszugehen. Diese Entwicklung besteht bundesweit und betrifft auch andere europäische Länder: So sind seit Juni 2016 Ausbrüche ebenfalls aus den Niederlanden, Belgien und dem Vereinigten Königreich gemeldet worden. SBV war im 2011 erstmals nachgewiesen worden und zuvor weltweit noch nicht beschrieben worden. Die Übertragung erfolgt bei uns durch blutsaugende Gnitzen von Tier zu Tier sowie vom tragenden Muttertier auf das ungeborene Kalb oder Lamm. Eine frische SBV-Infektion verursacht bei erwachsenen Rindern und Schafen zumeist milde Symptome, sofern den Tieren überhaupt etwas anzumerken ist. Beobachtet wurden zum Beispiel Milchleistungsrückgang, Fieber oder Durchfall. Das Virus wird von einem gesunden Tier schnell bekämpft und ist nur wenige Tage nachweisbar. In der Folge bilden die Tiere Antikörper, die über Monate bis Jahre nachweisbar bleiben und zunächst für einen Schutz vor einer erneuten Infektion sorgen. Eine Besonderheit ist die Infektion trächtiger Tiere. Erfolgt eine Infektion des Muttertieres in einem empfindlichen Zeitfenster (30. bis 50. Tag der Trächtigkeit), können schwere Missbildungen bei den Kälbern und Lämmern auftreten. Hierbei sind besonders der Kopf und das Nerven­system sowie die Gliedmaßen betroffen. Die Missbildungen der Glied­maßen beruhen oft auf Verkürzungen der Sehnen und äußern sich in steifen Gelenken. Daraus können große Probleme für die Geburtshilfe und das Leben der Muttertiere entstehen. Weiterhin kann das Virus im trächti­gen Uterus sowie dem Fetus bis zur Geburt erhalten bleiben. Mögliche Vorbeugemassnahmen sind zum einen die Verwendung von Repellentien am Tier, die Stechinsekten fernhalten sollen. Mittlerweile ist zwar ein Impf­stoff entwickelt worden, der auch europaweit zum Schutz gegen SBV bei Rind und Schaf zugelassen ist, aber dieser Impfstoff ist aktuell nicht verfüg­bar. Eine relativ sicherer Vorbeugung ist demnach nur die Verlegung der Deckzeit möglichst weit nach hinten im Jahr.

Weiterhin berichtet Dr. Ole Lamp vom Blauzungen- Geschehen in Europa. Seit dem Jahr 2014 hat sich die Blauzungenkrankheit, Serotyp 4 (BTV-4), von Griechenland über den Balkan Richtung Nordwesten ausgebreitet. Ende 2015 und Anfang 2016 wurden Fälle in Österreich festgestellt. Im Jahr 2016 waren bisher im Wesentlichen Italien, Slowenien, Kroatien und Serbien betroffen. Die Fälle im Norden Italiens, bei denen hauptsächlich Rinder und Schafe, aber auch einzelne Ziegen- und Muflonbetriebe, betrof­fen sind, liegen zum Teil weniger als 150 km entfernt von der deutschen Grenze. In Frankreich zirkuliert die Blauzungenkrankheit, Serotyp 8 (BTV-8), seit August 2015. Im Herbst 2016 stieg die Anzahl gemeldeter BT-Fälle wieder stark an und es kam zu einer Ausdehnung des betroffenen Gebiets. Inzwischen liegen einige der gemeldeten Fälle weniger als 150 km von der deut­schen Grenze entfernt. Die natürlichen Überträger des Blauzungenvirus (Bluetongue Virus, BTV) sind kleine, 1-3 mm lange Stechmücken (Gnitzen) der Gattung Culicoides. Schafe zeigen nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen in milderen Verläufen Apathie, Depression, Fieber und Konjunktivitis, Entzündungen des Zahnfleisches, der Lippen und der Nase, Hyperämie (verstärkte Durch­blutung) der Nasen- und Mundschleimhhaut, Ödeme und Gesichts­schwel­lungen, verstärkten Tränenfluss, Nasenausfluss und Entzündungen des Kronsaums mit Lahmheit. Bei schweren Verläufen treten Atem­pro­bleme, vermehrter Speichelfluss, Blutungen in der Klauen­leder­haut mit Aus­schuhen sowie eine geschwollene Zunge mit Blaufärbung (Blau­zungen­krankheit) auf.Die Symptome der Blauzungenkrankheit passen auch zu vielen anderen hoch ansteckenden Krankheiten. Deshalb ist es bei einem Verdacht sehr wichtig, dass Sie Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin hinzuziehen. Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Auch wenn die aktuellen Epidemien von BTV-8 und BTV-4 mit wenig ausgeprägten Krankheitszeichen einhergehen, ist die klinische Über­wachung für die Früherkennung wichtig.Da sich die Blauzungenkrankheit weiter in Richtung Deutschland ausge­breitet hat und die Tierseuche insbesondere bei Schafen und Ziegen zu schweren Erkrankungen und Todesfällen führen kann, sollten Tierhalter empfängliche Tiere gegen BTV-8 und BTV-4 impfen lassen. In einigen Bundesländern werden Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit finanziell unterstützt. Das Impfverbot ist aufgehoben worden, dass heißt in SH dürfen Schafhalter in Absprache mit dem Kreisveterinäramt impfen. Es gibt jeweils einen Impfstoff gegen BTV 8 und einen gegen BTV 4.Aus der Versammlung kommen einige Fragen. Es wird angeregt, dass der Landesverband erfragt, ob eine Bezuschussung zur BT-Impfung in Schleswig-Holstein möglich ist.

Nach diesem interessanten Vortrag wurden die besten Züchter der Schwarzkopf- u. Suffolk-Elite 2017 ausgezeichnet. Einen Ehrenteller des Ministeriums und eine Medaille der Landwirtschaftskammer erhielten Andreas Pirdzuhn und Michael Dohrn für ihre verdienten Preise für den 1a und Reservesieger bzw. 1e-Preisträger der letzten Elite.

Unter dem Punkt Verschiedenes wurde Frau Reischuck von Wikiwolves begrüßt. Beim Projekt „Wikiwolves“ bieten eherenamtliche Helfer ihre Hilfe beim Herdenschutz an. Nähere Informationen konnten die Interessenten nach der Versammlung am Stand von Frau Reischuck einholen.

Weiterhin vorgestellt wurde Frau Sabrina Jürgens vom Verein für Rinder-spezialberatung in Dithmarschen e.V.(VRS). Der VRS bietet zukünftig für Mitglieder des Landesverbandes u.a. Betriebsbesuche, Ultraschall-Messungen oder Bestandsführung an.

Am Ende der Versammlung war man sich einig, dass die Themen in der Schaf- und Ziegenhaltung nicht weniger werden. Der Landesverband wird sich weiterhin für die Schafhaltung einsetzen, braucht dabei aber auch die Mithilfe aller Schaf – und Ziegenhalter.

Betriebsberatung zum Thema Herdenschutz

Die Wiederbesiedlung des Wolfes in Deutschland stellt verschiedene Interessengruppen vor neue Herausforderungen. Besonders die Nutztierhalter sind von der Rückkehr dieser Tiere betroffen. Denn Schafe und Ziegen können zu einer leicht verfügbaren Beute des Wolfes werden, wenn sie nicht durch eine geeignete Maßnahmen vor Angriffen geschützt sind. Das Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein möchte die Tierhalter dabei unterstützen, einen möglichst effektiven Herdenschutz aufzubauen und bietet daher Betriebsberatungen zum Thema Wolf und Herdenschutz an. Die Beratungen sind kostenlos und unverbindlich.

Termine können gerne unter folgenden Nummern vereinbart werden:

Yvette Krummheuer, LLUR, T +49 4347 704-325  Yvette.Krummheuer(at)llur.landsh.de

Yvette.Krummheuer(at)llur.landsh.de

oder

Jens-U. Matzen, MELUR, T +49 4326 288 655  

Jens.matzen(at)gmx.de



1. Schafschurlehrgang in Schleswig-Holstein

Zum ersten Mal trafen sich im Juli interessierte Schafhalter und Schafhalterinnen, um von Simon Lossau und Eckhard Reinprecht die Grundlagen der Schafschur zu erlernen. Zuerst wurden die Grundlagen der Schafschur und die Einführung in die Technik der Schermaschinen vermittelt und den Teilnehmern der Aufbau der Maschinen, Kämme und Messer erklärt. Gleich zu Anfang des Lehrgangs gab es einen Zwischen­fall. Die Ausführungen wurden von einer kleinen Horde junger Männer gestört, die den ahnungslosen Christian Paulsen zum Junggesellen­abschied abholten. Angesichts der ungewissen Herausforderungen, die an diesem Tag noch auf ihn warten sollten, war der Blick von Christian Paulsen doch sehr skeptisch, aber nach einem kleinen Mutmacher- Schnaps, zogen die Jungs los und der Lehrgang für die übrigen konnte weitergehen. Simon Lossau hatte gut vorgesorgt und ausreichend Schafe und Lämmer bereitgestellt an denen die Teilnehmer üben konnten. Zuerst machte es der Profi Eckhard Reinprecht vor und jeder konnte die Routine und Erfahrung, die der Berufsschäfer hat, erkennen. Auch die wildesten Schafe wurden in seiner Hand bzw. zwischen seinen Beinen ruhiger und die Schur wirkte leicht und fast schon wie ein Tanz. Für die ersten Schurversuche wurden die Lämmer ausgesucht, und die Teilnehmer versuchten sich zuerst im Handling der Schafe. Die Truppe war bunt gemischt, also vom Jungschäfer bis zur absoluten Schafanfängerin war alles dabei. Aber auch mit diesen sehr unterschiedlichen Voraussetzungen gingen die Profis souverän um. Den gesamten Samstag wurde ein Schaf nach dem anderen geschoren, denn um die Technik der Bodenschur zu erlernen heißt es üben üben üben. Die Bodenschur folgt immer einem bestimmten Ablauf, jeder Zug und jeder Schritt ist genau geplant. Die Profis halfen bei den ersten Zügen und gaben hilfreiche Tipps zur Bein- und Körperstellung. Das Zusammenspiel von Schafhandling, Körper­haltung und Führung der Schermaschine war für alle Teilnehmer eine Herausforderung. Simon Lossau und Eckhard Reinprecht wurden nicht müde, die Teilnehmer zu beobachten und ihnen den Ablauf immer wieder zu erklären und zu zeigen. Und schon bald sah man die ersten Fortschritte. Am Abend zeigte uns Eckhard dann auch noch, wie man seine Schermaschine richtig pflegt und Kämme und Messer schleift. Bei einem gemeinsamen Abendessen, wurde noch lange über die Erfahrungen des Tages diskutiert und die Profis erzählten auch die ein oder andere Anekdote aus ihrem Leben als Berufsscherer. Simon Lossau hatte Unterkunfts­möglichkeiten besorgt, so dass alle Teilnehmer müde und erschöpft in die Betten in der Nähe fallen konnten.

Am Sonntag ging es dann weiter. Einige spürten schon die ungewohnte Arbeit des Vortages in den Armen und Beinen, aber nach den ersten Schafen lief es wieder besser. Bis zum letzten Schaf am Mittag surrten die Maschinen und die Technikging den Teilnehmern immer mehr ins Blut über.

Einen großen Dank an Simon Lossau für die Idee, die Vorbereitung und die Organisation des 1. Schafschurlehrgangs. Danke auch an Anna Würz für die Verpflegung und Bewirtung. Und natürlich auch ein riesen Dankeschön an Eckhard - der Schafguru - Reinprecht für die Durchführung dieses Lehrgangs. Alle Teilnehmer haben viel gelernt und nehmen viel mit aus diesen Tagen.

Lehrfahrt 2017 nach Baden-Würtemberg

Schleswig-Holstein trifft auf schwäbische Traditionen

Vom 20. bis zum 24. Juli machten sich 42 Schafhalter aus Schleswig-Holstein auf zum Schäferlauf nach Bad Urach in Baden-Württemberg. Wie gewohnt fuhren wir mit Schmidt-Reisen, Dagebüll. Ab Wasbek setzte sich sogar der Chef Stefan Schmidt höchstpersönlich hinters Steuer und so konnte die weite Reise in den Süden losgehen.

Ohne Staus – kaum zu glauben aber wahr!!- kamen wir pünktlich in Heidelberg um 16.30 Uhr an. Nachdem wir auch unsere Stadtführerinnen gefunden hatten, erkundeten wir die schöne Stadt am Neckar. Christel Schmidt, einer der Reiseführerinnen, konnte auch unser Platt verstehen, denn sie hat ihre Kindheit und Jugend in Heide verbracht. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist bekannt für ihre malerische Altstadt mit der Schlossruine, sowie für ihre renommierte Universität, die älteste Hoch­schule auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Mit über 150.000 Einwohnern ist Heidelberg die fünftgrößte Stadt des Bundeslandes. Das dicht besiedelte Rhein-Neckar-Gebiet, in dem Heidelberg gemeinsam mit den Großstädten Mannheim und Ludwigshafen liegt, wird als Metropolregion Rhein-Neckar bezeichnet. Heidelberg ist eine der wenigen deutschen Großstädte, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden. Eine Besonderheit ist die barocke Altstadt, die – nach den Zerstörungen in den Jahren 1689 und 1693 – auf mittelalterlichem Grun­driss neu errichtet wurde. In der Altstadt, die mit 1,6 km Länge eine der längsten Fußgängerzonen Europas hat, befinden sich auch die meisten der bedeutenden Bauwerke. Im gesamten Stadtgebiet stehen, Stand April 2017, etwa 2.830 Gebäude unter Denkmalschutz.

Zu den Sehenswürdigkeiten auf unserem Stadtrundgang gehörten natürlich das Heidelberger Schloss, das Hotel „Zum Ritter“, eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude in der Altstadt, das Geburtshaus von Friedrich Ebert (1871–1925), dem ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupt in der deutschen Geschichte und die Alte Brücke, ein Wahrzeichen Heidelbergs.Mittags waren Kate und William noch für eine Besuch in Heidelberg, so dass die ganze Altstadt mit englischen Fähnchen geschmückt war. Nach der langen Fahrt tat den meisten dieser kleine Rundgang recht gut.

Danach fuhren wir in unser erstes Quartier, dem Hotel Heidelberg. Nachdem Wiebke Siebels die Zimmerverteilung übernommen hatte, ging die Zimmerbelegung schnell von statten und wir trafen uns zum gemeinsamen Abendessen im Hotelrestaurant. Wir hatten mal wieder Glück mit dem Wetter und konnten den Abend auf der Terrasse gemütlich ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen ging es dann endlich zum ersten Schafbetrieb, zur Familie Gimber. Da einige der Brücken aus Heidelberg hinaus gesperrt waren, mussten wir einige Umwege fahren, aber so konnten wir die schöne Landschaft schon einmal genießen. Zuerst fuhren wir zu einer Herde in Hirschhorn, wo uns Alfons Gimber und sein Schäfer begrüßten. Die Herde umfasst etwa 800 Gebrauchsschafe und Merinolandschafe in der Herdbuchzucht. Für die Merinos hat er sich entschieden, da sie die typische regionale Rasse sind und für die ganzjährige Direktvermarktung aufgrund ihrer Assaisionalität geeignet sind. Die Herden laufen auf 200 ha, verteilt auf 6 bis 7 Gemeinden. Vorwiegend wird Landschaftspflege betrieben. Wie weitläufig die Schafe auseinander stehen, konnten wir auf dem Weg zum Hof in Lobbach-Lobenfeld feststellen. Zu unserem großen Erstaunen werden die Tiere nur getrieben so brauchen sie 1 ½ Tage von Hirschhorn zum Hof. Die Fütterung läuft großteils über Futterbänder und Futtermischwagen ab. Alfons Gimber zeigte uns neben seinen Stallungen auch sein Schlacht­haus in dem er 3 mal die Woche schlachtet. Verkauft werden nur ganze oder halbe Lämmer. Mit voller Stolz präsentierte uns Florian Gimber den neuen Merino-Zuchtbock. Bei einem Mittagsimbiss mit Leberkäse im Brötchen nahm sich Familie Gimber trotz Ernte und Vorbereitung des Schäferlaufs viel Zeit für unsere Fragen. Am Ende bedankte sich Henning bei seinem Vorstandskollegen in der VDL recht herzlich für diesen informativen Betriebsrundgang und den herzlichen Empfang. Da unser Vorsitzender für die Verabschiedung so schöne Worte gefunden hat, wird er dieser Aufgabe auch in Zukunft nachgehen müssen.

Den Nachmittag verbrachten wir bei den Schafen von Familie Belz in Gundelsheim. Auf dem Weg zum Betrieb fuhren wir die unterschiedlichen Weiden an, auf denen seine Zuchtschafe der Rassen Suffolk und Coburger Fuchsschafe liefen. Dabei ging es wie in touristischen Hoch­burgen zu, alle Teilnehmer raus aus dem Bus, Schafe betrachten und wieder rein in den Bus. Dabei haben wir eine Bestzeit im Ein- und Aussteigen des Busses mit über 40 Personen erzielt. Die sehr gut bemuskelten Coburger Füchse beeindruckten selbst eingefleischte Fleisch­schafhalter. Auf dem Betrieb wartete Familie Belz mit Frau, Schwiegertochter, Sohn und Enkelkindern mit einem lieben Empfang und einem großen Kuchenbuffett auf uns. Seit dem Jahr 1981 betreibt die Familie Belz die Schafzucht im Nebenerwerb. Zur Zeit halten sie 140 Mutterschafe der Rasse Suffolk und 13 Mutterschafe der Coburger plus Nachzucht. Die Schafhaltung findet im Sommer als Koppelhaltung und im Winter als Stallhaltung statt. Als Sommerweiden stehen 30 ha Streuobstwiesen und ca. 2 ha Hang­wiesen zur Verfügung. Die Mastlämmer werden mit Hafer, Gerste und Zuckerrübenschnitzel zugefüttert. Bei der Vorstellung der Deckböcke zeigte sich die Leidenschaft und der Stolz des Züchters, denn er konnte zu jedem Bock eine kleine Anekdote erzählen. Herr Belz selber hat uns seinen Betrieb zwar vorgestellt, bescheiden dabei aber nicht die zahlreichen Erfolge auf den landes- und bundesweiten Veranstaltungen erwähnt, worauf die zahl­reichen Plaketten an der Stallwand hinwiesen. Schön auch zu sehen, dass die Zucht vom Sohn weitergeführt wird. Obwohl wir uns sehr wohlfühlten, mussten wir weiter zum zweiten Quartier, dem Albhotel Bauder.

Das Albhotel Bauder liegt inmitten einer herrlichen Wald- und Wiesen­landschaft in St. Johann Lonsingen, 700 Metern über dem Meer. Dort angekommen empfingen uns die Inhaber Familie Bauder-Schreiber sehr familiär und wir konnten zügig unsere geräumigen Zimmer beziehen.

In der Nacht erhellten die Stimmen einiger Reiseteilnehmer die Flure des Hotels. Denn es stand der Geburtstag der Geschäftsführerin an, der mit einem Ständchen eingeläutet wurde. Einige der Feiernden haben nicht viel Schlaf gefunden, erschienen dafür aber pünktlich am Frühstückstisch und waren frohen Mutes den Tag zu überstehen. Und so ging es zum Leistungshüten nach Wittlingen, wo uns die Geschäftsführerin des Landes­schaf­zuchtverband Baden-Württemberg und Organisatorin der Lehrfahrt Anette Wohlfahrt begrüßte.

Wir mischten uns unter die Einheimischen und verfolgten das spannende Geschehen. Das Terrain auf der Alb war geradezu ideal, da der Platz so übersichtlich war, dass die Zuschauer von fast allen Positionen aus etwas sehen konnten und genügend Raum blieb, um die Besucher von der Herde wegzulenken.

Die Teilnehmer des Leistungshüten sahen sich einer hochnervösen Herde gegenüber, denn die Schafe waren am frühen Morgen wohl von einem Hund attackiert worden. Start und Ziel beim Leistungshüten ist der Pferch. Die Herde aus diesem geschützten Raum herauszulocken erfordert mitunter Geduld. Dann mussten die Schäfer die Herde an einem fahrendem Auto vorbei lotsen und dann im engen und weiten Gehüt grasen lassen. Sobald die Tiere zurück im Pferch waren, spendete das Publikum kräftigen Beifall und die Preisrichter gaben ihr Urteil ab. Sieger des Leistungshüten wurde Jonas Henniger aus Münsingen, der seinen Erfolg von 2015 wiederholen konnte. Fürs Publikum kommentierte das Geschehen seit vielen Jahren Hansjörg Wenzler, Zuchtleiter beim Landesschafzuchtverband. Die Veranstalter waren mit den Besucherzahlen hoch zufrieden, denn es seien noch nie so viele Besucher auf die Alb geströmt. Darunter fanden sich auch Delegationen aus Taiwan, der Schweiz und Schleswig-Holstein. Bei einer kleinen Siegerehrung gratulierte Hansjörg Wenzler auch seiner Kollegin und sprach doch dabei tatsächlich ihr Alter aus! Im Nachhinein erfuhren wir dann, dass mit dem Schwabenalter die Lebensjahre ab dem vierzigsten Geburtstag eines Schwaben bezeichnet werden. Es heißt, dass der Schwabe erst mit 40 Jahren g’scheit, also weise wird. Den Schwaben wird damit unterschwellig unterstellt, „Spätzünder“ zu sein. Es ist in Baden-Württemberg und Bayerisch-Schwaben ein gebräuchliches Ritual, beim vierzigsten Geburtstag eines Schwaben auf das Schwabenalter und die bei ihm damit schlagartig einsetzende Klugheit und Weisheit anzuspielen. Der 40. Geburtstag wird daher auch meist auf besondere Weise gefeiert.

Danach begleiteten uns Anette Wohlfahrt und Frau Geigle durch das Biosphärenreservat Schwäbische Alb, das rund 50 km südöstlich von Stuttgart liegt. Beteiligt sind 29 Städte und Gemeinden aus zwei Regierungs­bezirken und drei Landkreisen. Die Biosphärengebietskulisse hat eine rund 40 km lange Nord-Süd-Ausdehnung und erstreckt sich damit vom Albvorland über den steil aufsteigenden Albtrauf, die Albhochfläche bis an die Donau im Süden. Die Hang- und Schluchtwälder am Albtrauf sind ein markantes, naturräumliches Alleinstellungsmerkmal des Biosphären­gebiets. Aber auch die landschaftsprägenden Streuobstwiesen im Albvorland und die abwechslungsreiche, traditionelle Kulturlandschaft auf der Schwäbischen Alb mit ihren Wacholderheiden, Magerrasen, Wiesen, Weiden, Ackerflächen und Wäldern kennzeichnen das Bio­sphären­gebiet. Mit dem Bus ging es über den ehemaligen Truppen­übungsplatz Münsingen, der seit April 2006 zum Teil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde und ein wichtiger Bestandteil des Biosphären­reservates ist. Durch die militärische Nutzung wurde ein Gebiet mit etwa 6.700 Hektar von Siedlungen, Straßenbau, Flurbereinigung und intensiver Landwirtschaft weitgehend verschont. Stets durch Schafe beweidet, konnte hier eine parkartige Weidelandschaft erhalten werden, wie sie im 19. Jahrhundert auf der Alb üblich war. Mitten im Truppenübungsplatz liegt das Dorf Gruorn, welches von seinen Bewohnern in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verlassen werden musste und wo nun nur noch Kirche und Schulhaus stehen. Bei einer kurzen Pause konnten wir uns die hübsche Stephanuskirche anschauen und eine kleine Stärkung einnehmen.

An den Besuch des Biosphärenreservats schloss sich die Besichtigung der Schäferei Stotz an. In dem Moment, wo wir den Stall erreichten, öffnete der Himmel seine Schleusen. Durch den Platzregen verstand man in dem großen Stall sein eigenes Wort nicht mehr und so konnte Herr Stotz uns erst mit einiger Verzögerung seinen Betrieb vorstellen. Der Betriebsitz liegt in Münsingen, mitten im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Die ursprüng­lich reine Wanderschäferei hat sich im Laufe der Zeit ein wenig gewandelt. Im Winter, wenn auf der Schwäbischen Alb die Vegetationsruhe einge­treten ist und mal mehr oder weniger Schnee liegt, befinden sich die trächtigen oder abgelammten Mutterschafe mit ihrem Nachwuchs im Stall. Gleichzeitig wird noch die alte Tradition der Wanderschäferei beibehalten, indem mit einer Herde auf der Winterweide in Oberschwaben gewandert wird. Auf diese Weise soll bei der Nachzucht die Robustheit und die Widerstandsfähigkeit erhalten bleiben. Gleichzeitig hat die Schäferei Stotz ein Fleischzentrum aufgebaut, wodurch den Tieren Stress und lange Transporte erspart bleiben und höchste Qualität gewährleistet wird.

Nach einem langen Tag machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel, wo uns ein leckeres Buffett erwartete. Nachdem mit einem Glas Sekt auf den Geburtstag angestoßen wurde, verabschiedeten sich einige Teilnehmer früh und gingen den versäumten Schlaf nachholen.

Am nächsten Morgen fuhren wir zu dem von allen erwarteten Höhepunkt der Reise, dem Uracher Schäferlauf. Und was wir dort zu sehen bekamen, glich einem regelrechten Rausch aus Farben, Trachten und Gruppen – und aus den immer wiederkehrenden Melodien. 82 Gruppen mit 2.200 Umzugsteilnehmer und über 40 Wagen und Gespanne zogen an uns und den zahlreichen Besuchern feierlich vorbei. Und immer wieder hörten wir die Nationalhymnen des traditionsreichen Fests, den Martha- und den Egerländer Fuhrmannsmarsch sowie den Schäfermarsch. Eröffnet wurde das Fest auf dem Marktplatz mit dem Tanz des Bürgermeisters und einem Metzgermädchen seiner Wahl. Außerdem übergab er die ansonsten in städtischer Obhut befindlichen Schäferfahne und Schäferlade an den Vorsitzenden des Landesschafzuchtverbandes, Alfons Gimber, damit das historische Erbe durch die Straßen der Stadt auf den Festplatz getragen werden konnte. Zeugen wurden Vertreter aus Politik und Gesellschaft, die als Ehrengäste geladen waren. Unter anderem besuchte, wie in den Schäferlaufjahren zuvor, der Bundes­vorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Cem Özdemir, seine Heimatstadt. Später sollte auch noch Landwirtschaftsminister Peter Hauck (CDU) zur illustren Festgesellschaft stoßen. Entlang der Festzugstrecke standen die Besucher mehrreihig und sahen dem rund zweistündigen Umzug mit großer Freude zu. Ziel war die Zittelstatt mit der nicht ganz vollbesetzten Waldtribüne, von der die Zuschauer aus nah und fern weitere Höhepunkte des Heimatfests erlebten. Beim eigentlichen Schäferlauf kam es zu einem kurzen Schreckmoment. Die amtierende Schäferlaufkönigin von Markgröningen und Bad Wild­berg, Lisa Link-Wohlfahrt aus Balingen, rutschte in Führung liegend aus und musste kurz behandelt werden. Sie trug aber wohl nur Schürfwunden davon. Den Titel holte sich indes Kathrin Hagenlocher aus Bad Wildberg, gleich bei ihrer ersten Teilnahme in Bad Urach. Wie man den Titel erfolgreich verteidigt, kann sie bei Daniel Erhardt erfragen. Er setzte sich erfolgreich und mit großem Abstand von seiner Konkurrenz ab und erhielt aus den Händen des Ministers, ebenso wie sein königliches Gegenstück, die gut gehütete Schäferlaufkrone. Den Bechertanz der Kreisreiterpaare und das Spektakel rund um die Wasserträgerinnen waren weitere Höhepunkte des Tages.

Zum Abschluss des Schäferlaufes genossen einige das Theaterstück „D’Schäferlies“, andere machten sich mit der Feierkultur der Einheimi­schen vertraut.

Zuletzt trafen aber alle wieder am Bus ein und wir fuhren zu unserem letzten Abendessen dieser Reise ins Hotel. Eine derartige Veranstaltung hatten wir noch nicht mitgemacht. Tief beeindruckt wurden die Erlebnisse noch bis spät in der Nacht, draußen am Gartentisch bei Kerzenschein, ausgetauscht. Wir waren uns einig, dass man diese gelebte Tradition schwer in Schleswig-Holstein jemandem erklären kann, der nicht dabei gewesen ist. In Bad Urach ist es jedoch ein Fest, das von Alt und Jung gleichermaßen gelebt wird. Die Tradition wird wie selbstverständlich von Generation zu Generation weitergegeben und somit weitergeführt. Der Schäferlauf wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Ein besonderer Dank von allen Teilnehmern an Anette Wohlfahrt für die Vorbereitung und die Betreuung vor Ort sowie an die Familien Belz, Gimber und Stotz für die Einsicht in ihre Betriebe und ihre herzliche Gastfreundschaft.

Berufsnachwuchs für Schäfereibetriebe

Vier erfolgreiche Tierwirte der Fachrichtung Schäferei erhielten auf der Freisprechungsfeier in Krumstedt, Kreis Dithmarschen, ihre Berufsurkunde von Kammergeschäftsführer Peter Levsen Johannsen: „Schäfereien gehören zur Westküste, und es ist schön, auch die Tierwirte hier freizusprechen“. Unter den Gästen war auch der Vorsitzende vom Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter, Karl-Henning Hinz, der zu den ersten Gratulanten gehörte. Drei der Absolventen legten die Prüfung auf der Grundlage langjähriger Berufspraxis nach § 45.2 des Berufsbildungsgesetzes ab. In den Prüfungen wurde noch einmal deutlich, wie stark praxisorientiert die Prüfungs­struktur ist und dass sie auch so umgesetzt wird. Die Prüfer waren begeistert von den praktischen Leistungen der Prüflinge mit langjähriger Berufserfahrung. Diese konnten auch im Fachgespräch glänzen. Im Prüfungsteil „Hüten“ zeigten die Prüflinge, dass auch in Schleswig-Holstein der Hund ein wichtiger Partner bei der Arbeit mit Schafen ist – auch wenn dieses Bundesland relativ wenig wandernde Schäfer hat. Die Abschlussprüfung fand – wie seit vielen Jahren – unter optimalen Bedingungen auf dem Betrieb von Jan Siebels in Blumenthal statt. Tierwirte sind Spezialisten für die Aufzucht, Pflege und Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere zur Gewinnung hochwertiger Nahrungsmittel. Neben der Rinderhaltung und der Schäferei gibt es weitere Fach­richtungen in den Bereichen Schweine-, Bienen- und Geflügelhaltung. Tierwirte sind gefragte Fachkräfte in spezialisierten Tierhaltungsbetrieben. Der LV freut sich, dass der Prüfungszeitraum der Schäfer nun dem der Landwirte angepasst ist, so dass die Überreichung der Berufsurkunde in einem festlichen und würdigen Rahmen stattfinden kann.

Wir gratulieren den neuen Schäfergesellen

Hendrik Jäger, Friedrichskoog

Sina Hell, Henstedt-Ulzburg

Nicole Walter, Westensee und

Mehmet Sakin, Bremerhaven

zur bestandenen Abschlussprüfung und wünschen alles Gute für den weiteren Lebensweg!

Treffen der Jungschäfer

Die Jungschäfer wollen sich deutschlandweit stärker bündeln und vernetzen. Bei einem Treffen Ende Juli wurde das Thema „Zukunft“ diskutiert werden. Entstanden ist die Idee der Treffen ursprünglich aus einem kleinen privaten Kreis heraus. Mittlerweile findet seit drei Jahren regelmäßig einmal im Jahr ein Treffen statt. 2016 trafen sich bereits ca. 30 Jungschäfer aus dem ganzen Bundesgebiet. Die kunter­bunte Truppe besteht aus Schäfergesellen, Haupterwerbs- und Neben­erwerbsschäfern sowie Hobbyhaltern, die alle schafebegeistert sind. Jede Jungschäferin, jeder Jungschäfer kann mitmachen. Die Gemeinschaft will die Jungschäfer in Deutschland unter einem Dach bündeln, um Erfahrungen auszutauschen und um sich gegenseitig zu unterstützen. Da die Jungschäfer sich entschlossen haben sich offiziell zu organisieren, wurde auch bei diesem Treffen ein Vorstand gewählt.

Dieser besteht aus:

1. Vorsitzender: Manuel Maucher, 26 Jahre alt, Schäfer in der Landschaftspflege und Wanderschäferei Hartl in Bayern (01752432701).

2. Vorsitzende: Michelle Berkel, 26 Jahre alt, Schäfergesellin in der Schäferei Gerlach, Braunfels (01775603992).

Kassenwart: Alexander Stähler, 38 Jahre alt, Hobbyschäfer aus Neunkirchen im Westerwald (015153315897).

Beisitzer: Timo Jacob; 37 Jahre alt, selbstständiger Schäfer aus der Thüringer Rhön (01715029991) und

Annabell Reeh, 27 Jahre alt, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Gießen (015161492863).

Die Ziele des Vorstandes sind weiterhin 1 bis 2 Jungschäfertreffen im Jahr zu organisieren, Weiterbildung und Austausch der Jungschäfer unter­einander zu fördern, den Beruf in der Öffentlichkeit wieder präsenter zu machen, um mehr Nachwuchs zu finden und ein besseres Image des Berufes in der Öffentlichkeit zu fördern.

Ansprechpartner für interessierte Jungschäfer sind 1. Vorsitzender Manuel Maucher sowie 2. Vorsitzende Michelle Berkel. Alle Jungschäfer sind herzlich eingeladen sich zu melden und an spannenden Diskussionen rund um das Thema Schaf teilzunehmen. Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.



Schaftage 2017

100 Jahre Schafzuchtverein in Südwestholstein

Im Jahr 1917 vereinigten sich die Schafzüchter in den holsteinischen Elbmarschen zwischen Krückau und Stör und gründeten die „Züchtervereinigung des deutschen weißköpfigen Fleischschafes“. Bald danach entstanden auch Schafzuchtvereine in der Kremper­marsch und in Sommerland. Zum 01.01.1920 schlossen sich diese Vereine zum „Schafzuchtverein für die holsteinische Elbmarsch“ zusammen. Grund genug das 100-jährige Bestehen zu feiern. Dies machten die Züchter des Bezirkes Südwestholstein anlässlich ihrer jährlich stattfindenden Auktion mit einer Jubiläumsschau Ende September. Aus organisatorischen Gründen fand die Veranstaltung nicht wie üblich in Neuenbrook, sondern in der Reithalle von Harm Thormählen in Kollmar statt.

Es wurden 88 Tiere aus zehn unterschiedlichen Rassen in der herbstlich dekorierten Halle präsentiert. Dazu brachten 14 Züchter aus dem Vereins­gebiet ihre gut vorbereiteten Tiere schon am Morgen an den Veranstaltungs­ort. Von diesen Tieren sollten 50 Tiere nur zur Jubiläums­schau vorgeführt und prämiert werden, die anderen 38 Tiere sollten auch auf der Auktion am Abend versteigert werden.

Gleich am Anfang hatten die Preisrichter Hans Michow Schröder und Theo Heine mit den großen Klassen der Weißköpfe viel zu tun. Die Züchter Ingo Falkenhagen, Wiebke Thormählen-Ahmling und Jan-Wilhelm Ahmling zeigten sehr gute Tiere, kamen aber an diesem Tag in den meisten Klassen nicht an den Tieren von Kay Poggensee vorbei. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass auch die Rassesiegerin, das Altschaf mit der Kat.Nr. 16, und die Einzelzüchtersammlung aus der Zucht von Kay Poggensee kam. Die beste Bocknachzuchtsammlung stellte aber Wiebke Thormählen-Ahmling mit drei sehr harmonisch zusammengestellten Nach­kommen des Bockes Marso DE010110076085. Die Konkurrenz bei den Deutschen Schwarzköpfigen Fleischschafen war zwar nicht so groß, wie bei den Weißköpfen, trotzdem präsentierte Jürgen Schlüter schöne Vertreter dieser alten Rasse. Zur Rassesiegerin machte die Jury das Altschaf Kat.Nr. 42. Die Züchtersammlung von Jürgen Schlüter erhielt einen wohlverdienten 1. Preis. Der erfahrene Züchter Ernst Magens zeigte dem immer größer werden­den, interessierten Publikum die größte Rasse in Schleswig- Holstein, die Texel. Hier hieß es „Jugend vor“ und so entschieden sich die Richter das Mutterlamm Kat.Nr. 611 von Ernst Magens ganz nach vorne zu stellen. Dieses Tier erhielt bei der Auktion den Zuschlagspreis von 370 €. Auch stellte Ernst Magens eine sehr schöne Züchtersammlung zur Schau. Die zweitgrößte Rasse in Schleswig-Holstein, die Suffolks, wurden von den Züchtern Klaus-Peter Sellnow, Jochen Rixen und Kai Fischer vorgestellt. So war es ein spannender Wettkampf, aus dem der Lammbock Kat.Nr. 623 als Rassesieger und die Züchtersammlung aus der Zucht von Kai Fischer als Siegersammlung hervorgingen. Der Bock wurde mit 850 € das teuerste Tier der Auktion.

Nicht nur die Fleischschafe bereicherten die Rassevielfalt an diesem Tag, auch die Landschafe, wie die Grauen Gehörnten Heidschnucken von Astrid Holst, zeigten sich im Ring. Rassesiegerin wurde das Mutterschaf Kat.Nr. 51. Heide Völtz und Norbert Westphal zeigten ihre schauerfahrenen Skudden. Ein Teil der Tiere sammelte in diesem Jahr bereits auf der Norla und dem Landschaftag in Warder Ringerfahrung. In Kollmar stand das Altschaf Kat.Nr. 55 ganz weit vorne. Gleichzeitig präsentierte die Zucht­gemein­schaft auch jeweils eine hervorragende Züchter- und Bocknachzucht­sammlung. Bei den Ouessant konnte sich der holländische Bock Kat. Nr. 62, im Besitz von Willi Hüllmann, den zweiten Rassesieg des Jahres sichern. Wie auf der Landestierschau in Rendsburg kamen die Richter nicht umher, den imposanten Bock nach vorne zu stellen. Auch die einheitliche Züchter­sammlung von Willi Hüllmann konnte die Richter und das Publikum überzeugen. Das Einzige im Bezirk Südwestholstein eingetragene Ile de France-Schaf mit der Kat.-Nr. 67 kam aus Frankreich und wurde von Kay Poggensee vorgeführt. Sie erhielt einen 1. Preis.

Die Schau in Kollmar bewies große Internationalität und so kamen auch original englische Border Leicester, im Besitz von Jürgen Schlüter, in den Ring. Schon von Weitem fielen diese Tiere den Zuschauern durch ihre hochaufgestellten Ohren ins Auge. Den Richtern fiel der Bock Kat.Nr. 69 aber vor allem durch seine Tiefe und Schwere auf und krönten ihn zum Rassesieger.  Auch die Charollais durften in Kollmar nicht fehlen, denn sie sind zur Zeit sehr gefragt. Jürgen Schlüter präsentierte bei dieser Rasse seinen zweiten Sieger des Tages, den Jährlingsbock Kat.Nr. 633.

Der Höhepunkt der Prämierung war die Wahl des besten Bockes und des besten Schafes aus allen Rassesiegern der Schau. Auch hier stach das Altschaf von Kay Poggensee deutlich hervor und wurde zur Championesse gekürt. Der Champion der Jubiläumsschau wurde der Suffolklammbock aus dem Stall von Kai Fischer.

Nach der Prämierung stieg die Spannung unter Züchtern und Käufern an. Die letzte Schafauktion des Jahres wurde von Kalli Fischer eingeläutet. Er machte seinen Job als Auktionator wieder einmal erstklassig. 27 Tiere kamen zu einem Durchschnittspreis von 342 € unter den Hammer. Während der Auktion gab es eine besondere Versteigerung. Ein weibliches Lamm, gespendet von Kai Fischer, wurde nach amerikanischer Art versteigert. Nach anfänglichem Zögern wurden die Käufer immer mutiger, sodass ein Zuschlagspreis von 460 € zustande kam.

Als spontanen Höhepunkt zeigte uns Harm Thormählen seine 26-jährige Holsteiner Stute Fein Cera, die nach vielen herausragenden Preisen im Turniersport jetzt wieder in ihren Züchterstall zurückgekehrt ist. Dieser Ausflug in die Pferdezucht war auch für alle Schafzüchter spannend und interessant.

Als Ehrengäste konnte Kalli Fischer Herbert Tietgen, den Ehren­vorsitzen­den des Landesverbandes S.-H., mit seiner Frau, Heiko Schmidt, der Vorsitzende des Landesschafzuchtverbandes Weser-Ems, Henning Hinz, Vorsitzender des Landesverbandes S.-H. sowie die Bürgermeister von Kollmar und Sommerland, Dr. Klaus Kruse und Helga Ellerbrock, begrüßen. Die Reithalle von Harm Thormählen bot eine großartige Atmosphäre, die durch eine sehr gute Verpflegung von Birgit Rolfs und Helfern ergänzt wurde. Neben Lammgulaschsuppe gab es Flammkuchen und viele weitere Leckereien. So war die Jubiläumsschau ein voller Erfolg.

Die Preisverleihung fand dann im Rahmen eines Lammbratenessens in der Gaststätte Weißer Bär in der Blomeschen Wildnis statt. Nach einem köstlichen und sehr reichlichem Essen tauchte Kalli Fischer mit allen Anwesenden in die Geschichte der Schafzucht in Südwestholstein ein.

In den Anfängen der Vereingsgeschichte wurde das Vereinsgebiet in 5 Körbezirke, Kollmar-Marsch, Krempermarsch, Sommerland, Seestermühe- Haseldorfer- Marsch und Wilstermarsch aufgeteilt. Diese Körbezirke wurden wieder, je nach ihrem Umfang, in Distrikte unterteilt mit je einem Distriktvorsteher. Im Jahr 1931 zählte der Verein 172 Mitglieder und 1177 eingetragene Tiere. Claus von Drathen aus Kollmar war der erste Bezirksvorsitzende in Südwestholstein von 1920–1923. Es folgte Claus Thormählen, Neuendorf, der den Vorsitz bis 1966 behielt und von 1926 bis 1966 zugleich LV–Vorsitzender war. Claus Thormählen hat nicht nur die schleswig-holsteinische Schafzucht nachhaltig geprägt, sondern war auch bundesweit als Verwaltungsratsvorsitzender der deutschen Woll­verwertung (1948-1954) und als Vorsitzender bzw. Stellverteter der Arbeits­gemeinschaft Deutscher Schafzuchtverbände (1948 – 1954) aktiv. Anschließend übernahm sein Sohn J.H. Claus Thormählen, Moorhusen, das Amt des Bezirks- und des Landesverbandsvorsitzenden bis 1981. Seitdem übt dieses Amt Karl-Dieter Fischer, Sommerland, aus. Auktionsort wurde zu Anfang Siethwende, das sich durch seinen Eisenbahnanschluss und wegen zweier Gastwirtschaften, Harder und Voß, anbot. Weiterhin gab es als zweiten Auktionsplatz Wilster. Erst 1971 wurden diese Auktionsorte zusammengelegt. Weitere Auktionsorte waren in Horst, 2001 bis 2006. Seit 2007 findet die jährliche Bockauktion des Bezirkes Südwestholsteins in der Reithalle Kölling in Neuenbrook statt. Die Hauptrasse war in Südwestholstein, wie um 1920 in ganz Schleswig-Holstein, das weißköpfige Fleischschaf. Nach der Rassenzählung von 1935 entfielen 82% des schleswig-holsteinischen Schafbestandes auf Weißkopf und der Anteil dürfte auch in den 20er Jahren nicht kleiner gewesen sein. Die LV-Herdbuchanteile dieser Rasse erreichten zeitweilig sogar 90%. Erst Anfang der 70er Jahre mußte die Rasse im Herdbuch Platz 1 an das Texelschaf abgeben. Das deutsche weißköpfige Fleischschaf in den holsteinischen Elb­mar­schen wird der großen Gruppe der schlichtwolligen Schafe zugezählt. Es hat sich aus dem alten, bodenständigen Marschschaf entwickelt, das zur Gruppe der Marsch– oder Niederungsschafe gehört; diese sind in den Küstenländern der Nordsee (Niederlande, Deutschland, Dänemark) beheimatet. Unterschiede in den Umweltverhältnissen, in der Zuchtwahl und in den zur Kreuzung benutzten Rassen haben die Ausgestaltung der heutigen Formen der Marschschafe bedingt. Unter den Weißkopfzüchtern gab es allerdings Meinungsverschieden­heiten über Zuchtziel und Typ. Im Zuchtgebiet des heutigen Bezirkes gab es neben dem schwereren, im Fleischtyp stehenden Marschschaf, das mehr zum Milchtyp tendierende Wilstermarschschaf und in Eiderstedt und den daran angrenzenden Westküstengebieten außerdem das aus England importierte Cotswoldschaf, das zunächst in Reinzucht gezüchtet, später aber in immer mehr Weißkopfherden eingekreuzt wurde. Cotswoldschafe waren gröber im Fundament und in der Wolle, außerdem stärker bewollt und tiefer gestellt, aber auch mit einer geringeren Fruchtbarkeit ausgestattet. Während das Wilstermarschschaf nach 1920 relativ schnell verschwand, indem zu weit im Milchtyp stehende Tiere mit überwiegend weißen Nasen und unbewollten Schwänzen herausselektiert wurden, hielten die Ausein­ander­setzungen um die Frage Elbmarsch- oder Cotswoldtyp Jahrzehnte an, bis sie vor 25–30 Jahren in den Streit zwischen Berrichon­befürworter und Berrichongegner übergingen. Das Weißköpfige Fleischschaf ist in Südwestholstein die Hauptrasse geblieben. Dank der Veredelungskreuzung mit Berrichon du Cher–Böcken aus Frankreich, die vor allem auf Hans Isenberg in Hasenkrug und auf Züchter in Südwestholstein zurückzuführen ist, hat die Rasse den Verdrän­gungs­kampf gegen Texel und andere Rassen einigermaßen überstanden, wenn auch nicht unbedingt gewonnen. Mit der Zeit wurden immer mehr Rassen ins Schleswig-Holsteinische Herdbuch aufgenommen, sodass zur Zeit 45 Fleisch- und Landschafrassen betreut werden. In Südwestholstein werden 704 Herdbuch-Schafe 16 verschiedener Rassen von 47 Züchtern gehalten.

Nach diesem Rückblick war es an der Zeit die Züchter der Jubiläumsschau auszuzeichnen. Dank vieler großzügiger Spenden konnten alle Teilnehmer Ehren­preise für ihr Engagement erhalten und freuten sich sichtlich über diese Anerkennungen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank für diese Spenden! Gleichzeitig auch ein großer Dank an alle Züchter und Helfer, die diese Feierlichkeiten zum Jubiläum des Bezirkes Südwestholstein zu einem schönen und unvergesslichen Ereignis gemacht haben!

30. Landesschafschau 2017 auf der NORLA in Rendsburg

2017 war das Jahr in dem die Norla zum 30. Mal die Landestierschau in Rendsburg veranstaltet hat. In diesem Rahmen fand wieder der Wettstreit zwischen den schönsten Schafen und Böcken aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg statt. Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter hatte dieses Jahr sowohl zur Landesschafschau als auch zum Jungzüchterwettbewerb eingeladen. Und so trafen sich am Sonntag, den 10. September, auf dem großen Platz vor der Tribüne auf dem Norla Gelände, 23 Züchter mit ihren 152 Schafen der unterschiedlichsten Fleisch- und Landschafrassen sowie 9 Jungzüchter mit ihren Tieren.

Nachdem die Fleischrinderzüchter bedauernswerterweise am Vortag ihre Schau im Dauerregen abhalten mussten und die Parkplätze dement­sprechend aufgeweicht waren, freuten sich alle Teilnehmer, dass an diesem Morgen die Sonne vom strahlend blauen Himmel lachte.

In vier Ringen wurden die Rassesieger, die Sieger der Züchter- und Bocknachzuchtsammlungen und der beste Jungzüchter ermittelt. Leider fehlten einige Tiere an diesem Morgen, sodass ganze Rassen nicht vorgestellt wurden.

Im ersten Ring konnten die Zuschauer die Rassevielfalt unserer Schleswig-Holsteinischen Land- und Fleischschafrassen bewundern. Die Preisrichter Henning Hinz und Hans Michow Schröder hatten die schwierige Aufgabe die Sieger aus zehn ganz unterschiedlichen Rassen zu finden. So wurden hier die Schwarzköpfe, Coburger Fuchsschafe, Rhönschafe, Walliser Schwarznasenschafe, Gotländische Pelzschafe, Bentheimer Landschafe, Juraschafe, Graue Gehörnte Heidschnucken, Zwatbless, sowie Charollais und Border Leicester aufgetrieben. Die Rasse der Schwarzköpfe wurde dieses Jahr durch einen Bock aus dem Besitz von Michael Dohrn, Friedrichskoog, und zwei Altschafe aus der Zucht von Jürgen Schlüter, Sommerland, vertreten. Am Ende setzte sich das Schaf Quadrila mit der Kat.Nr. 20 als Rassesiegerin durch. Die insgesamt sechs Coburger Fuchsschafe der Züchterin Frauke Wechselberg, Neutestorf, zeigten sich von ihrer besten Seite. Allen voran stellte die Kommission den Altbock Amadeus mit der Kat.Nr. 66 als Rassesieger. Aus Hamburg kam Nicole Potyka um den Richtern und dem Publikum ihre besten Rhönschafe vorzustellen. Zur Rassesiegerin wurde das Altschaf (Kat.Nr. 77) aus der Zucht von Meike Avramut-Lampe, Jade, erkoren. Das für hiesige Verhältnisse etwas exotische Walliser Schwarznasenschaf wurde von Peter Sellhorn, Rausdorf, vorgestellt. Als Rassesieger konnte sich der imposante Altbock Pintus (Kat.Nr. 98) behaupten. Auch in diesem Jahr wurde die Rasse Gotländisches Pelzschaf von Tieren aus der Zucht von Karin Hentzschel aus Risum-Lindholm repräsentiert. Bei dieser in Schleswig-Holstein recht seltenen Rasse, schaffte es diesmal das Altschaf Renee (Kat.Nr. 103) herauszustechen. Die Rasse der Bentheimer Landschafe zeigt sich mit einer Vielzahl an Tieren. Auch hier gab es hervorragende Tiere zu sehen. Es setzte sich das Altschaf Sacci mit der Kat. Nr. 129 aus der Zucht von Dr. Andrea Boldt- Lynsche, Panker, durch und wurde zum Rassesieger ernannt. Auch die Nachzuchtsammlung des Bockes Ronald konnte sich sehen lassen und erhielt damit einen 1. Preis. Die Einzelzüchtersammlung gewann ebenfalls die Zucht von Frau Dr. Andrea Boldt-Lynsche. Anschließend folgten die Juraschafe. Es ist die neuste Rasse, die im Verband in Schleswig-Holstein aufgenommen wurde. Die zwei aufge­triebenen einjährigen Schafe stammen aus dem Besitz von Frauke Wechselberg, Neutestorf. Hier setzte sich das Schaf Mokka mit der Kat.Nr. 148 als Rassesiegerin durch. Mit nur zwei Schafen aus der Zucht von Astrid Holst waren die Grauen Gehörnten Heidschnucken gering vertreten. Trotz dessen konnte das einjährige Mutterschaf Urdiestel mit der Kat.Nr. 151 als Siegerin der Rasse auserkoren werden. Als Nächstes folgte die Rasse der Zwartbless. Hier stellte Jürgen Sönnichsen, Wobbenbüll, einen sehr schöne Altbock (Kat.Nr. 138) mit korrekter Zeichnung vor. So besaß dieser das schwarzbraune Vlies und die typische weiße, am Hinterkopf beginnende, ununterbrochene Blesse bis zum Maul sowie die weißen Fesseln und weiße Schwanzspitze. Auch die Rasse der Charollais war dieses Jahr leider nur mit einem Bock (Kat.Nr. 140) aus der Zucht von Michalel Dohrn vertreten, was erstaunlich ist, da diese Rasse in Schleswig-Holstein immer mehr an Bedeutung gewinnt. Als Letztes in diesem Ring folgte die älteste Schafrasse Großbritanniens; die Border Leicester waren in diesem Jahr zum zweiten Mal mit zwei Tieren aus dem Besitz von Jürgen Schlüter vertreten. Diese Rasse zeichnet sich besonders durch die stehenden Ohren aus. Als Rassesieger wurde der aus England importierte Bock mit der Kat.Nr. 141 bestimmt.

Im zweiten Ring wurden die Weißköpfe, die Texel, Ile de France und Suffolks gerichtet. So präsentierten sich hier einige der bedeutensten Rassen und gaben einen schönes Bild quer durch die Fleischschafe. Als Richter standen Gernand von Massow und Reimer Bährs im Ring. Zuerst war die alte, für Schleswig-Holstein typische, Rasse der Weißköpfe zu richten. Dieses Jahr war mit Kay Poggensee, Kremperheide, leider nur ein Züchter vertreten. Er trieb jedoch gleich 17 Tiere auf, sodass er einige seiner besten Tiere der Jury und dem Publikum präsentierte. Schließlich entschied sich die Kommission dazu, nach genauer Prüfung aller Tiere, wobei besonders auf die Bemuskelung und die rassetypischen Eigenschaften geachtet wurde, den Altbock Teddy mit der Kat.Nr. 2, aus der Zucht von Kai Fischer, zum Rassesieger zu erklären. Durch die Vielzahl der Tiere war es Kay Poggensee sogar möglich gleich zwei Bocknachzuchtsammlungen sowie zwei Einzelzüchtersammlungen aufzustellen. Bei der größten Rasse in Schleswig-Holstein, den Texeln, standen sich die Tiere zweier Züchter gegenüber. Die Arbeit der Richter war nicht einfach, denn die Tiere von Hans-Erhard Luhn, Tetenbüll, und Ingo Jäger, Averlak, waren von bester Qualität und sehr gleichwertig. Zur Rassesiegerin wurde das imposante Altschaf Tanga (Kat. Nr. 24) aus der Zucht von Hans-Erhard Luhn erkoren. Die beste Bocknachzuchtsammlung dagegen stellte Ingo Jäger mit den Nachkommen von Richard. Die beste Einzelzüchtersammlung kam wiederum aus dem Stall von Hans-Erhard Luhn. Um die Rassevielfalt zu ergänzen brachte Kay Poggensee auch ein Altschaf der Rasse Ile de France mit nach Rendsburg. Das aus Frankreich stammende Schaf (Kat.Nr. 124) erhielt einen 1. Preis. Leider war die Konkurrenz bei der zweitgrößten Rasse in Schleswig-Holstein, den Suffolks, nicht sehr groß. Aber Paul C. Burgwald, Bosbüll, stellte seine besten Tiere vor, sodass die Rasse dennoch gut vertreten war. Am Ende entschied sich die Kommission dazu den Jährlingsbock Umbertus mit der Kat.Nr. 39 zum Rassesieger zu erklären. Dazu wurde mit drei Tieren noch eine Einzelzüchtersammlung aufgestellt.

Im 3. Ring konnten die Zuschauer die Skudden, Ouessant und Rauwollige Pommersche Landschafe bewundern, bei denen die Konkurrenz sehr groß war. Die Preisrichter Anke Mückenheim und Christian Lorenzen-Nissen hatten die schwierige Aufgabe, die Sieger aus den unterschiedlichen Rassen zu ermitteln. Die Skudden wurden gleich von drei Züchtern vertreten. Die Züchter Wolfgang Gresens, Lübeck, Heide Völtz und Norbert Westphal, Horst, sowie Hardy Marienfeld, Blunk, hatten ihre insgesamt 16 besten Tiere in vier Klassen aufgetrieben. Am Ende fiel die Wahl der Rassesiegerin auf das einjährige Mutterschaf mit der Kat.Nr. 62 aus der Zucht von Hardy Marienfeld. Die Bocknachzuchtsammlung von Bock Edgar als auch die Einzelzüchtersammlung konnte Heide Völtz und Norbert Westphal für sich entscheiden. Auch mit den Ouessant, der kleinsten Schafrasse der Welt, kamen drei Züchter in den Ring, sodass es weiterhin spannend blieb. Die Rasse wurde von Horst Feddersen, Drelsdorf, Willi Hüllmann, Seestermühe sowie Heike und Hans Sievers, Erfde, vorgestellt. Am Ende überzeugte der niederländische Altbock mit der Kat.Nr. 85 im Besitz von Willi Hüllman auf ganzer Linie und wurde zum Rassesieger ernannt. Bei der Einzelzüchtersammlung musste sich Willi Hüllmann jedoch Horst Feddersen geschlagen geben, der mit einer harmonischen Sammlung glänzte. Die Rauhwolligen Pommerschen Landschafe waren in diesem Jahr mit 17 Tieren aus gleich vier Zuchten stark vertreten. Neben Hardy Marienfeld, Michael Kruse und Harald Nowak hatte auch Peter Furck zum ersten Mal Tiere auf der Landestierschau aufgetrieben. Und dies sollte sich lohnen, denn nicht nur sein Altschaf Salome mit der Kat.Nr. 115 wurde zur Rassesiegerin auserkoren, auch die Einzelzüchter­sammlung konnte er für sich entscheiden. Trotz fehlender Konkurrenz zeigte Harald Nowak am Ende noch eine ausgeglichene Bocknach­zuchsammlung.

Allen Züchtern und Helfern nochmals herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die hervorragende Präsentation ihrer Tiere auf der Landesschafschau 2017!

Im vierten Ring standen Herbert Tietgen, Nettelsee, und Mathias Krause, Fehmarn, neun sehr gut vorbereiteten Jungzüchtern gegenüber und stellten ihnen Fragen rund um die Schafhaltung. Die Nachwuchs­generation der Schafzüchter zeigte der Jury, was sie gelernt hatte und konnte nicht nur wichtige Informationen zu ihren Schafen erzählen, sondern wussten auch etwas über die Fütterung, die Pflege und die Zucht bei Schafen zu berichten. Besonders im Umgang mit den Tieren zeigte sich ihr großes Können. Und so wurden die sehr unterschiedlichen Schafe professionell vorgeführt und angebunden. Der Sieger wurde erst bei der großen Siegerehrung bekanntgegeben, sodass die Aufregung unter den Jungzüchtern noch bestehen blieb. Nils Christl, der zum ersten Mal einen Wettbewerb mit seinem Schaf bestritt, wurde 2017 zum besten Jung­züchter auserkoren, jedoch in einer knappen Entscheidung vor Marit Sievers. Auch die übrigen Jungzüchter wurden für ihre sehr guten Leistungen gelobt und ausgezeichnet. An dieser Stelle nochmals ein großes Lob und einen herzlichen Glückwunsch an Elisabeth und Hans-Paul Weiss, Marit und Hagen Sievers, Neo Marcel Recht, Deik und Nina Reimers, Runar Gabriel Nowak und Nils Christl! Hoffentlich sehen wir uns beim nächsten Jungzüchterwettbewerb wieder!

Bei der großen Siegerehrung erhielten die Besitzer der Siegertiere, sowie der Siegersammlungen, Ehrenpreise aus den Händen von Dr. Norbert Borchers, MELUND, und dem Landesverbandsvorsitzenden Henning Hinz. Das letzte Highlight der Veranstaltung war die Wahl von Mr. und Mrs. Norla 2017. Bei der Siegerehrung konnten alle Richter nochmals die Siegertiere in Augenschein nehmen und ihre Entscheidung treffen. Während der Tierparade war die Tribüne und der gesamte Ring voll mit Zuschauern, die sich das beeindruckende Bild nicht entgehen lassen wollten. Die richtige Kulisse für die Bekanntgabe des schönsten Schafes und des besten Bockes. An der Rassesiegerin, der Texeldame mit der Kat.Nr. 24, aus der Zucht von Hans -Erhard Luhn kamen die Richter eindeutig nicht vorbei und so wurde sie zur Mrs. Norla ernannt. Mr. Norla 2017 wurde der Siegerbock der Coburger Fuschsschafe (Kat.Nr. 66) aus der Zucht von Frauke Wechselberg. Beide Züchter freuten sich über den Ehrenpreis aus den Händen der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft SH Tierzüchter Christina- Johanna Paulsen-Schlüter.

Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter, zusammen mit dem Beratungsring für Schafhalter informierte am Stand alle Zuschauer sowie Schaf- und Ziegenhalter über Themen rund um diese beiden Tierarten und zogen zahlreiche Zuschauer und Gäste jeden Alters an den Stand.

Auch der starke Regen an den ersten Norla- Tagen hielt die Besucher nicht ab das Tierschauzelt zu besuchen. Hier zeigten sich Tiere von 18 unterschiedlichen Fleisch- und Landschafrassen, sowie als Vertreter der Ziegen, die Ovambos, aus der Zucht von Torsten Friedrichsen.

Die Besucher des Verbandsstandes konnten nicht nur die Tiere unmittelbar erleben, sondern auch die unterschiedlichen Produkte unserer Schafe kennenlernen. Engagierte Spinner und Spinnerinnen zeigten, wie die Wolle mit dieser alten Handwerkskunst verarbeitet wird und beantworteten dabei viele Fragen der interessierten Besucher. Auch von der großartigen Qualität des schleswig-holsteinischen Lammfleisches konnten sich die Besucher vor Ort überzeugen. Lammstangen, Salami und Schinken von der Schäferei Bährs wurden zum probieren und kaufen angeboten und auch der Schafskäse vom Hof Solterbeck, der am Stand verköstigt werden durfte, fand regen Anklang. Sehr interessiert waren die Gäste aus Nah und Fern auch an den Schafschurvorführungen, die von Anke Mückenheim und Max Hinz auf der Showbühne im Tierschauzelt durchgeführt wurden. Sie erklärten zusammen mit Frau Bruser vom Landesverbandes Schleswig- Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. den Zuschauern ihre Arbeit und wurden, solange die Schermaschine lief, von einer großen Menschen­traube umlagert. Mit auf der Bühne waren immer engagierte Spinner, die auch nach dem dritten und vierten Interview erklärten, wo Dornröschen sich gestochen hat und von ihrer Vorliebe zu pinker Wolle sprachen.

Die Norla 2017 mit über 70.000 Besuchern kann als voller Erfolg trotz des zeitweise starken Regens gewertet werden, was auch der Besucher­anstrom am Sonntag zeigte, der den Verkehr rund um Rendsburg fast zum Erliegen brachte.

Der Landesverband dankt den Züchtern, den Preisrichtern, den Organi­satoren, den stillen Helfern und nicht zuletzt den Ehrenpreisspendern und Sponsoren recht herzlich für das Geleistete!

Erfolgreicher Landschafttag 2017 in Warder

Am 16. September trafen sich die Landschafzüchter aus Schleswig-Holstein und Hamburg zum Landschaftag im Tierpark Arche Warder. Nachdem in den letzten Jahren der Landschaftag immer von Sonne begleitet war, mussten sich die Schafhalter und ihre Tiere diesmal mit trübem Wetter zufrieden geben. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, so dass es nach der Wiegung der Tiere und einem guten Frühstück mit der Körung losgehen konnte.

Insgesamt waren 69 Tiere im Katalog angemeldet, so dass man die Körung wieder in zwei Ringen durchführte, somit war genug Zeit den Züchtern und Zuschauern die Benotungen der Tiere zu erklären. Im ersten Ring hatten Anke Mückenheim und Janine Bruser ordentlich mit den Grauen und Weißen Gehörnten Heidschnucken, den Skudden, den Coburger Füchsen, den Rhönschafen sowie den Ouessant, den Juraschafen und den Kamerunschafen zu tun. Im zweiten Ring nahmen Hardy Marienfeld und Frauke Wechselberg ihre Arbeit auf und körten die Vertreter der Rassen Walliser Schwarznasenschaf, die große Gruppe der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe sowie die Bentheimer Landschafe. Bewertet wurden die Tiere nach ihrer Wollqualität, Bemuskelung und der äußeren Erscheinung. In beiden Ringen zeigte sich insgesamt eine sehr gute Qualität der Schafe und Böcke, so dass die Beurteilung den Richtern oft schwer fiel. Bis zum Mittag waren alle Bewertungen dann aber doch geschafft! Nach einer kleinen Stärkung ging es danach weiter mit den besten Tieren der Körung. Denn nur Tiere mit einer Benotung von mindestens 7 werden zur Prämierung zugelassen. Während man bei der Körung die Schafe und Böcke einzeln sieht und beurteilt, richtet man bei der Prämierung die Tiere je nach Rasse und Altersklasse in Gruppen. So hat man einen besseren Vergleich und manchmal auch einen anderen Blick als bei der Körung. Bei der Prämierung wurden alle Tiere in einem Ring rangiert.

Schafe liefern viele unterschiedliche Produkte wie Fleisch, Milch und Wolle und dienen noch dazu dem Küstenschutz und der Landschaftspflege. Die Wolle ist leider nur ein Nebenprodukt, findet aber in der Zucht dennoch über die Wollnote weiterhin große Beachtung. Die heutigen Schafrassen werden unterteilt in Haarschafe, wie z.B. die Kamerunschafe, die ihre Behaarung im Frühjahr und Herbst verlieren und nicht geschoren werden, und in Wollschafe. Diese wiederum werden nach dem Aufbau ihrer Vliese unterschieden in mischwollige Schafe mit stark verlängertem Oberhaar, schlichtwollige Schafe mit nur noch spurenweise vorhandenem Oberhaar und reinwollige Schafe, die nur noch Unterwolle besitzen. Die Schafrassen und innerhalb der Rasse die verschiedenen Altersstufen unterscheiden sich alle in ihrer Wollqualität, also in deren Feinheit (in Micron gemessen), Kräuselung und Stapellänge. Schafwolle ist ein wertvolles Naturprodukt. Sie ist hygroskopisch, wasserabweisend, schwer entflammbar, wärmend und sehr widerstandsfähig. Da der Landschaftag auch ein breites Spektrum an unterschiedlichen Schafwollen präsentiert, wollen wir in diesem Artikel ein besonderes Augenmerk auf dieses tolle Produkt richten.

Zuerst kamen die Vertreter der Grauen Gehörnten Heidschnucken aus der Zucht von Astrid Holst, Wulfsmoor, in den Ring. Als Rassesieger wurde hier die Kat.Nr. 3, ein imposanter Jährlingsbock, bestimmt, der durch einen großen Rahmen und ein festes Fundament bestach. Die Grauen Gehörnten Heidschnucken besitzen ein grobes mischwolliges Vlies. Dieses zeichnet sich durch grobes, langes Oberhaar und feineres, weiches Unterhaar aus. Das Vlies sollte gleichmäßig und nicht zu hell gefärbt sein. Ideal ist eine silbergraue Färbung mit einem schwarzen Brustlatz. Das Haar beginnt sich im Laufe des 1. Lebensjahrs zu verfärben und erst nach der 1. Schur stellt sich die rassetypische graue Farbe ein.

Bei den Weißen Gehörnten Heidschnucken ist das mischwollige Vlies - wie der Name schon andeutet - weiß, genauso wie der Kopf, die Beine und der kurze Schwanz, die allerdings unbewollt sind. In der kleinen aber feinen Konkurrenz wurde ein Mutterschaf mit der Kat.Nr. 7 aus der Zucht von Wolf Müller, Hamburg, zur Rassesiegerin ernannt. Schnuckenwolle aus Ober- und Unterhaar eignet sich eigentlich nur für Teppiche. Es gibt auch Projekte für den Einsatz als Böschungsmatten im Straßenbau oder für Düngepellets im Biolandbau. Wird das Oberhaar vom Unterhaar getrennt, läßt sich vom Unterhaar durchaus tragbare Oberbekleidung herstellen. Auch hat die Unterwolle gute Filzeigenschaften.

Andrea Boldt Lynsche, Panker, präsentierte in diesem Jahr sechs Mutterlämmer der Rasse Bentheimer Landschaf. Die Tiere unterschieden sich im Typ deutlich, da sie Nachkommen zweier verschiedener Böcke waren. Die Tochter (Kat.Nr. 58) des Bockes Paolo setzte sich durch und wurde zur Rassesiegerin ernannt. Die schlichte Wolle der Bentheimer Landschafe ist rein weiß. Durch die Länge von 25-30 cm ist die Wolle gut spinnbar. Auch die Filzeigenschaften sind gut, so dass diese Wolle als Alrounder zu betrachten ist.

Als nächstes folgten die Skudden. Auch sie besitzen ein nicht sehr feines, mischwolliges Vlies mit Grannenhaaren und können in vier Farbschlägen auftreten. Die Farbvielfalt dieser Rasse zeigten uns die Züchter Heide Völtz und Norbert Westphal, die eine Kollektion aus jeweils einer braunen, schwarzen und weißen Skudde mitbrachten. Die weißen Skudden sind immer noch am häufigsten vertreten. Auch der zweite Skuddenzüchter im Ring, Jürgen Bauer, Tarp, präsentierte weiße Tiere. Am Ende ging der Sieg an ein Mutterschaf (Kat.Nr. 11) aus der Zucht Völtz/Wetsphal, Horst.

Insgesamt wurden 11 Rauhwollige Pommersche Landschafe aus 3 Zuchten an diesem Tag im Ring vorgestellt. Typisch für die Rauhwoller ist ein mischwolliges Vlies in grau, schwarz oder graublau, auch mit dunkelbraunem Anflug. Die Lämmer werden schwarz geboren und entwickeln das typische Pommernvlies im Laufe des ersten Lebensjahrs.

Bei einem Blick und einem Griff in die Wolle zeigten sich teilweise große Unterschiede in der Struktur und der einheitlichen Färbung. Hier wurde das Mutterschaf Kat.Nr. 53b aus der Zucht von Anna Wegener, Dakendorf, nach vorne gestellt, da es ein für die Rasse typisches gröberes Vlies hatte.

Die Coburger Fuchsschafe besitzen eine ganz typische Färbung. Die Lämmer kommen fuchsfarben zur Welt, nach ca. einem halben Jahr wird das Fell heller, dennoch bleibt immer das charakteristische Stichelhaar, das die Wolle unverwechselbar macht. Das Fell der Fuchsschafe wird auch als das „goldene Vlies“ bezeichnet. Das schlichtwollige Vlies der erwachsenen Tiere soll einen deutlichen Glanz haben. Die vorgeführten Mutterschafe stammten alle aus der Zucht von Frauke Wechselberg, Neutestorf. Zur Rassesiegerin wurde Kat.Nr. 17 ernannt, die durch ihre gute Bemuskelung und ihre Korrektheit überzeugte.

Die Züchter Nicole Potyka, Hamburg, und Gestüt Westerau stellten ihre besten Rhönschafe vor. Zu sehen waren ein Lammbock, mehrere Mutterschafe und ein Mutterlamm, wobei die Jüngste der Runde, das Mutterlamm Kat.Nr. 27 aus der Zucht von Nicole Potyka, den Wettstreit für sich entscheiden konnte. Die schlichtwolligen Rhönschafe haben ein weißes Fell, weiße, unbewollte Beine und einen schwarzhaarigen, bis hinter die Ohren unbewollten, schmalen Kopf. Rhönschafwolle läßt sich gut spinnen und filzen und findet Verwendung in traditioneller Walkmode und rustikaler Oberbekleidung. Auch für die Herstellung von Geotextilien findet diese Wolle Verwendung.

Peter Sellhorn aus Rausdorf zeigte uns zwei weibliche Tiere der Rasse Walliser Schwarznasenschafe. Hier wurde die Kat.Nr. 43 nach vorne gestellt, da sie eine gerade Oberlinie hatte und gut entwickelt war. Die mit Grannenhaaren durchsetzte Wolle ist grob, lang und gelockt. Das Vlies ist ausgeglichen einheitlich weiß, mit Ausnahme der gewünschten schwarzen Flecken. Die Stapellänge beträgt nach 180 Tagen 7 bis 8 cm. Bei 2 maliger Schur pro Jahr ist die Wolle im Handspinnerbereich durchaus beliebt, bei 1-maliger Schur neigt sie von der Unterseite zum Verfilzen.

Die neuste Rasse im schleswig-holsteinischen Herdbuch, das Juraschaf, stellte Frauke Wechselberg der Jury und den Zuschauern vor. Das Juraschaf stammt aus der Schweiz und wird dort als schwarzbraunes Bergschaf bezeichnet. Das Vlies besitzt nahezu Merinocharakter, es ist dicht geschlossen, ausgeglichen und gut gestapelt. Es gibt dunkel- bis rötlichbraune und hellbraune Tiere. Die Rassesiegerin Kat.Nr. 68 bestach nicht hauptsächlich durch ihre Wolle sondern durch ihr Gewicht von 82 kg. Ihr Appetit machte auch nicht vor der herbstlichen Maisdekoration, die die Mitarbeiter des Tierparks an den Ringen angebracht hatten, halt.

Das Ouessantschaf hat eine sehr lang abwachsende, dichte, mittelfeine Wolle mit dichter weicher Unterwolle. Die Vliesfarbe ist einheitlich schwarz, braun oder weiß. Langhaare mit Markkanälen kommen bei manchen Tieren im Vlies vor, was die Wolle dann bei einer Verarbeitung für Bekleidung arbeitsintensiver macht. Gleich vier Züchter präsentierten ihre Schafe und Böcke dieser Rasse in Warder. Der Prämierungskommission fiel die Entscheidung nicht leicht. Am Ende entschied man sich aber doch für den Altbock Kat.Nr. 29 aus der Zucht von Fritz Strazmann, Bad Urach jetzt im Besitz von Horst Feddersen, Drelsdorf. Der Bock zeichnete sich durch ein festes Fundament und seine Kompaktheit aus.

Zum Schluss kamen die Kamerunschafe in den Ring, die zu den Haarschafen gehören. Das Haarkleid wird im Winter durch eine dichte Unterwolle ergänzt, die im Frühjahr abgestoßen wird. Die „Wolle“ besteht im Sommer nur noch aus Grannenhaaren. Die rassetypischen Fellfarben sind braun mit schwarzer Zeichnung an Bauch, Kopf und Beinen. Es gibt aber auch schwarzfarbige und gescheckte Tiere. Der stattliche zweijährige Bock mit der Kat.Nr. 62 aus der Zucht von Alexandra und Jochen Meier stach unter seinen Stallgefährtinnen hervor und wurde zum Rassesieger ernannt.

Zum Abschluss fand sich die Jury noch einmal zusammen, um dieses Jahr zum zweiten Mal den Wollsieger unter allen Tieren auszuwählen. Die Idee dahinter entstammte dem „Arbeitskreis Landschafe“ des Landesverbandes und soll den besonderen Stellenwert, den die Wolle bei den Landschafen einnimmt, hervorheben. Während der Prämierung wurde hierfür schon bei den einzelnen Tieren die Wolle genau begutachtet und potenzielle Kandidaten ausgesucht. Die Entscheidung fiel der Kommission sichtbar nicht leicht, da sich die Tiere allesamt durch eine sehr gute Wolle auszeichneten. Zudem ist die Wolle bei den verschiedenen Rassen extrem unterschiedlich.

Am Ende überzeugte die Wolle der Skudde Kat.Nr.12 aus der Zucht von Jürgen Bauer, die absolut dem Zuchtziel entsprach und so eine rassetypische Wolle präsentierte.

Als weitere Auszeichnungen wurden Mr. und Mrs. Warder 2017 diesmal nicht vom Publikum, sondern von der Kommission auserkoren. Mrs. Warder wurde die Rassesiegerin der Bentheimer Landschafe, Kat.Nr. 58, für die ihre Züchterin Andrea Boldt-Lynsche den Silberteller des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung erhielt.

Die Medaille der Landwirtschaftskammer und somit der Titel Mr. Warder 2017 ging an den besten Bock des Tages, den Rassesieger bei den Grauen Gehörnten Heidschnucken aus der Zucht von Astrid Holst.

An dieser Stelle noch einmal ein großes Lob an alle Züchter und Züchterinnen, die ihre Tiere sehr gut für die Ausstellung vorbereitet hatten und sie so auch im Ring ausgezeichnet präsentiert haben. Als i-Tüpfelchen gab es für diese Arbeit ein Geschenk aus dem neuen Schaffutterkonzept der Marke PROVIS, über das sich die Züchter sichtlich freuten.

Auch das vielfältige Rahmenprogramm war einen Besuch des Landschaftages wert. Der Tierpark Arche Warder bot ein einzigartiges Ambiente für die vielen Schafrassen und lockte trotz des Wetters einige Besucher. Die kleinen Verkaufsstände für Wollartikel, Verarbeitungs­produkte und sonstige wunderbare Artikel rund um das Schaf rundeten das bunte Bild ab. Wer sich für das Spinnen interessierte, konnte hier einen Einblick in die hohe Kunst des Spinnens bekommen und sich über dieses alte Handwerk gut informieren. Bei einer Tombola konnten die Besucher tolle, von den Ausstellern gestiftete, Preise gewinnen. Durch das große Engagement der Züchter, die fleißig gebacken hatten, konnten am Schluss noch Kaffee und Kuchen bei einem gemütlichen Beisammensein verzehrt werden.

Allen Züchtern nochmals einen herzlichen Glückwunsch zu den hervorragenden Tieren, die die Kommission und die Zuschauer bewundern durften!

Insgesamt war die Veranstaltung in Warder rundum gelungen. Dafür bedankt sich der Landesverband bei den Züchtern, den Prämierungs­richtern und allen Helfern und Teilnehmern! Ganz besonderer Dank gilt aber Carolin Reimertz und dem Team vom Tierpark Arche Warder für die Vorbereitungen und die viele Arbeit, ohne die der Tag nicht so erfolgreich verlaufen wäre!


2. Unewatter Schaftag im Landschaftsmuseum Angeln - von Elisabeth Mückenheim -

Am Donnerstag, den 25.05.2017, dem Himmelfahrtstag, trafen sich bei schönstem Wetter die Teilnehmer des 2. Unewatter Schaftags. Wie im vergangenem Jahr kamen einige der Beteiligten schon am Vortag in das Museumsdorf. Bei strahlendem Wetter und guter Stimmung wurden die Pferche für den nächsten Tag aufgebaut. Unterstützung gab es dabei vom Team vom Landschaftsmuseum, allen voran Frau Latendorf, die ebenfalls vor Ort war, um alles zu organisieren. Nach getaner Arbeit wurde dann gemütlich im Apfelgarten gegrillt. Hier sei ein großer Dank ausgesprochen an den Schleswig-Holsteinischen Schafzuchtverband und an die Familie Bauer für die gute Verpflegung. Am nächsten Morgen wurden pünktlich um 7.30 Uhr die ersten Tiere aufgetrieben und die ersten Stände aufgebaut. 8 Züchter stellten insgesamt 10 verschiedene Rassen aus und zeigten dem Publikum ein buntes Bild der in Schleswig-Holstein beheimateten Rassen. Dabei waren Tiere der Rassen Texel, Suffolk, Graue Gehörnte Heidschnucke, Ryland, Skudde, Rauhwolliges Pommersches Landschaf, Gotländisches Pelzschaf, Coburger Fuchsschaf, Devon Longwool und Wenslydale Longwool vertreten. Neu war der Streichelzoo von Hanna Hansen aus Idstedt mit ihren Flaschenlämmern. Wieder fanden viele verschiedene Aussteller ihren Weg zum Marxenhaus. Alles rund ums Schaf wurde an den Ständen gezeigt. Wunderbare Kleidung und Filzprodukte, Schafmilchseife, Holzspindeln, Wollschmuck sowie Strümpfe und Felle wurden präsentiert und konnten erworben werden. Zur Eröffnung um 11.00 Uhr wurde die neue amtierende Nordfriesische Lammkönigin Femke von Frau Latendorf und Herrn Hinz begrüßt. Auf der grünen Wiese hinter dem Marxenhaus herrschte dann ein buntes Treiben. Rund 30 Spinnerinnen und Spinner trafen sich dort zum gemeinsamen Spinnen, zum Austausch von Erfahrungen oder persönlichen Gesprächen. In der Kühle der Scheune gab es eine vielseitige Wollmeile mit Vließen der verschiedenen Rassen. Am Stand von Anke Mückenheim konnte man zudem auch Rohwolle erwerbe. Die Kinder kamen auf ihre Kosten, am Stand von Sabine Bauer und den „Eckernförderern“, dort konnten sie Tiere mit Nadeln filzen und Holzschäfchen mit Wolle und Fell bekleben. Am Stand des Landesverbandes gab es für alle viel zu entdecken. Das beliebte Wollspiel und die Tombola erfreuten viele Besucher. Die Tombola-Preise wurden dankenswerter Weise von den vielen Ausstellern gestiftet. Für das leibliche Wohl sorgten die Stände mit Obst und Gemüse, Käse, Lammgrillwurst, Kuchen und das bei dem warmen Wetter allseits beliebte Ziegeneis. Yannek Flaig demonstrierte einen Schäferalltag mit seiner 3 jährigen Border Collie Hündin „Ide“. Sie gaben ein gutes Bild ab und zeigten, wie die kleine Schafherde herangeholt und eingepfercht wurde. Schön zu sehen war auch, wie leicht die Herde auf einen Anhänger verladen werden konnte. Ein großes Dankeschön an Yannek für seinen Einsatz! Auf dem Schurplatz wurden 2 Vorführungen gezeigt. Mit großem Interesse schaute das Puplikum Anke Mückenheim beim Scheren zu und stellten interessante Fragen, die Frau Bruser in ihrer Moderation beantwortete. Zum zweiten Mal wurde in Schleswig Holstein ein Spinn­wettbewerb auf Zeit und Länge veranstaltet. Acht Spinnerinnen stellten sich der Herausforderung und hatten in einer halben Stunde 30g Wolle versponnen. Den Hauptgewinn, ein Rohvlies vom Blue Face Leicester, gab es für 134m Faden. Wie der 1. so war auch der 2. Unewatter Schaftag ein voller Erfolg. Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden, die diesen Tag mitgestaltet haben.

Dieses Jahr war der Schafzuchtverband noch auf zwei weiteren Schaf­tagen vertreten. Zum einen auf dem Schaftag in Molfsee und in Lensahn. Das Wetter bei beiden Veranstaltungen war sehr gut und so kamen viele Besucher zu uns an den Stand. Einen besonderen Dank an alle Züchter, Schafhalter und Helfer die bei allen Veranstaltungen ein buntes Bild der Schafhaltung in Schleswig-Holstein präsentiert haben!!

Treffen AK Suffolk

Am Donnerstag, den 15.06.2017, trafen sich die Suffolkzüchter wieder bei ihrem jährlichen Arbeitskreistreffen. Rund 20 Suffolkhalter fanden sich in Nortorf ein, um über die Neuigkeiten in der Schafhaltung und im speziellen über die Entwicklung der Suffolkzucht zu diskutieren. Die Suffolks sind mit 853 Herdbuchschafen die zweitgrößte Rasse in Schleswig-Holstein, ein Großteil dieser Tiere wird in den Bezirken Süd- und Südwestholstein gehalten. Erfreulicherweise ist die Anzahl der Suffolkzüchter in den letzten Jahren auf 43 Züchter angestiegen. Natürlich wurde auch über die Erfolge auf der letzten Schwarzkopf- und Suffolkelite berichtet. Andreas Pirdzuhn wurde bei dieser Gelegenheit für den Reservesiegerbock auf der Elite der Ehrenpreis des Ministeriums überreicht. Die Züchter hatten weiterhin Gelegenheit Anregungen für die nächste Zuchtausschusssitzung zu geben. So schlug Volker Derbisz vor bei Tieren, die mit mehr als 1.000 € in Husum verkauft werden, dem Käufer ein kleines Präsent mitzugeben. Paul Burgwald fragte nach, ob Interesse besteht, wie in Rodenkirchen, ein weibliches Lamm zugunsten der Jungzüchter in Husum zu versteigern. Diese Ideen und weitere interessante Diskussionsbeiträge sollen über den Sprecher des Arbeitskreises Gernand von Massow im Zuchtausschuss diskutiert werden.


Frühjahrsversammlung AK Landschafe

Am 17.06.2017 trafen sich wieder Freunde und Züchter der Landschaf-rassen zur Frühjahrsversammlung des AK Landschafe in Warder. Zu Anfang begrüßte die Sprecherin Frauke Wechselberg die vielen Anwesen­den und besonders die neuen Landschaftzüchter. Turnusgemäß standen die Sprecherin Frauke Wechselberg, der Stellver­treter Hardy Marienfeld und die Kassenwartin Jutta Kohlbeck- Gangl zur Wahl. Für alle drei Posten wurde Wiederwahl vorgeschlagen und die bisherigen Amtsinhaber wurden wiedergewählt. Da die bisherige Kassen­prüferin Astrid Holst nicht anwesend war, wurde Jürgen Bauer als zweiter Kassenprüfer aus der Versammlung gewählt.

Frau Bruser zeigte kurz die Entwicklung der Mitgliedsbetriebe und der Herdbuchtiere bei den Landschafen auf. Danach ging sie auf folgende einzelne Themen näher ein:

Bundesschau 2018 Leider wurde die Bundesschau Landschafe auf der Grünen Woche in Berlin für 2018 abgesagt. Die Messe Berlin wird an dieser Stelle eine Pferdeveranstaltung durchführen. Frau Bruser berichtete, dass bundesweit nach einer Alternative gesucht wird. Der LV Sachsen will prüfen, ob eine Bundesschau auf der Agrar in Leipzig im April 2019 möglich ist. Aus der Versammlung wird angemerkt, das dies ein schwieriger Termin ist, da die Schafe dann gerade erst gelammt haben. Frau Mückenheim stellt klar, dass jeder Termin mit Schwierigkeiten verbunden ist und dass es nicht viele Alternativen gibt. Frau Boldt- Lynsche fragt an, ob es möglich wäre die Bundesschau auf der Eurotier in Hannover zu veranstalten. Dies wird zur Zeit von der VDL geprüft.

BLUP-Zuchtwertschätzung Frau Bruser berichtete, dass ab 2018 die BLUP- Zuchtwertschätzung nicht mehr über die LKD durchgeführt wird, sondern von Vit Verden. Die Daten werden einmal im Jahr in die Datenbank Ovicap eingespielt und stehen dann den Züchtern zur Ansicht zur Verfügung. Die schleswig-holstei­nischen Züchter werden einen Zugang zu Ovicap bekommen und können so ihre Tierdaten und die von andern Züchtern anschauen. Die weitere Herdbuchführung wird aber wie gewohnt ablaufen. Das momentane Programm ermöglicht es dem Landesverband auch mit wenig Zeit- und Personalaufwand die Zuchtarbeit in S-H durchzuführen. Eine komplette Umstellung ist daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwierig.

Schlachtung hochtragender kleiner Wiederkäuer Herr Wechselberg wies auf einen Artikel in der Schafzucht vom 17.06.2017 hin, in dem berichtet wird, dass Schafe und Ziegen von dem Verbot der Schlachtung hochtragender Säugetiere ausgenommen wurden. Er ist nicht damit einverstanden, dass dies als verbandlichen Erfolg dargestellt wird, da dies in der gesellschaftlichen Diskussion kaum vermittelbar ist. Frau Bruser erklärte, dass sich im letzten Jahr im Rahmen des Projektes „Sign“ eine Gruppe aus Wissenschaftlern, Tierärzten, Schafhaltern und Verbänden mehrfach getroffen hat. Als Ergebnis wurde die freiwillige Vereinbarung zur Vermeidung der Schlachtung hochtragender kleiner Wiederkäuer verabschiedet und ein Flyer entwickelt, der die Schafhalter nochmal aufklären soll, wie man dies verhindern kann. Bei diesen Treffen wurde auch schon diskutiert, dass Schafhalter einen Ultraschall-Nachweis vorlegen sollen, dass sich die Tiere nicht im letzten Drittel der Trächtigkeit befinden. Vor dem Hinter­grund, erklärte Frau Bruser, ist man schon erleichtert, dass das Verbot die kleinen Wiederkäuer vorerst ausnimmt. Für den gesamten Bereich Tierschutz kann man feststellen, dass auf der einen Seite bei manchen Schafhaltern noch Wissenslücken herrschen, die es zu füllen gilt, und auf der anderen Seite, aber auch viel Aufklärungs­arbeit in der Gesellschaft zu leisten ist, da sich immer mehr Menschen von der Landwirtschaft entfernen.

Frau Boldt- Lynsche fragte nach den Auftriebsbedingungen für die über­regionale Bentheimer Auktion in Uelsen 2018. Ab 2018 werden Böcke nur noch dann in Uelsen gekört, wenn sie als Jungbock einmal gewogen wurden – spätestens bis zum Alter von 210 Tagen (optimal ist ein Alter von 100-150 Tagen). Dies ist gewährleistet, wenn die Lammböcke auf der Körung im Juli vorgestellt werden.

Zum Schluss bedankte sich die Geschäftsführerin für die rege Diskussion und die zahlreichen Anregungen zu den einzelnen Punkten des Vortrages.

Frau Wechselberg berichtete im Anschluss von der letzten Rasseaus­schusssitzung Landschafe der VDL. Dort wurde u.a. von der Stammbock­schau in Berlin berichtet und Neuerungen in den Zuchtzielbeschreibungen Ouessant und Geschecktes Bergschaf beschlossen. Die Ouessant werden nun als Robustrasse geführt. Bei den gescheckten Bergschafen sollen die Farben gleichmäßig über den Körper verteilt sein und ein Farbverhältnis von 50 zu 50% ist anzustreben. Die Interessengemeinschaft Ouessant hatte zudem den Antrag gestellt, bei dieser Rasse keine Bemuskelungs­note mehr zu vergeben. Diesem Antrag wurde auf der Sitzung zugestimmt. Frau Bruser erklärte, dass sie dies nicht für sinnvoll hält, da auch bei den Landschafen Unterschiede in der Bemuskelung/Ernährungszustand zu finden sind und dies gut mit einer Bemuskelungsnote abgebildet werden kann. Natürlich muss man die Note nach der jeweiligen Rasse beurteilen. Die Anwesenden sprachen sich dafür aus, weiterhin eine Bemuskelungs­note bei Landschafen zu vergeben.

Weiterhin wurde über die Schaftage Unewatt, Lensahn und Molfsee gesprochen. Der Unewatter Schaftag wurde wieder sehr gut angenommen und so konnten bei bestem Wetter rund 1000 Zuschauer begrüßt werden. Der Lensahner Schaftag war auch sehr gut besucht. Frauke Wechselberg stellte aber fest, dass es den Schaftag in dieser Form nur noch geben wird, wenn der Musuemshof alle Vorbereitungen dafür übernimmt. Der Schaftag in Molfsee hat eine lange Tradition. Leider waren in diesem Jahr wenige Spinner dort und auch die Stände etc. werden immer weniger. Frau Bruser berichtete, dass es ein Gespräch mit dem Museum, dem Landes­verband und Uwe Jansen geben wird, um den Schaftag dort neu zu beleben. Herr Westphal merkte an, dass alle Schaftage an der Ostsee­küste stattfinden und er es als sinnvoll ansähe, wenn soetwas auch an der Nordseeküste durchgeführt würde. Frau Bruser erklärte, dass die Schaf­tage in Unewatt und Lensahn auf Initiative einzelner Züchter ins Leben gerufen wurde, die auch die Hauptarbeit vor Ort leisten. Die Geschäfts­stelle allein könnte dies gar nicht durchführen. In diesem Zusammenhang dankte Frau Bruser der Familie Wechselberg, Anke Mückenheim und den vielen anderen Helfern für die geleistete Arbeit bei den Schaftagen.

Herr Feddersen berichtete von der Bundesschau für Ouessantschafe vom 30.09.-02.10.2016 in Brandenburg, die die Interessengemeinschaft Ouessant­schafe e. V. organisiert hat. Willi Hüllmann und er, allerdings ohne Tiere, haben daran teilgenommen. Dort wurden 130 Tiere (57% schwarz, 11% braun, 17% weiß, 1% grau) aus 22 Zuchten aufgetrieben.

Frau Potyka berichtete von der Elite für Rhönschafe und Coburger Fuchs­schafe in Hilders 2016, bei der sie als Zuschauer war. Es wurden 2 Bergschafe, 30 Rhönschafe und 28 COF aufgetrieben. Die Verkaufszahlen sowie die Preise waren nicht sehr hoch. Der Siegerbock bei den Rhönschafen war sehr schwer. Es ist schwierig Züchtern zu vermitteln, dass die Böcke nicht zu schwer werden sollen, wenn die Käufer bevorzugt gerade diese Böcke kaufen.

Anke Mückenheim berichtete, dass die Körung und Auktion des Zucht­verbandes für Ostpreußische Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe nach 30 Jahren zum letzen mal in Butzbach stattgefunden hat. Ab 2017 wird sie in Limburg durchgeführt werden.

Andrea Boldt- Lynsche erzählte von der Bentheimer Auktion in Uelsen. Hier haben sie und Hauke Reimers aus Schleswig-Holstein aufgetrieben. Sie berichtete, dass Hauke Reimers einige Erfolge erzielen konnte und seine Böcke gut verkauft wurden.

Norbert Westpahl und Heide Voeltz waren mit Skudden beim 25 Jährigen Jubiläum der GEH auf dem Hessentag in Hessisch-Lichtenau vertreten. Über 50 Nutztierrassen der Roten Liste konnten gezeigt werden.

Frauke Wechselberg forderte die Züchter auf wieder zahlreich Tiere auf der Landestierschau in Rendsburg auszustellen, vor allem da es die 30. Landestierschau seien wird. Im Anschreiben für die Norla wird immer daraufhin gewiesen, dass ggf. eine Standgebühr erhoben wird. Dies sollte aber vom LV übernommen werden, da alle Züchter von der Präsentation der Tiere dort profitieren. Frau Bruser klärte auf, dass diese Gebühr in den letzten 8 Jahren noch nie erhoben wurde.

Vorbereitungen Landschaftag:

- bei hoher Anmeldezahl soll wieder in 2 Ringen gekört werden und in einem Ring prämiert. Damit die Tiere einfacher zu präsentieren sind, sollen immer 3-4 Tiere im Ring sein. Das zu körende Tier wird aber alleine vorgezogen.

- Es sollen wieder Stallplaketten gekauft werden, die zu einem Teil vom AK und zum anderen Teil vom LV finanziert werden. Um Geld in die Kasse des AK zu bekommen, soll zum in Warder von allen Züchtern Geld einge­sammelt werden (Höhe bestimmt der Züchter selbst) und zum anderen soll eine Tombola organisiert werden. Die Einnahmen der Lose geht an den AK Landschafe. Dazu sollen alle teilnehmenden Züchter einen Gewinn stiften.

- Es soll wieder ein Wollsieger ermittelt werden.

- Die Auftriebszeiten der Rassen soll gewechselt werden.

Elite 2017 in Cloppenburg

In Cloppenburg fand Anfang März die 24. Schwarzkopf-/22. Suffolk-Elite statt. Cloppenburg mit der Münsterlandhalle stand ganz im Zeichen der Tierzucht: Der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems mit seinen vielen engagierten Helfern unter der Führung seines Vorsitzenden Heiko Schmidt und des Zuchtleiters Klaus Gerdes hatten dort eine großartige Veranstaltung für die Prämierung und Versteigerung unseren besten Fleischschafe vorbereitet.

Drei Schwarzkopfböcke wurden noch am Veranstaltungstag mit Veterinär­attesten ausgestattet und zum neuen Besitzer in Ungarn transportiert werden, zwei Böcke werden künftig auf der grünen Insel Irland für Nachwuchs sorgen. Aufgetrieben wurden 42 Suffolk-Böcke (im Vorjahr bei der Elite in Kölsa: 46) und 61 Schwarzkopf-Böcke (62) von 44 Spitzenzüchtern aus 13 verschiedenen Zuchtverbänden. Davon konnten 21 (Vorjahr 42) Suffolks (= 71 %) und 51 (Vorjahr 47) Schwarzköpfe (= 84 %) verkauft werden. Die Durchschnittspreise für die Schwarzköpfigen Fleischschafböcke lagen bei 1393 EUR, bei den Suffolkböcken wurden durchschnittlich 1038 EUR bezahlt. Insgesamt sieben Böcke kosteten 2000 Euro und mehr.Der Siegerbock der Rasse Suffolk aus der Zuchtstätte Trinkl, Oberschleißheim (Bayern) erzielte mit 2500 Euro den Tageshöchstpreis. Drei weitere Eliteböcke wechselten für 1500 bzw. 1800 EUR den Besitzer. Bei den Schwarzköpfen lag das Spitzengebot bei 3000 EUR für die Kat.-Nr. 93, ebenfalls Ia- und Siegerbock aus der Zucht Wilhelm Huber (Bayern). Fünf weitere Eliteböcke durchbrachten mit die 2000er Preislinie. Die Prämierung erfolgte bei den Schwarzköpfen in acht und bei den Suffolk in sechs Altersklassen. Jürgen Lückho als Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) und Heiko Schmidt als Sprecher der VDL-Abteilung Zucht freuten sich über den Erfolg!

Der Landesverband gratuliert seinen erfolgreichen Züchtern auf der Elite 2017 zu folgenden Preisen:

Michael Dohrn: 1e- und 1h-Preis

Andreas Pirdzuhn: 1a und Reservesieger, 1e-Preis

Jens Reitmann: 1d- und 1e-Preis

Kai Fischer: 1d-Preis

Volker Derbisz: 1c- und 1g-Preis

Im nächsten Jahr wird die Elite am 09.03.+.10.03.2018 in Dattelbach stattfinden

Impfung gegen das Blauzungenvirus

Das Ministerium hat uns informiert, dass ein Ausbruch dieser Tierseuche weitreichende Folgen für Deutschland und Schleswig-Holstein hätte: Da die empfänglichen Tierpopulation in Deutschland und Schleswig-Holstein als überwiegend ungeimpft und empfänglich gegenüber BTV ist, ist das Risiko von Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit mit der Folge wirtschaftlicher Schäden durch Leistungseinbußen und Leiden für die betroffenen Tiere hoch. Im Falle eines BTV-Ausbruchs werden die betroffenen Betriebe gesperrt und um diese Betriebe Restriktionszonen mit einem Radius von insgesamt 150 km eingerichtet. Auch ohne Ausbruch im eigenen Bundesland könnte Schleswig-Holstein schnell aufgrund des großen Radius einer Restriktionszone betroffen sein. In diesen Zonen wird ein BTV-Überwachungsprogramm mit Unter­suchungen und Verbringungsbeschränkungen durchgeführt sowie weitere Maßnahmen wie die Behandlung der Tiere mit Insektiziden/Repellentien geregelt. Es dürfen ausschließlich vorher mit negativem Ergebnis untersuchte oder geimpfte und gegen Mücken geschützte Tiere aus den Zonen verbracht werden. Die Impfung muss allerdings rund 60 Tage zurückliegen. Tierhalter, die ihre Bestände rechtzeitig geimpft haben, haben in diesem Fall einen zeitlichen Vorteil erlangt. Kälber von geimpften Muttertieren können bis zu einem Alter von vier Monaten mittels einer Tierhaltererklärung aus der Restriktionszone verbracht werden.Der Handel mit Drittländern mit Wiederkäuern oder Samen würde durch den Verlust des BTV-Freiheitsstatus aufgrund eines Ausbruchs in Deutschland voraussichtlich stark eingeschränkt.Zur Impfung gegen die unterschiedlichen Stämme dieses Virus sind Impfstoffe zugelassen. Die Verfügbarkeit des Impfstoffs ist derzeit begrenzt. Es muss damit gerechnet werden, dass bei einem Ausbruch der Blauzungenkrankheit und einem damit verbundenen höheren Impfaufkommen die Verfügbarkeit der Impfstoffe weiter sinkt.

Aufgrund der räumlichen Nähe zu Frankreich werden seit 2016 in Baden-Württemberg und den anliegenden Bundesländern verstärkt freiwillige Impfungen gegen BTV 8 und BTV 4 durchgeführt. Weitere Bundesländer empfehlen die freiwillige Schutzimpfung ebenfalls.

Die frühzeitige Impfung gegen die Blauzungenkrankheit wird auch den Tierhaltern in Schleswig-Holstein empfohlen, um Tierleid durch klinische Infektionen zu vermeiden und um auch nach einem möglichen Ausbruch der Tierseuche in Deutschland die wirtschaftlichen Folgen durch Handelsbeschränkungen zu verringern.Die Impfung gegen das Blauzungenvirus ist genehmigungspflichtig. Die zuständigen Veterinärbehörden erteilen diese Genehmigung im Einzelfall auf Antrag oder pauschal durch Allgemeinverfügungen. Informationen zur Impfung (Registriernummer des Betriebes, Datum der Impfung, verwendete Impfstoff) sind der Veterinärbehörde mitzuteilen. Es sei darauf hingewiesen, dass die Kosten für diese freiwillige Impfung vom Tierhalter zu tragen sind.

 

Lehrfahrt 2016 nach Mecklenburg-Vorpommern

Zu Besuch bei unseren Nachbarn in Mecklenburg-Vorpommern

Am Mittwoch, den 14.09.2016 ging es mal wieder los zur Lehrfahrt des Landesverbandes. Diesmal sollten wir das Nachbarland Mecklenburg - Vorpommern besuchen. Endlich mal ein Bundesland, welches aus Schleswig - Holstein schnell zu erreichen ist. Für unsere Nordlichter hieß es trotzdem früh aufstehen, denn der Bus von der Firma Schmidt Reisen startete ab Dagebüll um 5.00 Uhr morgens. Die Letzten der rund 45 Teilnehmer sammelten wir dann in Wasbek ein. Mit etwas Verspätung trafen wir auf unserem ersten Betrieb bei Bernd Heinsohn in Milow ein. Bernd Heinsohn lebt seit 1995 hier in Milow und züchtet seit 2009 Schwarzköpfe im Herdbuch. Nachdem er jahrelang eine Schäferei betrieben hat, hält er jetzt noch, zusammen mit seiner Frau, 40 Schwarz­kopf–Herdbuch-Mutterschafe. Seine 12 ha Weiden hat er praktischerweise direkt am Hof. Auch seine Herdenschutzhunde begrüßten uns bei der Ankunft recht freundlich. Dass sie auch anders können, erzählte uns Familie Heinsohn anhand recht eindrucksvoller Schilderungen. So haben sich die Hunde mit der Zeit größten Respekt bei den Hunden in der Nachbarschaft erobert. Herr Heinsohn beschickt erfolgreich Eliten, Bundesschauen und natürlich die MeLa. Von seiner guten Zucht konnten wir uns beim Blick in den Stall überzeugen und beim liebevoll selbst­gebackenen Kuchen kam es zu vielen interessanten Gesprächen.

Unser Mittagessen nahmen wir in einem riesengroßen Saal im Gasthaus „Zur Wirtin“ in Sargleben ein.

Nach dieser Stärkung ging es dann weiter zur Agrargemeinschaft Lübstorf in Alt Meteln. Dort betreuen Jörg und Michael Pundt die ca. 900 Schwarzkopf- Herdbuchschafe. Zusammen mit dem 1. Geschäftsführer der AG, Herrn Hendrik Rotermann, begrüßten uns die beiden Schäfer auf einer großen Weide direkt am Ziegelaußensee bei Schwerin. Die AG Lübstorf bewirtschaftet neben den Schafen auch 3000 ha Acker, 250 ha Grünland und 200 Milchkühe. Jörg Pundt ist Schäfer in fünfter Generation. Die Tiere gehörten bis 1990 zum VEG Klein Trebbow und zum damaligen einzigen Zuchtzentrum für Fleischschafe der DDR. Im Zuge der Wende und der Privatisierung der ehemaligen volkseigenen Güter wurde ein Teil der Herde mit 500 Muttern an die Agrargemeinschaft Lübstorf eG verkauft. In der Vegetationsperiode weiden die Tiere auf Grünlandflächen von Kirch Stück und Alt Meteln bis an die Stadtgrenzen von Schwerin. Der Herde mit mittlerweile 900 Mutterschafen und Nachzucht stehen 40 bis 50 ha Weideflächen exklusiv sowie 200 ha zur teilweisen Nutzung zur Verfügung. Kurz vor Beginn der Lammzeit Ende November/Anfang Dezember werden die Tiere in Alt Meteln aufgestallt. Gehütet wird so gut wie gar nicht mehr. Die AG Lübstorf genießt einen hervorragenden Ruf in der Schwarzkopf­zucht und die rund 30 Böcke werden auf den Auktionen und den Eliten regelmäßig gut verkauft. Die Schäfer erklärten uns ausführlich ihren Betriebsablauf und es freute uns sehr zu sehen, dass auch der Jung­schäfer mit vollem Engagement dabei ist und den Betrieb weiterführen wird.

Nach so vielen Schafen war es Zeit für etwas Kultur, daher besichtigten wir auf dem Weg zu unserem Hotel das Schweriner Schloss. Auf einer Insel malerisch eingebettet in eine reizvolle Seen- und Parklandschaft, zeigt sich der herrschaftliche Prunkbau. Mitte des 19. Jahrhunderts entstand die prachtvolle Residenz als Um- und Neubau einer älteren Schlossanlage, deren Ursprünge bis in die slawische Zeit zurückreichen. Bei einer Führung durch die Wohn- und Gesellschaftsräume des Großherzogs und seiner Gemahlin lernten wir viel über das Leben der Adligen und mussten feststellen, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Den ein großer Teil der reich verzierten Decken und Wände war aus einfacher Pappmaschee hergestellt. Marmor war auch zu dieser Zeit nicht grade billig, so dass die vorhandenen Säulen aus Pappmaschee gefertigt wurden, welches, wie die übrigen Gestaltungselemente, täuschend echt angemalt wurden. Heute beherbergt der vieltürmige Bau das Schlossmuseum und ist Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern.

Danach fuhren wir in unser erstes Quartier dem Hotel Arte Schwerin, im ländlich gelegenem Ortsteil Krebsförden-Dorf. Im Restaurant „Fontane“ ließen wir den ersten Tag am Abend lecker ausklingen und konnten bei herrlichen Temperaturen auch noch zu später Stunde draußen sitzen.

Am Donnerstag (15.09.2016) machten wir uns auf, um die Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung, kurz MeLa, in Mühlengeez zu besuchen. Dort angekommen verteilten sich alle Teilnehmer auf dem knapp 20ha großen Messegelände mit mehr als 739 Ausstellern und 300 Tierzüchtern. Aber alle Teilnehmer zog es früher oder später natürlich auch wieder zu den Schafen auf der Landestierschau. Die drei Zuchtverbände um Kaninchen, Geflügel, Schaf und Ziege teilten sich ein großes Zelt und so konnten 92 Schafe und Ziegen 19 verschiedener Rassen dort präsentiert werden. Leider waren in diesem Jahr die Milchviehbetriebe aufgrund der Milchmarktkrise nicht mit Zuchttieren auf der MeLa vertreten und so war das relativ leere Zelt doch etwas erschreckend. Bei hochsommerlichen Temperaturen konnten wir im Ring die Wettbewerbe der Landschafe und Ziegen verfolgen. Mit einer Thüringer Waldziege aus der Zucht von Sabine und Susanne Firnhaber wurde erstmalig eine Ziege zur Miss MeLa gekürt. Bei den Böcken entschied ein Pommernbock aus der Zucht von Hartmut Glamann den Wettbewerb Mister MeLa für sich.

Am Abend waren wir dann zu Gast beim Stallgassenfest. Zusammen mit den Züchtern aus Mecklenburg - Vorpommern wurde in gemütlicher Runde gefeiert und gefachsimpelt. Feierlich wurde es als Harald Hesse vor den über 80 Züchtern die Auszeichnung für das beste Mutterschaf erhielt und sich gleichzeitig aus der aktiven Herdbuchzucht verabschiedete. Als hervorragende Gastgeberin servierte die Zuchtleiterin Dorit Hager höchstpersönlich den leckeren Lammbraten. So fuhren wir am späten Abend alle mit tollen Eindrücken und gefüllten Bäuchen zurück ins Hotel.

Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zur Landwirtschaftsgesellschaft Groß Raden in Groß Görnow. Dort empfing uns der Geschäftsführer Dietmar Schulz zuerst bei den Schafen auf der Weide bevor es zu den Stallungen weiterging. Der Stall machte nicht nur aufgrund seiner Sortieranlage und anderen interessanten Einrichtungen einen bleibenden Eindruck, sondern auch aufgrund der modernen, riesigen Schafplakate am Eingang.

Der Betrieb betreut eine 3.300 große Mutterschafherde mit Schwarzkopf, Texel und verschiedene Fleischschafkreuzungen auf 1108 ha und gehört zu W. N. Pon-Kuhpon in Kaarz . Die Schafe werden ganzjährig auf fest eingezäunten Weiden gehalten, nur die Zutreter verbringen den Winter im Stall. Nach Ultraschalluntersuchungen Anfang Februar werden die Mutterschafe farblich gekennzeichnet und gefüttert je nach Anzahl der Föten. Der Betrieb hat große Probleme mit Kolkraben, deshalb lammen nur die Schafe mit einem Lamm auf der Weide ab. Die anderen Mutterschafe lammen im Stall. Der Betrieb, einer der größten seiner Art in Norddeutschland, produziert Mastlämmer. Auch auf diesem Betrieb wurden wir herzlich empfangen und unsere Fragen wurden alle ausführlich beantwortet. Wir hätten uns auch noch länger über die Schafhaltung unterhalten können, aber es standen am Nachmittag noch zwei weitere Betriebsbesuche an. So verabschiedeten wir uns und fuhren weiter zum Betrieb Weideland Qualitz, wo uns Susanne Petersen und ihr Schäfer Hendrik Kienker freundlich begrüßten. Weideland Qualitz ist eine Familien GbR vom Ehepaar Schön- Petersen mit den beiden Kindern Gertje und Lorenz. Der Betrieb ist Mitglied im Biopark, maedi unverdächtig und umfasst ca. 250 Dorpermuttern, 60 Texelmuttern und eine Kreuzungsherde aus etwa 120 Mutterschafen. Weiterhin gehören 12 Anguskühe mit Nachzucht und Zuchtbullen, 5 Fjordpferde und einige Pensionspferde zum Betrieb. Endlich konnten wir auch mal ein paar Pferde sehen. Die Dorpermuttern werden so bedeckt, dass sie alle acht Monate ablammen. Da Deckherden nur fünf Wochen beim Bock bleibt, ergeben sich drei Lammzeiten im Jahr. Eine Gruppe lammt im Winter, eine im Frühjahr und eine im Sommer. Nachdem Susanne Petersen uns den Betrieb und die Pläne für die Zukunft erläutert hatte, ging es zu den Schafen. Zuerst zeigte uns Hendrik Kienker, dass er ein wirklicher Profi im Hüten ist. Mit seinen Hunden Win und Blake gewinnt er regelmäßig Trials und ist auch schon für das World Trial im Juli 2017 in Opmeer (Niederlande) qualifiziert. Die Hütevorführung beeindruckte uns alle sehr und auch der Anblick der großen und sehr gut gepflegten Dorperherde machte uns allen eine riesige Freude.

Weiter ging es zum letzten Betrieb des Tages, zum Betrieb von Thomas Seemann. Dazu mussten wir auf den ehemaligen Militärflugplatz Pütnitz in Ribnitz-Damgarten. Der fast 600 Hektar große Stützpunkt Pütnitz war einer der wichtigsten der Sowjets in Ostdeutschland. 13.000 Armee-Angehörige sollen hier zeitweise stationiert gewesen sein: Flieger, Fallschirmjäger, Radar- sowie Reparatur-Einheiten. Offizielle Zahlen wurden nie genannt. In einem Sonderwaffenlager sollen taktische Atomwaffen gelagert worden sein. Die großen Hangars gehören neben dem Rollfeld und einigen Flugzeugbunkern zu den wenigen verbliebenen Bauten auf dem Flugplatz. Sie stehen heute unter Denkmalschutz. Viele Fensterscheiben sind zersplittert, überall in den Fugen wuchert Grünzeug. Nach dem Abzug der Truppen 1994 übernahm der Bund das Gelände, 2010 kaufte es die Kommune Ribnitz-Damgarten für rund vier Millionen Euro. Hier pflegt Thomas Seemann einen 40 ha großen Solarpark. Dafür hat er 140 Kamerunschafe und 60 Dorper im Herdbuch. Alle Tiere sind auf Maedi-Visna untersucht. Der Großteil der Nachzucht wird geschlachtet vermarktet. Der Absatz erfolgt zum größten Teil hier in Nord-Vorpommern. Zusätzlich werden Wurstspezialitäten in verschiedenen Variationen hergestellt (Lammsalami, Bratwürste, Currywürste). Diese sind auch für Privatkunden erhältlich und kommen auf Dorffesten und anderen Veranstaltungen gut an. Neben den Schafen zeigte uns Thomas Seemann auch seine Herdenschutzhunde, die er vor allem wegen der Marderhunde und Füchse in der Herde laufen hat. Allein die schiere Größe der Anlage, zusammen mit den interessanten Ausführungen vom Betriebsleiter, machte auch diese Besichtigung zu einem spannenden Erlebnis.
Am Abend checkten wir dann in unserem zweiten Quartier im Hotel Stralsund HanseDom ein und diskutierten die Erlebnisse des Tages beim Essen und einem Abendtrunk.

Am Samstag ging`s auf die Insel Hiddensee. Von Schapprode aus fuhren wir mit dem Schiff nach Hiddensee, um dort umzusteigen auf die zwei PS-starken Fuhrwerke von Matthias und Wilhelm Neubauer. Bei einer Kutschfahrt lernten wir die Insel kennen. Hiddensee, der Insel Rügen westlich vorgelagert, ist innerhalb des Nationalparks Vor­pommersche Boddenlandschaft die größte Insel. Sie ist etwa 16,8 km lang, an der schmalsten Stelle etwa 250 m und an der breitesten etwa 3,7 km breit. Die Insel unterteilt sich in einen hügeligen, über 70 m hohen, Nordteil, eine Dünen- und Heidelandschaft im zentralen Abschnitt und einen flachen, nur wenige Meter hohen, Südteil. Höhepunkt der Kutsch­fahrt war der Besuch der Stammherde mit 110 Rauhwolligen Pommern und 400 Kreuzungstieren. Bei den Tieren empfing uns der Schäfer Falk Majewski, der uns zusammen mit den Neubauers die Schafhaltung auf dem Betrieb erklärte. Wie immer hat das Inselleben auch seine schwierigen Seiten, so müssen die Schafe vor der Lammzeit aufs Schiff verladen werden, um in den Stall nach Rügen in ihr Winterquartier zu kommen. Aber der Anblick dieser schönen Herde in der Landschaft von Hiddensee ist die Mühe wert. Nachdem uns auch der Schäfer sein Können mit den Hunden gezeigt hatte, ging es weiter ins kleine Dörfchen Kloster. Dort verabschiedeten wir uns von unseren Reiseführern und jeder konnte die Insel noch für sich erkunden. So besichtigten ein paar den Leuchtturm, andere schauten sich die Sehenswürdigkeiten des Dorfes an und manch einer genoss einfach nur das sonnige Wetter am Strand. Am frühen Abend fuhren wir dann mit dem Schiff und dem Bus zurück ins Hotel nach Stralsund.

Am letzten Tag unserer Lehrfahrt besichtigten wir am Vormittag die Hansestadt Stralsund, die aufgrund ihrer Lage auch als Tor zur Insel Rügen bezeichnet wird. Stralsund ist die Kreisstadt des Landkreises Vorpommern-Rügen und mit etwa 57.500 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes. Als Gründungsmitglied der Hanse kam die Stadt durch Freihandel zu Wohlstand, sie bildete ab 1259 mit anderen Städten den Wendischen Städtebund der Hanse. Bei einer Stadtführung sahen wir nicht nur die vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie den Alten Markt, die Nikolaikirche und das Stralsunder Rathaus, sondern erfuhren auch auf sehr unterhaltsame Weise einige Informationen zur Geschichte.

Die letzte Station auf unserer Reise durch Mecklenburg-Vorpommern führte uns dann noch zu Norbert Michaels in Warnkenhagen. Norbert Michaels empfing uns gastfreundlich direkt am Stall seiner rund 30 Herdbuch-Burenziegen, die in einem kleinem Häuschen untergebracht sind. Die Ziegen zeigten sich von ihrer besten Seite, so dass manch eingefleischter Schafhalter ins Schwärmen geriet. Die Burenziege wurde um 1930 in Südafrika aus vorhandenen Ziegenschlägen heraus gezüchtet. Die ersten Burenziegen kamen in den 80iger Jahren nach Deutschland. Diese Tiere trugen im Rahmen der Verdrängungskreuzung mit ein­heimischen Rassen zum Aufbau der Fleischziegenzucht in Deutschland bei. Später kamen weitere Blutlinien durch den Einsatz von Sperma und Embryonen aus dem Ursprungsland hinzu. Bei Herrn Michaels bleiben die Lämmer etwa 3 Monate bei der Mutter und die Böcke werden kastriert. Ab 30 kg sind die Tiere dann schlachtfähig und werden in Hamburg von einigen Gastronomen abgenommen. Nach einem Spaziergang zur Weide mussten wir dann wieder aufsitzen, um die Fahrt in die Heimat anzutreten. Auf der kurzen Rückfahrt- im Vergleich zu anderen Touren- war es dann wieder an der Zeit ein erstes Resümee unserer Lehrfahrt zu ziehen. Und darin waren wir uns alle einig, diese Lehrfahrt war wieder einmal toll! Angefangen bei der guten Planung von Dorit Hager, das kleine aber feine Kulturprogramm und die bequemen Betten, über die vielen Betriebe bis hin zum strahlenden Wetter gab es alles was eine Lehrfahrt so braucht. Alle Betriebsleiter und Schäfer empfingen uns mit einer großen Gastfreund­schaft, ließen uns hinter die Stalltüren blicken und berichteten ausführlich über ihr Betrieb. Zudem haben wir herausragende Tiere gesehen und man merkte einfach, dass sehr viel Herzblut und Engagement hinter der jeweiligen Schaf- und Ziegenhaltung steht. Ein großes Dank und die besten Wünsche an alle Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern!

Termine

Bundesschau Rauhwollige Pommersche Landschafe 2017

Schon lange ist eine Neuauflage der Bundesschau der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe im Gespräch. Nach Prüfung verschiedener Örtlichkeiten hat sich der Landesschaf- und Ziegenzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern entschlossen, die Bundesschau am 7./8. Oktober 2017 durchzuführen. Die Auktionshalle der RinderAllianz GmbH in Karow bietet dafür optimale Voraussetzungen. Neben spannenden Wettbewerben erwarten wir verschiedene Wollstände und eine Modenschau - natürlich mit Kleidung vom Pommernschaf. Auch an kulinarischen Köstlichkeiten wird es nicht fehlen. Die Firma Nordwolle konnte für die Bundesschau als Sponsor gewonnen werden und lobt für den Siegerbock sowie für den Wollsieger ein stattliches Preisgeld aus. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung!

Für die Wettbewerbe können gemeldet werden:

- Böcke: gekört und mindestens 12 Monate alt

- Mutterschafe: mindestens einmal gelammt, in das Herdbuch auf­genommen

- Fruchtbarstes Muttertier: Mindestalter fünf Zuchtjahre, in das Herdbuch aufgenommen

- Nachzuchtsammlungen : 3 Nachkommen eines Bockes (m/w)

- Kollektion - bestehend aus einem Bock und zwei Mutterschafen

- Es können auch Sammlungen bestehend aus 3 Tieren aus 3 Generationen mütterlicherseits gemeldet werden.

Schurtermin: 01. März 2017 – 30. April 2017

Meldeschluss: 25. August 2017

Der LSZV MV richtet den Katalog in OVICAP zum 01.07.2017 ein. Die Verbände stellen ihre Tiere selbst ein. Zum 25. August 2017 werden die Katalogdaten zur Erstellung der Druckvorlage abgerufen.

Ort: Vermarktungszentrum der RinderAllianz GmbH, Karow, Zarchliner Str. 7, 19395 Plau am See

Termin: 07./08. Oktober 2017

Anlieferung ist bereits am Vorabend (06.10.17) zwischen 16.00 Uhr und 18.00 Uhr nach rechtzeitiger Anmeldung möglich

Veranstalter: Landesschaf- und Ziegenzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern e.V., Karow, Zarchliner Str. 7, Tel.: 038738/73071, Email: schafzucht@rinderallianz.de

Katalog: Kataloge werden gedruckt sowie auf der Homepage des LSZV MV (www.schafzucht-mv.de) Anfang September online gestellt.

Meldegebühren: Es erfolgt eine Kostenumlage auf alle gemeldeten Tiere. Die Veranstaltung wird durch das Land MV gefördert, so dass die Meldegebühren moderat ausfallen.

Züchterabend: findet am 7. Oktober im Vermarktungszentrum statt.

Übernachtung: Im Seehotel Plau am See wurden Zimmer zu Sonder­konditionen reserviert. Anmeldungen dafür bitte über die Geschäftsstelle des LSZV bis zum 1. August 2017.

Minister Habeck stellt neues Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein vor

An den Runde-Tisch-Gesprächen waren zahlreiche Verbände beteiligt, die durch die Wiederbesiedlung des Landes betroffen sein könnten. Es waren Vertreter der Landwirtschaft (insbesondere der Nutztierhalter) ebenso beteiligt wie die schleswig-holsteinische Forstwirtschaft und Pferdesportverbände. Darüber hinaus beteiligten sich Vertreter der Naturschutz- und Tierschutzverbände sowie der behördliche Natur- und Tierschutz. Insgesamt tagte der Runde Tisch vier Mal, um die vielfältigen Probleme zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Auch künftig wird seine Arbeit weitergehen. Zwei Mal im Jahr wird er unter Federführung des LLUR zusammenkommen, um auf aktuelle Probleme zu reagieren und das Wolfsmanagement des Landes wenn nötig laufend an die aktuellen Erfordernisse anzupassen.

Seit 2007 gab es 29 Wolfsnachweise. Zudem wurden 108 Verdachtsfälle von Nutztierrissen gemeldet. In neun dieser Fälle wurde ein Wolf als Verursacher nachgewiesen. In 22 Fällen konnte ein Wolf nicht sicher ausgeschlossen werden. Insgesamt wurden seit 2007 rund 36 000 Euro an Entschädigungen gezahlt, davon der größte Teil an zwei einzelne Nutztierhalter. Für die Prävention von Schäden durch Herdenschutzmaßnahmen lagen die Kosten bei 216 000 Euro.

Gemeinsam mit Schafhaltern, Jägern und Naturschützern hat das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium das Wolfsmanagement auf neue Füße gestellt. Neben einer behördlichen Basis gehören mehr Wolfsbetreuer, neue Regeln bei der Entschädigung und Lösungen beim Umgang mit verletzten Wölfen zu den Kernpunkten.

Erarbeitet wurden sie gemeinsam beim Runden Tisch. "Mit dem neuen Management schaffen wir eine breit akzeptierte Basis für den weiteren Umgang mit dem Wolf. Die ist angesichts der schwierigen Debatten und der unterschiedlichen Interessen besonders wertvoll. Und es ist der Bereitschaft aller zu konstruktiven Lösungen zu verdanken", sagte Minister Habeck heute (12. August 2016) in Kiel, wo er gemeinsam mit dem Landesverband der Schleswig-Holsteinischen Schafzüchter, dem NABU und dem Koordinator der Wolfsbetreuer, Jens Matzen, die Ergebnisse des Runden Tisches vorstellte.

Anlass für die Überarbeitung des Wolfsmanagements war, dass der Aufwand im Umgang mit dem Wolf deutlich gestiegen war. So wuchs die Zahl der Wolfsnachweise, die Meldungen über möglicherweise durch Wölfe gerissene Tiere stiegen vor allem 2015 an und in einigen Fällen wurden durch Wölfe größere Verluste in Nutztierbeständen gemeldet. Daher hatte Minister Habeck den Runden Tisch, der unter seiner Amtsvorgängerin Juliane Rumpf 2009 das erste Management entwickelt hatte, im Sommer 2015 wieder einberufen, um neue und auch strittige Fragen zu klären und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen im Herbst im Rahmen einer Broschüre veröffentlicht werden.

Ein Schwerpunkt war die Frage von Entschädigungszahlungen, die bislang aufgrund des EU-Wettbewerbsrechts (Deminimis-Beihilfen) auf maximal 15 000 Euro pro Betrieb, innerhalb von drei Jahren, begrenzt sind. Diese Höhe wurde in jüngster Vergangenheit überschritten beziehungsweise nahezu erreicht. Um für solche Fälle gewappnet zu sein, wird das Ministerium hier eine Aufhebung der Grenze beantragen und dafür bei der EU die Förderrichtlinie notifizieren lassen. "Das heißt auch, dass bestimmte Kosten, wie Tierarztkosten nach einem Wolfsübergriffe, nur noch 80 Prozent durch das Land ersetzt werden können. Aber alles in allem ist es aus Sicht der Beteiligten beim Runden Tisch dennoch die bessere Lösung", sagte Habeck.

Die Schäden berechnen sich künftig nach einem von allen Seiten akzeptierten Kalkulationsverfahren. Zudem werden bestimmte Mitwirkungspflichten der Tierhalter und Tierhalterinnen festgelegt. So müssen sie Fälle von potentiellen Wolfsrissen spätestens am Tag nach dem Vorfall melden oder dürfen getötete Tiere beispielsweise nicht bewegen, bevor ein Wolfsbetreuer sie untersuchen konnte. "Nach jedem Riss müssen wir die Bisspuren untersuchen und Proben nehmen. Nur dann lässt sich herausfinden, ob ein Wolf angegriffen hat oder ein anderes Tier", sagte der Koordinator der Wolfsbetreuer, Jens Matzen.

Intensiv diskutiert wurde auch, wie mit Wölfen umzugehen ist, die bei Unfällen verletzt werden und unter welchen Rahmenbedingungen eine Nottötung möglich ist, um die Tiere aus Gründen des Tierschutzes von ihren Leiden zu erlösen. Dies ist insbesondere deshalb anspruchsvoll, weil Wölfe nach dem Bundesnaturschutzgesetz und dem EU-Recht streng geschützte Tiere sind und grundsätzlich ein Tötungsverbot gilt. Der Runde Tisch hat nun gemeinsam mit den Veterinärbehörden des Landes und der schleswig-holsteinischen Tierärztekammer einen rechtsicheren Weg für eine Nottötung abgestimmt. So sollen die Polizei und Tierärzte eine vorweggenommene Ausnahmegenehmigung erhalten, um dann einen Wolf von seinen Leiden zu erlösen, wenn er so schwer verletzt ist, dass er sich nicht mehr von der Unfallstelle entfernen kann. Ein Tierarzt muss nicht zwangsläufig vor Ort sein.

Bereits 2015 hatte das Land das Wolfsmanagement neu strukturiert und beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) angesiedelt und die Rolle des Koordinators der Wolfsbetreuer fest etabliert. Darüber hinaus wurde mit einem Fachwissenschaftler der TU Dresden als sogenannte erfahrene Person die Übernahme weiterer Aufgaben vereinbart. Zusätzlich wurden neue ehrenamtliche Wolfsbetreuer geschult, damit steigt die Zahl von 40 auf 70. "Wir haben das Management behördlich verankert, um es zu stärken. Aber die Arbeit der ehrenamtlichen Wolfsbetreuer ist unentbehrlich. Ihr hohes Engagement und ihre Fachkunde sind gefragt. Es ist wertvoll, dass nun noch mehr Wolfsbetreuer uns unterstützen", sagte Habeck. Zudem werden seit 2016 erstmals spezielle Haushaltsmittel in Höhe von 100 000 Euro in den Haushalt des zuständigen Umweltministeriums eingestellt – zuvor waren anfallende Ausgaben jeweils aus dem laufenden Haushalt des Naturschutzes finanziert worden.

 Es wurden im Rahmen der Runde-Tisch-Gespräche Empfehlungen für den Fall von Wolfsbegegnungen erarbeitet. Neben anderen wurde insbesondere festgelegt, dass Wölfe unter keinen Umständen gefüttert werden dürfen, da an Menschen gewöhnte Wölfe in der Folge aufdringlich oder aggressiv einfordern könnten. Um solchen Entwicklungen entgegenwirken zu können, wurden entsprechende Fütterungen im Rahmen der Regelungen des Landesnaturschutzgesetzes auch rechtlich untersagt. Die Regeln sollen in einem Flyer veröffentlicht werden.

Schafbockauktionen des Landesverbandes 2016 – Viele Premieren und zähe Verkäufe

Der Hammer auf den Husumer Auktionen des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. im Jahr 2016 ist zum letzten Mal gefallen und nun ist es wieder an der Zeit Bilanz zu ziehen und einen Überblick über den Verlauf zu geben.

Der Auktionsreigen der Husumer Schafbockauktionen begann in diesem Jahr mit der größten Rasse Schleswig-Holsteins, den Texeln. Diese füllten in den ersten beiden Auktionstagen die Messehalle mit insgesamt 286 Tieren aus 33 Zuchten. Am Mittwoch waren die Texel aus den Bezirken Eiderstedt und dem restlichen Schleswig-Holstein dran. Neben vielen Schafhaltern waren auch zahlreiche Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen in die Messehallen gekommen und so wurde die Prämierung von vielen neugierigen Augen und den Kameras verfolgt. In diesem bunten Treiben hatte die Prämierungskommission des ersten Tages, bestehend aus Gernand von Massow, Reimer Bährs und Ingo Penn, also viel zu tun mit den 147 gemeldeten Tieren, deren Qualität insgesamt sehr gut war. Der Rassesieger wurde schließlich die Kat. Nr. 40, ein einjähriger Bock aus der Zucht von Alf-Thomas Feddersen, Poppenbüll. Knapp dahinter folgte der Reservesieger, die Kat. Nr. 90, ein Lammbock aus der mittleren Gruppe aus der Zucht von Hans Erhard Luhn, Tetenbüll. Verkauft wurde der Rassesieger später für 1.100 €, das Höchstgebot des Tages, und der Reservesieger für 700 €. Gleich zu Anfang der Bockauktion war außerdem die erste Premiere „an der Reihe“. Unter allen Texel-Böcken wurde diesmal auch der „Fleischsieger“ der Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch e.V. (WDL) auserkoren. Das besondere an diesem Preis ist, dass der Käufer dieses Tieres einen Gutschein in Höhe von 100 € von der WDL erhält. Der Fleischsieger wird jeweils von einem WDL-Vertreter auserkoren und dabei kommt es besonders auf die Fleischleistung an. Zum ersten Husumer-WDL-Fleischsieger wurde der 1a-Bock der älteren Lammbock-Gruppe, die Kat. Nr. 75, aus der Zucht von Hauke Peters, Tating, ernannt, der auf der Auktion für 900 € ersteigert wurde. Am Ende des Tages war Kalli Fischer, der Auktionator, ganz schön geschafft, denn er durfte mit dem Hammer 119 mal zuschlagen und erzielte einen Durchschnittspreis von 484 €. 20 Tiere gingen leider zurück an ihre Besitzer.

Am Donnerstag ging es dann weiter mit den Texeln aus den Bezirken Dithmarschen, Husum, RD/ECK und Südtondern. Schon morgens beim Auftrieb konnten die ersten Zuschauer sehen, dass die 154 Böcke von guter Qualität waren und sich seit der Körreise gut entwickelt hatten. Die Prämierungskommission am zweiten Tag bestand aus Gernand von Massow, Karl-Dieter Fischer und Christian Lorenzen-Nissen, die sich der Herausforderung, die besten Böcke zu finden, stellten. Und die Entscheidungen in den einzelnen Gruppen fielen nicht leicht! Am Ende führte aber kein Weg an dem Lammbock mit der Kat. Nr. 223 aus der Zucht von Hans Albert Andresen, Bargum, vorbei, der bei der Auktion für 800 € den Besitzer wechselte. Reservesieger wurde an diesem Tag ein Jährlingsbock, die Kat. Nr. 195, aus der Zucht von Renke Brandt. Er kam für 850 € unter den Hammer. Auch an diesem Tag wurde wieder der WDL-Fleischsieger gesucht und in einem Lammbock mit der Kat. Nr. 248 aus der Zucht von Niels Löbkens gefunden. Verkauft wurde er für 850 €.

Und auch der zweite Tag hatte wieder eine Premiere zu bieten. Zum ersten Mal nahm Alf-Thomas Feddersen den Auktionshammer in die Hand. Und er machte seine Arbeit gut, denn von den 147 aufgetriebenen Böcken konnten 123 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 492 € verkauft werden. Für 24 Tiere konnte er keinen neuen Besitzer finden. Trotz anfänglicher Nervosität durfte unser Jung-Auktionator am Ende des Tages zahlreiches Lob zurecht entgegen nehmen.

Am Freitag wurde es dann vielfältiger in Husum. Neben den Weißköpfigen und Schwarzköpfigen Fleischschafen wurden auch die Rassen Charollais, Zwartbless, Oxford Down, Ile de France, Berrichon du Cher, sowie die Landschafrassen Ouessant, Coburger Fuchsschaf und Bentheimer Landschaf aufgetrieben. So bot sich den Zuschauern ein sehr buntes Bild unserer Schafrassen in den Messehallen in Husum.

Los ging es mit der großen Gruppe der Weißköpfe und einer weiteren Premiere. Zum ersten Mal wurden auch weidemastgeprüfte Böcke aufgetrieben. Im Rahmen des EIP-Projektes „Tiergenetische Ressourcen“ entstand die Idee des Weidemastversuches für das Deutsche Weißköpfige Fleischschaf, bei der alle Tieren unter gleichen Bedingungen aufgewachsen sind und der Einfluss verschiedener Haltungsformen somit ausgeschlossen werden kann. Die Tiere wurden ausschließlich auf der Weide großgezogen.

Aufgrund der vielen Rassen hatte es die Prämierungskommission, bestehend aus Hardy Marienfeld, Christian Lorenzen-Nissen und Dr. Angelus Brandt, wirklich nicht leicht, denn für jede Rasse mussten die Sieger der Gruppen bestimmt werden. Von den insgesamt 113 Weißköpfen im Katalog waren 21 weidemastgeprüfte Lammböcke mit dabei. Die Weidemastböcke wurden in einer Extra-Gruppe gesichtet. Und dass sich Böcke auch ohne Schrot gut entwickeln können, zeigte der Bock Kat. Nr. 364 aus der Zucht von Jann-Dietrich Ketels, Borgsum, der zum Reservesieger ernannt wurde. Zum Rassesieger wurde die Kat. Nr. 331 aus der Zucht von Kai Fischer, Sommerland, erwählt. Der Siegerbock brachte 900 €, den Höchstpreis der Weißköpfigen Fleischschafe, und der Reservesieger 250 € ein. WDL-Fleischsieger wurde die Kat. Nr. 370, aus der Zucht von Jörg-Uwe Gloe, Warmhörn, der für 400 € verkauft wurde.

Bei den Schwarzköpfigen Lammböcken waren insgesamt 15 Tiere, alle aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog, zur Auktion gemeldet. Zum Rassesieger wurde der Lammbock mit der Kat. Nr. 423 ernannt, der als teuerster Bock der Rasse für 500 € versteigert wurde. Reservesiegerin wurde ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 426, das für 250 € unter den Hammer kam. WDL- Fleischsieger, bei der zweitgrößten Rasse deutschlandweit gesehen, wurde Kat. Nr. 416, die für 450 € den Besitzer wechselte.

Danach wurde es bunt im Ring. Bei den Ile de France, Ouessant und Oxford Down stand jeweils nur ein Bock zur Prämierung. Der Oxford Down und der Ile de France-Bock aus der Zucht von Susann und Peter Thies, sowie der Ouessant Bock aus der Zucht von Klaus-Rainer Schwormstede wurden mit einem 1. Preis ausgezeichnet. Leider konnten alle drei Böcke nicht verkauft werden. Die größte Gruppe der Landschafe bildeten mit 7 Tieren die Bentheimer Landschafe. Hier konnte am Ende der Altbock mit der Kat. Nr. 438a aus der Zucht von Andrea Boldt-Lynsche, Panker, überzeugen. Er wurde nicht nur Rassesieger, sondern konnte mit 350 € auch einen guten Preis erzielen. Den Reservesieger stellte Hauke Reimers mit einem Jährlingsbock, Kat. Nr. 439. Auch die Rasse Zwartbless war durch vier prämierungsfähige Tiere aus dem Stall von Carsten Haalck, Linden, vertreten. Das Mutterlamm mit der Kat. Nr. 447 wurde zur Rassesiegerin erkoren und auf der Auktion für 250 € verkauft. Reservesieger wurde ein Lammbock mit der Kat. Nr. 445, der für 350 € den Besitzer wechselte. Und damit war der bunte Prämierungsreigen noch nicht beendet. Als nächstes kamen die Charollais in den Ring. Von den 59 im Katalog aufgeführten Tieren waren 30 Böcke und Schafe zur Prämierung zugelassen. Zum Rassesieger wurde die Kat. Nr. 481, ein Lammbock aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog, erkoren. Der Reservesieger kam aus der Zucht von Volker Derbisz, Hamburg, ein älterer Lammbock mit der Kat. Nr. 454, der gleichzeitig auch zum WDL- Fleischsieger ernannt wurde.

Nachdem die Auktionen für die Charollais in den letzten zwei Jahren sensationell liefen, wurde die Auktion dieser Rasse mit Spannung erwartet. Von 2014 auf 2015 ist die Anzahl der Herdbuch-Tiere bei den Charollais von 132 auf 240 angestiegen. Damit sind die Charollais schleswig-holsteinweit die 5. größte Rasse. Nach dem Tag Auszeit gestärkt, nahm unser Auktionator Kalli Fischer wieder seinen Platz am Pult ein und die Versteigerung ging los. Die Landschafrassen sowie die Zwartbless, Ile de France, Oxford Down und Berrichon du Cher kamen nach der ersten Runde der Weißköpfe, Schwarzköpfe und Charollais komplett zur Versteigerung in den Ring. Für die Landschafe lief es in diesem Jahr etwas besser als 2015. Bei den Coburger Fuchsschafen wechselten alle 4 Böcke zu einem Durchschnittspreis von 388 € den Besitzer. Bei den Bentheimern wurden 5 von insgesamt 7 Tieren für durchschnittlich 314 € verkauft. Die Auktionen für die Weißköpfe verlief leider recht schleppend, so dass 40 Tiere, trotz größter Mühe von Kalli Fischer, wieder mit in den Heimatstall genommen werden mussten. Am Ende wechselten 63 Tiere bei einem durchschnittlichen Preis von 409 € den Besitzer.

Danach kamen die mit Spannung erwarteten Charollais Böcke in den Ring. Dieses Jahr wurden 41 der 46 Böcke verkauft. Der Durchschnittspreis lag hierbei bei 593 €. Dabei lag das Gebot für den Rassesieger bei 900 € und für den Reservesieger bei 1.000 €. Der teuerste Bock, die Kat. Nr. 457 aus der Zucht von Volker Derbisz, erhielt den Zuschlagspreis von 1.600 €.

Am letzten Tag füllten 26 Blauköpfe, 153 Suffolks und 7 Swifter die Husumer Messehallen. Die Prämierungskommission, bestehend aus Gernand von Massow, Henning Hinz und Hans Erhard Luhn, hatten viel zu tun an diesem Morgen. Zuerst musste der Rassesieger der Blauköpfe ermittelt werden. Am Ende entschied man sich für die Kat. Nr. 519 aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt. Bei der Auktion erhielt er einen Zuschlagspreis von 500 €. Reservesiegerin wurde ein Mutterschaf mit der Kat. Nr. 532 aus der Zucht von Jens Kohrs,Poppenbüll, das auf der Auktion für 300 € unter den Hammer ging. Auch bei den Blauköpfen wurde ein WDL-Fleischsieger auserkoren. Gewonnen hat diesen Preis die Kat. Nr. 525 aus der Zucht von Heinz Hauschild. Der Lammbock erzielte mit 850 € den Höchstpreis auf der Auktion. Die 17 verkauften Tiere erzielten einen durchschnittlichen Preis von 382 €. Weiter ging es mit der Gruppe der Suffolks. Insgesamt 153 Tiere waren im Katalog aufgeführt von denen 12 fehlten. Die Prämierungsgruppen waren also recht groß, so dass die Jährlingsgruppen nochmal aufgeteilt werden mussten. In diesen Gruppen wurden dann auch der Rassesieger und der Reservesieger gefunden. Die Kommission entschied die Kat. Nr. 617 aus der Zucht von Andreas Pirdzuhn, Todesfelde, ganz nach vorne zu stellen. Reservesieger wurde Kat. Nr. 636 aus der Zucht von Heinrich Schippmann, Steinburg. Der Rassesieger verließ für 1.500 € den Ring und erzielte somit den Höchstpreis des Tages. Auch der Reservesieger bekam bei einem guten Preis von 1.000 € den Zuschlag. Der WDL- Fleischsieger wurde die Kat. Nr. 613 von Jens Reitmann, Reinfeld, der zwar nicht die Prämierungsbedingungen erfüllte, aber durch seine Bemuskelung, sein Gewicht und seinen BLUP- Zuchtwert überzeugen konnte. Er wechselte für 550 € den Besitzer.

Auch am letzten Tag gab Kalli Fischer seinen Auktionshammer aus der Hand und übergab ihn unserem Gastauktionator Dieter Brockhoff aus Niedersachsen, der bereits im letzten Jahr schon Husumer Auktionsluft schnuppern konnte. Er konnte insgesamt 129 Suffolks verkaufen und es errechnete sich ein Durchschnittspreis von 461 €.

Bei den Swiftern aus der Zucht von Hans Helmut Schröder wurde die Kat. Nr. 693 zum Rassesieger erkoren und der Reservesieger wurde die Kat. Nr. 692. Auf der Auktion konnten alle Swifter verkauft werden, der Rassesieger erzielte hierbei einen Preis von 500 €, den Höchstpreis dieser Rasse, und der Reservesieger einen Preis von 400 €.

An den vier Auktionstagen besuchten auch einige Ehrengäste die Messehallen. So konnten wir u.a. die ehemalige Lammkönigin Jane Petersen, den Bürgermeister von Husum Uwe Schmitz und Klaus Jensen (CDU) begrüßen. Die Züchter der Rassesieger wurden jeweils mit einem Ehrenpreis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, sowie mit einer Medaille bzw. Plakette der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Züchter der Reservesieger erhielten jeweils den Ehrenbecher des Landesverbandes. Zudem gab es noch als i- Tüpfelchen für den Käufer des Siegerbockes eine Leckschale von Crystalyx. Für die Stiftung dieser Preise danken wir recht herzlich, da sie doch eine besondere Anerkennung für die Arbeit der Züchter darstellen!

Besonders bedanken wir uns auch bei der Firma Baumann GmbH & Co KG, die die Prämierungen der Texel an beiden Tagen unterstützt hat und bei der Firma Kleißner, die die Suffolk-Prämierungen gesponsert hat!

Allen Züchtern an dieser Stelle nochmals herzliche Glückwünsche!

Nach dem letzten „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ ging es ans Aufräumen! Die Messehalle musste wieder direkt und komplett durch den Landesverband gereinigt werden. Dank einiger Helfer ging das Aufräumen und das Reinigen schneller als gedacht und die Auktionen in Husum 2016 konnten als beendet erklärt werden. Allen Helfern dafür einen riesengroßes DANKESCHÖN!!

Die Qualität unserer Tiere war über alle Rassen hinweg hoch. Deswegen überraschte der zähe Auktionsverlauf. Mitunter könnte das Wetter an den relativ schlechten Verkaufszahlen im Vergleich zu den letzten beiden Jahren Schuld sein. Viele Landwirte waren noch voll mit der Ernte beschäftigt und die große Hitze in der Halle hat die Käufer vielleicht träge gemacht. Nichts desto trotz waren die Auktionen wie immer eine Gelegenheit für viele Schafhalter aus Nah und Fern endlich mal wieder mit alten Bekannten zu "schnacken" und sich über die neuesten Entwicklungen in der Schafhaltung zu informieren.

Der Landesverband möchte sich bei allen Helfern und Mitarbeitern für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne die die Auktionen in Husum bestimmt nicht so reibungslos verlaufen wären! Vielen Dank auch an die Sponsoren der Stadt Husum, der Ringagentur Westküste und der Firma Stöfen! Nicht zuletzt ein großer Dank an Kalli Fischer, Alf- Thomas Feddersen und Dieter Brockhoff, die einen tollen Job geliefert haben!

Zahlreiche Zuschauer bei der Auktion in Neuenbrook

Die letzte Auktion des Landesverbandes fand traditionell in Neuenbrook, diesmal am Freitagabend den 09. September in der Reithalle Kölling, statt. Zu den 43 Tieren der Rassen Blaukopf, Suffolk, Weißkopf, Texel, Charollais und Ouessant im Katalog wurden noch 8 Böcke und 2 Schafe, die in Husum nicht verkauft werden konnten, zur Versteigerung angeboten. Zuerst wurden die Tiere gekört und dann prämiert, danach ging es dann ans versteigern. Viele Schafhalter und Besucher hatten sich zu diesem Schafabend auf den Weg gemacht und so füllte sich die Halle schnell. Bei Würstchen und Kartoffelsalat konnten viele Gespräche geführt werden und so verging die Zeit bis zur Versteigerung wie im Flug. Bei der Auktion konnten 25 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 280,00 € verkauft werden. Bei der Prämierung überzeugten folgende Tiere die Prämierungskommission und wurden zum jeweiligen Rassesieger erkoren: Kat.Nr. 696 aus der Zucht von Kay Poggensee (Weißkopf- Lammbock), Kat.Nr. 141 aus der Zucht Bernd Beckmann (Texel-Mutterschaf), Kat.Nr. 728 aus der Zucht von Willi Hüllmann (Ouessant- Lammbock) und Kat.Nr. 735 aus der Zucht von Jürgen Schlüter (Charollais- Lammbock).

Gelungener Landschaftag 2016 in Warder

Am 10. September war es wieder soweit. Bei schönstem Wetter trafen sich die Landschafzüchter aus Schleswig-Holstein zum Landschaftag im Tierpark Arche Warder. Vor einem großen Publikum wurden die verschiedenen, in Schleswig-Holstein vertretenen, Landschafrassen zur Körung und Prämierung vorgestellt. Das Gelände rund um das „Haus der Natur“ war wunderschön vom Team des Tierparks, besonders Carolin Reimertz, dekoriert und die Anlieferung der Tiere am frühen Morgen klappte reibungslos. Zur Stärkung gab es dann anschließend ein leckeres Frühstück für Züchter und Besucher.

Die Körkommission, bestehend aus Hardy Marienfeld, Frauke Wechselberg, Anke Mückenheim und Michow Schröder, hatte viel zu tun, da insgesamt 75 Tiere der unterschiedlichsten Landschafrassen aufgetrieben wurden. Die Körung fand in zwei Ringen statt. Bewertet wurden die Tiere nach ihrer Wollqualität, Bemuskelung und der äußeren Erscheinung. In beiden Ringen zeigte sich insgesamt eine sehr gute Qualität der Schafe und Böcke. Anschließend mussten die Tiere noch zügig gewogen werden. Nach einer kurzen Stärkung mit Gulasch oder Gemüsepfanne folgte die Prämierung in nur einem Ring, bei der sich die besten Tiere präsentieren durften.

Den Anfang machten die Grauen Gehörnten Heidschnucken, die den kurzschwänzigen nordischen Heideschafen zugehörig sind. Sie sind eine alte Landschafrasse, die besonders gut an die Verhältnisse der Heidelandschaft angepasst ist. Mutterschafe haben nach hinten gebogene und Böcke schneckenartige Hörner. Als Rassesieger wurde hier die Kat. Nr. 6 bestimmt, ein einjähriger Bock aus der Zucht von Helmut Widderich, Heide.

Auch die Weiße Gehörnte Heideschnucke ist gut für die Beweidung von Heide- und Moorflächen geeignet. Die weiße Mischwolle dieser Rasse besteht im äußeren Vlies aus grobem Oberhaar und im Inneren aus feinem, weichen Unterhaar. Hier wurde ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 12 aus der Zucht von Wolf Müller, Hamburg, zur Rassesiegerin ernannt.

Als nächstes waren die Skudden an der Reihe. Auch die Skudde gehört zur Gruppe der kurzschwänzigen nordischen Heideschafe und kann mit einem weißen, braunen oder schwarzen Vlies auftreten. Sie wird schon seit langer Zeit in Nordeuropa gehalten und ist sehr ursprünglich. Dieses Jahr waren in Warder nur Tiere aus der Zucht von Voeltz/Westphal, Horst, vertreten. Rassesiegerin wurde hier ein Mutterschaf mit der Kat. Nr. 18.

Die Coburger Fuchsschafe besiedelten im 19. Jhd. weite Teile der europäischen Mittelgebirge. Sie sind mittelgroße, edle Schafe von goldgelber bis rostbrauner Farbe, die vermehrt zur Landschaftspflege eingesetzt werden. Die vorgeführten Coburger stammten alle aus der Zucht von Frauke Wechselberg, Neutestorf. Eindrucksvoll präsentierte die Körkommission, bei der Begutachtung der Tiere, dem interessierten Publikum die golden bis rotbraun schimmernde Wolle. Rassesiegerin wurde schlussendlich das Mutterschaf mit der Kat. Nr. 21.

Das Rhönschaf, ein mittelgroßes Schaf mit typisch schwarzhaarigem, hornlosem, bis hinter die Ohren unbewolltem Kopf, kam als nächstes in den Ring. Außer dem Kopf ist der meist kräftige und lange Körper des Rhönschafes weiß. Es gehört zu den ganz alten deutschen Schafrassen und wurde erstmals 1846 namentlich erwähnt. Das Rhönschaf wird besonders zur Landschaftspflege in rauen Mittelgebirgslagen eingesetzt, da es sehr anspruchslos und widerstandsfähig ist. In dieser Rasse wurde die Kat. Nr. 27, ein Mutterlamm aus der Zucht von Nicole Potyka, Hamburg, zur Rassesiegerin erklärt. Anschließend lobte Hardy Marienfeld den Zuchtfortschritt in der Rhönschafzucht in Schleswig-Holstein, der an diesem Jahrgang deutlich zu sehen war.

Besonders stark waren dieses Jahr wieder die Ouessant Schafe auf dem Landschaftag vertreten. Sie sind die kleinste Schafrasse der Welt und durch natürliche Selektion im rauhen Klima der Atlantikküste vor der Bretagne ist eine sehr widerstandsfähige und anspruchslose Rasse entstanden. Die Vliesfarbe ist einheitlich schwarz, braun oder weiß. Nachdem die Tiere in den einzelnen Gruppen gerichtet wurden stellte Horst Feddersen, Drelsdorf, mit der Kat. Nr. 44, aus der Gruppe der Mutterlämmer, die Rassesiegerin. Dieses Tier wurde als Siegerin über alle Rassen anschließend zusätzlich mit einem Ehrenpreis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Charakteristisch bei den Walliser Schwarznasenschafen sind die schwarzen Partien an Nase, Augen, Ohren, Vorderknien, Sprunggelenkknöcheln und Füßen im ansonsten weißen Fell. Weibliche Tiere haben zusätzlich schwarze Schwanzflecken. Beide Geschlechter bilden gedrehte Hörner aus. Bei dieser Rasse stellte die Kommission das Mutterschaf mit der Kat. Nr. 49 aus der Zucht von Peter Sellhorn, Rausdorf, ganz nach vorne.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist ein mittelgroßes Schaf, dass von den Küstengebieten der Ostsee stammt. Es ist widerstandsfähig und wird vor allem für die Landschaftspflege eingesetzt. In Warder waren dieses Jahr drei Züchter vertreten, die ihre schönsten Tiere der Körkommission vorführten. Am Ende konnte das Mutterschaf mit der Kat. Nr. 55 , aus der Zucht von Anna Wegener, Dakendorf, den Titel für sich entscheiden. Sie wurde mit einer Medaille der Landwirtschaftskammer Schleswig- Holstein geehrt.

Zum ersten Mal wurden beim Landschaftag auch die Leineschafe in den Ring geführt. Diese mittelrahmigen Landschafe waren ursprünglich im niedersächsischen Leinebergland zwischen Göttingen und Hannover, sowie im Eichsfeld verbreitet. Von dem Verbreitungsgebiet entlang des Leineflusses wurde der Name Leineschaf abgeleitet.

Zurückzuführen ist die Rasse auf das schlichtwollige Rheinische Landschaf, das mit verschiedenen englischen Rassen Mitte des 19. Jahrhunderts gekreuzt wurde. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden etwa 1500 Leineschafe als Reparationszahlungen nach Polen gebracht und blieben dort nahezu unverkreuzt bis in die Jahrtausendwende erhalten. Rückimporte aus Polen - 30 Zuchtböcke und etwa 70 weibliche Tiere aus der bis 2002 in Cerkwica noch vorhandenen staatlichen Zuchtherde - erreichten in der Zeit von 1993-1999 Sachsen und Thüringen, wo Leineschafzuchten des „ursprünglichen Typs“ wiederaufgebaut wurden. Einkreuzungen in Westdeutschland seit etwa 1965 mit den fruchtbareren Ostfriesischen Milchschafen und den fleischreicheren Texelschafen führten in Niedersachsen zu einem „neuen schwereren Typ“ des Leineschafes, welches dort zu den Fleischschafen gehört. Seit kurzem wird in Deutschland keine Unterteilung dieser beiden Rassen mehr vorgenommen. In Warder stellte die Züchterin Anne Nimtz, Norderstedt, ihre Tiere der Jury vor. Rassesiegerin wurde schließlich ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 69. Das Bentheimer Landschaf zeichnet sich neben der dunklen Zeichnung im Gesicht besonders durch den langen bewollten Schwanz aus. Es ist ein großrahmiges, hochbeiniges Schaf, das besonders marschfähig und widerstandsfähig ist. Im Kampf um den Rassesieg setzte sich ein Mutterlamm mit der Kat. Nr. 82 aus der Zucht von Ludger Lüttel, Meddewade, durch.

Dann gab es noch eine Premiere. Zum ersten Mal wurde dieses Jahr auch ein Wollsieger unter allen Tieren auserwählt. Die Idee dahinter entstammte dem „Arbeitskreis Landschafe“ des Landesverbandes und soll den besonderen Stellenwert, den die Wolle bei den Landschafen einnimmt, hervorheben. Während der Prämierung wurde hierfür schon bei den einzelnen Tieren die Wolle genau begutachtet und potenzielle Kandidaten ausgesucht. Die Entscheidung viel der Kommission sichtbar nicht leicht, da sich die Tiere allesamt durch eine sehr gute Wolle auszeichneten. Zudem ist die Wolle bei den verschiedenen Rassen sehr unterschiedlich. Man unterteilt in Haarschafe, mischwollige, schlichtwollige und feinwollige Schafe, je nach Anteil von Ober- und Unterhaar. Nach langer Überlegung wurde der Sieger dann die Kat. Nr. 25, ein Rhönschaf-Mutterlamm aus der Zucht von Nicole Potyka. Rhönschafe zeichnen sich durch eine weiße Schlichtwolle mit einem typischen Glanz und einer Feinheit von 32 bis 38 Mikron aus. Die Reseversiegerin, Kat. Nr. 38, ein Ouessant-Mutterschaf aus der Zucht von Livija Furken, Ahrensburg, zeichnet sich dagegen durch eine ganz andere Wolle aus. Die Beschaffenheit der Ouessantwolle ist dicht und grob mit einer sehr dichten Unterwolle und einer einheitlichen Farbe des Vlieses. Die Feinheit beträgt 27 bis 28 Mikron. Bemerkenswert ist, dass das Gewicht der Wolle des Ouessantschafs bis zu 10% des Gesamtgewichts des Tieres ausmacht, und damit eine Vliesausbeute von 1-2 kg trotz der geringen Körpergröße möglich macht.

An dieser Stelle noch einmal ein großes Lob an alle Züchter und Züchterinnen, die ihre Tiere sehr gut für die Ausstellung vorbereitet hatten und sie so auch im Ring ausgezeichnet präsentiert haben.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages war der anschließende Jungzüchter Wettbewerb, der abwechselnd anläßlich der Norla in Rendsburg oder im Tierpark Arche Warder stattfindet. Teilgenommen haben dieses Mal Hans Paul Weiss, Karl Walter, Marit Sievers, Malo Schmook, Deik Reimers, Nina Reimers, Neo Marcel Recht, Elisabeth Weiss, Livija Furken und Kristina Goertz. Alle Kinder mussten sich den teils kniffligen Fragen der Jury, bestehend aus Janine Bruser und Hardy Marienfeld stellen. So wurde zum Beispiel gefragt, welche Landschafrassen es gibt oder welche Krankheiten ein Schaf bekommen kann und wie man diese behandeln könnte. Auch ein Anbindeknoten gehörte zu den Aufgaben, denen sich die Kinder stellen mussten. Diese und weitere Fragen beantworteten die Kinder mit Leichtigkeit und manch eines verblüffte die Jury mit seinem tollen Knoten. Besonders schwer fiel da die Entscheidung, wer der Sieger der älteren und der jüngeren Gruppe der Kinder werden sollte. Bei der älteren Gruppe fiel die Wahl schließlich auf Malo Schmook, der die Fragen der Jury souverän beantworten konnte. Bei den jüngeren Kindern zeigte die erst vierjährige Nina Reimers einen so guten Knoten, dass sie schlussendlich in ihrer Gruppe auserwählt wurde. Insgesamt waren alle Kinder sehr gut vorbereitet, in Bezug auf die Fragen der Jury und auch im Umgang mit ihren Tieren. So freuten sich alle über die zahlreichen Preise, die es am Ende zu verteilen galt. An dieser Stelle bedanken wir uns für die schönen Spenden für den Jungzüchter-Wettbewerb, die von den Firmen Josera, Schaumann, Dr. Schaette, Köhler, Steffen, Kleißner und der HaGe sowie von Fred Wachsmuth gestellt wurden.

Nicht nur die Kör-und Prämierungskommission richteten die Tiere an diesem Tag, auch das Publikum konnte unter allen anwesenden Schafen und Böcken den Mr. und die Mrs. Warder 2016 wählen. Mr. Warder wurde in diesem Jahr der Ouessant- Bock Kat.Nr. 34 aus der Zucht von Heike und Hans Sievers und Mrs. Warder die Coburger Fuchsschafdame Kat.Nr. 23 aus der Zucht von Frauke Wechselberg.

Auch das vielfältige Rahmenprogramm war einen Besuch des Landschaftages wert. Der Tierpark Arche Warder bot ein einzigartiges Ambiente für die vielen Schafrassen und lockte zahlreiche Besucher an. Auch die kleinen Verkaufsstände für Wollartikel, Verarbeitungsprodukte und sonstigen wunderbaren Artikel rund um das Schaf rundeten das bunte Bild ab. Wer sich für das Spinnen interessierte konnte hier einen Einblick in die hohe Kunst des Spinnens bekommen und sich über dieses alte Handwerk gut informieren. Durch das große Engagement der Züchter, die fleißig gebacken hatten, konnten am Schluss noch Kaffee und Kuchen, bei einem gemütlichen Beisammensein verzehrt werden.

Allen Züchtern nochmals einen herzlichen Glückwunsch zu den hervorragenden Tieren, die die Kommission und die Zuschauer bewundern durften!

Insgesamt war die Veranstaltung in Warder rundum gelungen. Dafür bedankt sich der Landesverband bei den Züchtern, den Prämierungsrichtern und allen Helfern und Teilnehmern! Ganz besonderer Dank gilt aber Carolin Reimertz und dem Team vom Tierpark Arche Warder für die Vorbereitungen und die viele Arbeit, ohne die der Tag nicht so erfolgreich verlaufen wäre!

Klauenpflegelehrgang in Kühsen

Am 15. Oktober 2016 fand wieder der Klauenpflegelehrgang auf dem Betrieb von Jochen Heinrich Martens in Kühsen statt. Rund 10 Teilnehmer hatten sich eingefunden, um die Klauenpflege in Theorie und Praxis zu erlernen. Nach einer kurzen Einführung, in der auch die möglichen Klauenerkrankung erklärt wurden, ging es los in die praktische Arbeit. Auch bei der Stärkung zu Mittag tauschten die Teilnehmer sich rege über ihre Erfahrungen mit der Schafhaltung aus. Jochen Heinrich Martens beantwortete viele Fragen und zeigte die richtigen Griffe für eine gute Klauenpflege, so dass alle Teilnehmer am Ende des Tages mit viel neuem Wissen nach Hause fahren konnten. Ein großes Dankeschön für die tolle Organisation und Durchführung an Jochen Heinrich Martens dafür!

Gänseschaden an Deichen

In jedem Frühjahr wird eine Deichschau durchgeführt und der durch Gänse verursachte Schaden festgestellt. Daraufhin kann ein Pachterlass gewährt werden. Bitte beachten Sie: Damit die Flächen begutachtet werden, müssen sie zuvor angemeldet werden. Wenden sie sich dazu an das Landesamt.

2. Unewatter Schaftag

Nach dem großen Erfolg des 1. Unewatter Schaftages wird es eine Wiederholung am Donnerstag, den 25. Mai 2017 (Christi Himmelfahrt) in Unewatt geben. An diesem Tag soll den Besuchern die Schafhaltung von allen Seiten näher gebracht werden. Dazu sind alle Schafhalter aus dem Bezirk Rendsburg/Eckernförde herzlichst aufgerufen, an diesem Tag aktiv dabei zu sein. Es wäre schön, wenn durch viele Schafe der unterschiedlichsten Rassen, sowie durch Stände mit Produkten und Informationen ein buntes Bild zustande käme.

Auch Aktionen wie z.B. Filzen mit Kindern können gerne angeboten werden. Zur besseren Planung werden die Schafhalter im Bezirk RD/ECK Anfang nächsten Jahres ein Rundschreiben erhalten. Wir hoffen auf große Teilnahme, da wir solche Veranstaltungen immer nutzen sollten, um die Schafhaltung in die Öffentlichkeit zu bringen!

Schäfereikalender 2018

Der neue Schäfereikalender 2018 ist da. Der Schäfereikalender ist für jeden Schäfer (und auch Ziegenhalter) ein nützlicher Begleiter durch das Jahr. Es empfiehlt sich eine rasche Bestellung. Der Kalender kann in der Geschäftsstelle bestellt (Tel.: 0431/332608) werden.

Lehrfahrt 2017 zum Schäferlauf

Der Landesverband plant für die nächste Lehrfahrt einen Besuch des Uracher Schäferlaufes. Erleben Sie die ganz besondere Schäferlaufstimmung in der Grafenstadt im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Es erwartet Sie ein Fest der Sinne: Bunte Trachten, Livemusik, Tanz, Schauspiel, originelle Bräuche, Wissenswertes über die Schäferei, typisch schwäbische Speisen und Getränke und natürlich viele fröhliche Menschen. Geplant ist der Besuch der beiden „Haupttage“ am 22. und 23.07.2017. Das weitere Rahmenprogramm werden wir im nächsten Schafhalter veröffentlichen.

Wellness- Wochenende - Erholung nach der Lammzeit auf Amrum

Die Lammzeit ist für alle Schafhalter eine harte Zeit. Auch für die Helfer- oft die Ehefrauen oder Mütter- bedeutet die Lammzeit wenig Schlaf, viel körperliche Arbeit und viel Stress. Eine kleine Erholungszeit nach der Lammzeit wäre also angebracht. Auch 2017 bietet der Landesverband für alle Frauen ein kleines Wellnesswochende an. Wir fahren vom 19. bis 21. Mai 2017 diesmal auf die Insel Amrum.

Hier wohnen Sie im Hotel Seeblick im Preis enthalten sind:

2 Übernachtungen

Buntes Frühstück vom Buffet

Ein 3 Gang Vitalmenü

Ein gemeinsames Fondueessen WLAN Nutzung des Seeblick Spa

Eine 25 Minuten Wellnessanwendung

Einen kuscheligen Bademantel auf Ihrem Zimmer

Kurabgabe

Fähre Hin- und Rückfahrt

Preise: 310,00 € pro Person .

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis zum 15.01.2017 in der Geschäftsstelle (Tel.: 0431/332608).

Schwarzkopf- und Suffolk- Elite 2017

Die Eliteauktion für Jährlingsböcke der Rassen Schwarzköpfiges Fleischschaf und Suffolkschaf findet am 08. und 09.03 2017 in Cloppenburg statt. Dazu hat sich in der letzten Rasseausschuss­sitzung der VDL einige Neuerungen bei den Auftriebsbedingungen ergeben:

- Mindestgewicht bei Auftrieb 100 kg

- Äußere Erscheinung und Bemuskelung Mindestnote 7, Wolle Mindestnote 6

- Jeder Jungbock wurde auf Station oder im Feld geprüft und weist eine Eigenleistung tägliche Zunahme von mindestens 350 Gramm auf.

- Jeder Jungbock hat eine US-EMF oder über den Bockvater eine NMS.

Jeder Jungbock sollte einen Zuchtwert Fleisch haben.

- Jede Bockmutter hat einen Zuchtwert Reproduktion. Dieser sollte über 100 liegen (Er darf nicht unter 90 liegen).

- Jede Bockmutter ist bewertet hinsichtlich Wolle, Bemuskelung und Äußere Erscheinung (W/B/E).

Es dürfen nur Böcke der Genotypklasse G1, ARR/ARR, oder ARR/ARR*,aufgetrieben werden, das Ergebnis wird im Katalog veröffentlicht. Für die Rasse Suffolk kann eine Genotypisierung auf SLS durchgeführt werden. Die Ergebnisse werden im Katalog und auf der Zuchtbescheinigung ausgewiesen. Festgestellte Merkmalsträger (NS) dürfen nicht aufgetrieben werden. Von allen aufgetriebenen Böcken muss eine Mikrosatellitenanalyse (DNA-Profil) durchgeführt werden und in Ovicap ersichtlich sein. Die Tiere werden mit einem „^“ im Namensfeld gekennzeichnet, z.B. „^ Barni“ Böcke dürfen vorher nicht im Deckeinsatz gewesen sein.

Die Winterkörung für unsere Elite-Tiere und andere Böcke wird am 20. Januar 2017 auf dem Betrieb von Andreas Pirdzuhn, Bark stattfinden.

Ab 2017 müssen alle Böcke, die voraussichtlich auf der Elite aufgetrieben werden bereits zur Körung im Juli vorgestellt werden. Die Böcke werden dann mindestens gewogen und die Ultraschall-Messung durchgeführt.

Croeso i Gymru: Willkommen in Wales

Auf Wunsch einiger Mitglieder organisierte der Landesverband 2015 eine Lehrfahrt zur Royal Welsh Show in Llanelwedd.

Sehr früh am Morgen des 20.Juli ging es erst mal zum Flughafen nach Hamburg. Die Teilnehmer wurden vom Bus des Reisebüros Schmidt, Dagebüll, die wieder die Organisation für uns übernommen hatten, auf den einzelnen Zustiegen abgeholt. Die ersten stiegen um 0.00 Uhr in Dagebüll in den Bus, der letzte Zustieg war um 03.30 Uhr in Quickborn. Trotz dieser nachtschlafenden Zeit waren alle Teilnehmer pünktlich zum Check-In in Fuhlsbüttel und hatten schnell ihre Tickets in der Hand. Zum Glück kamen auch alle Teilnehmer durch den Sicherheitscheck, so dass es bald in die Luft gehen konnte. Vorher mussten sich einige von uns noch auf den Flug seelisch vorbereiten, aber Dank der Hilfe einiger Dithmarscher klappte auch das ganz gut. Wir flogen also pünktlich los. In Amsterdam mussten wir umsteigen und wir gaben ordentlich Gas, um den zweiten Flug zu erwischen. Wir flitzten durch die langen Hallen des Flughafens Schiphol und erreichten unseren Anschlussflug. Mit Zeitverschiebung waren wir dann um 9.00 Uhr am Flughafen in Bristol. Beim ersten Gespräch mit unserem Busfahrer wurde schnell klar: Wales ist nicht gleich England. Die ersten Sätze des Busfahrers waren weit mehr als schwerverständlich, aber nach einigem Nachfragen versuchte er es mit seinem Schulenglisch.

Wales misst rund 2 Millionen Hektar. Die meiste Landwirtschaftliche Fläche ist Grünland. Das Klima ist mild, aber feucht, und viel der Fläche befindet sich entweder in höheren Lagen oder hat eine extreme Steigung. Wales hat 8.500.000 Schafe, das sind 26% aller Schafe der UK. Wir fuhren dann zum St.Fagans Museum in Cardiff. Das etwas außerhalb von Cardiff gelegene Museum erzählt die Geschichte des walisischen Volkes.

So konnten wir viel über die Lebensweise, den Arbeitsalltag und die Freizeit der Waliser erfahren. St. Fagans beherbergt mehr als 40 originale Gebäude, die Stein für Stein aus verschiedenen Gegenden Wales hierher gebracht wurden. Beispielsweise eine Reihenhaussiedlung der Stahlarbeiter, mehrere Bauernhäuser, ein Klassenzimmer und eine mittelalterliche Kirche. Das große Gelände des Freilichtmuseum war sehr interessant und hat uns gut auf Wales eingestimmt. Aber noch viel schöner war das St. Fagans Castle, ein 400 Jahre altes Herrenhaus mit einer wunderschönen Gartenanlage, welches einige erst sehr spät entdeckten.

Am späten Mittag fuhren wir dann in unser Hotel Copthorne Cardiff, wo wir sehr freundlich begrüßt worden. Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, trafen wir uns am Abend zum gemeinsamen Abendessen. Die vielen Vorurteile gegenüber englischer Küche wurden nicht bestätigt. Bei walisischen Bier klang dann der lange Tag noch gemütlich aus.

Am nächsten morgen fuhren wir nach einem guten englischen breakfast zur Hauptattraktion dieser Lehrfahrt zur „Royal Welsh Show“ nach Llanelwedd, etwa 65 km vom Hotel entfernt. Auf Wikipedia findet man folgende Erklärung zu dem sonderlichen „LL“, welches oft auf den Ortsschildern auf unserer Strecke zu finden war: „ll: stimmloses frikatives l. Entsteht, wenn ein l und ein h gleichzeitig ausgesprochen werden; von Englischsprechern oft als thl oder khl gehört. Hat Ähnlichkeit zum deutschen ch in Becher, allerdings berührt die Zungenspitze dabei die Rückseite der Schneidezähne.“ Walisisch ist die älteste Sprache Großbritanniens und gehört zu den keltischen Sprachen. Sie wird in Wales von etwa 750.000 Menschen gesprochen. In Wales ist sie, neben dem Englischen, Amtssprache und Schulsprache.

Auf dem letzten Ende des Weges staute es sich ein wenig und an manchen Stellen hatte man einen Blick auf das Gelände der Show und damit einen ersten Eindruck über die riesige Dimension, die da auf uns zukam. Busse durften direkt am Haupttor halten und so hatten wir beste Startbedingungen. Ich denke alle, die zum ersten mal dort waren, hatten vorher gedacht, dass diese Schau groß ist, aber in Wirklichkeit ist sie noch viel größer und bunter. Tausende Besucher strömten schon am Morgen herbei. Die Royal Welsh Show (Welsh: Sioe Frenhinol Cymru) ist die größte Agrar-Show in Europa. Sie wird organisiert von der Royal Welsh Agricultural Society und findet seit 1963 in Llanelwedd statt. Mit über 200.000 Besuchern an diesen vier Tagen, stellt die Show eine der größten Attraktionen Wales dar. Die meisten von uns zog es natürlich zu den Schafen. In zwei großen Hallen waren hunderte von Schafen der unterschiedlichsten Rassen ausgestellt. Als Zuchtleiterin kennt man schon so einige Rassen, aber hier in Wales kamen noch viele dazu. Beulah Speckled Face, Brecknock Hill Cheviot, Llanwenog und und und. Beeindruckend auch, wie die Tiere für die Prämierungen vorbereitet wurden. Hier wurde geschnibbelt, dort mit etwas Farbe nachgeholfen.

Auch die Prämierung selbst war anders als bei uns. Nur ein Richter entschied über Sieg oder Niederlage der Tiere. Die Züchter brachten die Tiere zum Großteil ohne Strick in den Ring, dort wurden sie erst aufgestellt. Dann wirbelte der Richter mit seinem Stock in der Gegend herum und alle Schafe liefen durcheinander. Nach kurzer Zeit mussten die Züchter sie dann wieder einfangen. Ein riesen Spaß, aus Richtersicht!

Etwas gewöhnungsbedürftig ist für uns jedoch die Farbe, mit der fast alle Schafe kunterbunt eingefärbt waren. Warum die Briten das schön finden, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Ein anderer Höhepunkt waren auch die Schafschurwettbewerbe. Regelmäßig war der Weg vor der großen Bühne von Menschenmassen, die die Schafscherer anfeuerten, belegt.

Es gab wirklich viel zu entdecken. Neben den Schafen gab es natürlich auch Rinder, Pferde, Ziegen und Schweine. Und wer genug von Tieren hatte, konnte die zahlreichen Stände rund um die Themen Landwirtschaft und Ernährung besuchen. Wem die Füße weh taten setzte sich einfach auf die große Tribüne des Hauptringes. Dort wurde von allem etwas geboten: Von der Border Collie- Vorführung über Motor-Cross und Mounted Games bis hin zu einer fantastischen Tierparade.

Alle Sehenswürdigkeiten und Höhepunkte aufzulisten würde wohl den Rahmen sprengen und wird wohl auch von jedem Teilnehmer unterschiedlich gesehen. In einem waren wir uns aber alle einig: Gerade für uns deutsche Tierhalter, die vom Prinzip her ja immer als Tierquäler gesehen werden, war es toll zu erleben, welche Anerkennung die Tierhaltung und Landwirtschaft bei den Briten noch erlebt. Es waren viele junge Menschen vor Ort bei denen man merkte, dass sie mit Elan und Freude in der Landwirtschaft arbeiten. Auch die britischen Schafzüchter sind mit viel Engagement und Herz bei der Sache. Kann man nur hoffen, dass dies für lange Zeit erhalten bleibt!

Nach zwei Tagen Royal Welsh Show machten wir uns am letzten Tag auf den Weg nach Cardiff. Cardiff (walisisch Caerdydd ) ist die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt von Wales. In der Stadt leben 346.090 Menschen, in der Metropolregion über 1.100.000 Einwohner. Bei einer Stadtbesichtigung wurden uns die Sehenswürdigkeiten von Cardiff Bay gezeigt. Anschließend hatten wir noch etwas Zeit, um Cardiff auf eigene Faust zu erkunden. Viele nutzen die Zeit, um noch ein paar Kleinigkeiten für die Daheimgebliebenen zu besorgen. Andere entdeckten nochmal die Walisische Küche und einige erkundeten Cardiff Castle.

Am Nachmittag ging es dann zum Flughafen nach Bristol, um unsere Heimreise anzutreten. Am Flughafen wurde auch wieder das obligatorische Gruppen-Foto unserer Reise geschossen. Leider sind meine Bilder aufgrund von einem technischen Defekt etwas dezimiert worden, darunter auch das Gruppenbild. Ich würde mich freuen, wenn einer der Teilnehmer noch ein Foto hat und dieses nachliefert.

Nach einem etwas turbulenterem Flug hatten wir in der Nacht wieder Norddeutschen Boden unter den Füßen und stiegen müde in den Bus oder die Autos. Mit im Gepäck hatten wir alle viele Eindrücke, interessante Erfahrungen und neue Erinnerungen an Wales und die Royal Welsh Show!


hwyl fawr cymru – Auf Wiedersehen Wales

Ein Tag auf der Hallig

Am 06. Juni 2015 hieß es für rund 35 Teilnehmer „Ab auf die Hallig“. Die große Lehrfahrt sollte uns im Juli nach Wales führen. Da viele der langjährigen Lehrfahrtsteilnehmer nicht mit zur Royal Welsh Show fuhren, organisierte Käte Jacobsen einen Ausflug auf die Hallig Nordstrandischmoor.

Am Samstag morgen trafen wir uns um 11.00 Uhr am Beltringharderkoog am Lüttmoorsiel, von dort fuhren wir mit der Lore durch den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer raus auf die Hallig.

In der Früh noch bei Nieselregen zum Treffen angereist, ging die Sonne auf, sobald wir über den Deich kamen. Einziger Wermutstropfen: Käte hatte sich kurz zuvor bei einem Sturz den Fuß so verletzt, dass Sie uns nicht begleiten konnte. Dafür musste ihr Mann August als Gästebetreuer einspringen, und erfüllte seine Aufgabe hervorragend.


Allein die Fahrt mit der Lore war schon ein Ereignis. Hinter uns die Deiche des Beltringharderkoogs und vor uns Nordstrandischmoor. Dabei weht einem der Wind um die Nase, man riecht das Watt und das Salz und spürt das Ruckeln und Zuckeln der Lore.

Auf der Hallig angekommen wurden wir herzlich von den Halligbewohnern in Empfang genommen. Die nächste Station war die Norderwarft am anderen Ende Nordstrandischmoors. Einige gingen zu Fuß, andere fuhren auf dem Anhänger hinter dem Trecker mit.

Auf der Norderwarft erwartete uns die Schwester von Käte, Ruth Hartwig-Kruse mit ihrer Familie. Der Grill wurde angeworfen und schon bald wurde in gemütlicher Runde gegessen. Am Buffet gab es reichlich Salate, Brot und Saucen, die bestens zu Würstchen und Fleisch schmeckten. Durch die salzhaltige Nordseeluft war der Appetit sehr groß. Es wurde geklönt und gelacht und natürlich genossen alle die Sonne in dieser fantastischen Umgebung. Auf dem Weg zurück zum Lorenbahnhof führten uns Anne Katrin und Henrik zu den Sehenswürdigkeiten der Hallig und erzählten uns viel Interessantes zum Halligleben. Nordstrandischmoor hat eine Fläche von 1,9 km² mit vier Warften, einer Grund- und Hauptschule und einer Gaststätte. Sie ist, neben den Inseln Pellworm und Nordstrand, eines der Bruchstücke, der in der Burchardiflut von 1634 untergegangenen Insel Strand. Vor dieser Sturmflut war Nordstrandischmoor ein unbewohntes Hochmoor, das zum Torfstechen genutzt wurde.

Besonders beeindruckend war der Halligfriedhof, umgeben von einem Wassergraben. Auf der Wiese liegen 20 Platten aus Carraramarmor. Sie tragen, außer Namen und Lebensdaten der Verstorbenen, Verzierungen mit Schmetterlingen und Palmwedeln. Das älteste Grab ist von 1881, das jüngste von 1926. Heute werden die Verstorbenen der Hallig auf dem Odenbüller Friedhof von Nordstrand beigesetzt.

Nach der Sightseeing-Tour ging es zurück aufs Festland. Diesmal war das Wattenmeer verschwunden und der Nordsee gewichen.

In Lüttmoorsiel konnten wir uns dann doch noch bei der Organisatorin für diesen tollen Ausflug bedanken. Käte ließ es sich nicht nehmen, trotz Krückstock und dickem Fuß alle zu begrüßen und zu erfahren, wie der Tag auf der Hallig war. Ganz spontan entschlossen sich die meisten diesen Tag noch bei Kätes Tochter in der Gaststätte Deichshörn bei Kaffee und Kuchen ausklingen zu lassen. Die selbstgebackenen Torten schmeckten allen sehr gut und ein paar Mutige wagten es auch, das Nationalgetränk der Nordfriesen, den Pharisäer, zu geniessen.

So ging ein wirklich wundervoller Tag zu Ende!

Wir bedanken uns ganz recht herzlich bei Käte und August Jacobsen, sowie Familie Hartwig-Kruse für die tolle Idee, die Organisation, die Lorenfahrt, das leckere Essen, das herzliche Willkommen und die interessante und ganz lustige Halligführung!!

Man kann wirklich sagen: „Ein Tag Hallig Nordstrandischmoor, ist wie eine Woche Urlaub!!“ Und besonders gut war, dass wir auch genügend Schafe gesehen haben, wie es sich für eine Lehrfahrt gehört.

Schafhaltungslehrgang mit neuem Termin und Konzept

Bereits im letzten Jahr wurde der Schafhaltungslehrgang am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp vorbereitend so gestaltet, dass ab 2016 ein neues Konzept greifen kann. Die bisher in einem Lehrgangsblock abgehandelten Inhalte werden durch die Fachreferenten jetzt in 2 Blöcken praktiziert und vermittelt. Das LVZ Futterkamp stellte in Abstimmung mit den Unterrichtenden das Programm inhaltlich so um, dass zwar jedes Jahr ein umfassend informierender Stoffplan behandelt wird, aber einige Themen in dem einen Jahr schwerpunktmäßig intensiver, dagegen im anderen Jahr andere Inhalte stärker. Für die Auszubildenden bietet der Besuch von zwei Lehrgängen so noch mehr Informationen und weniger Wiederholung. Für externe Schafhalter, die nicht an einer Abschlussprüfung im Beruf Schäfer interessiert sind, kann ein Lehrgang aber schon genügend Informationen rüberbringen. Der Besuch des zweiten Lehrgangs ist jedem weiterhin freigestellt.

Seit Jahren lebt der Schafhaltungslehrgang davon, dass Auszubildende der drei Lehrjahre, Hobbyschäfer, angehende Schäfer und Inhaber oder deren Betriebsnachfolger von großen Schäfereien nebeneinander im Lehrgang sitzen. Ihnen allen werden von Fachreferenten aus Beratung und Praxis Grundlagen, Praxis und neue Erkenntnisse aus den Bereichen Haltung, Vermarktung, Fütterung, Öffentlichkeitsarbeit, Weidewirtschaft etc. in 10 Unterrichtstagen vermittelt. Für die praktischen Arbeiten an den Schafen stehen unterschiedliche Partien von Schafen zur Verfügung. In dem diesjährigen Lehrgangsteil werden Fortpflanzung, Zucht, Weidebeurteilung und Schafschur intensiver behandelt als im Vorjahr. Die Lehrgangszeit endet mit einer Prüfung bzw. einer Erfolgskontrolle, womit u.a. der Nachweis einer vermittelten Sachkunde in der Schafhaltung erbracht werden kann. Weiterhin ist neu, dass der Lehrgang bereits im Mai beginnen wird, so dass im Lehrgang auch etliche Betriebsabläufe , die für eine Schäferei im Sommer anfallen, in den Lehrgang eingebunden werden können, wie z.B. die Sommerschur oder die Beurteilung der Schnittreife von Gras.

Der Lehrgang findet vom 30.Mai 2016 bis zum 10.Juni 2016 am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp statt.

Anmeldungen bis Ende April an das LVZ Futterkamp, 24327 Blekendorf

Lehrgangsgebühr 400,--€

J.Lamp

Schaf- und Ziegentag in Molfsee am 12.06.2016

Am 12.Juni findet wieder der Schaftag im Freilichtmuseum in Molfsee statt. Diesmal sollen auch die Ziegen Beachtung finden. Neben den bewährten Aktionen wie u.a. Schauscheren, Spinntreffen der norddeutschen Handspinner mit Vorführungen und Mitmachaktionen, sowie dem Verkauf von Wolle, Pullovern, Kuscheltieren u.v.m wollen wir wieder einen kreativen Spinnwettbewerb durchführen. Dazu laden wir interessierte Spinnerinnen ein! Alle Schaf- und Ziegenhalter, die gerne an diesem Tag Tiere dort ausstellen möchten oder sich mit einem Stand rund um das Thema Schaf und Ziege beteiligen wollen melden sich bitte in der Geschäftsstelle.

1. Bundesschau Zuchtböcke - der Norden ganz weit vorn!

Am 22. und 23. Januar 2016 fand zum ersten Mal die Bundesschau für Zuchtböcke anläßlich der Grünen Woche in Berlin statt. Rund 200 Böcke aus 39 unterschiedlichsten Rassen trafen in Berlin aufeinander, um am Ende den Mister Berlin 2016 zu ermitteln. Zu den 107 Züchtern, die aus allen Regionen Deutschlands anreisten, gehörten auch 10 Züchter aus den nördlichsten Bundesländern, Hamburg und Schleswig - Holstein.

Die Anlieferung für die Tiere war für den Vorabend geplant und glücklicherweise spielte in diesem Jahr das Wetter mit, so dass die Züchter ihre Tiere pünktlich ausladen konnten. Allmählich füllte sich die Halle 25 mit den besten Böcken der jeweiligen Rassen und man konnte schon erahnen, welch hartes Stück Arbeit auf die Richter am nächsten Tag zu kam.

Am Morgen des 23. ging es früh los. Die Zuchtböcke wurden in drei Rassegruppen eingeteilt und in jeweils 20 Klassen gerichtet. Im ersten Rasseblock waren drei Merinorassen und elf Fleischschafrassen zusammengefasst. Die größte Rassegruppe mit 12 Böcken bildeten dabei die Weißköpfe. Mit dabei auch der Bock von Kay Poggensee, aus der Zucht von Peter Theodor Hansen. Leider konnte er sich trotz seiner stattlichen Figur nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Volker Derbisz war mit einem Suffolk und einem Charollais Bock nach Berlin angereist. Bei den Suffolks musste er sich nur dem späteren Bundeschampion aus der Zucht von Karl Belz geschlagen geben. Die Charollais - Klasse war mit zwei Tieren aus Schleswig-Holstein vertreten. Neben dem Bock von Volker Derbisz präsentierte auch Jürgen Schlüter einen Vertreter dieser Rasse. Der englische Bock von Volker Derbisz machte das Rennen, wurde Klassensieger, Bundessieger und WDL- Fleischsieger. Jürgen Schlüter hatte aber noch einen Trumpf im Ärmel, denn er zeigte den Richtern und Zuschauern auch noch eine andere Rasse. Sein Border Leicester Bock mit den auffälligen Ohren sorgte während der gesamten Bundesschau über für viel Aufsehen. Und so hatte er es auch verdient Klassensieger, Wollsieger und Bundessieger zu werden. Dies hatte auch unser langjähriger Züchter und immer helfende Hand des Verbandes Claus-Dieter Coordts verdient. Sein Blaukopf-Bock wurde dann auch Klassen- und Wollsieger.

Die meisten Zuchtböcke gehörten zur Gruppe der Landschafrassen der Heide, Moore und Küste. Leider fanden diese Prämierungen ohne Züchter des Landesverbandes statt, da diese kurzfristig absagen mussten. Aber ganz ohne Schleswig- Holstein war die Gruppe nicht. Anke Mückenheim, Wolfgang Gresens und Jörg Reppien züchten zwar beim „Zuchtverband Ostpreußische Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe“, sind aber auch Mitglieder im LV. Daher sollen Ihre Erfolge auch an dieser Stelle gewürdigt werden. Hans - Michow Schröder und Heiko Schmidt hatten alle Hände voll zu tun, diese große Gruppe zu richten. Aber sie erledigten ihre Aufgabe in der gewohnt ruhigen und souveränen Art. Anke Mückenheim erzielte in der großen Runde der Rauhwoller mit ihren 5 Böcken mehrere zweite Plätze. Diese Erfolge lagen sicherlich auch an der guten Vorführung durch ihre Tochter, unserer Jungzüchterin Elisabeth Weiß. Bei den Skudden wurde der Bock Brackelmann von Jörg Reppien aus der Zucht von Heidrun Weizel zum besten seiner Klasse gekürt und wurde anschließend auch noch Bundessieger. Damit aber noch nicht genug. Bei der Wahl zum Bundeschampion schlug er dann noch seine Kollegen aus den Küstenrassen. Wolfgang Gresens stellte einen Klassensieger, der auch zum Wollsieger ernannt wurde, bei den Skudden. Besoners gefreut hat ihn aber auch die Tatsache, dass der Vater vom Bundeschampion Brackelmann aus seiner Zucht kam.

Im Rasseblock der Landschafrassen aus dem Mittelgebirge, dem alpinen Raum und dem Ausland waren 16 Rassen vertreten. Hier waren schleswig-holsteinische Züchter wieder mit im Ring.

Die große Gruppe der Fuchsschafböcke wurde in vier Altersklassen eingeteilt. Frauke Wechselberg trat mit Q. Acosta an. Leider konnte der Bock nicht ganz in die Fußstapfen seiner Mutter treten, die 2014 auf der Bundeslandschafschau den 1. Platz erzielte. Aber bei den vielen Fuchsschafböcken reichte es immerhin zum 2. Platz. Die Walliser Schwarznasenschafe gehören zu den alpinen Rassen. Wer jetzt denkt alpine Rassen und Schleswig - Holstein passen nicht zusammen, dem hat Pintus, der Bock aus der Zucht von Peter Sellhorn, eines besseren belehrt. Der sehr schauerfahrene – immerhin schon Sieger auf der Landesschau 2015- Bock wurde nicht nur Klassensieger sondern auch Wollsieger. Auch die kleinste Rasse präsentierte sich in einer großen Gruppe. Sechs Züchter zeigten ihre 7 Ouessant Böcke in der Gruppe der ausländischen Landschafrassen. Willi Hüllmann errang einen soliden 3. Platz mit seinem Bock Erik, aus der Zucht von Eberhard Hübner.

Zum Schluss aller Prämierungen stand die Wahl des Mr. Berlin 2016 an. Eine schwierige Wahl bei dieser großen Rassevielfalt, die an diesen Tagen den Richtern und dem Publikum in Berlin präsentiert wurde. Kleine und große, einfarbig weiße, schwarze und braune, bunte und gescheckte, unbehornte und mit zwei oder sogar vier Hörnern ausgestattete Böcke, die das bunte Bild der deutschen Schafzucht hier zeigten. Am Ende entschied sich die Fachjury für einen Bock aus einer der ältesten Schafrassen. Der Merinolandschafbock im Besitz von Jens- Uwe Otto, aus der Zucht der Schäferei Füller hatte sich hervorragend präsentiert und so den Titel redlich verdient.


Am Freitagabend fanden sich die Züchter und alle Beteiligten beim Züchterabend ein. Mitten im Ring, wo am Tage noch die Böcke gerichtet wurden, traf man sich zum geselligen Beisammensein. Bei interessanten Gesprächen, lustigen Anekdoten und leckerem Essen saß man noch lange zusammen.

Am Samstag morgen fanden sich aber alle wieder ein, um bei den großen Siegerehrungen die Preise entgegen zu nehmen. Der Vorsitzende der VDL, Jürgen Lückhoff, wies bei seinen Grußworten auf die wichtigen Aufgaben der vielen Schafrassen in der Landschaftspflege und im Küstenschutz in den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands hin. Schafe gestalten ländliche Räume und erhalten Landschaften und Biotope. Er erwähnte auch die Gewinnung von Fleisch, Milch und Wolle als hervorragende Nahrungsmittel und wertvollen Rohstoff. Bei der abschließenden Tierparade bot sich ein imposantes Bild, welches nochmals die große Rassevielfalt und die unterschiedlichen Funktionen der Schafhaltung unterstrich. So war diese Stammbockschau die beste Werbung für die deutsche Schafzucht und -haltung.

Diese Bundesschau zeichnete sich wieder einmal nicht nur durch die tollen Ergebnisse im Ring aus, sondern auch durch das herzliche und kollegiale Miteinander der Schafhalter außerhalb des Ringes. Eine leergebliebene Box wurde von unserem Landesverband kurzerhand zu einem Treffpunkt nicht nur für Schafzüchter aus dem Norden umgewandelt. Dank Familie Wechselberg und Familie Mückenheim gab es bei uns immer etwas zu essen und eine Sitzgelegenheit, die von allen gerne in Anspruch genommen wurde. Hier traf man sich zum Klönen, zum Ausruhen und manchmal auch zum Feiern. Natürlich kann nicht immer jeder gewinnen, aber bei dieser Bundesschau war dabei sein halt doch das wichtigste! Und diesen olympischen Gedanken spürte man an diesem Wochenende immer wieder!

Den krönenden Abschluss feierten fast alle Schleswig-Holsteiner am Samstagabend noch bei einem persischen Essen in der Nähe des gemeinsamen Hotels in Berlin.


Besonderer Dank gilt Familie Wechselberg und Anke Mückenheim für die „Ausstattung“ unseres Treffpunktes!

Gleichzeitig bedankt sich der Landesverband bei allen Züchtern für die tolle Präsentation Ihrer Tiere auf der 1. Bundesbockschau und gratuliert zu den herausragenden Ergebnissen recht herzlich! Nur durch Sie können wir für die Schafhaltung und die Schafzucht in der Öffentlichkeit so eine wirkungsvolle Werbung machen. Wir hoffen es hat allen viel Spaß gemacht und Sie präsentieren ihre Tiere bei der nächsten Bundesschau wieder so gut!

Schäfereikalender 2018

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Schafbockauktionen des Landesverbandes 2016

Der Hammer auf den Husumer Auktionen des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. im Jahr 2016 ist zum letzten Mal gefallen und nun ist es wieder an der Zeit Bilanz zu ziehen und einen Überblick über...[mehr]


Schaf- und Ziegentag in Molfsee am 12.06.2016

Am 12.Juni findet wieder der Schaftag im Freilichtmuseum in Molfsee statt. Diesmal sollen auch die Ziegen Beachtung finden. Neben den bewährten Aktionen wie u.a. Schauscheren, Spinntreffen der norddeutschen Handspinner mit...[mehr]


Frühjahrsversammlung AK Landschafe

Der Arbeitskreis Landschafe trifft sich am Samstag, den 28.Mai 2016 zu seiner Frühjahrsversammlung im Tierpark Arche Warder. Viele wichtige Themen und die Planung des Landschaftages werden auf der Tagesordnung stehen....[mehr]


Landschaftag im Tierpark Arche Warder 2015

Am 12. September war es wieder soweit, die Landschafzüchter aus Schleswig-Holstein trafen sich zum Landschaftag im Tierpark Arche Warder. Dort wurden ihre Tiere der unterschiedlichsten Landschafrassen vor viel Publikum gekört...[mehr]


Landestierschau 2015 auf der Norla in Rendsburg

2015 war es endlich wieder soweit, im Rahmen der Landestierschau in Rendsburg fand wieder der Wettstreit zwischen den schönsten Schafen und Böcken aus ganz Schleswig-Holstein statt. Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer...[mehr]


Schwarzkopf- und Suffolk- Elite 2016

Die Eliteauktion für Jährlingsböcke der Rassen Schwarzköpfiges Fleischschaf und Suffolkschaf findet am 08. und 09.03 2016 in Kölsa statt. Wer dann auch noch mal Merinos sehen will: Im Anschluss findet auch in Kölsa am 10./ 11....[mehr]


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