Aktuelles

Wiedereinführung der Weideprämie

Anlässlich der Sitzung des VDL-Arbeitskreises Wirtschaftlichkeit in der Lammfleischerzeugung im Dezember in Kassel, zu der W. Neumann, Vorsitzender des VDL-Arbeitskreises, eingeladen hatte und an der die meisten der Landesverbandsvertreter der VDL teilgenommen haben, wurden wichtige Feststellungen getroffen und Beschlüsse gefasst.

Das von der Landw. Rentenbank geförderte Projekt zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit in der deutschen Schafhaltung wurde deutlich weiter-entwickelt. Nach der Literaturrecherche wurde der Kontakt und die Auswertung der in den Bundesländern aktiven Beratungseinrichtungen aufgenommen und die dort gewonnenen Untersuchungsergebnisse hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit für das Projekt geprüft und den Teilnehmern vorgestellt. Weiteres wichtiges Thema war die zukünftige Nutzung bzw. Umsetzung der GAP für den Schaf- und Ziegensektor. Reicht die bisherige Regelung über Flächenprämie und Agrarumweltprogramme oder sollte wie in anderen EU-Ländern doch der Kampf in Richtung gekoppelte Zahlung wieder aufgenommen werden und was sind die damit verbundenen verbandlichen Arbeitsschritte für VDL und Mitgliedsverbände. Eine entsprechende Beschlussvorlage sollte der VDL-Mitgliederversammlung im Mai 2018 vorgelegt werden.

Auf der Telefonkonferenz des VDL-Arbeitskreis Wirtschaftlichkeit im Januar beschäftigte man sich mit der nächsten Agrarreform. Ausgangs-situation war die Überlegung, für die Agrarreform 2020, eine gekoppelte Weidetierprämie (nutzbar für Schafe und Ziegen) einzufordern. Bis zur Mitgliederversammlung der VDL im Mai 2018 soll eine entsprechende Beschlussvorlage vom Arbeitskreis erarbeitet werden. Der Gedanke einer Weidetierprämie wird mit dem Argument gespeist, dass für diesen Bereich auch seitens der Mutterkuhhaltung Unterstützung zu erwarten wäre. Andererseits würden damit natürlich die erforderlichen Mittel zur Finan-zierung auch höher ansteigen. Andere Überlegungen gingen in die Richtung nur speziell für Schafe und Ziegen die gekoppelte Prämie zu fordern, zumal hier als Argument der zu befürchtende Verlust der gesell-schaftlichen Leistungen im Rahmen des Küstenschutzes und der Landschaftspflege verloren geht, wenn nicht durch die gekoppelte Prämie eine bessere Einkommenssituation für die Schaf- und Ziegenhaltung geschaffen wird. Weiterhin wurde angeregt, aufgrund der äußerst schwierigen finanziellen Situation in der Schafhaltung, konkret darüber nachzudenken auch kurzfristig die Wiedereinführung einer gekoppelten Prämie als Verbandsforderung zu entwickeln. Möglich wäre z.B. die Einführung einer Prämie ab 2019, wenn die Bundesregierung bis zum 1. August 2018 eine entsprechende Mitteilung, gemäß der Verordnung über die Direktzahlungen, an die EU-Kommission richten würde. Die Teilnehmer der Telefonkonferenz waren sich relativ schnell einig, dass als Grundlage hierfür eine vorliegende Ausarbeitung aus dem Landes-ministerium in Thüringen genutzt werden kann, die ggf. um bisherige Aussagen der VDL ergänzt werden sollte.

Am Beispiel Thüringens wurde exemplarisch dargestellt, wie die Finan-zierung einer zusätzlichen, gekoppelten Prämie für Schafe und Ziegen in Höhe von bespielsweise 25 Euro pro Muttertier zusätzlich zur Flächen-prämie, finanziert über die 1. Säule, möglich wäre. Es geht bei den Überlegungen zur Wiedereinführung einer gekoppelten Kopfprämie also nicht darum anstatt der Flächenprämie die gekoppelte Prämie einzuführen, sondern diese zusätzlich zur Flächenprämie zu erreichen, um die wirt-schaftlich angespannte Situation in der Schaf- und Ziegenhaltung aufzufangen. Der Arbeitskreis wird sich mit diesem Thema bereits auf seiner nächsten Sitzung am 20. Februar 2018 in Kassel intensiv befassen und versuchen, rechtzeitig vor der VDL- Mitgliederversammlung, den Mitgliedsverbänden eine Beschlussvorlage vorzulegen.

In ganz Europa ist der Schaf- und Ziegensektor aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit gefährdet. Gleichzeitig ist die Schaf- und Ziegenhaltung aber in einigen Gegenden Europas die einzige Möglichkeit viele Flächen zu nutzen und damit fast die Haupteinnahmequelle der Menschen dort. Wegen ihrer besonderen Bedeutung wäre es dramatisch, wenn die Schaf- und Ziegenhaltung zusammenbrechen würde. Deshalb hat die EU ein Förderinstrument zur Erhaltung bedrohter Sektoren geschaffen, sofern sie eine besondere soziale, wirtschaftliche oder ökologische Bedeutung haben. Das war der ausdrückliche Wunsch aller Mitgliedsstaaten – außer Deutschland.

Eine Beweidungsprämie über die zweite Säule ist schwer finanzierbar und dazu lediglich ein Kostenersatz für entgangene Erträge oder Mehr-aufwendungen z. B. durch extensive Bewirtschaftung. Ein Schadens-ausgleich hilft den Betrieben nicht weiter. Außerdem stammen die Zahlungen aus der ersten Säule zu 100 % aus dem EU-Haushalt. Sie müssen also nicht mit Geld aus den Bundesländern aufgefüllt werden. Damit sind sie für eine Agrarförderperiode von fünf Jahren sicher, egal wie es um den deutschen Haushalt bestellt ist.

Die Weidetierprämie ist eine Ergänzung zu den bestehenden Zahlungen der Agrarförderung, also zusätzlich zur Flächenprämie.

Europaweit stößt die Haltung Deutschlands auf Unverständnis. Aber auch im Land gibt es immer mehr Entscheider aus Politik und Verwaltung, Flächenverantwortliche, Organisationen aus Umweltschutz und Tierschutz, die sich an unserer Seite für die Einführung der Weidetierprämie in Deutschland einsetzen. Zuletzt stützten über 30 Organisationen unseren Aufruf.

Wie wird die Weidetierprämie bemessen?

Es zählen nur Mutterschafe, weil deren Bestand erhalten werden soll. Lämmer sind nicht förderfähig. Maßgeblich ist der höchste Bestand in den letzten fünf Jahren vor Prämieneinführung.

Warum kann die Weidetierprämie nicht auf die Fläche berechnet werden?

Mit der Weidetierprämie soll der Bestand an Schafen und Ziegen gesichert werden, weil sie für gesellschaftliche Aufgaben unersetzbar sind. Das ist WTO-kompatibel. Es gilt nicht als Wettbewerbsverzerrung. 

 

Entwürfe für neue Satzungen und Zuchtprogramme erstellt

Die EU-Tierzuchtverordnung 2016/1012 erfordert für alle anerkannten Zuchtorganisationen in verschiedenen Bereichen Anpassungen der Satzungen, der Zuchtprogramme und der bisherigen Zuchtbuch-ordnungen.

Innerhalb der Bundesverbände VDL und BDZ haben sich sechs Zuchtleiter gefunden, die zusammen mit Frau Dr. Waßmuth und Frau Unterseher-Berdon von den Genehemigungsbehörden in Niedersachsen und Bayern Muster für die künftig erforderlichen Satzungen und Zuchtprogramme entwerfen. Die Muster werden über die VDL und BDZ als Empfehlung an alle bundesdeutschen Schaf- und Ziegenzuchtverbände geschickt.

Bis zum 1. November 2018 müssen alle erforderlichen Satzungsänderun-gen und Anpassungen vorgenommen, abgestimmt, beschlossen und genehmigt sein. Die Arbeitsgruppe will rechtzeitig ihre Mustertexte erstellen, damit die einzelnen Verbände ihre Anpassungen vornehmen und auf den anstehenden Mitgliederversammlungen beschließen lassen können. Es wird empfohlen das zuständige Amtsgericht/Vereinsregister im Vorfeld einzubeziehen und die Eintragungsfähigkeit prüfen zu lassen. Nach dem Beschluss durch die Mitgliederversammlung muss die neue Satzung, zusammen mit den einzelnen Zuchtprogrammen, noch bei der für Tierzuchtrecht zuständigen Behörde eingereicht und genehmigt werden.

Die neuen Satzungen gliedern sich in zwei Teile:

- vereinsrechtlicher Teil (gilt für alle Mitglieder)

-tierzuchtrechtlicher Teil (mit Grundbestimmungen zur Herdbuchzucht)

Auch künftig werden die Satzung und entsprechende Änderungen durch die Mitglieder beschlossen. Da die Zuchtprogramme künftig nicht mehr Satzungsbestandteil sind, sondern einen Status als nachgeordnete Vereinsordnungen einnehmen werden, muss in der Satzung geregelt werden, welches Vereinsgremium für die Festlegung der Zuchtprogramme zuständig ist. Zudem geht mit dieser Regelung einher, dass zu allen Punkten, die in den künftigen Zuchtprogrammen niedergelegt sind, mehr oder weniger detaillierte tierzuchtrechtliche Grundbestimmungen der Herdbuchzucht in die Satzung aufgenommen werden müssen. Die bis-herige Zuchtbuchordnung wird es künftig nicht mehr geben. Die Inhalte der bisherigen Zuchtbuchordnungen werden z.T. in die Satzungen und z.T. in die für jede Rasse zu erstellenden Zuchtprogramme aufgenommen. Bestandteil der Zuchtprogramme wird zunächst ein allgemeiner Teil sein. Dort werden Angaben zum sachlichen (Auflistung der betreuten Rassen) und zum geografischen Tätigkeitsbereich (z.B. Bundesland) gemacht. Außerdem sollen hier folgende Angaben gemacht werden:

- zur Führung und Unterteilung des Zuchtbuches

- zu Tierzuchtbescheinigungen

- zur Kennzeichnung und Abstammungssicherung

- zu Pflichten /Aufzeichnungen der Züchter

- zur Zuchtdokumentation

- allgemeine Angaben zur Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung.

Der spezielle Teil des Zuchtprogramms muss getrennt für jede Rasse alle Inhalte der bisherigen Rassebeschreibungen enthalten, inklusive der Zuchtziele, Umfang der Zuchtpopulation, Besonderheiten bei der Zucht-bucheinteilung, Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung, Voraussetzun-gen zur Körung sowie genetische Besonderheiten und Erbfehler.

Hier wird es also im Vergleich zu den gewohnten Rassebeschreibungen, deren Inhalt eine DINA4-Seite umfasste, demnächst ein mehrseitiges Zuchtprogramm für jede Rasse geben. Das neue Tierzuchtrecht fordert, dass die Verbände ein umfangreiches Controlling bei beteiligten Dritten durchführen müssen. Das gilt für beteiligte Leistungsprüfungsorganisa-tionen (z.B. Landeskontrollverband, der die Milchleistungsprüfung durch-führt) und auch für die Zuchtwertschätzstelle.

Für die Herdbuchzüchter und die praktische Zuchtarbeit ändert sich durch die neuen tierzuchtrechtlichen Bestimmungen nicht allzu viel. Gewöhnen muss man sich an einige neue Begrifflichkeiten. So heißen Zucht-bescheinigungen künftig Tierzuchtbescheinigungen. Neu für Züchter einiger Verbände dürfte sein, dass Tierzuchtbescheinigungen gemäß VO(EU)2016/1012 künftig nur noch auf Antrag des abgebenden Züchters ausgestellt werden dürfen. Tierzuchtbescheinigungen dürfen zudem nur noch für Tiere der Hauptabteilung ausgestellt werden und müssen grund-sätzlich dokumentiert werden (Ablage einer Kopie oder als Datei). Bei Jungtieren, die noch nicht im Zuchtbuch eingetragen sind, gilt der Antrag auf Ausstellung einer Tierzuchtbescheinigung als Antrag auf Eintragung in das Zuchtbuch. Die Tierzuchtbescheinigung muss aktuelle Angaben beinhalten – z.B. auch das Ergebnis der neusten Zuchtwertschätzung- ggf. ist ein Hinweis auf eine Website abzudrucken, wo das neuste Ergebnis einsehbar ist. Außerdem müssen zukünftig auch die E-Mail-Adresse des Züchters und ein Hinweis auf die Website des Verbandes auf der Tierzuchtbescheinigung abgedruckt werden.

 

Lehrfahrt 2018 nach Thüringen

Unsere nächste Lehrfahrt führt uns in die Mitte Deutschlands nach Thüringen. Wir fahren von Donnerstag, den 06.09.2018, bis Sonntag, den 09.09.2018, wieder mit Schmidt-Reisen, Dagebüll.

Folgender Reisehöhepunkte sind bisher geplant:

Do., 6.9.2018

Anfahrt


Nachmittag zur Ziegenalm Sophienhof
Betrieb: Harzer Ziegen, Herstellung von Ziegeneis und Käse, Tiroler Grauvieh, Dammtierhaltung


Check-In „Treff Hotel Panorama, Oberhof


Abendessen Hotel

Freitag, 7.9.2018

Fahrt zum Milchschafherdbuchzuchtbetrieb Lacaune-Schafe, Landhof „Am Ziegenried“ GmbH in Arnstadt


Oberhof Führung zu den Wintersportstätten


Mittagessen in Oberhof in der Thüringer Hütte


Fahrt nach Südthüringen zu einer Hüteschäferei im Thüringer Wald (GbR Kieser oder Schäferei Otto)


Abendessen Hotel

Samstag, 8.9.2018

Fahrt nach Schloßvippach Milchproduktionsbetrieb mit einem Melkkarussell (Ersteinbau in Europa) mit Führung


Mittagessen in der Dachwiger Mühle mit Mühlenführung


MLW Herdbuchzuchtbetrieb

Abends

Stadtführung Erfurt


Abendessen Erfurt o. Hotel

Sonntag, 9.9.2018

Besichtigung der Wartburg in Eisenach mit Burgführung


Heimfahrt nach Schleswig Holstein

Die Reisekosten betragen 350,00 € p.P. im Doppelzimmer u. 425,00 € p.P. im Einzelzimmer inklusive Frühstück, Abendessen und Besichtigungen.

Interessenten melden sich bis 29.03.2018 in der Geschäftsstelle.

 

Bundesschau der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe

Am 7. Oktober 2017 fand die 2. Bundesschau der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe im Vermarktungszentrum der Rinder-Allianz GmbH in Karow statt.

Nach der Erstauflage 2006 bei der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) war auch dieses Mal der Landesschaf- und Ziegenzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern (LSZV) Gastgeber für 22 Züchter aus sechs Bundesländern. Sie brachten 92 Tiere mit, die sich den Preisrichtern Mathias Brockob und Mathis Herrmann, unterstützt von Luise Pachaly, stellten. Aus Schleswig-Holstein waren Anne Greef und Anke Mückenheim mit dabei. Anne Greef stellte auch den Reservesieger, der sich also nur hinter dem besten Bock, einem dreijährigen Zuchtbock aus der Zucht von Christoph Höller, Rinteln anstellen musste.

Ein hartes Los hatten die Preisrichter als zwölf Kollektionen vor ihnen standen. Der 1a-Preis ging an die Gemeinschaftskollektion Gunda Jung/ Milgeta Agrar GmbH aus Brandenburg mit ihrer „Kollektion II“. Platz zwei ging an die Kollektion der Thoms & Richterich GbR aus NRW, Platz drei an die Auswahl der Familie Kronberg aus Brandenburg.

Bei den Nachzuchtsammlungen ging der 1a-Platz an die männlichen Nachkommen eines Bockes aus der Zucht von Holger Beeke, der 1b-Preis an die weibliche Nachzucht von Anke Mückenheim und der 1c- Preis an die Nachzucht der Thoms & Richterich GbR.

Die Wahl des Wollsiegers fiel den Preisrichtern schwer, da alle Tiere im Vorfeld eine 9 in der Wollqualität erhalten hatten. Letztendlich siegte der Bock „Fiete“ aus der Zucht von Anke Mückenheim, knapp gefolgt vor einem Bock aus der Zucht von Familie Glamann aus Waren/Müritz.

Höhepunkt und Abschluss des Wettbewerbes bildete die Wahl der besten Generationensammlung. Hier gingen jeweils zwei Sammlungen mit Mutter, Tochter und Enkelin ins Rennen. Der Sieg ging an die Auswahl der Milgeta Agrar GmbH, der zweite Platz an die Zuchttiere von Michael Ruhnau aus Niedersachsen. Im gleichen Zuge wurde auch das fruchtbarste Mutter-schaf ausgezeichnet. Hier setzte sich ein zwölf Jahre altes Muttertier durch. Das am 20. Juli 2005 geborene Schaf hatte insgesamt 12 Mal gelammt, 25 Lämmer geboren und 23 davon aufgezogen. Beim anschließenden Züchterabend in der Auktionshalle in Karow versprach der LSZV-Vorsitzende Jürgen Lückhoff, dass man bis zur dritten Bundesschau der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe nicht wieder elf Jahre warten wolle. Der Landesverband gratuliert Anne Greef und Anke Mückenheim recht herzlich!

Weißkopfzüchter feiern 100-järige Herdbuchzucht ihrer Rasse

Der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems e. V. und die Züchter und Halter des Deutschen Weißköpfigen Fleischschafes laden alle Freunde der Weißkopfzucht zum 100-jährigen Jubiläum herzlich ein. Die Jubiläumsfeier findet am Sonntag, den 29. Juli 2018, auf Hof Iggewarden, Iggewarden 1, 26969 Butjadingen, statt.

100 Jahre Herdbuchzucht geben Anlass gemeinsam das Erreichte zu würdigen. Mit dieser Tierschau (offen für ganz Deutschland) können die Züchter zeigen, wie erfolgreich sie die Bedingungen des Marktes erfüllen. Die Veranstalter hoffen auf rege Beteiligung an der Tierschau, gutes Wetter und viele Gäste aus nah und fern.

8:30 Uhr Auftrieb (nach Absprache Tags zuvor möglich)

9:30 Uhr Richten der Einzeltiere

ca. 12:30 Uhr Eröffnung reichhaltiges Lammbuffet

ca. 14.00 Uhr Beginn des Festaktes Grußworte und Vorstellung der Chronik

ca. 15:00 Uhr Richten der Familien und Sammlungen anschl. Ermittlung Siegerschaf und Siegerbock

ca. 16:30 Uhr Siegerehrung

ca. 17:00 Uhr Auktion

Zu der kleinen Auktion sind die Züchter mit Tieren zugelassen, die an der Tierschau teilgenommen haben. Je Teilnehmer sind ein gekörter Bock und zwei weibliche Herdbuchtiere bis zu einem Alter von 20 Monaten zugelassen. Alle Tiere müssen den Scrapiegenotyp ARR/ARR haben.

Als i-Tüpfelchen wird unter den anwesenden Schafen der Tierschau ein wertvoller Sonderpreis verlost.

Die Anmeldung der Schafe und Böcke für die Tierschau wird bis zum 10. Juni 2018 bei der Geschäftsstelle des Landes-Schafzuchtverbandes Weser-Ems e. V., Mars-la-Tour Str. 6, 26121 Oldenburg per Post, Fax 0441/8859483 oder email: lsv@Lwk-niedersachsen.de erbeten.


Schaftage 2018

3. Unewatter Schaftag

Auch in diesem Jahr wird der Bezirk Rendsburg/ Eckernförde wieder den Unewatter Schaftag im Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt feiern.

Los geht es an Christi Himmelfahrt, den 10.05.2018, ab 10.00 Uhr. Neben der Ausstellung vieler im Bezirk vertretener Schafrassen gibt es eine Vielzahl von Attraktionen für das Publikum. Hütevorführungen, Schafscheren und Bastelaktionen mit und ohne Schafwolle wechseln sich ab. Viele Spinnerinnen und Spinner werden die verschiedenen Spinnräder schnurren lassen. Eine “Wollmeile” zeigt die interessanten Unterschiede der Schurwolle unserer Schafrassen. Für das leibliche Wohl sorgen Lammleckereien vom Grill. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Schafmarkt auf dem Museumshof Lensahn

Am Pfingstsonntag, den 20.5.2018, wollen der Museumshof Lensahn und der Bezirk Ostholstein wieder den nun schon traditionellen Schafmarkt auf dem Museumshof organisieren.

Diese Veranstaltung hat in den vergangenen Jahren viele Besucher angezogen und war für uns Schäfer eine gute Gelegenheit, uns und unsere verschiedenen Rassen dem Publikum zu präsentieren. Es ist eine sehr gute Gelegenheit, ohne Einfluss von Presse und sonstigen Interessengruppen, über unsere Sorgen und Nöte als Schafhalter mit den Mitbürgern ins Gespräch zu kommen und unsere Sicht auf die Dinge mal zu formulieren. Um auch diesen Schafmarkt wieder bunt und attraktiv zu machen, brauchen wir natürlich begeisterte Schäfer und Züchter, die ihre Schafe, evtl. mit Lämmern, ausstellen. Züchter aus anderen Bezirken sind dabei ebenso herzlich willkommen. Auch würden wir uns sehr freuen, wenn wir noch eine Anmeldung für eine Hütevorführung bekommen würden. Um die Pferche mit den Ausstellungsschafen wird es wieder eine bunte „Zeltstadt“ mit Angeboten für Kinder und Erwachsene geben, sodass jede/r etwas für sich entdecken kann. Wir möchten den Besuchern auch wieder die verschiedenen Rohwollen auf unserer „Wollmeile“ demonstrieren und bitten die Schäfer, die jetzt schon scheren oder geschoren haben, uns ca. 3 schöne Vliese zu überlassen (die auch anwesenden Spinner/innen kaufen gern das eine oder andere zum Handspinnen geeignete Vlies). Ihr könntet die Wolle z.B. zum Klönabend mitbringen! Wer nun Lust bekommt mitzumachen, meldet sich bitte bei mir, Frauke Wechselberg, unter Tel. 04382-9207180 oder 0170-9821346 an.

Termine

Wollannahme Bosau / Liensfeld

Am Freitag, den 06.07.2018, findet die Wollannahme auf dem Hof Kallmayer, 23715 Bosau / Liensfeld statt. Die Rohwolle wird in der Zeit von 9.30 bis 14.00 Uhr von der Firma Sturm aufgekauft.

Treffen des AK Suffolk

Das Treffen des AK Suffolks findet in diesem Jahr am Donnerstag, den 14. Juni, um 19.00 Uhr im Alten Landkrug in Nortorf statt. An diesem Abend wollen wir uns über aktuelle Themen in der Schafhaltung, sowie über die Suffolk-Zucht austauschen. Weitere Informationen erhalten die Mitglieder des Arbeitskreises mit der Einladung. Wir freuen uns über Anregungen zu Themen für die Tagesordnung und Vorschläge für Referenten.

Frühjahrsversammlung AK Landschafe

Der Arbeitskreis Landschafe trifft sich am Samstag, den 02. Juni 2018, zu seiner Frühjahrsversammlung im Tierpark Arche Warder.

Viele wichtige Themen, die Planung des Landschaftages und der Bundesschau 2019 werden auf der Tagesordnung stehen. Außerdem bietet die Versammlung immer wieder eine gute Gelegenheit für alle Landschafhalter sich über aktuelle Themen auszutauschen. Daher sind alle Landschafzüchter und -halter recht herzlich eingeladen und wir freuen uns, wenn Sie auch Gäste und Interessierte mitbringen. Eine gesonderte Einladung mit Tagesordnung wird Ihnen rechtzeitig zugesandt.

Lehrgänge 2018

Köddelkurs am 12.5.2018

Auch in diesem Jahr wurde der Köddelkurs wieder nachgefragt. Also wird es am 12.05.2018 um 14 Uhr wieder losgehen mit der Jagd auf Wurmeier im Schafskot. Familie Wechselberg, Goldhorst 9 in 23758 Neutestorf wird in bewährter Manier das Erkennen und Bewerten von Wurmeiern unter dem Mikroskop zeigen. Jeder Teilnehmer kann in Theorie und Praxis lernen, wie der Schafskot aufbereitet und dann unter dem Mikroskop untersucht wird. In geselliger Runde wird viel über die Handhabung eines Mikroskops, aber auch über Weidehygiene und Entwurmungsstrategien gesprochen. Der „Köddelkurs“ ist kostenlos, erfordert aber eine Anmeldung, da die Plätze begrenzt sind. Kursdauer ca. 3 – 4 Std.

Teilnehmer können am Lehrgangstag gern frische Kotproben von den eigenen Schafen und - wer hat - ein eigenes Mikroskop mitbringen.

Anmeldungen bitte bei Familie Wechselberg ab 18 Uhr Tel. 04382-9207180 oder per whatsapp unter 01709821346 oder per email an herdbuchbezirk-ostholstein@wechselberg.de

Einstieg in die Schafzucht 23.06.2018

Der Tierbeurteilungslehrgang findet am 23.06.2018 im Tierpark Arche Warder statt und soll die Grundlagen der Schafzucht bzgl. Genetik, Anatomie, tierzuchtrechtlicher Bestimmungen und Leistungsprüfungen vermitteln. Im nächsten Schritt werden die daraus resultierenden Entscheidungen für Selektion und Tierbeurteilung besprochen, in der Praxis demonstriert und von den Teilnehmern angewandt. Der Tierpark Arche Warder, bietet zudem die Möglichkeit viele unterschiedliche Rassen zu sehen. Weiterhin sollen Fragen wie z.B.:" Wie bereite ich meine Tiere auf die Körung vor?" diskutiert werden. Hier wird ein langjähriger Züchter über seine Erfah­rungen berichten und einige Tipps verraten. Der Lehrgang richtet sich an alle Schafhalter. Die Kosten belaufen sich, abhängig von der Teilnehmerzahl, auf etwa 40,00 €.

Interessierte melden sich bitte bis zum 28.05.2018 in der Geschäftsstelle Kiel (Tel.: 0431/332608) an.

Tiertransportlehrgang:

Halbtägiger Lehrgang mit Prüfung zur Erlangung des Befähigungs­nach-weises „Tiertransport für Schaf- und Ziegenhalter“.

Seit 01.01.2007 gilt die neue EU- Tierschutztransportverordnung, nach der alle, die ihre Tiere mehr als 65 km weit und im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit transportieren, einen Befähigungsnachweis vorlegen müssen. Dieser Lehrgang richtet sich an Mitglieder mit einer Ausbildung zum Tierwirt, Landwirt, Pferdewirt, Fleischer, Tierpfleger oder mit einem erfolgreichen Abschluss eines Hoch- oder Fachschulstudiums. Aber auch Mitglieder aus Schleswig-Holstein ohne Nachweis über diese Ausbildungs­gänge können an diesem Lehrgang teilnehmen und erhalten bei bestandener Prüfung die Erlaubnis Tiere bis zu 8 Stunden zu transportieren.

Falls Sie auch noch einen Befähigungsnachweis brauchen, melden Sie sich bitte bis zum 29.03.2018 in der Geschäftsstelle an. Damit dieser Kurs stattfinden kann, ist eine Teilnehmerzahl von mindestens 10 Personen erforderlich.

Lehrgang für Schafhalter 2018 in Futterkamp

Seit Jahren lebt der Schafhaltungslehrgang davon, dass Auszubildende der drei Lehrjahre, Hobbyschäfer, angehende Schäfer und Inhaber oder deren Betriebsnachfolger von großen Schäfereien nebeneinander im Lehr­gang sitzen. Ihnen allen werden von Fachreferenten aus Beratung und Praxis Grundlagen, Praxis und neue Erkenntnisse aus den Bereichen Haltung, Vermarktung, Fütterung, Öffentlichkeitsarbeit, Weidewirtschaft etc. in 10 Unterrichtstagen vermittelt. Für die praktischen Arbeiten an den Schafen stehen unterschiedliche Partien von Schafen zur Verfugung. Die Lehrgangszeit endet mit einer Prüfung bzw. einer Erfolgskontrolle, womit u.a. der Nachweis einer vermittelten Sachkunde in der Schafhaltung erbracht werden kann. Der Unterricht orientiert sich an den Vorgaben der fachlichen und praktischen Notwendigkeit für Tierwirte und den tierschutz-rechtlichen Anforderungen der Schafhaltung. Der Schwerpunkt liegt in der praktischen Anwendung, so dass jeder Schafhalter dem Unterricht folgen und wertvolle Informationen für den täglichen Umgang mit Schafen daraus ziehen kann.

Termin: 04.Juni bis 15.Juni 2018

Ort: Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp

Unterrichtsdauer: täglich 08.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Nach Bildungsurlaubsfreistellungsgesetz anerkannt bei I Bank Schl.-Holst. unter WBG-B-9369

Teilnehmer: Der 10 tägige Schafhaltungslehrgang richtet sich u.a. an Neben-, Haupterwerbs-, Hobby- und Berufsschäfer, sowie Interessierte.

Anmeldung Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp, 24327 Blekendorf Tel.:04381/90090

Betriebsberatung zum Thema Herdenschutz

Die Wiederbesiedlung des Wolfes in Deutschland stellt verschiedene Interessengruppen vor neue Herausforderungen. Besonders die Nutztierhalter sind von der Rückkehr dieser Tiere betroffen. Denn Schafe und Ziegen können zu einer leicht verfügbaren Beute des Wolfes werden, wenn sie nicht durch eine geeignete Maßnahmen vor Angriffen geschützt sind. Das Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein möchte die Tierhalter dabei unterstützen, einen möglichst effektiven Herdenschutz aufzubauen und bietet daher Betriebsberatungen zum Thema Wolf und Herdenschutz an. Die Beratungen sind kostenlos und unverbindlich.

Termine können gerne unter folgenden Nummern vereinbart werden:

Yvette Krummheuer, LLUR, T +49 4347 704-325  Yvette.Krummheuer(at)llur.landsh.de

Yvette.Krummheuer(at)llur.landsh.de

oder

Jens-U. Matzen, MELUR, T +49 4326 288 655  

Jens.matzen(at)gmx.de

Impfung gegen das Blauzungenvirus

Das Ministerium hat uns informiert, dass ein Ausbruch dieser Tierseuche weitreichende Folgen für Deutschland und Schleswig-Holstein hätte: Da die empfänglichen Tierpopulation in Deutschland und Schleswig-Holstein als überwiegend ungeimpft und empfänglich gegenüber BTV ist, ist das Risiko von Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit mit der Folge wirtschaftlicher Schäden durch Leistungseinbußen und Leiden für die betroffenen Tiere hoch. Im Falle eines BTV-Ausbruchs werden die betroffenen Betriebe gesperrt und um diese Betriebe Restriktionszonen mit einem Radius von insgesamt 150 km eingerichtet. Auch ohne Ausbruch im eigenen Bundesland könnte Schleswig-Holstein schnell aufgrund des großen Radius einer Restriktionszone betroffen sein. In diesen Zonen wird ein BTV-Überwachungsprogramm mit Unter­suchungen und Verbringungsbeschränkungen durchgeführt sowie weitere Maßnahmen wie die Behandlung der Tiere mit Insektiziden/Repellentien geregelt. Es dürfen ausschließlich vorher mit negativem Ergebnis untersuchte oder geimpfte und gegen Mücken geschützte Tiere aus den Zonen verbracht werden. Die Impfung muss allerdings rund 60 Tage zurückliegen. Tierhalter, die ihre Bestände rechtzeitig geimpft haben, haben in diesem Fall einen zeitlichen Vorteil erlangt. Kälber von geimpften Muttertieren können bis zu einem Alter von vier Monaten mittels einer Tierhaltererklärung aus der Restriktionszone verbracht werden.Der Handel mit Drittländern mit Wiederkäuern oder Samen würde durch den Verlust des BTV-Freiheitsstatus aufgrund eines Ausbruchs in Deutschland voraussichtlich stark eingeschränkt.Zur Impfung gegen die unterschiedlichen Stämme dieses Virus sind Impfstoffe zugelassen. Die Verfügbarkeit des Impfstoffs ist derzeit begrenzt. Es muss damit gerechnet werden, dass bei einem Ausbruch der Blauzungenkrankheit und einem damit verbundenen höheren Impfaufkommen die Verfügbarkeit der Impfstoffe weiter sinkt.

Aufgrund der räumlichen Nähe zu Frankreich werden seit 2016 in Baden-Württemberg und den anliegenden Bundesländern verstärkt freiwillige Impfungen gegen BTV 8 und BTV 4 durchgeführt. Weitere Bundesländer empfehlen die freiwillige Schutzimpfung ebenfalls.

Die frühzeitige Impfung gegen die Blauzungenkrankheit wird auch den Tierhaltern in Schleswig-Holstein empfohlen, um Tierleid durch klinische Infektionen zu vermeiden und um auch nach einem möglichen Ausbruch der Tierseuche in Deutschland die wirtschaftlichen Folgen durch Handelsbeschränkungen zu verringern.Die Impfung gegen das Blauzungenvirus ist genehmigungspflichtig. Die zuständigen Veterinärbehörden erteilen diese Genehmigung im Einzelfall auf Antrag oder pauschal durch Allgemeinverfügungen. Informationen zur Impfung (Registriernummer des Betriebes, Datum der Impfung, verwendete Impfstoff) sind der Veterinärbehörde mitzuteilen. Es sei darauf hingewiesen, dass die Kosten für diese freiwillige Impfung vom Tierhalter zu tragen sind.

 

Minister Habeck stellt neues Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein vor

An den Runde-Tisch-Gesprächen waren zahlreiche Verbände beteiligt, die durch die Wiederbesiedlung des Landes betroffen sein könnten. Es waren Vertreter der Landwirtschaft (insbesondere der Nutztierhalter) ebenso beteiligt wie die schleswig-holsteinische Forstwirtschaft und Pferdesportverbände. Darüber hinaus beteiligten sich Vertreter der Naturschutz- und Tierschutzverbände sowie der behördliche Natur- und Tierschutz. Insgesamt tagte der Runde Tisch vier Mal, um die vielfältigen Probleme zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Auch künftig wird seine Arbeit weitergehen. Zwei Mal im Jahr wird er unter Federführung des LLUR zusammenkommen, um auf aktuelle Probleme zu reagieren und das Wolfsmanagement des Landes wenn nötig laufend an die aktuellen Erfordernisse anzupassen.

Seit 2007 gab es 29 Wolfsnachweise. Zudem wurden 108 Verdachtsfälle von Nutztierrissen gemeldet. In neun dieser Fälle wurde ein Wolf als Verursacher nachgewiesen. In 22 Fällen konnte ein Wolf nicht sicher ausgeschlossen werden. Insgesamt wurden seit 2007 rund 36 000 Euro an Entschädigungen gezahlt, davon der größte Teil an zwei einzelne Nutztierhalter. Für die Prävention von Schäden durch Herdenschutzmaßnahmen lagen die Kosten bei 216 000 Euro.

Gemeinsam mit Schafhaltern, Jägern und Naturschützern hat das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium das Wolfsmanagement auf neue Füße gestellt. Neben einer behördlichen Basis gehören mehr Wolfsbetreuer, neue Regeln bei der Entschädigung und Lösungen beim Umgang mit verletzten Wölfen zu den Kernpunkten.

Erarbeitet wurden sie gemeinsam beim Runden Tisch. "Mit dem neuen Management schaffen wir eine breit akzeptierte Basis für den weiteren Umgang mit dem Wolf. Die ist angesichts der schwierigen Debatten und der unterschiedlichen Interessen besonders wertvoll. Und es ist der Bereitschaft aller zu konstruktiven Lösungen zu verdanken", sagte Minister Habeck heute (12. August 2016) in Kiel, wo er gemeinsam mit dem Landesverband der Schleswig-Holsteinischen Schafzüchter, dem NABU und dem Koordinator der Wolfsbetreuer, Jens Matzen, die Ergebnisse des Runden Tisches vorstellte.

Anlass für die Überarbeitung des Wolfsmanagements war, dass der Aufwand im Umgang mit dem Wolf deutlich gestiegen war. So wuchs die Zahl der Wolfsnachweise, die Meldungen über möglicherweise durch Wölfe gerissene Tiere stiegen vor allem 2015 an und in einigen Fällen wurden durch Wölfe größere Verluste in Nutztierbeständen gemeldet. Daher hatte Minister Habeck den Runden Tisch, der unter seiner Amtsvorgängerin Juliane Rumpf 2009 das erste Management entwickelt hatte, im Sommer 2015 wieder einberufen, um neue und auch strittige Fragen zu klären und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen im Herbst im Rahmen einer Broschüre veröffentlicht werden.

Ein Schwerpunkt war die Frage von Entschädigungszahlungen, die bislang aufgrund des EU-Wettbewerbsrechts (Deminimis-Beihilfen) auf maximal 15 000 Euro pro Betrieb, innerhalb von drei Jahren, begrenzt sind. Diese Höhe wurde in jüngster Vergangenheit überschritten beziehungsweise nahezu erreicht. Um für solche Fälle gewappnet zu sein, wird das Ministerium hier eine Aufhebung der Grenze beantragen und dafür bei der EU die Förderrichtlinie notifizieren lassen. "Das heißt auch, dass bestimmte Kosten, wie Tierarztkosten nach einem Wolfsübergriffe, nur noch 80 Prozent durch das Land ersetzt werden können. Aber alles in allem ist es aus Sicht der Beteiligten beim Runden Tisch dennoch die bessere Lösung", sagte Habeck.

Die Schäden berechnen sich künftig nach einem von allen Seiten akzeptierten Kalkulationsverfahren. Zudem werden bestimmte Mitwirkungspflichten der Tierhalter und Tierhalterinnen festgelegt. So müssen sie Fälle von potentiellen Wolfsrissen spätestens am Tag nach dem Vorfall melden oder dürfen getötete Tiere beispielsweise nicht bewegen, bevor ein Wolfsbetreuer sie untersuchen konnte. "Nach jedem Riss müssen wir die Bisspuren untersuchen und Proben nehmen. Nur dann lässt sich herausfinden, ob ein Wolf angegriffen hat oder ein anderes Tier", sagte der Koordinator der Wolfsbetreuer, Jens Matzen.

Intensiv diskutiert wurde auch, wie mit Wölfen umzugehen ist, die bei Unfällen verletzt werden und unter welchen Rahmenbedingungen eine Nottötung möglich ist, um die Tiere aus Gründen des Tierschutzes von ihren Leiden zu erlösen. Dies ist insbesondere deshalb anspruchsvoll, weil Wölfe nach dem Bundesnaturschutzgesetz und dem EU-Recht streng geschützte Tiere sind und grundsätzlich ein Tötungsverbot gilt. Der Runde Tisch hat nun gemeinsam mit den Veterinärbehörden des Landes und der schleswig-holsteinischen Tierärztekammer einen rechtsicheren Weg für eine Nottötung abgestimmt. So sollen die Polizei und Tierärzte eine vorweggenommene Ausnahmegenehmigung erhalten, um dann einen Wolf von seinen Leiden zu erlösen, wenn er so schwer verletzt ist, dass er sich nicht mehr von der Unfallstelle entfernen kann. Ein Tierarzt muss nicht zwangsläufig vor Ort sein.

Bereits 2015 hatte das Land das Wolfsmanagement neu strukturiert und beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) angesiedelt und die Rolle des Koordinators der Wolfsbetreuer fest etabliert. Darüber hinaus wurde mit einem Fachwissenschaftler der TU Dresden als sogenannte erfahrene Person die Übernahme weiterer Aufgaben vereinbart. Zusätzlich wurden neue ehrenamtliche Wolfsbetreuer geschult, damit steigt die Zahl von 40 auf 70. "Wir haben das Management behördlich verankert, um es zu stärken. Aber die Arbeit der ehrenamtlichen Wolfsbetreuer ist unentbehrlich. Ihr hohes Engagement und ihre Fachkunde sind gefragt. Es ist wertvoll, dass nun noch mehr Wolfsbetreuer uns unterstützen", sagte Habeck. Zudem werden seit 2016 erstmals spezielle Haushaltsmittel in Höhe von 100 000 Euro in den Haushalt des zuständigen Umweltministeriums eingestellt – zuvor waren anfallende Ausgaben jeweils aus dem laufenden Haushalt des Naturschutzes finanziert worden.

 Es wurden im Rahmen der Runde-Tisch-Gespräche Empfehlungen für den Fall von Wolfsbegegnungen erarbeitet. Neben anderen wurde insbesondere festgelegt, dass Wölfe unter keinen Umständen gefüttert werden dürfen, da an Menschen gewöhnte Wölfe in der Folge aufdringlich oder aggressiv einfordern könnten. Um solchen Entwicklungen entgegenwirken zu können, wurden entsprechende Fütterungen im Rahmen der Regelungen des Landesnaturschutzgesetzes auch rechtlich untersagt. Die Regeln sollen in einem Flyer veröffentlicht werden.

Gänseschaden an Deichen

In jedem Frühjahr wird eine Deichschau durchgeführt und der durch Gänse verursachte Schaden festgestellt. Daraufhin kann ein Pachterlass gewährt werden. Bitte beachten Sie: Damit die Flächen begutachtet werden, müssen sie zuvor angemeldet werden. Wenden sie sich dazu an das Landesamt.

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