Neue Kennzeichenvorschriften

Schaf- und Ziegenzuchtverbände Schleswig - Holsteins informieren gemeinsam mit der LKD über die Umsetzung der Neuregelungen zur Schaf- und Ziegenkennzeichnung

Sehr geehrter Schafhalter/in, Sehr geehrter Ziegenhalter/in, nachdem seit dem 9. Juli 2005 die EU-weite Regelung zur Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen gültig ist, steht nun die Angleichung der Vorschriften in die nationale Viehverkehrsverordnung kurz vor dem Abschluss. In Abstimmung mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein werden die neuen Kennzeichnungsrichtlinien in Schleswig-Holstein wie nachfolgend beschrieben umgesetzt.


Aussehen und Ausgabe der Ohrmarken
In Schleswig-Holstein werden von der LKD in Zukunft, d.h. mit den neuen Bestellungen, nur noch Ohrmarken ausgegeben, welche die folgenden Bedingungen erfüllen (siehe Bild): Gelbe Ohrmarken mit schwarzer Schrift.
Das Dornteil ist beschriftet mit dem Logo der LKD, "DE" für Deutschland, "01" für die Tiergattung Schaf und Ziege, "01"für Schleswig-Holstein oder "02" für Hamburg sowie einer 8-stelligen individuellen Nummer. Auf dem Lochteil sind neben "DE" und dem Kreiskennzeichen die letzten 7 Stellen der Registriernummer des Geburtsbetriebs angedruckt. Die Ohrmarken sind bei der LKD zu bestellen und werden in doppelter Ausfertigung (zwei identische individuelle Nummern) ausgeliefert. Neue Bestellvordrucke erhalten Sie bei der LKD.

 

Erstkennzeichnung von Schafen und Ziegen
In den Mitgliedsstaaten der EU sind die neuen Kennzeichnungsvorschriften der Verordnung (EG) Nr. 21/2004 bei allen Schafen und Ziegen anzuwenden, welche ab dem 9. Juli 2005 geboren wurden.(ml und weibl. Herdbuch- und Gebrauchsschafe und Ziegen) Diese Tiere müssen innerhalb der ersten 6 Lebensmonate( 9 Lebensmonate sind uns mündlich zugesagt), spätestens aber vor dem Verlassen des Geburtsbetriebes gekennzeichnet werden. In Schleswig-Holstein wird diese Kennzeichnungspflicht in der Weise umgesetzt, dass alle Tiere in beiden Ohren mit der oben dargestellten Ohrmarke gekennzeichnet werden. Hierbei sind die beiden Ohrmarken mit identischer individueller Nummer zu verwenden. Die Kennzeichnung der Tiere muss im Bestandsregister erfaßt werden. Mit diesen Kennzeichnungsregelungen sind auch Schlachtschafe bis zu einem Alter von unter 12 Monaten ausreichend gekennzeichnet, da ihr Ursprungsbetrieb über die Rückseite der Ohrmarke auszumachen ist. Für die Tiere, die vor dem 9. Juli 2005 geboren wurden, gelten die bisher gültigen Kennzeichnungsvorschriften. (Nur die weiße VVVO Ohrmarke)


Ersatzkennzeichnung bei Verlust von Ohrmarken (Gilt nur bei Gebrauchsschafen und Gebrauchsziegen!!)
Verliert ein nach den neuen Kennzeichnungsvorschriften gekennzeichnetes Tier eine Ohrmarke, so ist die verbliebene Ohrmarke auszukneifen und das Tier mit zwei neuen individuellen Ohrmarken zu kennzeichnen. Diese "Ersatzkennzeichnung" ist im Bestandsregister zu erfassen. Sollten die von der LKD ausgegebenen Ohrmarken nicht für die Ersatzkennzeichnungen ausreichen, so können weitere Ohrmarken bei der LKD gegen Gebühr nachbestellt werden. Wird ein Verlust der Ohrmarke bei Tieren, die mit einer Betriebsohrmarke (weiße VVVO Ohrmarke)gekennzeichnet sind, festgestellt, können noch vorhandene Betriebsohrmarken zur erneuten Kennzeichnung verwendet werden. Sind jedoch keine Betriebsohrmarken mehr vorhanden, so müssen die Tiere in beiden Ohren mit den neuen Ohrmarken gekennzeichnet werden. Auch dieses ist im Bestandregister festzuhalten.


Sonderregelungen für Herdbuchzüchter des Schafzucht- und Ziegenzuchtverbandes
In Abstimmung mit dem Schafzuchtverband sowie dem Ziegenzuchtverband gelten für alle registrierten Zuchtbetriebe folgende Regelungen: 

  • Bei der Ohrmarkenausgabe erhalten die Zuchtbetriebe Ohrmarken mit einer tierindividuellen Nummer welche mit "DE 01 01 1" für Schleswig-Holsteinische bzw. "DE 01 02 1" für Hamburger Betriebe beginnt.
  • Ein Ersatzkennzeichnung der Herdbuchtiere bei verloren gegangenen Ohrmarken ist nicht möglich. Es sind in solchen Fällen bei der LKD für die verloren gegangenen Ohrmarkennummern Nummern mit der gleichen Ziffernfolge gegen Gebühr nach zu bestellen.

 

Erleichterung Kennzeichnung von Schlachtlämmern

Das Landwirtschaftsministerium führt eine Erleichterung für die Kennzeich­nung von Schlachtlämmern ein. Ab dem 1. Juli 2017 ist es in S-H möglich, Schafe und Ziegen, welche vor Vollendung des ersten Lebens­jahres im Inland geschlachtet werden, mit nur einer Ohrmarke zu kenn­zeichnen. Hierbei muss die Ohrmarke den in der Viehverkehrs­verordnung (ViehVerkV) beschriebenen Vorgaben ent­sprechen: In schwarzer Schrift auf weißem Grund stehen der Ländercode, das Kfz-Kennzeichen und die letzten sieben Stellen der Registriernummer. Die Ohrmarken können, wie gewohnt, bei der Landwirtschaftlichen Kontroll- und Dienstleistungs­gesell­schaft mbH (LKD) bestellt werden. Für alle übrigen Schafe und Ziegen gilt weiter­hin die bekannte Kenn­zeich­nungs­pflicht mit zwei Kennzeichnungs­mitteln gemäß ViehVerkV.

Hierbei ist es grundsätzlich vorgesehen, dass Schafe und Ziegen mit zwei nach ViehVerkV zugelassenen Kennzeichnungs­mitteln (z.B. Ohrmarken-Transponder, Ohrmarke, Bolus-Transponder, Fußfessel) gekennzeichnet werden. Eine Ausnahme kann bei Lämmern zugelassen werden, insofern sie vor Ablauf des ersten Lebensjahres im Inland der Schlachtung zugeführt werden. Hierbei muss das Tier mit nur einer Ohrmarke versehen werden. Die Landwirtschaftliche Kontroll- und Dienst­leistungsgesellschaft mbH (LKD) als beauftragte Stelle für die Aus­gabe von Kennzeichnungsmitteln nach der ViehVerkV in Schleswig-Holstein hat vom Landwirtschaftsministerium eine Genehmigung für die Ausgabe dieser Schlachtohrmarken erhalten.

Zu beachten ist allerdings:

  • Alle Tiere die älter als 9 Monate werden sollen oder zu Schlachtung ins Ausland verbracht werden sollen müssen weiterhin mit zwei Individuell gekenn­zeichneten Ohrmarken (eine davon elektronisch!) gekennzeichnet werden.
  • Rechtlich ist es nicht zugelassen die doppelten gelben Ohrmarken mit Individualnummer einzeln zu verwenden!



Dokumentation:
Wie bereits mehrfach im Bauernblatt veröffentlicht, gelten ab den 9. Juli 2005 neue Regelungen zur Führung des Bestandsregisters und der Ausstellung von Begleitpapieren. Ergänzend zu diesen Ausführungen muss beachtet werden, dass die Kennzeichnung der Schafe und Ziegen mit Ersatzkennzeichen im Bestandsregister erfasst werden muss. Vordrucke hierfür können am Ende dieser Ausführungen heruntergeladen werden oder werden als Beilage zu ihrer Bestellung von neuen Ohrmarken von der LKD beigelegt.


Wichtiger Hinweis für Herdbuchzüchter der Schafe und Ziegen:
Es werden ab sofort alle neu geborenen Lämmer mit der obigen Marke spätestens beim Verlassen der Ablammbucht gekennzeichnet! ( 3.-4- Lebenstag). Unter dieser Nummer (Lebensnummer) werden die Herdbuchlämmer dann in der EDV geführt.. Die Tätowierung der Lämmer wird ab sofort eingestellt! Die an die Neugeborenen Lämmer vergebenen Ohrmarkennummernpaare sind wie bisher in der Lämmerliste einzutragen.


Begleitpapier:
Beim Verbringen ist ein Begleitpapier auszustellen. Dieses enthält folgende Angaben (s. Muster 2): 

  • Name, Anschrift und Registriernummer des abgebenden Betriebes
  • Anzahl und Kennzeichnung der abgegebenen Tiere,
  • Name, Anschrift und Registriernummer des Bestimmungsbetriebes oder des Schlachthofes,
  • Name, Anschrift und Registriernummer des Transporteurs,
  • KFZ-Kennzeichen des Transportfahrzeugs und
  • Datum der Verbringung

Das vollständig ausgestellte Begleitpapier begleitet die Tiere bis zum Bestimmungsbetrieb. Der Bestimmungsbetrieb hat die Begleitpapiere für mindestens 3 Jahre aufzubewahren.


Vordrucke
Ein jeweils aktuelles Muster eines Bestandsregisters sowie eines Begleitpapiers kann von den Internetseiten der Landesregierung (www.landesregierung.schleswig-holstein.de), der LKD mbH (www.lkv-sh.de), des Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schafzüchter e.V. (www.schafzucht-kiel.de) sowie des Bauernverbandes Schleswig-Holsteins (www.bauernverbandsh.de) heruntergeladen werden.


Stichtagserhebung
Zusätzlich zur Anmeldung der Tierhaltung beim Kreisveterinäramt schreibt die europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnung ab dem 1.1. 2008 eine Stichtagserfassung der Schaf- und Ziegenbestände vor. Schleswig- Holstein ist bestrebt, mit dem Bundesverordnungsgeber eine Melderegelung herbeizuführen, die die Nutzung der Meldedaten zum Tierseuchenfonds gestattet.

Ziel ist es, den Tierhalter von zusätzlichen Meldepflichten zu entlasten.


Kontrolle
Auch im Rahmen von Cross-Compliance sind die Regelungen zur Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen relevant. Die korrekte Tierkennzeichnung, die Führung des Bestandsregisters sowie die Aufbewahrung und Ablage der Begleitpapiere werden im Rahmen von Vor- Ort Kontrollen überprüft.


Anpassung der Viehverkehrsverordnung
Aus rechtssystematischen Gründen muss mit dem Wirksamwerden des neuen Gemeinschaftsrechts auch das bisherige nationale Regelwerk zur Schaf- und Ziegenkennzeichnung angepasst werden.
Hierzu ist die Viehverkehrsverordnung zu ändern. Dabei wird geprüft werden, welche Spielräume das EU- Recht den nationalen Behörden lässt, um flexibel auf die Bedürfnisse der Schafhalter zu reagieren. 


Download:

Bestandsregister (PDF-Datei)
Begleitpapier (PDF-Datei)

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