Husum 2019

Schafbockauktionen des Landesverbandes 2019 – Schleswig-Holsteinische Böcke unter dem Hammer

Der Hammer auf den Husumer Auktionen ist zum letzten Mal gefallen, daher ist es nun wieder an der Zeit Bilanz zu ziehen und einen Überblick über den Verlauf zu geben. Der Landesverbandsvorsitzende Karl-Henning Hinz eröffnete, wie auch in den letzten Jahren, die Husumer Bockauktion, welche sich über vier Tage erstreckte mit insgesamt 666 angemeldeten Tieren.

Zur größten Bockauktion in Deutschland waren wieder viele Schafhalter aus Nah und Fern angereist, nicht nur um gute Böcke zu ersteigern, sondern auch den ein oder anderen Klönschnack mit Gleichgesinnten zu führen. Somit ist Husum ein bundesweiter Branchentreff für Schafhalter aus ganz Deutschland.

Der Auktionsreigen der Husumer Schafbockauktionen begann in diesem Jahr mit 153 Tieren der Rasse Texel aus den Bezirken Dithmarschen, Husum, Rendsburg-Eckernförde und Südtondern. Zuerst musste der Rassesieger des Tages gefunden werden. Die Prämierungskommission (Christian Lorenzen-Nissen, Karl Dieter Fischer und Reimer Bährs) entschied sich für die Kat.Nr. 10 aus der Zucht von Dr. Angelus Brandt, Breiholz. Den Reservesieg erhielt der Lammbock Kat.Nr. 78 des Jungzüchters Momme Bährs, Neufelderkoog, der als zweitteuerster Bock des Tages die Messehalle verließ. Auch in diesem Jahr wurden wieder Preise von der Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch (WDL) für die besten Fleischschafe verliehen. Das Besondere an diesem Preis ist, dass der Käufer dieses Tieres einen Gutschein in Höhe von 100 € von der WDL erhält. Karl Olschewski, Vorstandsmitglied der WDL, wählte den einjährigen Bock, Kat.Nr. 36, aus der Zucht von Ingo Jäger, Averlak, zum ersten WDL- Fleischsieger der Auktionen 2019. 111 Tiere konnten für einen Durchschnittspreis von 510 € unter den Hammer gebracht werden. Ein Bock (Kat.Nr. 52) aus der Zucht von Niels Löbkens, Kleve, erzielte dabei den Tagesspitzenpreis von 1.350 €. Der erste Texeltag endete so mit guten Ergebnissen, obwohl die Zuschauerzahl noch steigerungsfähig war. Dies sollte sich am zweiten Texeltag erfreulicherweise ändern. Und so füllte sich die Halle bereits während der Prämierungen mit zahlreichen Zuschauern. Es wurden 112 Tiere aus den Bezirken Eiderstedt und dem restlichen Schleswig-Holstein an den Mann gebracht. Diese wurden zuvor unter den Augen der Komission, die sich an diesem Tag aus Hans Michow Schröder, Gernand von Massow und Ingo Penn zusammensetze, beurteilt und prämiert. Da sich die Qualität der Texel an diesem Tag auf sehr hohem Niveau befand, hatten die Richter ein hartes Stück Arbeit vor sich. Der Jährlingsbock Kat.Nr. 165 aus dem Zuchtstall Hans Erhard und Martin Luhn, Tetenbüll, wurde schon zur Körung mit den Bestnoten 9/9/9 bewertet und zeigte sich auch am Prämierungstag in ausgezeichneter Konstitution, so dass er nicht nur den Rassesieg für sich entscheiden konnte, sondern auch WDL-Sieger wurde. Dies beeindruckte auch das Publikum, weshalb der Hammer beim stolzen Preis von 1.650 € fiel. Dieses Gebot wurde während den folgenden Auktionstagen nicht mehr getoppt. Die Wahl des Reservesiegers fiel den Richtern nicht leicht, aber am Ende konnte der Lammbock mit der Kat.Nr. 225 von Dr. Hauke Peters aus Tating die Plakette auf dem Rücken tragen. Der Tagesdurchschnittspreis betrug 559 €. Mit diesem guten Start endeten die Texeltage und die Halle stand der Rassevielfalt der nächsten Tage zur Verfügung.

Neben den Weißköpfigen und Schwarzköpfigen Fleischschafen wurden am Freitag auch die Rassen Charollais, Zwartbles, sowie die Landschaf-rassen Ouessant, Coburger Fuchsschaf und Bentheimer Landschaf aufgetrieben. Schon früh strömten viele Schafhalter und Interessierte in die Messehalle, so dass sich die Rassesieger einem breiten Publikum präsentieren konnten. Den Anfang machten die prämierungsfähigen Tiere von den 62 angemeldeten Weißköpfen. Die Prämierungskommission, bestehend aus Christian Lorenzen-Nissen, Hans Michow Schröder und Hardy Marienfeld, entschied sich bei dieser traditionellen Rasse für den Sieger mit der Kat.Nr. 321 aus der Zucht von Hauke Reimers, Tating, und kürte das Mutterlamm mit der Kat.Nr. 357 von Dirk Volquardsen, Ockholm, zur Reservesiegerin. Bei der Eröffnung strahlte der Jungzüchter Jan Hauke Volquardsen über beide Ohren, während er seine Reservesiegerin im Ring präsentierte. Der WDL Sieger mit der Kat.Nr. 306 aus der Zucht von Peter Theodor Hansen, Osterhever, erzielte mit 850 € schon einen guten Preis. Der teuerste Bock der Weißköpfe wurde jedoch die Kat.Nr. 341 von Jörg-Uwe Gloe aus Warmhörn, der den Zuschlagspreis von 1.350  € erzielte. Bei der gut verlaufenden Auktion der Weißköpfe fiel der Hammer bei durchschnittlich 531 €. Bei den Schwarzköpfigen Fleischschafen wurden insgesamt 18 Tiere in Husum aufgetrieben. Zum Rassesieger wurde mit 164 kg der schwerste Bock der gesamten Auktion mit der Kat.Nr. 368 von Michael Dohrn, Friedrichskoog, ernannt, der für 800 € versteigert wurde. Diese Zucht brachte auch den Reservesieger (Kat.Nr. 379) sowie den WDL- Fleischsieger der Schwarzköpfe (Kat.Nr. 374) hervor.

Der einzige Coburger Fuchsschafbock, aus der Zucht von Frauke Wechselberg, Neutestorf, erhielt alle Auszeichnungen und erzielte mit 530 € den höchsten Zuschlagspreis der Landschafrassen. Bei der kleinsten Schafrasse der Welt, den Ouessant, standen vier Vertreter im Ring. Sieger wurde Kat.Nr. 384, von Horst Feddersen, Drelsdorf, gefolgt von dem Reservesieger, Kat.Nr. 385, aus der Zucht von Willi Hüllmann, Seestermühe. Leider war der Markt in Husum in diesem Jahr für die Ouessants sehr schwierig, weshalb kein Tier verkauft werden konnte. Von den sieben Bentheimer Landschafen konnten auf der Auktion sechs Tiere den Besitzer wechseln. Dabei kam der Rassesieger mit der Kat.Nr. 390 aus der Zucht von Hauke Reimers, Tating, für 450 € unter den Hammer. Frau Dr. Boldt-Lynsche, Panker, erreichte mit ihrem Bock Kat.Nr. 392 den Reservesieg. Ebenfalls sieben Tiere der Rasse Zwartbles traten für die Auktion an. Der schönste Zwartbles-Lammbock, Kat.Nr. 399, wurde in diesem Jahr von Stefan Bock, Osterhever, gestellt. Der Reservesieger Kat.Nr. 396 von Philip Carstensen, Sollerup, wurde für 580 € als teuerster Zwartbles-Bock verauktioniert. Von den 53 im Katalog gemeldeten Charollaistieren fanden 47 den Weg nach Husum. Bei einem Durchschnittspreis von 566 € wurden 46 Tiere verkauft. Bei der Prämierung zeigte sich, dass die Züchter in den letzten gute Arbeit geleistet haben und sich die Charollais bei uns im Norden etabliert haben. Die Jury bestimmte Kat.Nr. 440, aus der Zucht Michael Dohrn, Friedrichskoog, zum Rassesieger. Zum Preis von 1500 € ging dieser Bock nach Nordhessen. Während der Reservesieger Kat. Nr. 411 von Anke Anderberg, Uetersen einen schleswig-holsteinischen Käufer fand. Der WDL- Fleischschafsieger der Charollais (Kat.Nr. 415) stammte wie im letzten Jahr aus der Zucht von Jörg Langhein, Kattendorf.

Am letzten Auktionstag wurden dann die Rassen Blaukopf, Suffolk und Swifter angeliefert. An diesem Morgen zeigte sich, dass der Ausdruck „sturer Bock“ eine gewisse Wahrheit in sich birgt, denn die Tiere waren nur schwer in die Waage zu treiben. Trotz alledem standen am Ende alle Tiere an ihrem Platz und die Prämierungen konnten beginnen. Den Anfang machten die Blauköpfigen Fleischschafe. Von den 17 Tieren erhielten 16 ein neues Zuhause. Die Kommission wählte in der Prämierung die besten Tiere aus. Kat.Nr. 471, ein Lammbock aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt, siegte, gefolgt von einem einjährigen Bock von Jens Kohrs, Poppenbüll (Kat.Nr. 460). Ein Bock von Klaus Stademann wurde als WDL Sieger (Kat.Nr. 463) durch den Ring geführt und erreichte mit 900 € den höchsten Zuschlagspreis der Blauköpfe. Weiter ging es mit der Gruppe der Suffolks. Insgesamt 185 Tiere waren im Katalog aufgeführt, von denen viele zur Prämierung zugelassen waren. Alleine bei den Jährlingsböcken erreichten 45 die Voraussetzungen zur Prämierung, was eine außergewöhnlich große Anzahl darstellt und so für die hohe Qualität des Jahrgangs spricht. Die Prämierungsrichter, Gernand von Massow, Angelus Brandt und Hans Erhard Luhn, sahen sich daher gezwungen die großen Prämierungsgruppen zu teilen. Bei der schwierigen Wahl des Rassesiegers entschied sich die Jury für die Kat.Nr. 487, ein Jährlingsbock aus der Zucht von Herbert und Elsbeth Minks, Bosau/Liensfeld. Dahinter folgte der Reservesieger Kat.Nr. 588 von Kai Fischer, Sommerland. Nicht nur mit dem Spitzenpreis des Tages von 1.350 € (Kat.Nr. 613) wurde die Zucht von Andreas Pirdzuhn, Todesfelde, ausgezeichnet, sondern auch mit dem WDL-Sieg der Rasse Suffolk für den Lammbock Kat.Nr. 571. Der Auktionator Alf Thomas Feddersen hatte anschließend allerhand Mühe die zahlreichen Böcke an den Mann und natürlich auch an die Frau zu bringen. Dies gelang ihm aber recht gut, so dass nur 10 Tiere den Ring ohne Gebot verlassen mussten. Dies war sicherlich ein Grund dafür, dass der Durchschnittspreis der Suffolk in diesem Jahr bei 495 € lag. Von den sechs Swifter-Lammböcken aus den Zuchten Hans-Helmut Schröder, Meggerdorf, und Peter Staack, Brunsbüttel, konnten vier zu einem durchschnittlichen Preis von 450 € unter den Hammer gebracht werden. Der erstplatzierte Lammbock, die Kat.Nr. 659, wurde als teuerster Swifterbock für 750 € verkauft.

Auch in diesem Jahr kam die amerikanische Versteigerung eines weiblichen Suffolklammes zu Gunsten der Jungscheepers bei den Zuschauern gut an. Diesmal schlug der Hammer bei 250 € zu, gerade als die Tochter von Stefan Ebsen, St. Peter Ording, ihre 10 € in den Topf warf. Damit ging das Tier in den Stall der potenziellen Jungzüchterin. Einen herzlichen Dank an Paul C. Burgwald, der das Mutterlamm für diese Versteigerung zur Verfügung gestellt hat.

Über alle vier Auktionstage konnte unser Auktionator Alf-Thomas Feddersen somit 507 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 516 € unter den Hammer bringen. Mit viel Charme und Humor hat er damit zu einer positiven Bilanz der diesjährigen Auktionen beigetragen. Dafür ein besonderes Dankeschön.

Neben den vielen Schafhaltern waren auch zahlreiche Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen in die Messehalle gekommen, welche uns an unterschiedlichen Tagen begleitet haben und dadurch die Vielfalt der Rassen festgehalten werden konnte.

Unterstützt wurden die Siegerehrungen durch die Nordfriesische Lammkönigin Heike Marit Carstensen mit ihrer Lammprinzessin Nadine Dethlefs und die weiteren Ehrengäste Klaus Jensen von der CDU-Fraktion sowie dem Bürgermeister der Stadt Husum Uwe Schmitz. Die Züchter der Rassesieger wurden jeweils mit einem Ehrenpreis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, sowie mit einer Medaille bzw. Plakette der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Züchter der Reservesieger erhielten jeweils den Ehrenbecher des Landes-verbandes. Für die Stiftung dieser Preise danken wir recht herzlich, da sie eine besondere Anerkennung für die Arbeit der Züchter darstellen.

Allen Züchtern an dieser Stelle nochmals herzliche Glückwünsche und ein großer Dank an die Prämierungskommissionen und Karl Olschewski für ihre objektive Beurteilung. Dank vieler Helfer ging das Aufräumen und das Reinigen schneller als gedacht und die Auktionen in Husum 2019 konnten als beendet erklärt werden. Allen Helfern dafür einen riesengroßen Dank! Vielen Dank auch an die Sponsoren der Stadt Husum, der Ringagentur Westküste, den Firmen Havens und J. Stöfen.

Trotz der sorgenvollen Stimmung unter den Schafhaltern war die Atmosphäre in Husum gut und die Verkäufe zeigten, dass auch weiterhin mit einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft der Schafhaltung in Schleswig-Holstein geschaut wird. Für gute Qualität wurden auch gute Preise bezahlt und dies ist für alle Käufer wichtig, denn der Bock ist die halbe Herde.

Der Landesverband möchte sich bei allen Helfern und Mitarbeitern für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne die die Auktionen in Husum bestimmt nicht so reibungslos verlaufen wären.

Warder 2019

Landschaftag 2019 im Tierpark Arche Warder - Strahlende Sonne und glückliche Züchter

Traditionell treffen sich die Landschafzüchter des Landesverbandes aus Schleswig-Holstein und Hamburg einmal im Jahr im Tierpark Arche Warder, um hier ihre bunte Rassevielfalt zu präsentieren. Landschafe grenzen sich im Gegensatz zu den Fleisch- und Milchschafen durch ihre besondere Eignung zur Landschaftspflege ab. Die Rassen sind sehr vielfältig, da sie jeweils den Gegebenheiten in der Ursprungsregion züchterisch angepasst wurden. Während z.B. die Heidschnucken perfekt auf die trockenen und leichten Böden der Heidelandschaft abgestimmt sind, ist das Walliser Schwarznasenschaf darauf ausgelegt dem rauen Klima des Hochgebirges im Wallis zu trotzen. Das sich alle auch im Norden wohlfühlen, liegt an der Anpassungsfähigkeit der Tiere und dem Engagement der Züchter.

Am 14. September 2019 war es wieder soweit und ein sonniger Samstagmorgen im Herzen des Landes zwischen den Meeren versprach, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Noch bevor der Tierpark offiziell seine Tore öffnete, brachten die zahlreichen Züchter ihre Tiere in die hübsch dekorierten Gatter. Die Körung startete am Vormittag, schon bald versammelten sich die ersten Schaulustigen um die beiden Ringe. Carl Wechselberg, unser Mann vom Fach, moderierte den Tag über die Veranstaltung und erklärte den Besuchern das Vorgehen in den Ringen. Neben Grundsätzen der Rassen, erfuhren die Zuschauer das Bewertungskonzept der drei Kriterien Wolle, Bemuskelung und äußere Erscheinung (W/B/E). Da die Körungsnoten sich bei fast allen Tiere im oberen Bereich befanden, versprach die Prämierung am Nachmittag spannend zu werden. Zwischen Körung und Prämierung fand sich Zeit um die verschiedenen Stände zu besuchen und den Spinnerinnen bei der Arbeit zuzusehen. Angeboten wurden nicht nur Infobroschüren und Kochbücher, sondern auch Wolle und daraus gewonnene Produkte wie Socken, Pullover und Dekoartikel. Ein Highlight in diesem Jahr waren die vielen Preise in der Tombola, welche Alt und Jung erfreuten. Nach einer Stärkung begann die Prämierung der besten Tiere. Die weiteste Anfahrt hatten an diesem Tag die Weißen Gehörnten Heidschnucken von Familie Pedersen, welche extra von Föhr angereist waren. Diese Rasse eröffnete die Prämierung, damit das Gespann zeitig seinen Platz auf der Fähre bekommen konnte. Hierbei stach das Tier Yakari (Kat.Nr. 10) besonders hervor, sodass das Mutterschaf den Rassesieg gewann. Ein weiteres Heideschaf, die Graue Gehörnte Heidschnucke, trat daraufhin vor die Prämierungskommission bestehend aus Anke Mückenheim, Janine Bruser, Frauke Wechselberg und Hardy Marienfeld. Die Züchter Astrid Holst, Wulfsmoor, und Dr. Karsten Gröning, Dazendorf, stellten diese mittelgroße Rasse vor. Aus den Gruppen der Einjährigen Böcke und der Mutterschafe beeindruckte Z. Edwina (Nr. 4), ein Mutterschaf, aus einer westfälischen Zucht, mittlerweile im Besitz von Dr. Karsten Gröning. Ebenso wie die Heidschnucken sind Skudden auf mageren Standorten Zuhause. Die Rasse der Skudden stammt aus dem baltischen Raum, wo es viele extensive Flächen gibt und die Skudden sich daher zu einem extrem genügsamen Schaf entwickelten. Gleichzeitig blieben sie daher aber recht klein, weshalb sie lange Zeit nicht gezielt gezüchtet wurden. Heute erfreut sich die Skudde jedoch immer größerer Beliebtheit, steht aber leider noch auf der roten Liste der Nutztierrassen. Heide Völtz und Norbert Westphal sicherten sich mit ihrem Einjährigen Bock Yoris (Nr. 19) den Reservesieg. Schon während der Körung überzeugte Yda (Nr. 20) aus der Zucht von Claudia Kohrn, Wattenbek, und erhielt die Bewertung WBE 8/8/8. Danach ging sie den Richtern nicht mehr aus dem Kopf und gewann bei der Prämierung auch den Rassesieg. Züchterin Frauke Wechselberg, Neutestorf, stellte zusammen mit ihrer Züchterkollegin Iris Frenzer, Ostenfeld, die für ihr goldenes Vlies berühmten Coburger Fuchsschafe vor. Obgleich die Tiere ihren Ursprung in Oberfranken haben, fühlen sie sich auch an der Küste wohl und präsentierten sich hervorragend. Ein Tier jedoch überragte die anderen: Z. Indie (Nr. 26) aus Neutestorf wurde Rassesiegerin. Weiter ging es bei der Prämierung mit den Rhönschafen, die zu den ältesten deutschen Schafrassen zählen. Die Rassevertreter fallen besonders durch ihre einzigartige Färbung mit schwarzem Kopf und weißen Beinen auf. Familie Potyka züchtet diese Tiere seit Jahren erfolgreich in Hamburg. Diese Zucht machte sich auch in Warder wieder bezahlt, denn das Mutterlamm A. Birke (Nr. 35) wurde Siegerin der Rhönschafe.

Nicht einmal 50 cm groß ist die kleinste Schafrasse der Welt, die Ouessant. Um ihr Entstehen ranken sich viele Legenden, eine davon ist Folgende: Im 18. Jahrhundert fanden viele Seefahrer den Weg auf die Insel Ouessant vor der französischen Küste. Sie nahmen der Legende nach immer die größten Schafe der Insel als Proviant mit an Bord. So wurde die Population unbewusst auf geringe Körpergröße selektiert. Das Endergebnis daraus ist die heute bestehende Rasse Ouessant. Aus den rund 20 Tieren von Horst Feddersen, Livija Furken, Klaus-Rainer Schwormstede, Heike Sievers und Marit Sievers konnte das Altschaf T3 von de Goth (Nr. 44) in dem Besitz von Marit Sievers, Erfde, am meisten glänzen. Die Jungzüchterin befindet sich im Aufbau ihrer Herde, wobei dieses Schaf eine gute Grundlage für weitere Erfolge bildet. Daneben freute sich Klaus Rainer Schwormstede, Schellhorn, über den Reservesieg seines Lammbockes Arne (Nr. 42). Wenn man es sich zur Aufgabe gemacht hat, Walliser Schwarznasenschafe zu züchten, hat man es nicht leicht, denn der Rassestandard, nachdem die Richter bewerten, schreibt mehrere typische Farbkenn-zeichnungen vor. So müssen z.B. männliche Tiere einen schwarzen Fleck am Schwanzansatz tragen, und Tiere beiden Geschlechts schwarze Ohren aufweisen, um zur Zucht eingesetzt werden zu dürfen. Herr Sellhorn, Rausdorf, hat sich dieser Herausforderung angenommen und konnte so die Rassesiegerin Zarpata (Nr. 64) stellen. Bei den Gotländischen Pelzschafen handelt es sich um eine Kurzschwanz-rasse aus Schweden. Markant an diesem Tier ist die Wolle, welche durch korkenzieherartige Locken auffällt. Hier zeigte sich, dass bei der Prämierung die Tagesform der Tiere ausschlaggebend ist. Während sich noch auf der Landesschafschau während der Norla ihre Halbschwester in der Konkurrenz durchsetzte, hatte in Warder Zora (Nr. 67) aus der Zucht von Familie Gudlowski, Quarnbek, als Rassesiegerin die Nase vorn.  Textilforschungen brachten den Beweis, das Vlies der heutigen Rauhwolligen Pommerschen Landschafe ist genauso gestrickt, wie das ihrer Vorfahren aus der Frühzeit. Die Kurzhaare in der Wolle sorgen dafür, dass in Luftzwischenräumen die Wärmewirkung besonders gut reguliert werden kann. Dadurch eignet sich diese Wolle insbesondere für wetterfeste Kleidung. Auch in diesem Jahr waren wieder mehrere Tiere auf dem Landschaftag vertreten, wodurch diese gefährdete Nutztierrasse auch in Schleswig-Holstein erhalten wird. Unter den Tieren der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe machte Xena (Nr. 73) aus der Zucht von Anna Wegener, Dakendorf, das Rennen. Das Mutterschaf überzeugte die Jury mit einer Benotung von WBE 8/8/8 und ihrem allgemeinen stolzen Auftreten im Ring, dicht gefolgt von dem Altschaf Vögelchen (Nr. 70) aus dem Züchterstall Anne Greef, Schwedeneck, welches Reservesiegerin wurde. Des Weiteren waren Tiere aus der Zucht von Arne Articus-Roth vertreten. Eine große Kollektion verschiedener Bentheimer Landschafe folgte der Einladung des Arbeitskreises der Landschafrassen im Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schafzüchter e.V. in die Arche. Das Mutterlamm Aurelia (Nr. 93) setzte sich gegenüber ihren älteren Konkurrentinnen durch. Über diesen Sieg unter den Bentheimern freute sich Züchterin Dr. Andrea Boldt-Lynsche, Panker, sehr, neben Züchterin Janine Jochimsen, Struckum, die den Reservesieger stellte. Die Rasse der Bentheimer ist ein großrahmiges Heide- und Moorschaf mit einer hervorragenden Marschfähigkeit, was es für die im Ursprungsgebiet übliche Wanderschäferei ideal machte.

Die Krönung des Tages waren die Wahlen zum Wollsieger und des diesjährigen Paares Mr. & Mrs. Warder, wofür von den Richtern einige Favoriten unter den Tieren auserkoren wurden. Die Wahl erfolgte via Bewertungskarten, welche die Juroren zur gleichen Zeit, ohne Absprache, in die Höhe hielten. So blieb es für das Publikum sowie für die Züchter spannend bis zum Schluss, da niemand den Ausgang vorhersehen konnte. Die Skuddendame Yda konnte nicht nur den Titel der Wollsiegerin sondern auch die Auszeichnung „Mrs. Warder 2019“ in den Zuchtstall Kohrn holen. Überraschenderweise wurde in diesem Jahr kein männliches Tier zum Rassesieger erkoren, sodass kein Bock zur Wahl des Mr. Warders 2019 stand. Aus diesem Grund gab es daher erstmalig ein gleichgeschlecht-liches Siegerpaar. Die zweite Mrs. Warder 2019 wurde die Rassesiegerin der Coburger Fuchsschafe Z. Indie aus dem Stall der Züchterin Frauke Wechselberg.

Am Ende des Tages strahlten die Züchter mit der Sonne um die Wette, somit war es wiedermal ein gelungener Landschaftag im Tierpark Arche Warder. Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. bedankt sich bei allen Organisatoren, Helfern, Ausstellern und Züchtern sowie Richtern für die geglückte Veranstaltung. Die züchterische Arbeit wurde bereits mit Ehrenpreisen des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein sowie Stallplaketten belohnt, doch auch an dieser Stelle gratulieren wir allen Züchtern nochmal recht herzlich.

Kollmar 2019

Letzte Schafbockauktion des Jahres: Zahlreiche Zuschauer und strahlend blauer Himmel bei der Auktion in Kollmar

Die letzte Auktion des Landesverbandes fand am Samstagabend, den 21. September, wieder in der Reithalle von Harm Thormählen in Kollmar statt. Von den 23 aufgetriebenen Tieren der Rassen Suffolk, Weißkopf, Texel, Charollais und Schwarzkopf, inklusive dreier Böcke, die in Husum nicht verkauft werden konnten, standen 21 Tiere zur Versteigerung im Ring. Zuerst wurden die Tiere gekört, neben Hans Michow Schröder und Janine Bruser konnte der Bezirk Südwestholstein Herrn Theo Heine als Gast-richter begrüßen. Im Anschluss der Körung wurden die besten Tiere des Tages prämiert. Während des Spektakels im Ring füllte sich die Reithalle immer mehr. Trotz des spätsommerlichen Wetters hatten sich sehr viele Schafhalter und Besucher zu diesem Schafnachmittag auf den Weg gemacht, um die letzten Böcke in diesem Jahr zu ersteigern oder aber auch nur ein interessiertes Gespräch unter Kollegen zu führen. Birgit Rohlfs und Uwe Kühl mit ihrem Team sorgten mit kalten und warmen Speisen für eine hervorragende Verpflegung, sodass die Zeit bis zur Prämierung und Versteigerung wie im Flug verging. Bei der Prämierung überzeugten folgende Tiere die Prämierungskommission: Kat.Nr. 677 aus der Zucht von Jan-Wilhelm Ahmling (Weißkopf-Mutterlamm) sowie Nr. 683 aus der Zucht von Klaus Peter Sellnow (Suffolk-Lammbock). Um 17.00 Uhr begann unser erfahrener Auktionator Kalli Fischer aus Sommerland mit der Versteigerung der Böcke und Schafe. Wie gewohnt machte er seine Sache gut, denn bis auf zwei Tiere konnte er alle aufgetriebenen Tiere unter den Hammer bringen. Der Durchschnittspreis lag bei 296,00 €, wobei der prämierte Lammbock (Nr. 683) aus der Zucht von Klaus Peter Sellnow, mit einem Gebot von 650,00 €, als teuerster Bock den Besitzer wechselte. Der Bock geht in einen neuen Zuchtstall, wo er sein Potential an die nächsten Generationen weitervererben wird. So ging auch die letzte Bockauktion 2019 für alle Beteiligten erfolgreich zu Ende.

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