Ingo Plath, Schäfer, Dithmarschen

1.000 Mutterschafe, 7 km Küstendeich zu Beweidung

Wie ist Ihre momentane Situation?

Momentan haben wir 20 verschiedene Herden auf Kohlfeldern oder auf der Geest auf Grünlandflächen laufen. Die Herden werden jeden Tag abgefahren. Durch den Regen ist das alles komplizierter und aufwändiger geworden. Durch die Nässe ist der Grasanteil sehr runtergetreten und die Kohlfelder matschig. Die erste Gruppe von 300 Schafe sind schon im Stall und Lammen. Das war so aber auch geplant. Im Frühling sollen sie auch wieder raus.

Ich fahre im Jahr 36.000 km. Natürlich hat man da Spitzenmonate. Aber wenn man im Winter jeden Tag die Schafe abfährt, kommen da schnell 150 km zusammen. Jeden Tag ob Weihnachten, Sylvester oder jeden anderen Tag.

Auf der Geest habe ich zwei Aufpasser, die kontrollieren den Strom und ob die Schafe auf dem Rücken liegen. Wenn aber etwas ist, muss ich dorthin. Genauso für das Umweiden.“

Warum stallen Sie nicht einfach im November auf?

Ich habe nicht den Platz, um alle Schafe aufzustallen. Auch Stroh und Silage habe ich nicht für diesen langen Zeitraum. Wenn ich ein Schaf schon im November/Dezember schere und aufstalle, es dann im März lammt, könnte es Anfang April wieder raus. Dann wären die Schafe 4 - 5 Monate im Stall, damit tut man keinem Tier einen Gefallen. Die Luft ist nicht die Beste und der Mist mit dem Ammoniak ist nicht gut für die Füße. Das ist für kein Tier gut. In der Lammzeit, wenn die Schafe schon etwas länger im Stall sind, es wärmer wird und die Sonne höher steht, wollen die Schafe raus. Man merkt das denen an, man betritt den Stall und alle sind am blöken, obwohl sie grade zu fressen bekommen haben. Man merkt richtig, die wollen draußen Gras fressen.“

Welche Maßnahmen ergreifen bzw. haben Sie aufgrund der Wetterlage ergriffen?

Es gibt auch Kohlfelder auf sehr sandigen, hohen, trockenen Flächen, auf denen die Schafe die Kohlstoppel gut abgrasen konnten. Aber es gibt natürlich auch schwerere Flächen. Von denen hab ich dann versucht die Schafe wegzunehmen oder öfter umzutreiben. Möglichst viele Schafe habe ich zur Geest gebracht, wo es dann einfach trockener ist. Dadurch erhöht sich die Fahrtstrecke zum Transport und zur Kontrolle der Tiere. Das Problem ist, man muss auch Flächen haben, wo man sie hinbringen kann, denn die Geestflächen sind natürlich auch begrenzt. Die Flächen auf der Geest sind Grünlandflächen von Landwirten vor Ort, wo im Sommer gemäht wird oder Kühe weiden. Ich habe viele Ecken, die nur 2 bis 4 ha groß sind. Wenn ich dort 50 bis 100 Schafe laufen habe, sind diese Flächen zum Teil nach 3 bis 4 Tagen abgegräst oder runtergetreten. Dies geht natürlich noch schneller bei der Nässe. Dann muss es weiter gehen zur nächsten Fläche. Abzäunen, Umtreiben, wieder Einzäunen.

Es gibt auch mal Flächen, wo man hinkommt und auf einmal ist die Fläche sehr nass. Das ist dann Theorie und Praxis. In der Theorie sagt man, dann müssen sie weiter. Aber in der Praxis muss man erst mal die Flächen haben, wo sie hin können. Zum Teil ist es ja auch so, heute ist alles gut und morgen haben wir wieder 20-30 mm Regen, wenn man dann einen Strohballen hinfährt und sie trocken liegen können und die Schafe nur zum Fressen durchs Nasse müssen. Dann hilft das auch für das Erste und ein paar Tage später kann es dann auch wieder anders aussehen.“

Meine Schafe sind für mich...

„… ein Teil von mir . Wenn es meinen Schafen schlecht geht, geht es mir auch schlecht. Wenn es zu nass wird, steh ich ja auch vor den Schafen und denke, dass sieht nicht schön aus. Das ist mein Leben, natürlich auch wirtschaftlich, aber wenn die krank sind, dann bin ich auch krank.“

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